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Griechenlands Löhne entzweien EU und IWF

03.02.2012 | 18:21 |   (Die Presse)

Der Währungsfonds will die Lohnkosten drastisch senken, doch der EU geht das zu weit. Über das Ausmaß der Lohnkürzungen besteht dem Bericht zufolge aber kein Einvernehmen.

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Wien/Red. Um ihr Land international wettbewerbsfähiger zu machen, müssen sich die Griechen auf schmerzliche Einkommenseinbußen einstellen. Bei den Verhandlungen zum zweiten Hilfspaket liegen laut einem Bericht des „Handelsblatts“ neben Lohnkürzungen im privaten Sektor auch Einschnitte bei den Pensionen auf dem Tisch. So weit ist sich die Troika, bestehend aus Internationalem Währungsfonds (IWF), EU-Kommission und Europäischer Zentralbank (EZB), einig.

Über das Ausmaß der Lohnkürzungen besteht dem Bericht zufolge aber kein Einvernehmen. Der IWF wolle den griechischen Arbeitnehmern deutlich mehr Opfer abverlangen als die EU-Kommission, heißt es unter Berufung auf EU-Diplomaten.

Widerstand zeichnet sich auch in den Reihen der Sozialpartner ab: Der Gewerkschaftsdachverband GSEE ließ verlauten, man habe sich bereits mit drei Arbeitgeberverbänden darauf geeinigt, Widerstand gegen weitere Lohnkürzungen zu leisten. „Die Regierung ist verpflichtet, das zu akzeptieren, und sie muss auch unsere Kreditgeber dazu bringen, das zu akzeptieren“, sagte GSEE-Präsident Yannis Panagopoulos. Ministerpräsident Lukas Papademos hat bereits angekündigt, entsprechende Gesetze noch vor der für dieses Frühjahr angesetzten Wahl durch das Parlament zu bringen.

("Die Presse", Print-Ausgabe, 04.02.2012)

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9 Kommentare
Luzius
04.02.2012 12:38
1 0

Lohnkürzungen im privaten Sektor auch Einschnitte bei den Pensionen auf dem Tisch.

würgen nicht nur die eh schmal vorhandene Wirtschaft ab, sondern schädigt diese zunehmend während der Umstand der dortigen Beamten samt Steurflüchtigen (Reeder, Industrieller), weiterhin unangetastet bleiben wird.-

Diese Troika ist für die Katz, denn wie auch hier, wird die einfache Bevölkerung weiterhin zum Schutz der es sich richten könnenden schwer Reichen, weiterhin extrem belastet statt entlastet !

Dieses Konstrukt einer angeblichen Union ist deshalb abzulehnen solange die Banken über ganze Völker hinweg entscheiden dürfen, um ihren eigenen Gelüsten (private Gewinne, verstaatlichte Verluste) frei nachkommen zu dürfen !!!


Antworten Gaston
04.02.2012 15:47
1 0

Bitte Schluss mit dem Banken-Bashing

Ja, ja, die bösen Banken sind schuld an der Krise. Ohne die bösen Banken wäre heute noch alles super in den EU Ländern. Leider stimmt das nicht. Wenn die Löhne und die Preise steigen, aber die Produktivität gleich bleibt, dann kollabiert jedes System irgendwann. Genau das ist in Griechenland, Portugal und Spanien passiert.

2 0

Was ich mich frage...

ist wer dann den Konsum im Land vorantreibt, wenn man die Löhne kürzt. Wenn also niemand was kauft bzw nur das Notwendigste, wie kann sich dann die Wirtschaft erholen?

Antworten Luzius
04.02.2012 12:47
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Re: Was ich mich frage...

die Hochfinanz samt extrem korrupter Politiker, versucht hier weiterhin leider erfolgreich wie es scheint, eine noch strengere Abhängigkeit als hier schon vorhanden, schaffen zu wollen und nimmt dafür wohl auch bewusst Bürgeraufstände in Kauf.

WIR werden die nächsten sein, denn das geheim verhandelte Sparpaket wird nichts anderes hervorbringen, wenn auch etwas Zeitverzögert; wird die Armut anwachsen bis zur SChwelle der Erträglichkeit.


Steininger
04.02.2012 10:42
1 0

So ruiniert man ein Land!

Streng nach Rezept. Es lohnt sich auf die Situation in Argentinien zurückzublicken. Nachdem Carlos Menem das Staatswesen ruiniert hat, wurde vom IWF ein Austeritätsprogramm installiert das drastische Lohnsenkungen vorsah aber den Wechselkurs dem freien Spiel der Marktkräfte überließ. Die Folge waren verarmte Bürger. Es kam in Buenos Aires zur Plünderungen von Supermärkten. Hungeraufstände kann man sagen.
In Griechenland wird nach demselben mistigen Muster agiert, alsob man in 20 Jahren nichts dazugelernt hätte!

Antworten Gaston
04.02.2012 12:29
0 0

Re: So ruiniert man ein Land!

Griechenland und Argentinien kann man nicht vergleichen, schon allein deshalb, weil Griechenland keine nationale Währung hat. Ziel der Sanierung Griechenlands ist eine Steigerung der Wettbewerbsfähigkeit und das geht kurzfristig nun mal fast ausschliesslich über eine Senkung der Löhne. Halt, es gäbe schon eine Alternative innerhalb der Eurozone: die starken Euroländer könnten auch Löhne und Preise massiv erhöhen. Aber die Befürchtung hier ist, dass sich das negativ auf die Wettbewerbsfähigkeit im weltweiten Export auswirken würde. Deutschland hätte auf dem Weltmarkt, z. B. gegen die Asiaten, wohl keine Chance mehr.

Antworten Antworten Steininger
05.02.2012 11:57
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Re: Re: So ruiniert man ein Land!

Das ist die graue Theorie! Jedenfalls frage ich mich: Was für Wettbewerb? Griechenland stellt nichts für den Export her was durch sinkende Löhne billiger werden könnte.
Das Einzige was sinkende Löhne in Griechenland bewirken, angesichts gleich bleibender Preise ist eine massive Verarmung großer Teile der Bevölkerung. Das wird dazu führen das das Land unregierbar wird. Eine Regierung kann ja nicht sagen: jetzt verelenden wir mal die Leut, und hoffen im Amt zu bleiben!
Die einzige Lösung für das Land ist der Bankrott! Jenes Geschehnis was dafür sorgt daß die Regierung keine neuen Schulden mehr aufnehmen kann. Da müsste der griechische Staat doch plötzlich von seinen Einnahmen leben, denn Schulden kann man dann keine mehr aufnehmen!

Antworten Gast: wassolls
04.02.2012 12:04
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Re: So ruiniert man ein Land!

und jetzt hatt Argentinien ein Wirtschaftswunder wie China, und das seit 10 Jahren mit Wachstumsraten von durchschnittlich 10% überflügelt Argentinien sogar das Vor-Staatsbankrott-Niveau.

schreiben sie das bitte auch zu ihrer Aussage dazu.

Von nichts kommt nichts

Antworten Antworten Steininger
05.02.2012 11:51
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Re: Re: So ruiniert man ein Land!

Aber nur weil Nestor Kirchner in seiner ersten Amtsperiode die IWF-Pläne verworfen hat und auf die Hilfe des Fonds verzichtet hat.
Argentiniens Schulden sind bis heute unbezahlt geblieben und das Land kann am Finanzmarkt auch keine neuen aufnehmen.

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