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EZB könnte sich doch an Haircut für Athen beteiligen

08.02.2012 | 14:41 |   (DiePresse.com)

Laut einem Medienbericht will sich die Europäische Zentralbank am Schuldenschnitt für Griechenland beteiligen, indem sie auf Zinsen verzichtet.

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Die Europäische Zentralbank (EZB) will sich einem Medienbericht zufolge doch an dem geplanten Schuldenschnitt für Griechenland beteiligen. Wie die US-Tageszeitung "Wall Street Journal" (WSJ) am Mittwoch berichtete, plant die Notenbank, einer der größten öffentlichen Gläubiger Griechenlands, auf Zinszahlungen für einen Teil der von ihr gehaltenen Staatsanleihen des Landes zu verzichten. Voraussetzung sei jedoch, dass sich Athen mit den privaten Gläubigern auf einen Schuldenschnitt einige. Die Zeitung beruft sich auf Personen, die über die laufenden Umstrukturierungsverhandlungen unterrichtet seien.

Den Angaben zufolge geht es um Schuldpapiere, welche die EZB im vergangenen Mai aufgekauft habe, um die Kosten für Anleihen des hoch verschuldeten Landes an den Finanzmärkten zu drücken. Der Plan schlug jedoch fehl: Athen ist von den Finanzmärkten seither faktisch ausgeschlossen. Vehemente Kritik musste die EZB seinerzeit vor allem von der Bundesbank einstecken, die sich strikt gegen ein Einschreiten der Notenbank aussprach.

EZB könnte auf elf Milliarden Euro verzichten

Analysten werteten den "WSJ"-Bericht, wonach sich die EZB mit elf Milliarden Euro an einem Schuldenschnitt Griechenlands beteiligen wolle, als ermutigend. "Damit würde der Kreis der Beteiligten an der Umschuldung Griechenlands über den privaten Sektor hinaus ausgeweitet. Der Schritt hin zum EFSF ist dann nicht mehr weit", schrieb die HSH Nordbank. "Möglicherweise haben einige Marktteilnehmer dies zum Anlass genommen, einer Einigung in Griechenland wesentlich optimistischer entgegenzusehen." Ein Sprecher der EZB lehnte einen Kommentar zu dem Zeitungsbericht ab.

Athen verhandelt derzeit mit seinen privaten Gläubigern über einen Schuldenschnitt, der das Land um rund 100 Milliarden Euro entlasten soll. Ein erfolgreicher Abschluss der Gespräche ist eine von mehreren Bedingungen in Verhandlungen der griechischen Regierung mit Vertretern der sogenannten Troika aus Europäischer Union, EZB und Internationalem Währungsfonds über ein zweites Hilfspaket im Umfang von mindestens 130 Milliarden Euro.

Die Gemeinschaftswährung Euro stieg am Mittwoch, auch beflügelt durch den "WSJ"-Bericht, in der Spitze bis auf 1,3290 (EZB-Referenzkurs vom Dienstag: 1,3113) Dollar, zu Mittag notierte sie um 1,3270 Dollar.

 

(APA)

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21 Kommentare

Enrico II
08.02.2012 19:24
1 0

Jeder Depp weiß...


....daß Griechenland pleite ist.

Aber bevor die EU ihren politischen Konkurs erklärt, werden wir immer tiefer in den Verderb geführt.

Wollen die Bürgerkrieg????


Walter2
08.02.2012 19:19
1 0

Die "vorbildhafte Beispielwirkung"

im Zusammenhang mi den anderen PIIGS wird man in absehbarer Zeit sehen. Wie die Presse schreibt, und man auch bei der EZB im Internet jederzeit nachsehen kann, der EUR freut sich bereits wieder über immense Nachfrage.

In dieser kurzen Zeitspanne solche Sprünge (nach oben) zu sehen ist aber wohl kaum der plötzlich gestiegenen Erwartungshaltung normaler Investoren in die Entwicklung der Realwirtschaft zuzuschreiben.

D.h. nämlich nur, jetzt gehts dann etwas weiter westlich weiter. Zumindest so lange, bis die EZB wieder in Massen am "Sekundärmarkt" einkaufen und muss, um sich danach "solidarisch" an den hair cut's zu beteiligen.

Spielt aber offensichtlich keine Rolle, so lange sich die Bürokraten selbst als "Retter des Abendlandes", der EU, danach des EUR und was sonst noch, feiern dürfen.

2 0

das schafft einen incentive, unernuenftig zu handeln

bailout durch die zentralbank (anstatt fuer das land den bankrott zu erklaeren, wie es ein freier markt laengst getan haette) - in wievielen laendern wird sich die politische fuehrung denken - na dann, jetzt erst recht, weil wir werden sowieso gerettet und muessen nicht fuer unsere schulden gerade stehen

das ist die letzte endstufe vor der planwitschaft, wenn die verantwortung der lokal handelnden mal auf staatsebene delegiert wurde und danach von staatsebene auf eu/ezb ebene

und nein, es sind nicht die boesen spekulanten, die boesen kapitalisten, die das land in den abgrund treiben
all diese probleme enstuenden nicht, wenn nicht ueber den eigenen verhaeltnissen gelebt werden wuerde und die gesamtsumme der ausgaben die gesamtsumme der einnahmen nicht ueberschreiten wuerden

3 0

auf Zinsen verzichten?

die Griechen können nicht einmal Kapitalraten bedienen.

Hier wird ein totes Pferd gesattelt.

Die EZB will Griechenland unbedingt noch bis Ende April mitschleppen. Dann sind die französischen Wahlen vorbei.


