Nach Herabstufung: EFSF kommt problemlos zu Geld

17.01.2012 | 13:59 |   (DiePresse.com)

Am Montag war der Rettungsschirm EFSF auf AA+ herabgestuft worden. Bei der Auktion von sechsmonatigen Papieren gab es heute kein Problem.

Drucken Versenden AAA
Schriftgröße
Kommentieren

Mehr zum Thema:

Der europäische Rettungsfonds EFSF hat bei der ersten Anleiheauktion nach der Herabstufung durch die Ratingagentur S&P problemlos Geld zu günstigen Konditionen eingesammelt. Die Versteigerung von Wertpapieren mit einer Laufzeit von sechs Monaten spülte 1,501 Milliarden Euro in die Kassen, teilte der EFSF am Dienstag mit. Mit 0,266 Prozent bewegen sich die Zinsen sogar auf niedrigerem Niveau als die Rendite der umlaufenden Dreimonatspapiere des EFSF.

Mehr zum Thema:

Die Versteigerung der in der Vergangenheit nicht immer begehrten EFSF-Schuldverschreibungen war auch hinsichtlich des Kaufinteresses ein voller Erfolg. Die Nachfrage hätte ausgereicht, um das 3,1-Fache der Papiere am Markt zu platzieren. Allerdings wäre ein Käuferstreik bei den vergleichsweise kurzlaufenden Titeln auch überraschend gekommen. Denn S&P hatte am Montagabend zwar das langfristige Top-Rating kassiert, kurzfristig genießt der EFSF jedoch weiterhin die Spitzennote.

S&P hatte am Montagabend die Kreditwürdigkeit des EFSF um eine Stufe auf AA+ gesenkt und ihm damit die Bestnote AAA entzogen. Zuvor kappte die US-Agentur auch die Noten mehrerer Euro-Länder, darunter Frankreich und Österreich.

Der EFSF wurde im Mai 2010 aus der Taufe gehoben. Er soll Euro-Länder mit Krediten versorgen, die vom Kapitalmarkt abgeschnitten sind oder nur zu horrenden Konditionen Geld bekommen.

(APA)

Testen Sie "Die Presse" 3 Wochen lang gratis: diepresse.com/testabo

Lesen Sie hier weiter zum Thema:

Mehr aus dem Web

15 Kommentare
Gast: JonSwift
17.01.2012 20:04
0

Zur Hölle mit der Realität!

Die erfolgreichen Bondauktionen sind keine wirkliche Überraschung.
Die Realitätsverleugnungsübungen der Ratingagenturen sind dermassen absurd geworden, dass das vom Markt einfach nicht mehr übersehen werden kann. Wenn man sich wirklich einmal gründlich in die ökonomischen Kennziffern Italiens vertieft, kommt man zu einem Gesamtbild, gegenüber dem die USA oder GB eigentlich vor Neid erblassen müssten.
Aber in diesen Ländern scheint es keine ernstzunehmenden Ökonomen mehr zu geben, nur noch weltfremde Chauvinisten. Gute Nachrichten aus der Eurozone wie der bärenstarke ZEW von heute morgen kommen in der Anglo-Finanzpresse schlichtweg nicht vor. Sie passen nicht ins Bild. Wenn man den 'Economist' und andere Pseudo-Fachblättchen liest, bekommt man den Eindruck, die Hälfte der Kontinentaleuropäer ist unmittelbar vor dem Verhungern, und Angloland ist eine Insel der Seligen.
Sind die englischen und amerikanischen Medien nordkoreanisiert?

verdammt!


wenn tatsächlich die "waffe" ratingagenturen nicht mehr wirken sollte, dann müssen wir wohl zu härteren bandagen greifen!

so, ich muss jetzt weg: planungsstab mit meinen offizieren im fünfeckigen bunker.
herzlichst, euer
oberst!

6 Monate

Für 6 Monate leih ich denen auch alles. Aber wenn sie dreijährige Kredite haben wollen, dann schaut's schon sehr viel schlechter aus.

