24.05.2013 23:11 Merkliste 0

Fed-Chef Bernanke warnt vor "Risiken" aus Europa

02.02.2012 | 18:41 |   (DiePresse.com)

Der Chef der US-Notenbank kündigt Schritte zum Schutz der US-Wirtschaft an. Zugleich ermahnt er die US-Regierung zu mehr Disziplin beim Abbau der Staatsverschuldung.

Artikel drucken Drucken Artikel versenden Senden Merken AAA Textgröße Artikel kommentieren Kommentieren

US-Notenbankchef Ben Bernanke hat eine entschlossene Abwehr möglicher Folgen der Schuldenkrise in der Euro-Zone für die Wirtschaft in den USA angekündigt. Bei einer Kongressanhörung am Donnerstag in Washington erklärte Bernanke, dass fortlaufend "Risiken" einer Belastung der US-Konjunktur durch eine "ungünstige" Entwicklung in Europa bestünden. "Wir werden die Situation weiter genau beobachten und werden alle verfügbaren Schritte unternehmen, um das US-Finanzsystem und die Wirtschaft davor zu schützen", sagte Bernanke laut Redetext.

Die Fed hatte vergangene Woche angekündigt, ihre Politik des günstigen Geldes zu verlängern und den Leitzins bis mindestens Ende 2014 nahe null Prozent zu belassen. Die Notenbank erwägt auch ein neues Programm zum Aufkauf von US-Staatsanleihen. Auf diesem Weg würden die Märkte über den Niedrigzinssatz hinaus mit frischem Geld versorgt.

Nachhaltiger Haushalt "oberste Priorität"

Zugleich rief Bernanke die Regierung in Washington auf, die eigene hohe Staatsverschuldung in den Griff zu bekommen. Ein nachhaltiger und ausgeglichener Haushalt müsse "oberste Priorität" haben. Mit Blick auf überschuldete Staaten in Europa warnte Bernanke, dass die Zinsen für Staatsanleihen schnell nach oben schießen könnten, wenn das Vertrauen der Märkte in die Haushaltspolitik eines Landes schwinde. Ohne "korrigierendes Handeln" werde sich die Staatsverschuldung der USA immer weiter auf diesen Punkt zubewegen. "Diese Dynamik ist eindeutig nicht tragbar", sagte er.

Das US-Defizit wird in diesem Jahr nach Berechnungen von Haushaltsexperten des Kongresses 1,1 Billionen Dollar betragen, rund sieben Prozent des Bruttoinlandsproduktes. Bereits in den vergangenen drei Jahren hatten die USA unter dem Eindruck der Wirtschafts- und Finanzkrise jeweils mehr als eine Billion Dollar Schulden gemacht. Um die Reduzierung der Schuldenlast gibt es in Washington heftigen Streit: Während die Demokraten um Präsident Barack Obama mit höheren Steuern für Reiche auch die Einnahmen ausweiten wollen, lehnen die Republikaner dies strikt ab und fordern drastische Ausgabenkürzungen.

(Ag.)

Testen Sie "Die Presse" 3 Wochen lang gratis: diepresse.com/testabo

Mehr aus dem Web

Mehr auf DiePresse.com

14 Kommentare

Diese Dynamik ist eindeutig nicht tragbar

Also langsam kommen mir die Leute vor wie 4-jährige im Sandkasten. Es kann nicht sein was nicht sein darf. Nein, Nein und nochmals Nein.

Deshalb muss auch kein Exit-Szenario her. Keine Alternative. Es kann nicht passieren, weil´s ja schliesslich nicht "tragbar" wäre.

Dem Rest der Welt sollte sich bewusstmachen: Der US-Notenbankchef ist hilflos.

Antworten Gast: Halbwissen
03.02.2012 18:34
0 0

Re: Diese Dynamik ist eindeutig nicht tragbar

Bernanke ist doch nicht hilflos !

Die können alles aufkaufen oder Geld verteilen. Also hilflos siehr anders aus.

Die EZB ist hilflos, da es unterschiedliche Interessen gibt.

Gast: Halbwissen
03.02.2012 09:09
0 0

Wenn der Rest der Welt nicht alles falsch machen würde,

dann müsste Bernanke nicht die Geldpresse anwerfen.

Alle wollen nur in die USA exportieren und Ketten ihre Währung an den Dollar.

Und irgendwie muss man diese Parasiten zur Räson bringen.

Der letzte Teil der Produktionsauslagerung hätte bei freien Währungen nie stattgefunden.

Wir wollen und werden nicht vergessen...

...wem wir diese Krise zu verdanken haben, liebe USA. Dabei spreche ich nicht nur von der Immobilienblase, sondern auch davon, wer den Griechen massiv und sehenden Auges dabei geholfen hat, den Euro zu destabilisieren.

Europa wurde auf Druck der USA Basel I/II/III aufgebürdet. Die USA hätte gut daran getan, sich selbst auch daran zu halten.

Gast: smilefile
03.02.2012 07:08
1 0

Es ist an der Zeit,...


auch unsere 10,9 Tonnen Goldreserven aus der Federal Reserve Bank in New York zu holen!

Werte Frau Finanzminister!

Antworten Gast: 1. Parteiloser
03.02.2012 08:27
0 0

Re: Es ist an der Zeit,...

Was soll das bringen?

Dieses Gold hat doch nur einen Marktwert von knapp 470 Mio. Euro!

Wenn man nur die offiziellen Staatsschulden betrachtet, dann geht es um 220.000 Mio. Euro.

Das Gold hat also einen Wert von 0,2% der offiziellen Schulden Österreichs.

