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Rettungsschirm: Dreimal mehr Geld für Eurorettung?

01.02.2012 | 08:09 |  von unserem Korrespondenten OLIVER GRIMM (Die Presse)

Nach dem Beschluss des Fiskalpaktes verlagert sich die Aufmerksamkeit von Europas Chefs auf den Rettungsschirm. Er dürfte größer werden. Weitere 1000 Milliarden Euro sollen die „Brandschutzmauer“ verstärken.

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Brüssel. 1,5 Billionen Euro: So hoch soll die „Brandschutzmauer“ zur Verhinderung eines möglichen Staatsbankrotts von Spanien oder Italien sein. Der Internationale Währungsfonds (IWF) und die Länder der Eurozone seien sich einig, dem ab Juli operativen Euro-Währungsfonds ESM (Europäischer Stabilitätsmechanismus) zu seinen bereits beschlossenen 500 Milliarden Euro weitere 1000 Milliarden Euro beizustellen, um einem Flächenbrand in der Währungsunion vorzubeugen. Zumindest berichtete das die „Financial Times Deutschland“ am Dienstag, wenngleich sie dafür namentlich keine einzige Quelle anführen konnte. Auf dem Weltwirtschaftsforum in Davos hätten der Zeitung zufolge US-Finanzminister Timothy Geithner, IWF-Chefin Christine Lagarde, der Präsident der Europäischen Zentralbank Mario Draghi sowie die Finanzminister Deutschlands und Frankreichs, Wolfgang Schäuble und François Baroin, dieses Vorgehen besprochen.

 

Rund 750 Mrd. Euro für den ESM

Woher soll diese neue Billion kommen? Erstens gilt es mittlerweile trotz des offiziellen deutschen Dementis in Brüssel als fix, dass jene rund 250 Milliarden Euro, über die das derzeitige, befristete Euro-Rettungsvehikel EFSF (Europäische Finanzstabilitätsfazilität) noch verfügen kann, dem ESM zugeschlagen werden. Der ESM käme damit auf rund 750 Milliarden Euro für Rettungsprogramme.

Bekanntlich kann die EFSF die 250 Milliarden Euro an den Finanzmärkten aufnehmen, weil sie entsprechende Garantien der Euroländer im Rücken hat. Diese Garantien schlagen, wie Karel Lannoo vom Centre for European Policy Studies in Brüssel gegenüber der „Presse“ erklärte, erst in jenem Fall auf die Budgets der Euroländer durch, wenn aus den Rettungsaktionen für Irland und Portugal Verluste entstehen sollten (zur Erinnerung: Die erste griechische Rettungsaktion wird nicht aus der EFSF, sondern aus bilateralen Krediten der Euroländer bestritten).

Zweitens soll der IWF neue Gelder einsammeln – vor allem in reichen Schwellenländern wie China. Schon beim Europäischen Ratstreffen Anfang Dezember hatten die europäischen Staats- und Regierungschefs erklärt, selber 200 Milliarden Dollar für den IWF bereitstellen zu wollen. 150 Milliarden Euro haben die Europäer für diesen Zweck beisammen, weitere 350 Milliarden Euro sollen aus dem Rest der Welt folgen – mit einem Pferdefuß: Vor den Präsidentenwahlen im November wird der zerstrittene US-Kongress mit großer Wahrscheinlichkeit keine neuen US-Mittel für den IWF beschließen. Bleiben schließlich noch bereits erfolgte Finanzierungszusagen an Irland, Portugal und Griechenland von insgesamt rund 200 Milliarden Euro.

 

Juncker warnt Griechenland

Mit dem Beschluss des Fiskalpaktes in der Nacht auf Dienstag hat nun vor allem Deutschlands Kanzlerin Angela Merkel ihrer Partei, ihrem Koalitionspartner und ihren Bürgern gegenüber das Argument in der Hand, dass sich künftig die ganze Eurozone verantwortungsvoller Budgetpolitik verpflichtet fühlt – einschließlich eines Klagerechts vor dem Gerichtshof der EU.

Damit wird eine mögliche Aufstockung des Rettungsschirms für sie ebenso leichter zu argumentieren wie eine Beteiligung der EZB und der Euroländer an der teilweisen Abschreibung der Schulden Griechenlands. Jean-Claude Juncker, Chef der Euro-Gruppe und Ministerpräsident Luxemburgs, schloss diese am Dienstag im „Deutschlandfunk“ erneut nicht aus. Er mahnte aber auch die Griechen, ihre Reformversprechen einzuhalten und rasch zu einer Einigung mit den Banken über den Schuldenschnitt zu kommen: „Unsere griechischen Freunde müssen wissen, dass sie unter erhöhter Beobachtung stehen.“

("Die Presse", Print-Ausgabe, 01.02.2012)

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63 Kommentare
 
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Gast: Pedro
05.02.2012 19:23
0 0

www.error-soho.blogspot.com

Alles Scxhall und Rauch

Gast: Ratingagentur
01.02.2012 13:01
1 0

Erst wenn die Europäer gleich viel von nichts haben, sind wir zufrieden.


