Die wichtigsten Entscheidungen von S&P im Überblick

14.01.2012 | 11:30 |   (DiePresse.com)

Die Ratingagentur Standard & Poor's hat zahlreiche Änderungen bei der Bewertung von Euroländern vorgenommen.

Drucken Versenden AAA
Schriftgröße
Kommentieren

Die Ratingagentur Standard & Poor's bewertet seit Freitag bei insgesamt 16 Euroländern die Kreditwürdigkeit von 9 Staaten schlechter, für 7 bleibt die Note unverändert. Die wichtigsten Entscheidungen im Überblick:

  • ÖSTERREICH und FRANKREICH und verlieren erstmals seit Start der Länderratings 1975 ihre Top-Bonität "AAA" und werden um eine Stufe auf "AA+" heruntergesetzt. Frankreich ist nach Deutschland die zweitgrößte Euro-Volkswirtschaft und damit auch für die Schlagkraft des Rettungsschirms EFSF von großer Bedeutung.
  • DEUTSCHLAND behält sein Top-Rating "AAA", und auch der Ausblick ist stabil. Damit ist keine Herabsetzung in nächster Zeit zu erwarten. Nur die SLOWAKEI hat noch einen stabilen Ausblick, für alle anderen 14 Länder ist er negativ - es drohen ihnen noch schlechtere Noten.
  • ITALIEN ("BBB+"), SPANIEN ("A"), PORTUGAL ("BB") werden um zwei Stufen heruntergesetzt, die SLOWAKEI ("A") und SLOWENIEN ("A+") um eine. Portugal erhält bereits Hilfen aus dem Euro-Rettungsfonds, daher hat die Herabstufung keine großen Konsequenzen.
  • ZYPERN ("BB+") wird um zwei, MALTA ("A-") um eine Stufe herabgesetzt. Beide Länder sind so klein, dass dies kaum eine Rolle spielt.
  • Für BELGIEN ("AA"), ESTLAND ("AA-"), FINNLAND ("AAA"), IRLAND ("BBB+"), LUXEMBURG ("AAA") und die NIEDERLANDE ("AAA") ändert sich beim Rating vorerst nichts. Damit haben jetzt nur noch vier Euroländer ein "Triple-A", weltweit sind es - zählt man Hongkong, das kein eigener Staat ist, nicht dazu - 13.
  • Banken in der Eurozone sowie übergeordnete Einheiten, darunter der Rettungsfonds EFSF, sollen demnächst ebenfalls neue Bewertungen erhalten.
  • Die Begründung für die Herabstufung sind die aus Sicht von S&P unzureichenden Schritte der Euro-Retter im Kampf gegen die Schuldenkrise. Die Ratingagentur sieht aber nicht nur in der mangelnden Haushaltsdisziplin der hoch verschuldeten Länder in Südeuropa eine Ursache für die Krise, sondern auch in deren mangelnden Wettbewerbsfähigkeit im Vergleich zu den erfolgreicheren Staaten. Sparprogramme allein könnten daher nicht die Lösung sein.
  • DEUTSCHLAND zeichnet sich laut S&P durch seine "moderne, hoch diversifizierte und wettbewerbsfähige Volkswirtschaft" und "die Erfolgsbilanz der Regierung mit Blick auf eine vernünftige Haushaltspolitik und Ausgabendisziplin" aus.

 

(APA)

Testen Sie "Die Presse" 3 Wochen lang gratis: diepresse.com/testabo

Mehr aus dem Web

2 Kommentare
Gast: Markus Trullus
14.01.2012 16:18
0

Simpel

Das ist der Fluch der Demokratie. Man muss Wählerstimmen mit Wahlgeschenken kaufen; entweder mit exorbitanten Steuergelder, die die Wirtschaft abwürgen, oder mit Krediten, die den Staat langfristig in den Konkurs treiben. Ich sehe das so einfach, und das stimmt, jederzeit nachprüfbar, zurück bis zum Anbeginn der Zivilisation....

Danke, Herr Faymann und Herr Spindelegger!

Deren Reaktionen kann ich mir schon ausmalen. Her mit dem Zaster, Her mit den Millionen.

Umfrage

AnmeldenAnmelden