20.05.2013 06:08 Merkliste 0

Staatsschuld steigt weiter an

06.02.2012 | 18:28 |   (Die Presse)

Eurostat. Griechenland verzeichnete ein Plus von 4,4Prozent.

Artikel drucken Drucken Artikel versenden Senden Merken AAA Textgröße Artikel kommentieren Kommentieren

Brüssel/Ag. Die Aussichten für das hoch verschuldete Griechenland bleiben düster. Laut jüngsten Zahlen der Statistikbehörde Eurostat sind die Staatsschulden in der Eurozone im dritten Quartal des Vorjahres zwar insgesamt leicht von 87,7Prozent des Bruttoinlandsprodukts (BIP) im zweiten Quartal auf 87,4Prozent zurückgegangen. In der EU-27 gab es einen Anstieg von 81,7 auf 82,2Prozent.

Griechenland weist aber weiter die mit Abstand höchste Verschuldung auf. Im untersuchten Zeitraum verzeichnete das Land eine Erhöhung von 154,7 auf 159,1Prozent. Bis zum Jahr 2020 soll sich dieser Schuldenberg auf 120Prozent des BIPs verringern. Ein Haircut mit den privaten Gläubigern wie Banken und Hedgefonds soll dazu beitragen, die immense Schuldenlast des Landes zu senken. Insgesamt halten sie 205Milliarden der insgesamt 375Milliarden Euro Schulden des Landes, doch noch ist unsicher, ob dem Schuldenschnitt in einer kolportierten Höhe von 70Prozent überhaupt alle privaten Gläubiger zustimmen – auch wenn es nach den wochenlangen Verhandlungen des Internationalen Bankenverbands mit der griechischen Regierung zu einer grundsätzlichen Einigung kommen sollte. Weiters ist unklar, ob sich die Europäische Zentralbank (EZB) an dem Schuldenschnitt beteiligt. Sie hält griechische Staatsanleihen im Wert von etwa 55Milliarden Euro.

Unter der Maastricht-Grenze von maximal 60Prozent Staatsverschuldung lagen im dritten Quartal 2011 im Übrigen nur 13 der 27EU-Staaten. Von den Euroländern erfüllen dieses Kriterium lediglich fünf von 17.

("Die Presse", Print-Ausgabe, 07.02.2012)

Testen Sie "Die Presse" 3 Wochen lang gratis: diepresse.com/testabo

Mehr aus dem Web

Mehr auf DiePresse.com

Eurokrise - Die Begriffe

  • Was ist die Eurokrise? Ein Rückblick auf die Ursachen mehr...

    EFSF Der Rettungsschirm und wie er funktioniert mehr...

    Hebel für EFSF Wie man aus sehr viel Geld noch viel mehr Geld macht. mehr ...

    EFSM Der Mechanismus für Finanzstabilisierung und seine Aufgaben mehr...

    ESM Der Europäische Stabilitätsmechanismus soll 2013 den EFSF-Fonds ablösen. mehr ...

    Eurobonds Was gemeinsame EU-Anleihen bezwecken und wie sie funktionieren sollen. mehr ...

    EZB Die EZB ist Hüterin des Euro und soll eine geringe Inflation garantieren. Zumindest bis jetzt. mehr ...

    Waffen der EZB Was die "Bazooka" ist und welche anderen Waffen die Zentralbank hat. mehr ...

    IWF Der IWF ist die Finanzfeuerwehr der Vereinten Nationen und massiv an den Hilfsaktionen in Europa beteiligt. mehr ...

    Ratingagenturen Die wichtigsten Agenturen und deren Bewertungen. mehr ...

    SPIV Das Special Purpose Investment Vehicle soll die Finanzierung in Euroländern erleichtern. mehr ...

    Troika Die Troika ist eine Gruppe von Experten von EZB, IWF und EU-Kommission. mehr ...

    G20 Die 20 größten Wirtschaftsmächte repräsentieren zwei Drittel der Weltbevölkerung. mehr ...

    PSI Beim Private Sector Involvement geht es um die Beteiligung des Privatsektors an der Krisenlösung. mehr ...

    CDS Kreditausfallsversicherungen werden unter anderem dann fällig, wenn ein Land pleite ist. mehr ...

    Sekundärmarkt Der Sekundärmarkt ist der Markt, auf dem die bereits in Umlauf befindlichen Wertpapiere gehandelt werden. mehr ...

    OMT OMT ist die Abkürzung für Outright Monetary Transactions. Dahinter verbirgt sich das von der EZB am 6.September 2012 beschlossene neue Kaufprogramm von Staatsanleihen der Krisenländer. mehr ...