Antworten Gast: Wohin fließen all die Gelder?
07.02.2012 00:01
0 0

Re: Erst wenn die Europäer gleich viel von nichts haben, sind wir zufrieden.

Es fragt sich an dieser Stelle wer den "Rest" bekommt ... Nicht etwa die Banken?
Warum nur spricht niemand darüber?

Gast: Gast 500
01.02.2012 11:46
1 0

Schulden mit Schulden tilgen + Schuldenbremse?

Das Ganze hört sich mittlerweile so unsinnig an dass man es nicht glauben würde, wüßte man nicht das diese Handlanger der Banken (sprich Politiker) völlig unsinnig herumagieren.
Wie ist es möglich Schulden abzubauen, indem man noch mehr Schulden kreiert.
Wie ist es möglich eine Schuldenbremse einzuhalten, wenn gleichzeitig noch mehr immense Schulden für andere Staaten und (sicherlich irgendwann fällige) Garantien aufgebaut werden.
Das muß doch Merkel und Schäuble längst klar sein, dass das nicht geht.
Empfehle folgenden Link zu lesen:
http://www.realvalueconcept.de/download/Weltgeldbetrug.pdf

Gast: unbetiligter
01.02.2012 09:49
2 0

Merkrl verkauft die Deutschen scheibchenweise...

an die EU und die sind auch noch so dumm und glauben der "Mutti". Faymann probiert dasselbe wird jedoch ebenso scheitern wie Sarko !

Tod der EU !

Gast: vreden
01.02.2012 07:54
2 0

Dann werden wohl die Immoblienpreise weiter steil steigen

Mit etwas Verspätung auch die Mieten.

In Wien wird alles aufgekauft, was überhaupt noch jemand hergeben will. Aber wer will das schon, wenn er nicht weiß, ob diese Währung in einem Jahr noch existiert und er dann alles verloren hat.

4 0

Endzeit im Pyramidenspiel


und dann wird wieder keiner gewesen sein...

1 0

Re: Endzeit im Pyramidenspiel

So ist es. Wir befinden uns jetzt mitten auf dem Steil ansteigenden Teil der Exponentialkurve. Ab jetzt geht's in immer kürzeren Zeiträumen immer steiler nach oben.

4 0

unverständnis

führt bei mir zu einem vergleich: das ganze kommt mir so vor, als würde man einen bereits im koma liegenden hoffnungslosen fall mit allen erdenklichen mitteln künstlich am leben erhalten. herum stehen die hilflosen angehörigen und keiner wagt zu sagen: lassen wir ihn doch einfach sterben.

Gast: fu hu
01.02.2012 05:46
5 0

die beschließen schuldenbremsen und planen 1 billion euro zusätzliche schulden?


sind die alle miteinander wo dagegengrannt oder einfach nur die skrupellosesten lügner und betrüger dieses planeten?

das ist das eigentliche schlagzeilenthema!

das betrifft uns alle!
wir drohen vom ems entmündigt zu werden, der UNLIMITIERTE nachschusspflichten der beitretenden staaten bei gleichzeitiger unkündbarkeit vorsieht.
soweit ich informiert bin.
beamte des ems sind immun und nicht berichtspflichtig. der ems kann allein über die verwendung der mittel bestimmen.
wenn das alles stimmt blüht dem ehrlichen europäischen steuerzahler eine schleichende enteignung zugunsten fragwürdiger hilfsprojekte.

Re: das ist das eigentliche schlagzeilenthema!

... esm, nicht ems-

Gast: onkel dagobert
01.02.2012 04:22
2 0

Wahnsinn zur Potenz

alles zum Wohle der Banken!
Alles zu Lasten des Volkes und seiner Ersparnisse.
Und UHBP hat dabei nichts anderes zu tun, als Strache einen Orden anzuerkennen.
Ein wahrer Staatsmann, der Bundesheinzi...

Gast: Euro-Chaos
01.02.2012 03:00
2 0

Dieser von den Bussi-Bussi-Politikern verschuldete Irrsinn verzögert nur zu immensen Kosten den Euro-Zusammenbruch

Ich sehe nicht ein, für die Unfähigkeit der Politharlekine zahlen und büßen zu müssen.

Es ist nicht meine Schuld, sondern die von SPÖVP, daß nicht kompetente und verantwortungsorientierte Absolventen der Wirtschaftsunisversität sondern Dilettanten der ärgsten Sorte in Krisenzeiten in die Machtpositionen gehievt wurden. Ihr hirnloses herumfuhrwerken zerstört unser Leben und unsere Zukunft!

Warum werden nicht endlich fähige Leute ans Ruder gelassen?

Warum wird mutwillig von diesen Politikertölpeln unsere Existenz ruiniert?

Diese Maßnahme sichert nur den Reichtum der hassardierenden Milliardäre, die mit ihren Spekulationsgeschäften die gegenwärtige Krise verursachten. Ihre drohenden Verluste werden mit dem Geld der Steuerzahler abgedeckt, sodaß die ordentlich wirtschaftenden, unschuldigen Bürger in den Ruin getrieben werden!

