Felderer: "Wir sind alle an der Abstufung schuld“

14.01.2012 | 13:46 |   (DiePresse.com)

Der IHS-Chef ist von Österreichs AAA-Verlust nicht überrascht. Auch Wifo-Chef Aiginger spricht von einem "berechtigtem Warnsschuss".

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Für IHS-Chef Bernhard Felderer ist die Herabstufung Österreichs von Triple-A auf AA+ durch die US-Ratingagentur Standard & Poor's (S&P) keine Überraschung. "Ich hatte schon Hinweise dazu im November", sagte Felderer im Gespräch mit der APA. Auch die Regierung müsste davon gewusst haben. Man sollte die Gründe für Österreichs Triple-A-Verlust aber nicht nur in Ungarn und Italien suchen. "Wir sind alle an der Abstufung schuld. Es hat mit unserer eigenen Politik zu tun," betonte Felderer. Auch die Oppositionsparteien hätten in der Frage der Schuldebremse versagt.

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Wifo-Chef Karl Aiginger bezeichnete die Herabstufung Österreichs durch S&P als "Gelbe Karte". Er glaube aber nicht, dass sie im Verhältnis zu den anderen Ländern den Realitäten entspricht. Österreich habe "eine hochaktive Leistungsbilanz". Außerdem seien die Ost-Beziehungen, die so kritisch gesehen würden, eigentlich eine Erfolgsgeschichte, sagte Aiginger am Samstag im Ö1-Mittagsjournal des ORF-Radios. Österreich müsse aber nun die begonnen Reformen forcieren. In der EU seien die Reformen nicht schnell genug umgesetzt worden. Die Herabstufungen seien "ein berechtigter Warnschuss".

Kritik an Lohnerhöhung für Beamte

Für Felderer hätte im vergangenen November "einiges einsetzen müssen". Hingegen habe es kräftige Lohnerhöhungen für Beamte gegeben, kritisierte der IHS-Chef. Ein Problem-Bewusstsein sei "überhaupt nicht vorhanden". Die Herabstufung sei "ein Signal" und habe vielleicht "etwas positives". Nun müssten die "Reformen viel intensiver" umgesetzt werden, etwa im Bereich der Pensionen, und die Schuldenbremse müsste kurzfristig mit den Stimmen aller Oppositionsparteien beschlossen werden, forderte Felderer.

"Besonders bedrohlich" sei der negative Ausblick des AA+-Ratings. Damit droht Österreich eine weitere Herabstufung. "Im nächsten halben Jahr könnte es noch einmal nach unten gehen". Der Triple-A-Verlust sei aber zum Teil in den Zinsen für österreichische Staatsanleihen bereits eingepreist, so Felderer. Der Spread (Zinsabstand) zu deutschen Staatspapieren liegt derzeit bei 1,4 Prozent.

Bei entsprechenden Reformen könnte Österreich in "ein paar Jahren" aber wieder ein Triple-A-Rating von S&P erhalten, betonte der IHS-Chef.

(APA)

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16 Kommentare
Gast: gastname_
16.01.2012 11:18
0 0

Wer zur Hölle ist "wir"?

Ich bin nicht verantwortlich für:
-sinnlose Rettungsschirme,
-unverantwortlich hohe Ausleihungen der Banken an den Ostblock,
-unsinnige Tunnelbauten,
-u.v.a.

Gast: gast45
15.01.2012 21:08
0 0

Die Lösung

wenn 5% der Bevölkerung beamte sind, dann dürfen halt nur 5% der parlamentarier beamte sein, genau das gleiche auch noch für lehrer, kammerangestellte, und bauern einführen, und schon sind wir auf einem guten weg zur wirklichen repräsentativen demokratie
.... und bevor jemand sagt, und was ist mit den randgruppen, die ja dann nicht repräsentiert sind, es gibt ja auch keine pfarrerInnen und sexarbeiter/Innen im parlament :-)

Gast: ausmaus
14.01.2012 20:23
0 0

von nun an gings bergab...

..sang einst die gute Hildegard Knef- und jetzt wir alle.

Gast: fragender
14.01.2012 19:01
0 0

warum gibt es keine haftung für regierende

eigentlich müsste man die regierung auf den entstandene schaden klagen können.

wenn ich als unternehmer mein geld für sachen raus schmeisse, die ich mir nicht leisten kann, gehe ich pleite. wenn ich meine finanzielle schieflage ignoriere, lande ich vor gericht.

mit dem elsner haben die politiker ein exempel statuiert, wegen ein paar millionen.

die regierung hat aber ein paar mrd vorsetzlich und grob fahrlässig in den sand gesetzt. wer übernimmt dafür die verantwortung??

Gast: Peter Langhammer
14.01.2012 16:27
0 3

schuld ist der chefberater felderer ....

der noch kurz vor seiner pensionierung versuchte mit horrorszenario die schuldenbremse in der verfassung zu erzwingen - im dienste der övp und gegen den erklärten willen der spö.

der triumpf über den beschluß währte jedoch nur kurz - denn alle drei oppositionsparteien verweigerten ihre zustimmung, womit der verfassungsrang verfehlt war.

und so krönt der triple-a verlust die wirkungsperiode des chefberaters gerade noch rechtzeitig vor seinem abgang - tausend rosen!