Mit den 10,9 Tonnen Gold können Sie nicht einmal die Zuschüsse für die Ruhegenüsse für 1 Monat bezahlen.

Die Finanzministerin ist wohl informiert, dass Österreich schon ausgeraubt wurde, also pleite ist!

Gast: schonwiedereingast (dauerzensuriert)
03.02.2012 00:57
1 0

ein Bennie weniger und die Welt wäre eine bessere


Gast: TOM22
02.02.2012 21:43
2 0

Ende der USA

ein amerikanisches Ablenkungsmanöver vor dem US- Zusammenbruch. Die USA heizen die Inflation an und schaffen eine Blase nach der anderen. So machen die Kapitalisten ihre Geschäfte auf dem Rücken der Welt

Antworten Gast: Bärenfalle...
03.02.2012 06:46
0 0

Re: Ende der USA

Wieso sollen die USA zusammenbrechen ?

Im Gegensatz zu den Europäern waren die nicht so deppert ihre eigene Währung aufzugeben um sich in Fremdwährung (Euro) zu verschulden.

In 10 Jahren wird im Armenhaus Europa wieder gegrübelt:
Wie machen das die Amis bloß ?


Re: Re: Ende der USA

Welche Währung "hat" die USA denn Ihrer Meinung nach?
Die FED ist in Privatbesitz.

Sie benutzen eine Währung. Das ist aber etwas anderes, als sie zu besitzen.

Antworten Antworten Antworten Gast: Halbwissen
03.02.2012 09:01
0 0

Re: Re: Re: Ende der USA

Wenn schon, dann musste es lauten:

Die Währung ist im EIGENTUM der FED !

Und im BESITZ der USA !

Aber das ist alles Schmarrn.

Re: Ende der USA

Wie heizt man die Inflation an und schafft Blasen?

Die Notenbank setzt die Zinsen weit unter Marktniveau fest und druckt Geld. Das ist zu tiefst sozialistisch und hat mit Kapitalismus/freiem Markt nichts zu tun.

Thema verfehlt - Nicht genügend!

Gast: TOM22
02.02.2012 21:38
2 0

Wirtschaftskrieg

Das ist ein amerikanischer Wirtschaftskrieg gegen Europa! Wie bei vielen Kriegen wird die Schuldfrage auch hier umgekehrt. Die USA haben mit Ihren Finanzprodukten die Welt vergiftet.

Antworten Gast: Hanibal L.
03.02.2012 08:47
0 0

Re: Wirtschaftskrieg

ihre einschaetzung ist, so denke ich mal eher stereotypisch und eher dadurch motiviert das sie eher ein ami-land-skepiker(hasser) sind. die USA haben kein interesse das europas finanzwirtschaft kollapiert. viel mehr haben wir und die amerikaner selbiges problem; abnehmende wirtschaftliche produktivitaet im eigenen bereich und einen hohen anteil an importen aus fernost. china will den wert seinens Renminbi nicht aufwerten, sprich nicht an die eigene wirtschaftsleistung anpassen um weiter den EU & US markt mit billigproduken zu ueberschwemmen. kommt uns china nicht entgegen, dann tun wir (ich meine jetzt beide EU&US) das. inflation traegt dazu bei die waehrung soweit zu entwerten bis ein gewisser gleichstand erreicht ist. fazit: das ganze ist mehr eine fehde mit china denn ein US - EU wirtschaftskrieg; aber ein gefaehliche strategie.

Eurokrise - Die Begriffe

  • Was ist die Eurokrise? Ein Rückblick auf die Ursachen mehr...

    EFSF Der Rettungsschirm und wie er funktioniert mehr...

    Hebel für EFSF Wie man aus sehr viel Geld noch viel mehr Geld macht. mehr ...

    EFSM Der Mechanismus für Finanzstabilisierung und seine Aufgaben mehr...

    ESM Der Europäische Stabilitätsmechanismus soll 2013 den EFSF-Fonds ablösen. mehr ...

    Eurobonds Was gemeinsame EU-Anleihen bezwecken und wie sie funktionieren sollen. mehr ...

    EZB Die EZB ist Hüterin des Euro und soll eine geringe Inflation garantieren. Zumindest bis jetzt. mehr ...

    Waffen der EZB Was die "Bazooka" ist und welche anderen Waffen die Zentralbank hat. mehr ...

    IWF Der IWF ist die Finanzfeuerwehr der Vereinten Nationen und massiv an den Hilfsaktionen in Europa beteiligt. mehr ...

    Ratingagenturen Die wichtigsten Agenturen und deren Bewertungen. mehr ...

    SPIV Das Special Purpose Investment Vehicle soll die Finanzierung in Euroländern erleichtern. mehr ...

    Troika Die Troika ist eine Gruppe von Experten von EZB, IWF und EU-Kommission. mehr ...

    G20 Die 20 größten Wirtschaftsmächte repräsentieren zwei Drittel der Weltbevölkerung. mehr ...

    PSI Beim Private Sector Involvement geht es um die Beteiligung des Privatsektors an der Krisenlösung. mehr ...

    CDS Kreditausfallsversicherungen werden unter anderem dann fällig, wenn ein Land pleite ist. mehr ...

    Sekundärmarkt Der Sekundärmarkt ist der Markt, auf dem die bereits in Umlauf befindlichen Wertpapiere gehandelt werden. mehr ...

    OMT OMT ist die Abkürzung für Outright Monetary Transactions. Dahinter verbirgt sich das von der EZB am 6.September 2012 beschlossene neue Kaufprogramm von Staatsanleihen der Krisenländer. mehr ...