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Rettungspaket: Juncker droht Griechen mit Pleite

06.02.2012 | 06:22 |   (Die Presse)

Die Verhandlungen rund um das zweite Hilfspaket für Griechenland kommen nur schleppend voran, da sich die Politiker im Vorfeld der Parlamentswahlen nicht unbeliebt machen wollen.

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Athen/Hamburg/Reuters/Red. Der Chef der Eurogruppe, Luxemburgs Premierminister Jean-Claude Juncker, stellt Griechenland die Rute ins Fenster: Sollte das Land die notwendigen Reformen nicht umsetzen, könne es nicht erwarten, „dass Solidaritätsleistungen von den anderen erbracht werden“, sagte er zum Nachrichtenmagazin „Der Spiegel“. Dann müsse Athen schon in zwei Monaten Insolvenz anmelden. „Wenn wir feststellen sollten, dass alles schiefgeht in Griechenland, dann würde es kein neues Programm geben, dann hieße es, dass im März die Pleiteerklärung erfolgt“, sagte Juncker.

Vor allem die geplante Privatisierung von Staatsunternehmen sei hinter dem zurückgeblieben, was man vereinbart habe, kritisierte der Eurogruppenchef. Auch die Tatsache, dass es „Korruptionselemente auf allen Elementen der Verwaltung“ gebe, sei dem Image des Landes nicht zuträglich. Bevor man über ein neues Hilfsprogramm entscheide, müssten erst einmal die privaten Gläubiger ihren Beitrag leisten.

 

Griechische Politik vor Wahlkampf

Die Verhandlungen rund um das zweite Hilfspaket für Griechenland kommen nur schleppend voran. Die Athener Regierung verhandelt derzeit mit ihren öffentlichen Geldgebern (der „Troika“ aus EU, EZB und IWF) über die Bedingungen für das 130 Mrd. Euro schwere Hilfspaket. Zugleich verhandelt sie mit privaten Gläubigern (etwa Banken) über die Details eines bereits vereinbarten Anleihentausches, mit dem die griechische Schuldenlast um 100Mrd. Euro reduziert werden soll.

Doch auch die Verhandlungen innerhalb der griechischen Regierung über das geplante Sparpaket ziehen sich hin. Die Troika fordert Geschlossenheit und eine Unterstützung der Sparmaßnahmen durch alle großen Parteien. Doch stehen im April Parlamentswahlen an. Viele Politiker scheuen daher vor der Zustimmung zu niedrigeren Beamtenlöhnen und Pensionen zurück. Starken Widerstand gibt es gegen die Absenkung des Mindestlohns und die Streichung des Urlaubsgeldes.

Eine Garantie, dass die Reformen nach der Parlamentswahl umgesetzt werden, gilt als Bedingung der Troika für ein Rettungspaket. Ein ursprünglich für heute, Montag, geplantes Sondertreffen der Euro-Finanzminister zur Rettung Griechenlands wurde auf Mittwoch verschoben.

Eine Pleite Griechenlands würde zahlreiche ausländische Banken hart treffen, weil sie griechische Anleihen oder Anleihen anderer Banken halten, die ihrerseits stark in Griechenland engagiert sind. So warnt der scheidende Deutsche-Bank-Chef Josef Ackermann vor einer Pleite Griechenlands und einem Auseinanderbrechen der Eurozone: In einem solchen Fall würde es zu kaum vorstellbaren Kollateralschäden kommen, sagte er am vergangenen Samstag. „Es geht nicht um Griechenland, es geht um Europa.“ Ackermann meinte auch, dass Sparprogramme allein nicht ausreichen würden, um die Schuldenkrise zu überwinden. „Das ist eine Frage von Sparprogrammen und Wachstum“, meinte er.

 

Deutsche gegen weitere Hilfen

Die Deutschen sind mehrheitlich anderer Meinung als der Banker: 53 Prozent der in einer Emnid-Umfrage für die „Bild am Sonntag“ Befragten meinten, es sei besser für den Euro, wenn Griechenland zur Drachme zurückkehre. 80Prozent sprachen sich überdies dafür aus, dass Griechenland keine weiteren Finanzhilfen mehr erhält, bevor es die Sparvorgaben erfüllt.

