Griechenland: Minister warnt vor "großem Knall"

Griechenlands Wirtschaftsminister Michalis Chrysochoidis sieht den sozialen Frieden seines Landes in Gefahr.

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Streik Griechenland – (c) EPA (Orestis Panagiotou)

Griechenlands Wirtschaftsminister Michalis Chrysochoidis hat die politische Klasse seines Landes vor einem "großen Knall" gewarnt, sollte sie grundlegende Strukturreformen weiter verschleppen. "Solange die Politik nicht in der Lage ist, Maßnahmen zur Veränderung des Landes zu ergreifen und ein neues Griechenland zu schaffen, werden wir weiter gezwungen sein, Löhne und Pensionen zu kürzen", sagte der Minister in einem Interview der "Frankfurter Allgemeinen Zeitung". "Das wird irgendwann zu einem großen Knall in der Gesellschaft führen."

Der soziale Frieden in Griechenland sei ernsthaft in Gefahr, wenn die Regierung die Einkommen weiter kürze. Dann drohe das Land nämlich von einer Rezession in eine Depression zu gleiten.

Gegen die neuen Sparpläne in regt sich bereits breiter Widerstand. Gewerkschaften riefen erneut zu einem Streik auf - diesmal für zwei Tage. Am Freitag und am Samstag soll die Arbeit ruhen, wie die größten Gewerkschaftsverbände GSEE für den Privatsektor und ADEDY für die Beamten am Donnerstag mitteilten. Bereits für den Abend waren zudem mehrere Demonstrationen linksgerichteter Organisationen geplant.

15 Tage Zeit

Erst am Dienstag hatten sich aus Protest gegen das neue Sparprogramm tausende Griechen an einem 24-Stunden-Streik beteiligt. Die griechischen Kommunisten riefen die Bevölkerung zum Aufstand gegen die geplanten Maßnahmen der Regierung des parteilosen Ministerpräsidenten Lucas Papademos auf.

Nach stundenlangem Gesprächsmarathon hatten sich die Spitzenpolitiker der regierungsstützenden Parteien in der Nacht zum Donnerstag auf neue Sparanstrengungen geeinigt. Ausgeklammert wurde jedoch das Thema Pensionen. Medienberichten zufolge gab die "Troika" der internationalen Geldgeber den Griechen nun 15 Tage Zeit, um das strittige Thema zu regeln. Am Abend wollten die Euro-Finanzminister in Brüssel zusammenkommen, um über Griechenland zu beraten.

 

(APA)

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