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Euro-Staaten fordern niedrigere Zinsen für Griechen

24.01.2012 | 15:27 |   (DiePresse.com)

Der Druck auf den griechischen Finanzminister Venizelos wird erhöht. Er soll die Banken zu einem minimalen Zins für neue griechische Anleihen zwingen.

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Die Euro-Finanzminister und der IWF sind mit den Verhandlungen zwischen der griechischen Regierung und den Banken über einen Schuldenschnitt nicht zufrieden. Sie fordern ihren griechischen Amtskollegen Evangelos Venizelos auf, die Verhandlungen mit den Banken fortzusetzen. Die Vorgabe: Er muss sie zu einem größeren Verzicht der Banken zwingen. Die zwischen Griechenland und den Banken ausverhandelte Einigung wird damit verworfen.

Der griechische Finanzminister Venizelos steht unter Druck. Er soll den Zinssatz für neu auszugebende Anleihen Griechenlands mit 30 Jahren Laufzeit "klar unter vier Prozent bringen". Das sagte der Vorsitzende der Euro-Finanzminister, Luxemburgs Jean-Claude Juncker, am frühen Dienstagmorgen nach knapp neunstündigen Beratungen in Brüssel. Das Ziel: Für die Zeit bis 2020 soll der Zins unter 3,5 Prozent liegen. Nur so könne die Schuldentragfähigkeit des Landes erreicht werden. Die Banken beharren für das Geld aber auf durchschnittlich vier Prozent Zinsen.

Neue Zinsen nach Schuldenschnitt

Den teilweisen Schuldenerlass für Athen sollen die privaten Gläubiger freiwillig schultern. Ihr Engagement ist ein entscheidender Baustein für das zweite, 130 Milliarden Euro schwere Hilfsprogramm für Griechenland. Die privaten Gläubiger, darunter Banken und Hedge-Fonds, sollen auf 50 Prozent des Nennwerts ausstehender Anleihen (insgesamt zumindest 100 Milliarden Euro) verzichten. Im Gegenzug erhalten sie neue Anleihen mit einer Laufzeit von 30 Jahren. Gekoppelt mit einem Zins von durchschnittlich vier Prozent für die neuen Anleihen würde das einen Forderungsverzicht von 65 bis 70 Prozent bedeuten. Die Euro-Länder wollen aber noch günstigere Konditionen.

"Dass die Banken damit keine große Freude haben, ist uns bekannt, aber eine Pleite wäre wesentlich teurer", sagte die österreichische Finanzministerin Maria Fekter dazu.

"Griechen nicht auf Schiene"

Doch damit nicht genug. Neben dem höheren Forderungsverzicht beharrt EU-Währungskommissar Olli Rehn auch auf eine Verschärfung der Spar- und Reformbemühungen Griechenlands. "Es ist offensichtlich, dass das griechische Programm nicht mehr auf Schiene ist", sagte auch Juncker. Es müsse deshalb Fortschritte geben, ehe ein neue Programm vereinbart werden könne.

Der staatliche griechische Schuldenberg soll bis 2020 auf 120 Prozent der Wirtschaftsleistung sinken. Erlaubt sind in der EU normalerweise nur 60 Prozent.

Einigung auf neuen Krisenfonds ESM

Indes unterstützen die Finanzminister des Eurogebiets und anderer EU-Staaten den neuen Fiskalpakt für mehr Haushaltsdisziplin. "Der Text ist eine gute Basis für die Staats- und Regierungschefs", sagte Juncker. Die Staats- und Regierungschefs sollen den neuen Sparvertrag bei ihrem Sondergipfel in der kommenden Woche am 30. Jänner billigen. Der Text soll dann im März unterschrieben werden.

"Wir sind jetzt auch so weit, dass die Mitgliedsländer den Ratifizierungsprozess einleiten können, damit er im Juli in Kraft treten kann". Juncker sagte, dass das Inkrafttreten dann möglich sei, wenn 90 Prozent der kapitaleinzahlenden Länder ratifiziert haben. Vor allem Berlin pocht auf das Papier, das rechtlich verbindliche Regeln zum Defizitabbau und zur Verankerung von nationalen Schuldenbremsen enthält. Bis zum Gipfel soll noch ein neuer Textentwurf vorgelegt werden.

Diskussion um Ausweitung des ESM

Beim Abstimmungsverfahren im ESM-Vertrag sei eine Lösung gefunden worden, die "operationelle Effizienz und demokratische Legitimität verbindet", hieß es von Juncker. Bei einer "Notfallabstimmung" könnte mit einer verstärkten qualifizierten Mehrheit von 85 Prozent über die Einsetzung des Fonds entschieden werden. Auch Finnland, das noch Bedenken geäußert hatte, wird den ESM-Vertrag rechtzeitig ratifzieren.

Italiens Regierungschef Mario Monti und die Chefin des Internationalen Währungsfonds (IWF), Christine Lagarde, forderten eine deutliche Ausweitung des ESM. "Wir brauchen eine größere Brandmauer", sagte Lagarde in Berlin. Monti regte eine Aufstockung auf 1 Billion Euro an. Auch die österreichische Finanzministerin Fekter kann sich mittlerweile eine Ausweitung vorstellen. Nur die deutsche Bundeskanzlerin Angela Merkel lehnt eine Ausweitung weiter ab.