("Die Presse", Print-Ausgabe, 06.02.2012)

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28 Kommentare
 
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Gast: eu-retter
06.02.2012 15:51
0 0

Griechen-Pleite und Hr. MP Juncker

Hr. MP. Juncker denkt bereits an GRE - Pleite ! ?
bitte bedenken Sie welche Folgen das für EU + Euro hätte !
alle Banken und zahlenden Länder der EU haben bereits ein Maß an Schulden erreicht welches ohne EURO nicht mehr finanzierbar ist !
wenn jetzt noch GRE dazukommt dann sind die bevorstehenden Pleitestaaten+Banken vom Rest nicht mehr zu retten !
das heißt GRE muss sofort auf eigene Kosten über EZB langfristig mit zahlbaren Zinsen ca. 2-2,5% Umgeschuldet werden und bekommt einen kleinen Marshallplan für Wiederaufbau und Wirtschaftsaufschwung !

Re: Griechen-Pleite und Hr. MP Juncker

Das ist der egoistische Standpunkt der Banken, die nur an ihre Bilanz denken und denen die Griechen völlig egal sind!

Die Griechen sind ja längst zahlungsunfähig und müssen es bei dieser EU-Politik ewig bleiben. Langfristige Kredite mit 2-2.5 % würden die Banken davor bewahren, die griechischen Staatspapiere sofort auf Null abzuwerten, den Griechen hilft das jedoch nicht. Ein Marshallplan für Griechenland kann nie funktioniern, denn damals fehlte es in Europa nur an Kapital, alles andere war ja da, deshalb konnte diese Hilfe wirken. In Griechenland fehlt es nicht an Kapital, sondern an Produktivität, deshalb ist es sinnlos, einfach nur Geld hineinzupumpen.
Der einzige zielführende Ausweg für Griechenland ist die Pleite, die zugibt, dass die Griechen ihre Schulden niemals bedienen werden können. Wenn sie dann ihre Schulden los sind, müssen sie eine Währung haben, die man kräftig abwerten kann und nicht mehr den Euro. Nur das macht sie wieder konkurrenzfähig und ist auch sozial verträglich, weil nur Importgüter teurer werden, die Griechen sich aber Dinge des täglichen Bedarfes immer noch leisten könnten.
Alles andere ist Unsinn und muss in Griechenland zu einem Aufruhr der verelendenden Bevölkerung und letztlich doch zum Abwerten der griechischen Staatspapiere in den Bilanzen führen. Eine Hilfe für Griechenland ist diese Konkursverschleppung aber nie und niemals!
Pleite ist keine Drohung sondern der einzige Ausweg!


Eine perfekte Idee ! Die Türkei ist eines der wirtschaftlich stärksten Länder !

Warum verkaufen die Griechen denn nicht einige ihrer Inseln an die Türken ? Die wollen die Inseln schon lange und die Griechen brauchen Geld um die Schulden bei uns zu zahlen.
Dazu wäre die Türkei bestimmt bereit die neuesten Waffen aus griechischem Besitz zu einem niedrigen Preis zu übernehmen.
Dazu streicht Griechenland seine Unterstützung für die griech. Zyprioten und beendet seine Blockadehaltung gegen die Türkei.
Und schon wäre das Problem gelöst.

Und schon wäre das Problem gelöst

Wäre es nicht. Ganz einfach weil strukturelle Probleme nicht mit Einmalbehandlung lösbar sind.

Die Schulden wären weg und die Griechen hätten wieder 50 Jahre Zeit neue anzuhäufen. Nicht wahr ?


Griechenland IST Pleite.

Brüsseler Bürokraten wollen´s halt nicht wahrnehmen und das ist wirklich teuer.

7 0

Interessant

Griechenland ist also pleite, meint Juncker. DAS wussten klügere Köpfe schon vor 2 Jahren, nur mit dem Unterschied, dass wir uns damals viel Geld erspart hätten, das nun völlig nutzlos auf EU-Altar geopfert wurde. Verlorenes Geld, deswegen wir jetzt ein brutales Sparpaket im eigenen Land schnüren müssen.

Auch wenn man Griechenland alle Schulden erlassen würde, wären sie in einem Jahr wieder genauso verschuldet. Griechenland ist nämlich viel zu teuer; seit 1995 sind die Preise und Löhne im Vergleich zu Deutschland um 50% (!) gestiegen. Es gibt nur zwei Möglichkeiten, wieder konkurrenzfähig zu werden: 1.) eine reale Abwertung im Euro, was aber mindestens 10 Jahre dauert oder 2.) eine rasche Abwertung in einer eigenen Währung.

De facto gibt es also nur eine Möglichkeit: Rückkehr zur Drachme.

deswegen wir jetzt ein brutales Sparpaket im eigenen Land schnüren müssen

Wir geben seit 40 Jahren täglich mehr aus als wir einnehmen. Der Investitionsanteil hierbei ist praktisch zu vernachlässigen.
Für mittelfristige Schulden zahlen wir ca. 3,3% p.a.
Dem steht kein anhaltendes Wirtschaftswachstum dieser Grössenordnung gegenüber.

