Rettungsschirm soll 65 Mrd. für Griechen locker machen

12.02.2012 | 12:19 |   (DiePresse.com)

Der Euro-Rettungsschirm soll Griechenland 35 Milliarden Euro für den Rückkauf von Staatsanleihen und weitere 30 Mrd. für private Gläubiger geben.

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Der provisorische Euro-Rettungsschirm, für den Österreich mit etwa 22 Mrd. Euro haftet, soll weitere 35 Milliarden Euro vorstrecken, damit Griechenland den Euro-Zentralbanken die von diesen gehaltenen griechischen Staatsanleihen wieder abkaufen kann, berichtete das "Wall Street Journal" am Samstag. Außerdem solle der EFSF für private Griechenland-Gläubigern 30 Milliarden locker machen, um diese für den anstehenden Schuldenschnitt günstig zu stimmen.

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Ob die kumuliert 65 Mrd. Euro ganz oder nur teilweise zu dem wenigstens 130 Milliarden Euro schweren Griechenlandpaket gerechnet werden müssen, geht aus dem Artikel nicht hervor.

Absitmmung über Reformgesetz

Die Zeitung beruft sich auf jene Gesetzesvorlage, über die das griechische Parlament am Sonntag abstimmen soll. Dieses Reformgesetz ist seinerseits Vorbedingung für das zweite Griechenland-Hilfspaket, das die Finanzminister am kommenden Mittwoch "unter strengen Auflagen" freigeben sollen.

Begründet wird die geplante Transaktion damit, dass beim anstehenden Schuldenschnitt die Griechen-Bonds mit der Bewertung "selektiver Zahlungsausfall" eingestuft würden. Die Zentralbanken dürften aber gar keine so schlechten Sicherheiten halten.

Geld als "Sicherheit im Eurosystem"

Das EU-Zentralbankensystem (ESZB) hat in den vergangenen zwei Jahren rund 50 Mrd. Euro an griechischen Staatsanleihen (Nominale bzw. Buchwert) gekauft. Diese Summe übersteigt 50 Prozent des aktuellen Eigenkapitals aller ESZB-Zentralbanken deulich. Die Notenbanken hatten laut Reuters die Schuldpapiere um "nur" 38 Milliarden Euro, also zu 76 Prozent des Nominalwerts eingekauft. Der Rettungsfonds soll den Griechen nun 35 Mrd. Euro borgen, damit diese eigene Bonds zurückkaufen können.

Das vorgestreckte Kapital darf aber nicht am Markt verwendet werden, wo die Titel zwischen rund 25 und 40 Prozent ihres ursprünglichen Werts notieren. Es muss so verwendet werden, "dass die die Hellenische Republik in die Lage versetzt wird, eigene Anleihen, die als Sicherheit im Eurosystem hinterlegt wurden, zurückzukaufen", zitiert das WSJ den griechischen Gesetzestext. Der Kauf solle über die EZB als Mittlerin erfolgen. Laut Gesetz soll der EFSF weitere 30 Mrd. Euro als "Zuckerl" zur Verfügung stellen, um private Gläubiger davon zu überzeugen, sich dem geplanten "freiwilligen" Schuldenschnitt in Höhe von 100 Mrd. Euro anzuschließen. Auch dies ist eine Voraussetzung für das zweite Hilfspaket für Griechenland.

Der österreichische Bundeskanzler Werner Faymann (S) hatte am Freitagabend das Bestehen auf eine Mindestbeteiligung Privater als mögliches Hindernis bezeichnet und erklärt, Griechenland dürfe weder unkontrolliert noch kontrolliert in die Pleite geschickt werden.

(Ag.)

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45 Kommentare
 
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65 Milliarden für private Gläubiger

soweit ich das sehe sind alle 65 Milliarden für die Banken, die 35 Milliarden für Anleihen die zuvor die europäischen Zentralbanken von den Banken übernommen haben und die 30 Milliarden direkt an die Banken. Für Griechenland ist davon kein Cent.

Re: 65 Milliarden für private Gläubiger

Naja, es werden um das Geld griechische Schuldpapiere getilgt.

