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Kanzler Faymann sieht eingedämmtes Ostrisiko

17.01.2012 | 12:23 |   (DiePresse.com)

Kanzler Faymann und Vizekanzler Spindelegger relativieren die Herabstufung der österreichischen Kreditwürdigkeit. In Osteuropa sehen sie keine Gefahr.

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SP-Kanzler Werner Faymann und VP-Vizekanzler Michael Spindelegger haben sich am Dienstag bemüht, die Bedeutung der Herabstufung der österreichischen Kreditwürdigkeit durch Standard & Poor's (S&P) zu relativieren. Es handle sich dabei lediglich um die Einschätzung einer von mehreren Rating-Agenturen, sagte Faymann im Pressefoyer nach dem Ministerrat.

Ähnlich Spindelegger: "Dass wir den Freitag den 13. Jänner 2012 nicht zum Feiertag erklären ist ja klar" - aber man müsse auch "die Kirche im Dorf lassen".

Faymann: Ostrisiko ist eingedämmt

Was das gegen Österreich ins Treffen geführte Ostrisiko der heimischen Banken angeht, verwies Faymann auf die verschärften Regeln der Bankenaufsicht. S&P hat das Osteuropa-Risiko der österreichischen Banken als einen Grund für die Herabstufung der Kreditwürdigkeit genannt und für den Fall eines neuen Bankenhilfspakets ein weiteres "Downgrade" angekündigt. Faymann verwies darauf, dass der Bankensektor in enger Abstimmung mit Finanzmarktaufsicht und Nationalbank Vorschläge an der Stabilisierung der Situation arbeite.

Konkret verwies Faymann auf eine strengere Regelung des Verhältnisses von Einlagen und Krediten. Hintergrund: Seit heuer gilt eine Richtlinie, wonach die österreichischen Banken in Ost- und Südosteuropa maximal Kredite im Ausmaß von 110 Prozent der vorhandenen Spareinlagen vergeben dürfen. Pro 100 Euro lokale Einlage dürfen also 110 Euro Kredit vergeben werden.

"Kein Grund für Aufgeregtheit"

Unzufrieden sind sowohl Faymann als auch Spindelegger mit dem schleppenden Fortschritt der Euro-Rettung auf EU-Ebene. Faymann beklagte den langen Fristenlauf für die Ratifizierung von Reformbeschlüssen in den einzelnen Mitgliedsstaaten. Es sei klar, "dass hier oft das Schneckentempo nicht ausreicht für die raschen Entwicklungen". Spindelegger forderte eine möglichst rasche Umsetzung einer echten "Fiskalunion", um eine Wiederholung eines Krisenfalls wie in Griechenland künftig verhindern zu können.

Nicht nachvollziehbar ist für Faymann die Aufregung um die Zinsen auf österreichische Staatsanleihen. Er verwies darauf, dass Österreich 1991 noch 8,4 Prozent Zinsen für zehnjährige Staatsanleihen bezahlen musste, 2004 noch 4,2 Prozent und heute nur noch 3,3 Prozent. Dieser niedrige Zinssatz sei überhaupt erst durch die Eurozone möglich geworden, so Faymann: "Es gibt keinen Grund für Aufgeregtheit." Dennoch müsse man, um Unabhängigkeit von den Finanzmärkten zu erreichen, den Schuldenstand reduzieren.

Fekter: EFSF-Herabstufung war "zu erwarten"

Wenig überrascht gab sich VP-Finanzministerin Maria Fekter vom Downgrading des Euro-Rettungsschirm EFSF: Dieser Schrittt sei schon allein durch die Herabstufung Frankreichs und Österreichs "zu erwarten" gewesen.

SP-Finanzstaatssekretär Andreas Schieder sieht die Notwendigkeit, das Downgrading "auf der europäischen Ebene zu diskutieren". Man müsse "endlich" zu einem System der Bewertung und "klaren Regulierung" der Rating-Agenturen finden.

(APA)

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10 Kommentare
Gast: Don Quichote
17.01.2012 16:43
0 0

Faymann sieht ...