Das große Zittern kommt spätesten im Sommer 2012

Nachdem die EZB die Banken kurz vor Weihnachten mit frischen Geld versorgt hat (500 Mrd. Euro) ist die derzeitige Überzeichnung sowie der derzeit realisierte Zinssatz zweitrangig. Interessant wird es erst wenn wirklich große Brocken refinanziert werden müssen und erst dann schlägt die Stunde der Wahrheit. Entsprechend meiner Einschätzung werden wir ab Ende des 1. Quartals und vor allem ab Beginn des 2. Quartals wieder mit stark ansteigenden Risikoaufschlägen konfrontiert werden, womit sich dann Staaten wie Spanien bzw. Italien kaum mehr zu akzeptablen Zinsen werden refinanzieren können und dies dann den Schlußakt im Eurodrama einleiten wird.

Einhergehend wird die Rückstufungsorgie in Europa weitergehen und letzten Endes wird wohl wenn überhaupt Deutschland als einziges Land der heutigen Eurozone sein Triple-A-Rating bewahren können. Spannend wird es im März wenn die nächsten wichtigen Ratings anstehen.

Die von S & P vorgenommene Rückstufung der Vereinigten Staaten von Amerika war wie ich schon im Sommer 2011 begründet habe, die Voraussetzung für die Rückstufungsorgie die derzeit Europa heimholt. Damals haben die Europäer noch schadenfroh auf die Meldung des Verlustes der Bestnote Amerikas reagiert, mittlerweile ist unseren Staatenlenkern und auch der Bevölkerung das Lachen vergangen.

Naja, wo sollen sie hin?

Die größte Krise bricht aus, wenn den Finanzinvestoren die Anlagemöglichkeiten ausgehen.

PS

Kann sich noch jemand erinnern, dass nach Lehman Staatsanleihen als DIE sichere Anlage galt? Angesichts mangelnder anderer Möglichkeiten hat sich die Finanzwelt wie gestört auf die Anleihen gestürzt.

http://diepresse.com/home/wirtschaft/economist/384620/Anlage_Anleihen-als-Geldmagneten

Ich find's lustig.

0,266 Prozent

über irgendeinem Index? Pro Monat/Quartal/Jahr?

Gast: africano
17.01.2012 18:14
0

Die Hose ist voll und trotzdem geht es weiter.


Eines steht fest...

...die Ratingagenturen verlieren an Bedeutung. Der Markt ignoriert zunehmend die Abstufungen nach der Rasenmähermethode.

"Der Markt ignoriert zunehmend die Abstufungen nach der Rasenmähermethode. "

Falsch!!!
Der Markt hatte die Downgrades längst eingepreist.
Die Agentur ist (spät aber doch) nachgezogen.
Und weitere Downgrades werden folgen (müssen)

Antworten Antworten Gast: nonplusultra
17.01.2012 19:17
0

Re: "Der Markt ignoriert zunehmend die Abstufungen nach der Rasenmähermethode. "

Richtig, die Ratingagenturen waren sogar etwas zögerlich. Das ganze war schon gegessen vor der Veröffentlichung. Schließlich wollen die großen Anleger die für das Rating zahlen, einen Vorsprung.

Gast: radius
17.01.2012 15:20
0

Die EZB hat ja gerade an die Banken zu 1 % eine Halbe Billion Euro Kredite vergeben.


Gast: xanthippe 009
17.01.2012 15:15
5

Es kommt noch SCHLIMMER

ESM
Bedeutet die völlige Rechtlosigkeit der Mitgliedsländer gegenüber dem Konstrukt des ESM und seiner Organe.

Bedeutet, dass dieses Konstrukt völlig ungehemmt und ungehindert über die Finanzen der Mitgliedländer verfügen kann.

Der ESM Vertrag stellt einen kriminellen Raubzug der Finanzmafia mit der Pikanterie, dass die Täter weder verfolgt noch abgestraft werden können, dar.

Hysterie

Könnte es sein, dass die Realtiät nicht so hysterisch reagiert wie die sensationshungrigen MEdien und die Apokalyptiker unter ihren Lesern?

Gast: Hans im Glück
17.01.2012 13:23
10

EZB

Die EZB hat ein magisches Gerät. Es ist die Gelddruckmaschine bzw. der PC mit den drei Tasten: 1, 0 und Enter.

Ob über Strohmänner oder direkt, kauft die EZB alles was die anderen nicht haben wollen.

Die Überzeichnung einer Auktion ist somit bedeutungslos.

Umfrage

AnmeldenAnmelden