Das alles hat mit GR bestenfalls am Rande zu tun. AT ist selbst und aus eigenem Antrieb (und Willen, wie zu befürchten ist) am Weg in die Pleite.

5 1

Juncker droht Griechen mit Pleite

wie soll das gehen?
Wie kann ich mit etwas drohen was offensichtlich für jedermann bereits lange eingetreten ist?
Das ist so was wie wenn man einem verheirateten Ehepaar mit der Hochzeit oder Rudas & Faymann mit mangelnder Intelligenz droht.

Antworten Gast: Bärenfalle...
06.02.2012 06:46
2 0

Re: Juncker droht Griechen mit Pleite

Junker meint wohl die Pleite des Briefkastenparadieses Luxemburg wenn Griechenland nicht zahlt ;)

Die Maus die brüllte,

kann man da nur sagen. Oder will der Luxemburger den Primat der Politik jetzt plötzlich einführen. Da haben wohl Mächtigere noch ein Wort mitzureden. Wahrscheinlicher ist, daß die EZB - Statuten hin, Statuten her - den Gelddruck beschleunigt (ohne jeden politischen Auftrag natürlich, nur dem eigenen Triebe folgend) und die Banken damit Ouzo-Bonds kaufen. Und die EZB gehört den europäischen Steuerzahlern, die für alles gerade stehen. Aber, so wird man uns sagen "es ist alternativlos" und natürlich arbeitsplatzsichernd - für unsere Eliten! W.

Das ist die lächerlichste Schlagzeile / Drohung die ich seit langem lesen durfte !

Drohen mit Pleite , also mit Zahlungsunfähigkeit ?
Besser geht´s nicht ! Die Griechen werden nicht zahlen und der Westen wiedermal bei den Griechen zur Proskynese antreten um sie zu wenigstens kleinen Zahlungen zu bewegen.
Nicht vergessen : die Abzahklung von Schulden aus einer griechischen Staatspleite wurde nur durch die deutsche Invasion beendet.
Und jetzt kommt´s ! Der Konkurs erfolgte 1893 !
Erst vier Jahre später liess sich Griechenland zu Verhandlungen herab und der dt. Einmarsch 1941 erlöste die Griechen von der lästigen Pflicht.

Juncker "droht" - aber Ackermann "warnt"! Also was jetzt?

Seit wann kann man jemanden mit etwas "drohen", wenn der Betreffende eh schon kaputt auf dem Boden liegt? Die Griechen SIND ja bereits pleite; egal mit welchen anderen Begriffen diesen Ist-Zustand noch verschleiern möchte! Seit die Menschen in Europa immer deutlicher erkennen, daß all die dreistelligen Euro-Milliardenbeträge, die seit mehr als einem Jahr nach Athen geschickt werden, eben NICHT zu einer Wiederbelebung der Realwirtschaft verwendet werden, sondern fast ausschließlich der Bedienung bestehender, bzw. wachsender Schulden, wissen sie auch, daß auf DIESE Weise immer nur gutes neues Geld dem bereits verschwendeten alten hinterher geworfen wird!

Also wozu dann das Ganze? Ackermanns Analyse, daß die Eurozone im Fall des Zusammenbruchs Griechenlands auseinander brechen wird, vermag ich einiges abzugewinnen. Aber diese "Sollrißstelle" wurde ja spätestens bereits zum Zeitpunkt "eingebaut", als Brüssel darauf verzichtete, die europäische Finanzpolitik auf einen gemeinsamen Nenner zu bringen! Vermutlich wären ja die heutigen Totalpleitestaaten dadurch "beleidigt" worden, weil man dann "zuwenig Rücksicht auf die jeweiligen kulturellen Traditionen" genommen hätte! Und von den "bösen Nazis" in Berlin lassen sich natürlich die "stolzen Hellenen" schon gar nix sagen. Besonders nicht nach alledem, wie sie während ihrer Besetzung im 2. Weltkrieg unter ihnen leiden mußten! Und dennoch sind sie einer Gemeinschaft beigetreten, in der die BRD die führende Nation ist! Einfach paradox!

Gast: Carlo b
05.02.2012 21:45
1 0

Junker droht

Bei der Verschleppung der Insolvenz von GR haben möglicherweise viele sehr sehr gut bezahlte Männer mitgeholfen.
Die angebl.so gescheiten und mächtigen Politiker sollten ihre Arbeitskraft doch dazu einsetzen das aus GR ausgeschaffte/hinterzogene Steuergeld von den ausl.Banken nach GR wieder zurück zu holen,damit wäre schon ein großer Erfolg zur Abwendung der Insolven getan!
Man breuchte da schnellstens einen Weltwirschaftsgerichtshof zwecks Anklage der Schulhaften.