Und jetzt mitdenken: Wenn ich mit meinem Geld Ihre aus Konsumkrediten herrührenden Schuldpapiere tilge, wer hat dann was davon?

Aber natürlich freut sich auch der Kreditgeber, wenn er von einem schlechten Kunden sein dargeliehenes Geld zurückerhält. Egal aus welcher Quelle.

Gast: Adalbert M. Rohde
12.02.2012 19:13
5 1

Werner Faymann ... bezeichnet und erklärt

Die politische Elite ziert sich zuzugeben, dass die Eurozone mit der Integration der rückständigen PIGS (Südeuropäer) zur ideologischen Missgeburt degenerierte. Schröder und Jospin taten, was nie getan hätte werden dürfen, und das nicht aus niederem Motive, sondern aus political Correctness. Es gibt in Europa eben zwei Zivilisationsbereiche. Hoch entwickelte, und dann die, die eher zum Orient bzw. ins Morgenland gehören. Politisch nicht korrekt, es so zu sehen, aber realistisch. Mit der beliebten Praxis der Wirklichkeitsverleugnung schaufeln wir unser eigenes Grab.

Gast: Fromm und Frei
12.02.2012 17:57
1 3

Bedenkt doch Leute

Griechenland ist die Wiege der europäischen Kultur.
Die lässt man nicht fallen.

Gast: Nick Nickey
12.02.2012 17:49
0 1

65 MIll. für Griechen ??

Wer's glaubt...

Gast: Nemesis
12.02.2012 17:45
7 2

Wir bekommen ein Sparpaket um das Süd und Ostpack, die Banken, Euro und EU Mafia weiter zu finanzieren.

Ich hoffe die Bürger erheben sich bald im Zorn.

Gast: gast45
12.02.2012 17:30
9 1

nebenbei ..

österreichs anteil an diesen hilfen sind um die 3% .. also 3% von 65 Mrd Mrd sind so um die 2 Mrd .. drum sparen wir ja jetzt beim gesundheitswesen.
aber vor den bundesadler hinstellen und auf wichtig tun, während sie nicht mal mehr bestimmen können, was mit dem geld der österreicher wirklich passiert :-)

Gast: Demokratius
12.02.2012 17:01
18 2

Was mit den EU-Rettungsmilliarden alles passiert

http://www.berlin-athen.eu/index.php?id=205&tx_ttnews[backPid]=216&tx_ttnews[tt_news]=2457&cHash=e5a3d53b5074d1f8b058bfd2204a795f

Größte Waffenimporteure 2009: Indien, Singapur, Malaysia,GRIECHENLAND, Südkorea, Pakistan, ...
http://www.castelligasse.at/Politik/Armeen/Heere.htm

Die europäischen Bürger müssen "sparen", damit die nächsten Kriege finanziert werden können.
Das Leben der europäischen Bürger wird verschlechtert, damit das Leben der Bürger anderer Länder zerstört werden kann - schaut so das "Friedensprojekt EU" aus?

http://www.youtube.com/watch?v=1xgb7HdZDwU


Re: Was mit den EU-Rettungsmilliarden alles passiert

Na, Sie präsentieren uns da ja echt die super Quellen. Das ganze Gequagel steuert auf die phantastische Schlussfolgerung zu, der von "Bilderbergern" beherrschte Westen wolle einen Atomkrieg mit China und Russland und dann die Herrschaft über die ganze, atomar verseuchte Welt.

krank!

Antworten Gast: Scotty
12.02.2012 17:23
2 11

Re: Was mit den EU-Rettungsmilliarden alles passiert

Sehr zuverlässige Quellen (Youtubemitglied heißt 91177) die Sie hier angeben. Sie müssen nicht alles glauben, was im Internet zu finden ist.


Gast: daswars
12.02.2012 16:05
3 0

Pleite

Fuer die Gedankengaenge des BK duerfte es etwas spaet sein - die politische Situation in Griechenland aendert sich fortwaehrend.