Antworten Gast: mmftwq
14.01.2012 17:28
0 0

Re: schuld ist der chefberater felderer ....

da widersprichst dir aber in wenigen zeilen auch gleich selbst, entlarvend einfältiger kommentar.

Auch die Oppositionsparteien hätten in der Frage der Schuldebremse versagt.



Es ist doch lächerlich das es ein Problem ist wenn die Schuldenbremse nicht in der Verfassung steht.

Ohne ernsthafte Konsequenzen und Regeln wie im Falle einer zu hohen Verschuldung vorzugehen ist und wer dafür als Verantwortlicher zur Not auch angeklagt und bestraft werden sollte und kann, ist eine Schuldenbremse absolut sinnlos und nur Heuchelei!

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Re: Auch die Oppositionsparteien hätten in der Frage der Schuldebremse versagt.

Das Bedenkliche daran ist ja im Grunde, dass diese Regierung sich selbst als ausser Stande sieht, sich an ihre eigenen Gesetze zu halten: Es wird also eine "Schudenbremse" beschlossen, die aber ohne verfassungsrechtliche Verankerung "wirkungslos" ist, so der Tenor der Regierung. Wer aber ausser dieser Regierung könnte diese "Schuldenbremse" denn wieder abschaffen?
Das ist in Wirklichkeit ein Eingeständnis, dass die Regierung diesbezüglich früher oder später umfallen wird; oder anders formuliert, ein Eingeständnis der eigenen Unfähigkeit.

Allerdings ist das Business as usual... insofern ist diese Regierung wenigstens berechenbar.

1 0

Klar sind wir Alle schuld

Wir hätten diese Nullen von SPÖ UND ÖVP nicht wählen sollen. Oder schon längst auf die Strasse gehen sollen.!

Antworten Gast: wiirwarrrr.....
14.01.2012 16:06
1 0

Re: Klar sind wir Alle schuld

Richtig! Diese Regierung ist so schlecht, und so langweilig! Die Gehaltserhöhungen der Beamten sofort weg, Neugebauer sofort weg, die Frühpensionen uns vor allem die Hacklerregelung sofort stoppen und mit Abschlägen bestrafen und Verwaltungsreform meine lieben Damen und Herren und keine Aufweichung der Beschlüsse. Unsere Kinder sehen sich sonst gar nicht mehr aus den Schulden heraus. An die Arbeit so rasch als möglich wollen wir Ergebnisse sehen und wir meinen Ergebnisse!!!!!!!!!!!!!!!!!!!!

Im nächsten halben Jahr könnte es noch einmal nach unten gehen


Im zweiten halben Jahr kommt dann hoffentlich eine Parlamentarier- und Regierungsbesserung,
wenn nein ein notwendiger Regierungswechsel.

Bereiten wir uns seelisch darauf vor, dass es vorgezogene Nationalratswahlen geben wird.

Bei der aktuellen Qualität der von den Parteien nominierten Parlamentarier, die uns zur Wahl stehen, wird nicht wirklich eine entscheidene Verbesserung kommen.

103 von 183 Parlamentarier sind Beamte. Amen.

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"Wir sind alle schuld"

Siehe da, das wirtschaftliche Sprachrohr der Regierung delegiert die Schuld bereits an den Pöbel.
Also: Esst nicht so viele Schnitzel, verkauft den zweiten Porsche, gießt mehr Wasser in den Gspritzten!
Schämt euch, Österreicher!

Weshalb sind alle daran schuld? ...

... Ich spekuliere nicht, fahre kein Auto, versorge mich mit Gemüse, Kartoffeln, Dinkel selbst, zahle meine Kontogebühren, berappe Steuern, war noch nie im Krankenhaus, war 2x länger als eine Woche krank, bin selbständig. 1994 habe ich gegen den EU-Beitritt gestimmt, ich wähle "Grün", verpeste die Luft nicht mit Flugreisen, versuche gerade eine Genehmigung für ein kleines Windrad zur Stromerzeugung zu kriegen, habe eine Pholtaikanlage und keinen Cent Schulden. Weshalb bitte sollte ich, und andere Leute in ähnlicher Situation, Schuld haben? Die Unschuldsvermutung gilt wohl nur für Betrüger ...

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Die Beamtenpensionen und -Gehälter hätten eingefroren gehört

und zwar für die nächsten drei Jahre.

Doch diese Regierung ist unfähig, wie es noch kaum eine andere Regierung war.

Reformen stehen seit vielen Jahren an.
Der Aufwand des States muss drastisch reduziert werden, die Eigenverantwortung der Bürger muss wieder erhöhte werden.
Dazu ist es notwendig die meisten Subventionen und Förderungen abzuschaffen.

Nicht nur eingefroren, sondern es hätten die oberen Gehälter deutlich gekürzte werden müssen.



Es müßte ein Gesetz geben, dass Gehaltserhohungen und/oder Gehaltsvorrückung von Beamten und Politikern, unter Androhung von Strafe, verbietet solange es ein Budgetdefizit gibt.

ALLE sollten dazu von mir aus etwas sagen.

Aber bitte nicht der Felderer, der Eindimensionaldenker der Nation.

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