Insolvenzverschleppung, ist das nicht eine Straftat ?


Gast: fgd
05.02.2012 21:26
2 0

der eu juncker droht, die finanzmärkte u.banken drohen und kassieren, die brüsseler bürokraten drohen usw. was ist das für eine EU?- was haben die aus europas länder nur vor?

und ganz nebenbei verarmen die europäischen völker, arbeitnehmer und pensionisten!
so eine eu braucht niemand - da werden billionen in die banken und wallstreetzocker gesteckt- und europas familien und bürger werden gleichzeitig immer ärmer. nein,danke so eine eu schadet den europäern nur mehr.

Gast: no Name
05.02.2012 21:07
1 0

Rettungspaket

Nochmals das Geld davon sieht Griechenland nur sehr sehr wenig, der Hauptteil geht an die Gläubiger Banken, Versicherungen ausserhalb Griechenlands!!!
Und als Dank muss Griechenlands Bevölkerung mit noch strengeren Sparmaßnahmen und Lohnkürzungen auskommen.
Die Firmen privatisieren zu einem Preis unter aller würde.

Gast: no Name
05.02.2012 21:06
0 0

Rettungspaket

Nochmals das Geld davon sieht Griechenland nur sehr sehr wenig, der Hauptteil geht an die Gläubiger Banken, Versicherungen ausserhalb Griechenlands!!!
Und als Dank muss Griechenlands Bevölkerung mit noch strengeren Sparmaßnahmen und Lohnkürzungen auskommen.
Die Firmen privatisieren zu einem Preis unter aller würde.


Die habens auch verzockt !


Gast: Occupy
05.02.2012 21:04
4 10

Keine Angst - Griechenland geht nicht pleite !!!

...denn dann würden auch 5 systemrelevante US-Banken pleite gehen, da diese über 97% aller CDS kontrollieren.

http://www.rottmeyer.de/jim-sinclair-die-drohende-nicht-erklarte-insolvenz-von-funf-systemrelevanten-us-banken/

Also keine Angst - Griechenland geht nicht pleite !!

Die europäischen Steuerzahler werden das alles bezahlen, im Interesse der Banker

0 0

sehr informativer link

Danke

Re: Keine Angst - Griechenland geht nicht pleite !!!

Interessantes Interview und überhaupt danke für den Hinweis auf rottmeyer.de - diese durchaus interessante Seite kannte ich noch gar nicht.

Was mir fehlt sind die Namensnennungen zu den fünf systemrelevanten US-Banken, die angeblich über 97% aller CDS kontrollieren. Da jagt eine Behauptung die andere, aber wie will Sinclair das alles wissen, wo die CDS doch nicht über Börsen gehandelt werden und deswegen eigentlich niemand so recht weiß, wer wo wie diese Titel hält. Und die These von der Mediensperre überzeugt mich auch nicht so ganz. So etwas hätte noch nie lückenlos funktioniert. Wieso auf einmal jetzt?

Wer versichert mir, dass Sinclair nicht selbst günstig erworbene und gut versicherte griechische Staatsanleihen hortet und deswegen nützliche Gerüchte streut?

Antworten Antworten Gast: Bärenfalle....
06.02.2012 06:23
1 0

Re: Re: Keine Angst - Griechenland geht nicht pleite !!!

Auf der Liste der 29 systemrelevanten Banken des FSB sind folgende US Banken gelistet:

Bank of America BAC
Bank of New York Mellon
Citigroup C
Goldman Sachs GS
J.P. Morgan (JPM)
Morgan Stanley
State Street STT
Wells Fargo

3 1

das ölange Warten auf die sichere Pleite u die Rückkehr Odysseus, pardon der Drachme, dient nur den Banken sich abzusetzen

der Euro war ein böser Bastard, er wird das Ja´hr 12 wie er heute gebaut ist nicht überleben.

Gast: HB4242
05.02.2012 19:19
11 1

Juncker droht Griechen mit Pleite ...

Ausgerechnet der Juncker !!!

Also die Welt steht nicht mehr lange.

Und da meine ich nicht den 21.12.2012 !!!

Ausgerechnet der Juncker !!!

Juncker droht!
Damit weiß man was diese Drohung wert ist. Die Hilfsgelder werden weiter fließen.

 
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