... verklärten Blickes in die Zukunft und ignoriert den Abgrund hinter sich. Hat ihm noch niemand gesagt, wie viele Milliarden österreichischer Banken schon "draußen" sind? Für die der österreichische Steuerzahler wird gerade stehen müssen? Damit weiterhin ungarische Audis und Mercedes - ungestraft das Tempolimit mißachtend - über Österreichs Autobahnen rasen dürfen.

Na lustig, BK kalmiert mal wieder!

Herr Faymann weiss sicher mehr. Denke mal, er hat mit Herrn Orban ("ja, wir halten Verträge ein") und Co kurz mal telefoniert bzw. sich beratschlagt und mit unseren Bankern Rücksprache gehalten.

Passt schon. Es geht zwar nicht in erster Linie um das was sein wird, sondern eher um das was schon geschehen, um nicht zu sagen den Bach hinuntergegangen (z.B. flotte Kreditvergaben ohne entspr. Sicherheiten, zu hohes Obligo im Verhältnis zum BIP) ist, macht nix.

Besser Nachsorge statt Vorsorge (aber beides mit Sorge!). Wie gesagt, passt schon. Und nur keine Hektik. Island schau oba, ihr lebts ah no! Hoffen wird man ja wohl noch dürfen, oder?

Gast: Vogel Strauss
17.01.2012 15:59
0 0

Faymanns Stimme ...

... knautscht wie eh und je! Dabei dachte ich, er hätte eine Stimmband-Op vornehmen lassen, weil er in den letzten Wochen so heiser war ... aber nein, heute hat er wieder wie immer geklungen. Die Inhalte leider auch ...

Gast: 4570
17.01.2012 15:48
0 0

bk

dieser hat von der wirtschaft keine schimmer

Gast: L.W.
17.01.2012 14:34
0 0

Berühmte Paare


Pat & Patachon
Stan & Ollie
Klaus & Ferdl
Muckenstruntz & Bamschabel
Stadler & Waldorf

...

Keinem Menschen würde es auffallen, wenn unser Dreamteam durch eines der oben angeführten Paare ersetzt würde.

Politisch würde es nicht den geringsten Unterschied machen. Aber wenigstens lustiger wäre es beiso mancher NR-Sitzung.

Gast: Orson Wells
17.01.2012 13:52
2 0

Glaskugelpolitik

Die Glaskugel, in der die beiden Muppets die wirtschaftliche Zukunft Österreichs vorhersehen ist wohl Ramschware aus dem 1€ Shop. Fundamentale Wirtschaftsdaten in Europa verstehen die beiden sowieso nicht. Sie sollten sich die Aufzeichnung des deutschen Fernsehsenders Phönix "Unter den Linden" mit den Herren Sinn und Verheugen ansehen. Beim ORF würde so ein offenes Gespräch nie zustande kommen, denn das Volk soll ja dumm sterben und ohne murren weiterzahlen.

SPÖ- und ÖVP-Kasperl

verstehen nicht, dass es nicht um die neu zu vergebenden Kredite geht. Es geht im Osten um die bereits vergebenden Kredite. Und man muss schon besonders wenig wissen, um angesichts der Situation in Ungarn zu meinen, das Risiko sei abgeschwächt.
In Ungarn steht gut 1 Million Kreditnehmer vor der Delogierung und wird nur durch ein andauernd verlängertes Moratorium Orbans vor der Obdachlosigkeit geschützt. Orban wird diese Leute nicht auf die Straße setzen, weil sonst das Chaos ausbricht und er nie und nimmer wieder gewählt werden würde. Und auch wenn doch: was wollen die Ösi-Banken mit diesen Immos, die bei Massendelogierungen sofort einen Preissturz erfahren. Ungarn ist die europäische Subprime-Krise der Ösi-Banken.

Unser Bundeskanzler "sieht" etwas...

...aber warum nur trau ich ihm das nicht zu?

Faymann: Ostrisiko ist eingedämmt

Das "Ostrisiko" ist genauso eingedämmt wie seine eigene Dummheit.

Gast: Der Notar
17.01.2012 12:29
1 0

Das Gegenteil

der von den beiden Dolmen gemachten Aussagen ist richtig. Hören sie sich mal an, was der Präsident CZ von der Fiskalunion hält. Blättern sie mal in den int. Zeitungen, was so vom OSTrisiko gehalten wird

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