Wien/Red. Um ihr Land international wettbewerbsfähiger zu machen, müssen sich die Griechen auf schmerzliche Einkommenseinbußen einstellen. Bei den Verhandlungen zum zweiten Hilfspaket liegen laut einem Bericht des „Handelsblatts“ neben Lohnkürzungen im privaten Sektor auch Einschnitte bei den Pensionen auf dem Tisch. So weit ist sich die Troika, bestehend aus Internationalem Währungsfonds (IWF), EU-Kommission und Europäischer Zentralbank (EZB), einig.
Über das Ausmaß der Lohnkürzungen besteht dem Bericht zufolge aber kein Einvernehmen. Der IWF wolle den griechischen Arbeitnehmern deutlich mehr Opfer abverlangen als die EU-Kommission, heißt es unter Berufung auf EU-Diplomaten.
Widerstand zeichnet sich auch in den Reihen der Sozialpartner ab: Der Gewerkschaftsdachverband GSEE ließ verlauten, man habe sich bereits mit drei Arbeitgeberverbänden darauf geeinigt, Widerstand gegen weitere Lohnkürzungen zu leisten. „Die Regierung ist verpflichtet, das zu akzeptieren, und sie muss auch unsere Kreditgeber dazu bringen, das zu akzeptieren“, sagte GSEE-Präsident Yannis Panagopoulos. Ministerpräsident Lukas Papademos hat bereits angekündigt, entsprechende Gesetze noch vor der für dieses Frühjahr angesetzten Wahl durch das Parlament zu bringen.
("Die Presse", Print-Ausgabe, 04.02.2012)
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