Griechenland: Minister warnt vor "großem Knall"

09.02.2012 | 11:48 |   (DiePresse.com)

Griechenlands Wirtschaftsminister Michalis Chrysochoidis sieht den sozialen Frieden seines Landes in Gefahr.

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Griechenlands Wirtschaftsminister Michalis Chrysochoidis hat die politische Klasse seines Landes vor einem "großen Knall" gewarnt, sollte sie grundlegende Strukturreformen weiter verschleppen. "Solange die Politik nicht in der Lage ist, Maßnahmen zur Veränderung des Landes zu ergreifen und ein neues Griechenland zu schaffen, werden wir weiter gezwungen sein, Löhne und Pensionen zu kürzen", sagte der Minister in einem Interview der "Frankfurter Allgemeinen Zeitung". "Das wird irgendwann zu einem großen Knall in der Gesellschaft führen."

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Der soziale Frieden in Griechenland sei ernsthaft in Gefahr, wenn die Regierung die Einkommen weiter kürze. Dann drohe das Land nämlich von einer Rezession in eine Depression zu gleiten.

Gegen die neuen Sparpläne in regt sich bereits breiter Widerstand. Gewerkschaften riefen erneut zu einem Streik auf - diesmal für zwei Tage. Am Freitag und am Samstag soll die Arbeit ruhen, wie die größten Gewerkschaftsverbände GSEE für den Privatsektor und ADEDY für die Beamten am Donnerstag mitteilten. Bereits für den Abend waren zudem mehrere Demonstrationen linksgerichteter Organisationen geplant.

15 Tage Zeit

Erst am Dienstag hatten sich aus Protest gegen das neue Sparprogramm tausende Griechen an einem 24-Stunden-Streik beteiligt. Die griechischen Kommunisten riefen die Bevölkerung zum Aufstand gegen die geplanten Maßnahmen der Regierung des parteilosen Ministerpräsidenten Lucas Papademos auf.

Nach stundenlangem Gesprächsmarathon hatten sich die Spitzenpolitiker der regierungsstützenden Parteien in der Nacht zum Donnerstag auf neue Sparanstrengungen geeinigt. Ausgeklammert wurde jedoch das Thema Pensionen. Medienberichten zufolge gab die "Troika" der internationalen Geldgeber den Griechen nun 15 Tage Zeit, um das strittige Thema zu regeln. Am Abend wollten die Euro-Finanzminister in Brüssel zusammenkommen, um über Griechenland zu beraten.

 

(APA)

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9 Kommentare

den sozialen Unfrieden hat die Politiker Mafia verursacht ...

Englisch ist meine taegliche Umgangssprache, also meine Fehler bitte verzeihen ... danke

Gast: Hera vom Olymp
09.02.2012 18:12
0 0

Der soziale Frieden hat die Politiker Mafia verursacht ...

und darum sollte man nicht Ursache mit Wirkung verwechseln ... jetzt als Schmerztablette laufend mehr Geld zur Verfuegung zu stellen, wir genau diese Ausbeuter, die sich jahrelang nicht getraut hat ein integres halbwegs funktionierendes Gesellschaftssystem aufzubauen ... der soziale Friend ist auf lange Zeit dadurch Stueck fuer Stueck abgebaut worden und Korruption hat diese Situation erschaffen ... wenn die gleichen Politiker und Familien jetzt anklagen und Geld brauchen, dann eben weil sie Status Quo so lieben ... diese Land wird durch Chaos gehen, aber bitte die Ursache wirklich verstehen ... ich lebte mit wunderbaren Menschen ueber 15 Jahre in Griechenland und diese Situation haben wir schon vor sehr vielen Jahren kommen sehen ...

Re: Der soziale Frieden hat die Politiker Mafia verursacht ...

sorry ... war zu schnell beim Schreiben ...wird genau diese Ausbeuter, die sich jahrelang nicht getraut haben ein integres, halbwegs funktionierendes Gesellschaftssystem aufzubauen, wieder in ihrem politischen Treiben unterstuetzen ...

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Da hast Du keine Fragen mehr...

Athen - Der griechische Wirtschaftsminister Michalis Chrysochoidis sieht in den jahrzehntelangen EU-Subventionen einen Hauptgrund für die wirtschaftliche Misere des Landes. Sie hätten dazu beigetragen, die Produktionsbasis des Landes zu zerstören, sagte Chrysochoidis der "Frankfurter Allgemeinen Zeitung" ("FAZ").

Re: Da hast Du keine Fragen mehr...

Das ist genau das Bewusstsein, dass diese Misere geschaffen hat ... keine Selbstverantwortung und dann noch die Moeglichkeiten die man zur wirtschaftlichen Kreativitaet haette nutzen koennen, als Ausloeser fuer die eigene wirtschaftliche, korrupte Fantasielosigkeit herzunehmen. Ich liebe Griechenland und habe wirklich einige gute Freunde dort, aber das wirtschaftliche kollektive Bewusstsein ist krank ... intelligent ist der, der immer seinen Vorteil nutzt und abzockt, dumm der der ehrlich ist ... leider Volksgut ...

Das zitierte FAZ Interview ist wirklich interessant:

U.a.:
"Über zwei Jahrzehnte hinweg haben wir unsere Produktionsbasis, unsere Industrie und damit unsere Exportmöglichkeiten zerstört. Im ersten Jahrzehnt dieses Jahrhunderts, nach dem Beitritt zur Eurozone, kam hinzu, dass wir uns zu geringen Zinsen Geld leihen konnten und das auch im Übermaß getan haben. So wurden wir ein Land des Imports. ..."
"Während wir mit der einen Hand das Geld der EU nahmen, haben wir es nicht mit der anderen Hand in neue und wettbewerbsfähige Technologien investiert. Alles ging in den Konsum. Das Ergebnis war, dass jene, die etwas produzierten, ihre Betriebe schlossen und Importfirmen gründeten, weil sich damit mehr verdienen ließ. Das ist das eigentliche Desaster dieses Landes. ..."
http://www.faz.net/aktuell/politik/europaeische-union/griechischer-wirtschaftsminister-die-gesellschaft-ist-reifer-als-ihr-system-11642768.html

1 0

Die EU Bürokraten ruinieren Griechenland

indem sie exakt jene Massnahmen setzen, die:

- Das wirtschaftlich schwache Land ökonomisch völlig ruinieren
- die CDS swaps nicht auslöst (kein Default) und so satte Gewinne für die Trader und Beruhigung bei den die CDS ausstellenden Banken und Entlassung aus der Haftung dafür bedeutet.
- die US Banken die spekulierten aus der Haftung entlässt
- den Deutschen und uns den Beutel schneidet

Und ...

... tschüss!

Gast: radius
09.02.2012 14:23
2 1

Theatralisch wie immer.

Die Griechen sollen ihre Milliardäre melken, die eben noch keine Steuer gezahlt haben und nicht auf Deutschland schimpfen.

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