Dies ist nicht mehr länger zuzulassen!

500 mrd euro, 1500 mrd euro

bald im zirkus: 15.000 mrd euro - ich hoer schon die glocken laeuten ...

naja, die bankaktien wirds freuen

Gast: Jemine
01.02.2012 00:32
2 0

Warum nicht Beihilfen für die Bevölkerung

Wo landet das Geld aus dem Rettungsschirm? Wahrscheinlich nicht bei denen, die jetzt von Armut bedroht sind.
Wäre es nicht auf lange Sicht billiger, den Rettungsschirm direkt an die kleinen Leute auszubezahlen statt wieder die Banken, Wirtschaftsriesen und korrupte Systeme zu füttern?

Antworten Gast: EFF EFF
01.02.2012 02:43
0 0

Re: Warum nicht Beihilfen für die Bevölkerung

Das wäre natürlich nicht billiger.

Wenn das Kapital aus Rettungsschirmen an notleidende Bevölkerungsteile ausgezahlt würde, bräuchten Banken, Wirtschaftsriesen, Hochfinanz und korrupte Beamte viel länger das Geld einzusammeln. Das wäre mit einem Riesenaufwand verbunden. Die Wirtschaft müsste angekurbelt werden.

Viel effezienter können die angesprochenen Gruppen das Geld aus Rettungsschirmen im bewährten, gegenwärtigen Verfahren direkt den Notenbanken abnehmen.

2 0

BITTE überlasst Griechenland endlich den Märkten

Sie haben es sich auch "verdient".

Der Markt wird sie "zerlegen". Einige EU- Banken werden wir mit dem Geld, dass wir nicht nach Griechenland schicken, retten müssen.

Oder wir verabschieden ebenfalls gleich einige Banken.

Das wird kurze große Schmerzen hervorrufen, aber danach kann EU ohne all diese unfähigen Politiker und Banker gestärkt wieder hochkommen.

Re: BITTE überlasst Griechenland endlich den Märkten

die Griechen würds freuen, wenn sie ihre Schulden los sind. Das Problem ist nur, dass eine Totalpleite Griechenlands nicht nur einige Banken umhaut, sondern vermutlich auch einige andere Länder, und dann fallen alle um - global.
So oder so, es gibt keine Lösung mit wenig Schmerzen. Entweder Hyper-Inflation oder Hyper-Deflation. Pest oder Cholera - die Wahl wurde bereits getroffen: für Hyperinflation

Gast: Bärenfalle...
31.01.2012 22:06
4 0

Alle wollen dabei sein

bei der europäischen Einheizwährung für mehr Wohlstand und Demokratie.

Nur die bösen, antieuropäischen Polen wagen es die geplante Euroeinführung erstmal auf Eis zu legen.

http://www.derwesten.de/wirtschaft/polen-sagt-einfuehrung-des-euros-im-jahr-2015-ab-id6301330.html

Das schreit nach Sanktionen !

Gast: Gstopfter
31.01.2012 21:09
6 0

Unsere griechischen

Freunde können sich darauf verlassen, dass die korrupten EU Politiker ihren noch korrupteren griechischen Kollegen gerne mit weiteren Milliarden aushelfen werden. Nachdem jetzt die EZB mehr Euros den je druckt, wird das schon klappen.

Und wer rettet am Ende die Retter?

Wann hört dieser Irrsinn endlich auf? Jeder Private der so agieren würde, wäre schon längst entmündigt.

Und wir in Ö diskutieren darüber, ob der HC einen Orden bekommen soll oder nicht.

5 0

Re: Und wer rettet am Ende die Retter?

Das ist ein schmerzvoller Prozess der Erkenntnis, dass das Ende naht.

Je länger dieser Prozess dauert, desto tiefer wird der Fall sein, der dann kommt.

Alle sollten sich warm anziehen - nicht nur weil es draußen gerade sehr frostig ist. Ich schätze, dass einige Unbelehrbare erfrieren könnten.

Wie groß?

Wie groß muss die Zahl werden, bis auch der/die Letzte kapiert hat, dass das alles absurd ist und sich fragt: Was soll das bedeuten? Worum geht es da (wirklich)? Woher soll dieses Geld kommen? Und vor allem: Was ist Geld überhaupt?
http://www.transaction.net/money/#defn
http://www.banken-volksbegehren.at/geld-und-geldsystem/was-ist-geld

Zur Größe der Zahl: in nur wenigen Monaten wird diese Zahl wieder revidiert werden. Wettet jemand dagegen?

Gelddrucken


Warum druckt eigentlich die EZB nicht so viel Geld für Griechenland, dass dieses Land keine Schulden mehr hat? Wenn die EZB Geld druckt dann ist es ja dar_ somirt können doch die Schulden gleich abgezahlt werden. Geht doch so viel schneller.


Re: Gelddrucken

und warum nicht jedem EU Bürger eine Million geben, dann ginge es der Wirtschaft gleich viel besser. Sie belieben zu scherzen hoffe ich....

 
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