Antworten Gast: Tsazikis
08.02.2012 19:25
0 0

Re: auf Zinsen verzichten?

Uns unterscheidet gar nicht so viel von den "faulen" Griechen.

Der österr. Durchschnittsbürger leistet ungefähr so viel wie der griechische Durchschnittsbürger.

Was unterscheidet uns dann?

Lassen Sie mich das so unverschämt unakademisch sagen:

Wir sind Gläubiger und die Griechen sind Schuldner. DAS ist der Unterschied!

Was passiert aber mit einem nackten Gläubiger wenn der Schuldner pleite ist? Richtig: der Gläubiger ist dann auch nackt!

Wir sind, ohne es zu ahnen, den Griechen viel näher als den Bonzen in Brüssel.

Gast: Essen
08.02.2012 18:36
5 0

Vergleich zum übrigen ...

Europa notwendig. Den Griechen muß erklärt werden, dass in übrigen Europa auch sehr arme Menschen die Schulden Griechenlands bezahlen. Griechenland ist unverschämt.

Gast: HB4242
08.02.2012 18:11
4 0

EZB könnte sich doch an Haircut für Athen beteiligen....

Hair cut doch, hair cut nicht ....

Was soll das ganze Theater ???

Am Ende zahlt sowieso alles der Bürger (=Steurzahler !!)

Gast: Sklaverei ist super
08.02.2012 18:09
2 0

EZB könnte sich doch an Haircut für Athen beteiligen

Absolute Abzocke des Volkes..

Was macht Ihr mit dem "frischen Kapital" welches Ihr von dem Steuerzahler erhalten habt?


Antworten Gast: Sklaverei ist super
08.02.2012 18:23
1 0

Re: EZB könnte sich doch an Haircut für Athen beteiligen

Zusatzfrage..? Welchen Job gibt Ihr unseren Pensionierten Anwärter?
Aktivierung 60-70 +..
Welches UNternehmen soll SIe aufnehmen?

Gast: africano
08.02.2012 17:54
1 0

Am Ende werden sie (DIE OBEREN) SAGEN ,dumm gelaufen

die Unteren dürfen es bezahlen.

Enrico II
08.02.2012 17:07
6 0

Nachdem der Schuldenschnitt...


....den Deutschen 25 Mrd kostet, wird Ö ungefähr
2,5 Mrd abschreiben.

http://www.welt.de/wirtschaft/article13855765/Griechen-Umschuldung-kostet-Deutsche-25-Milliarden.html

Was unterscheidet eigentlich die EU von der Umverteilungspolitik des ehem. Ostblocks?

Ein paar Bonzen werden immer reicher und der Rest muß um die Existenz kämpfen.

Antworten Atenza
08.02.2012 19:36
0 0

Re: Nachdem der Schuldenschnitt...

Aber unsere Finanzministerin hat doch gesagt, dass das ein Bombengeschäft ist. Sie wird doch bei ihrem Wort bleiben, odrrr? ^^

Antworten Walter2
08.02.2012 19:08
0 0

Re: Was unterscheidet eigentlich die EU von der Umverteilungspolitik des ehem. Ostblocks?

Spätestens mit der nunmehrigen Installation des "dauerhaften Rettungsschirms" (ohne Limit nach oben, Beitragszahler haben keine Einspruchsmöglichkeit gegen Geldforderungen der dortigen Bürokraten an sie) nicht mehr sehr viel.

derfreund
08.02.2012 17:03
0 8

Ich halte es gerecht!

Sich in die Sonne legen und bedienen lassen sollte nicht billig sein! Österreich und Deutschland sind zwei von reichsten Laendern der Erde. Es ist nicht viel verlangt, wenn sie die Schulden der Griechen begleichen!

1 0

Re: Ich halte es gerecht!

Dann können Sie gleich Ihr ganzes Gehalt den Griechen zur Verfügung stellen.

Antworten azzurro66
08.02.2012 17:55
5 0

Re: Ich halte es gerecht!

diese Pulverl die Sie nehmen lasse ich mir auch verschreiben!

Antworten Enrico II
08.02.2012 17:09
6 0

die ca. 1 Mio Österreicher...


....die an der Armutsgrenze sind, werden echt begeistert sein, wenn jemand solche intellektuellen Rülpser von sich gibt.

Gast: Nein
08.02.2012 17:01
2 0

Bullshit

Egal wer sich jetzt noch an irgendwelchen "Haircuts" beteiligt, die Maßnahmen sind nach wie vor wie Wassertropfen auf einem heißen Stein. Griechenland hätte längst austreten sollen... aber unsere Regierung buttert brav, wie von Brüssel angeordnet, unser Geld weiter in die Rachen der Finanzmafia, die Griechen sehen davon sowieso keinen Cent.

3 1

Der Steuerzahler darf bezahlen!

Wenn die EZB ihre Forderungen abschreibt, dann heißt das mit anderen Worten, dass der Steuerzahler zur Kasse gebeten wird. Das war dann das "Super Geschäft", von dem uns Herr Währungskommissar Juncker mit Zornesworten fabuliert hat.

Und 11 Milliarden Euro Forderungsverzicht ist wohl erst der Anfang. Damit wissen wir auch gleich, wohin unser Sparpaket fließt: Nach Athen! Wo Korruption, Klientelpolitik und Sozialmissbrauch nach wie vor fröhliche Urständ treiben.

1 0

Re: Der Steuerzahler darf bezahlen!

Richtigstellung: Juncker ist Vorsitzender der Euro-Gruppe. Währungskommissar ist Oli Rehn. Zumindest der Papierform nach.

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