Der ESM löst den im Sommer auslaufenden Hilfsfonds für klamme Eurostaaten (EFSF) ab. Als wichtige Neuerung wird er über ein Barkapital von 80 Milliarden Euro verfügen und damit unabhängiger von Bewertungen der Ratingagenturen werden.

(APA)

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7 Kommentare
Gast: Eurozone als sinkendes Schiff
24.01.2012 18:17
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Der Club-Med versenkt den Euro und ruiniert EU + Wohlstand


Jedes Kind weiß:

Eine Kette ist nur so stark wie ihr schwächstes Glied.

Doch die EU-Granden wissen nichteinmal diese Binsenweisheit.

Daher mußte das zur Freude der Bankiers notorisch im Finanzchaos versinkende Griechenland unbedingt mit ins Boot geholt werden.

Seit der Antike werden dort die Zahlen geschönt. Das wissen Rothschild & Co. nur zu gut und nützen diesen Umstand schon seit dem frühen 19. Jh. zu ihrer Selbstbereicherung. Einzig die geschichtslosen Gesellen der EU zeigen sich von den gezinkten Budgetzahlen Griechenlands überrascht, was überdies wenig schmeichelhafte Rückschlüsse auf deren Controllingkompetenz zuläßt. Das viel zu lange dauernde und chaotische herumfuhrwerken der EU kommt den europäischen Steuerzahlern sehr teuer zu stehen; falls die EU-Granden noch länger so weitertun, wird der Bankrott Europas und damit die jahrzehntelange Schuldknechtschaft der EU-Bürger zur Realität.

Die USA führt einen Wirtschaftskrieg gegen Europa und die EU-Granden gackern federnplusternd wie aufgescheuchte Hühner herum. Ansonsten sind sie ratlos und entscheidungsunfähig.

Wieder einmal zeigt sich die Maxime unserer Leistungsgesellschaft in zynischer Weise:

Inkompetenz wird mit monströsen Gehältern honoriert,
wer hingegen Kompetenz beweist, bei dem wird empfindlich eingespart und der wird immer frecher in existenzschädigender Weise geschröpft.

Es wird Zeit, den Schuldturm EU zu verlassen.
Wer sein Leben nicht verpfuschen will, sieht sich nach einem EU-fernen Standort um.

Grichenland ist Ausdruck des Versagens des EU-Kaste


Die Krux ist:

Wenn Griechenland pleite geht werden viele CDS fällig.
Diese bedeuten für die CDS-Eigner die keine Griechenlandanleihen halten (das ist möglich) einen klaren Wunsch nach einer Griechenlandpleite (dann machen sie ein Bombengeschäft). Auch Hedgefonds besichern ihre Anleihen mit CDS. Sie haben also keinerlei Anreiz beim Schuldenschnitt mitzumachen.

Wer zahlt für fällige CDS: Soweit ich gelesen habe weiß dies keiner (zumindest die Allgemeinheit) so genau. Vermutlich sind es zu einem hohen %-Satz europäische Banken.

Die Schlußfolgerung:

Wir zahlen so oder so. Entweder kommt unser Geld via Griechenland an die Spekulanten oder via unsere Banken. Werden die CDS fällig müßten unsere Banken enorme Beträge zahlen und gingen pleite. Da systemrelevante Banken vom Staat zu retten sind zahlen wieder wir.

Sollte ich mich irren: Korrigieren sie mich (aber bitte nur mit Argumenten).

Wenn der Zusammenhang stimmt sollte eine Strafanzeige gegen die Architekten der Währungsunion erfolgen, am besten nach dem Mafiaparagraphen.

Antworten Gast: krux
24.01.2012 16:02
0 0

Re: Die Krux ist:

Das Problem ist, dass die CDS Versicherungen nur bei einem Konkurs von Griechenland ausbezahlt werden, nicht aber bei einem haircut.

Das sich da jene Gläubiger benachteiligt fühlen (doppelter Handkuss, CDS Prämie umsonst bezahlt und 50-70% Forderungsverzicht) die sich eigentlich verantwortungsvoll verhalten haben und ihr Risiko abgesichert haben, ist verständlich.

Wer die Gegenpartei dieser CDS sind, wäre wirklich interessant. Man vermutet viele amerik. Banken, Versicherungen. Amerika dürfte ganz schön im Eurosumpf stecken. Deshalb drängen sie auch so auf eine Lösung.
Ein Staat kann nicht Pleite gehen, hat es doch immer geheißen. Fazit: trau keinem Politiker.


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Griechenland weist ein Primär-Defizit aus


Das heißt selbst ohne jeden Zinsen- und Schuldendienst übersteigen die Ausgaben die Einnahmen.
Das heißt aber auch, dass selbst bei 0% Zinsen keine Schulden zurückgezahlt werden können und dass sogar ein 100-prozentiger Forderungsverzicht langfristig nichts bringt.

Wie

lange soll noch Geld in ein ohnehin sinkendes Schiff gepumpt werden?

Gast: freund?
24.01.2012 09:08
4 4

die mehrheit der zahlervölker will das NICHT !



weder den euro, noch seine ''rettung'' bezahlen !

gande denen gott, die hier gegen uns sauereien machen- von uns haben sie KEINE gnade zu erwarten !

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