Waehrend die beiden einstmals grossen Parteien (Sozialisten und Konservative - heute ca 8% und 30%) um Geldbeschaffung bemuehen, entwickeln die Kommunistischen Parteien bereits laut Umfragen eine Staerke von ca 50%.
Es koennte also Folgendes passieren. Heute Zustimmung zum "Sparpaket" mit Hilfe der Verteilung der Parlamentssitze der 2 "Grossparteien".

Geld kommt geflossen in Milliardenhoehe.

Im April Wahlen, bei denen die heutigen Grossparteien weggefegt werden, und die kommunistischen Parteien an die Macht kommen.

Und das kann heissen: tschuesss Geld und Garantien.

Es kann aber natuerlich auch ganz anders kommen.

Antworten Gast: Leider, Leider
25.07.2014 17:47
0 0

Re: Pleite

Wahrscheinlich noch schlimmer!

Gast: Erwachet, das Ende ist nah!
12.02.2012 15:39
11 1

Wenn Du merkst, dass Du ein totes Pferd reitest, steig ab!

Griechenland ist tot. Es ist vorbei!

Die EU-Zombies die den Griechen auch nur noch einen Cent schenken gehören vor Gericht gestellt......

Re: Wenn Du merkst, dass Du ein totes Pferd reitest, steig ab!

...die können froh sein wenn sie vor ein Gericht gestellt werden. Die wahrscheinlichere Alternative wird der Laternenmast sein... man lerne Geschichte...

Re: Re: Wenn Du merkst, dass Du ein totes Pferd reitest, steig ab!

nur hat des EU Politpack bereits mit Eurogendforce vorgesorgt um in Ländern wo es Aufstände gibt dieselbigen brutal niederzuschlagen!

Gast: Nemesis
12.02.2012 15:39
7 0

Die verwirtschaften und stehlen die Verbrecher und für uns gibts Sparpakete!

Das gesamte Pack gehört.............


Um das feudale, demokratiefreie System...


...einer EU aufrecht zu halten ist jedes Mittel recht.

Hier wird fern jeder rechtlichen und demokratischen Legitimation eine politische Vision verfolgt, die schon autoritäre Züge hat.

Jetzt haben wir in Ö nicht nur ein riesiges Budgetdefizit. Was wird uns erst erwarten, wenn die Ö-Haftungen aus den Rettungpaketen schlagend wird.

Dann ist das aktuelle Ö-Sanierungspaket ein "Lercherl"


5 0

Egal was passiert

GR wird Hilfe (Geld) bekommen, auf unser aller Kosten!
Die Helenen sollten ihren Stolz beweisen und ihre Achtung behalten: ein Nein zu den Forderungen und der Austritt aus dem Euro.

"Die Helenen ..."

welche Helenen meinen Sie?
Die fromme Helene von Wilhelm Busch und die Birne Helene?

Re: "Die Helenen ..."

Wow, vielen Dank. Schon krass, was sich manche Poster hier zusammenschustern, wie? Man MUSS dem einfach mit Sarkasmus begegnen.

Gast: little_brother_is_watching_you_too!
12.02.2012 14:47
8 0

unser schlaumeier...

... von bundeskanzler redet wie immer unsinn.
griechenland ist schon längst pleite!

Antworten Gast: Vogel Strauss
12.02.2012 18:47
2 0

Re: unser schlaumeier...

Unser Schlaumeier von BK redet das nach, was ihm seine Super-Berater (Muhm, Laura etc.) eingeben ...

Gast: Trudpert
12.02.2012 14:22
11 0

Sozialdemokratisches Fiasko

Dass Griechenland sich in die Eurozone hereinschwindeln durfte, verdanken wir den beiden sozialdemokratischen Regierungschefs, Jospin (Frankreich) und Schröder (Deutschland).
Natürlich wusste man, dass mit Griechenland etwas nicht stimmte, doch galt es in sozialdemokratischen Kreisen als politically incorrect zu den Südländern NEIN zu sagen. Also sagte man mit zitternder Stimme JA.

Dem Sozialdemokraten Faymann ist jetzt bange, die Schuldfrage könnte aufs Tablett kommen.

Das Geld fließt herum

wie der Dotter von einem faulen Ei.

Re: Das Geld fließt herum

Im Prinzip könnte man das Geld auch gleich in die Donau schmeissen.

 
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