In der Warteschleife: Griechen-Rettung verzögert sich

15.02.2012 | 07:30 |   (DiePresse.com)

Das Treffen der Euro-Finanzminister ist abgesagt. Sie suchen nun per Telefon nach einem Ausweg. Die Griechen-Rettung hängt in der Schwebe.

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Die Einigung der Eurostaaten auf ein neues Hilfspaket für Griechenland von mindestens 130 Milliarden Euro verzögert sich. Eurogruppenchef Jean-Claude Juncker teilte am Dienstagabend überraschend in Luxemburg mit, er werde die Euro-Finanzminister am Mittwoch nur zu einer Telefonkonferenz zusammenrufen. Ursprünglich wollten die Ressortchefs die Hilfen bei einem Krisentreffen am Mittwochabend in Brüssel billigen. Damit zieht sich die Rettung des Landes vor der drohenden Pleite länger hin als zunächst angenommen.

Die "Troika" von EU-Kommission, Europäischer Zentralbank und Internationalem Währungsfonds und die griechische Regierung müssten weiter an zusätzlichen Sparmaßnahmen von 325 Millionen Euro arbeiten, sagte Juncker. Auch andere Fragen seien noch offen, teilte der luxemburgische Premier am Dienstagabend mit.

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Zusicherung der Parteichefs fehlt

"Darüber hinaus habe ich nicht die verlangten politischen Zusicherungen von den Führern der griechischen Koalitionsparteien zur Umsetzung des Programms erhalten", schrieb Juncker. Zuvor hatte sich EU-Währungskommissar Olli Rehn noch zuversichtlich gezeigt, dass die Hilfen in Höhe von 130 Milliarden Euro bald beschlossen werden könnten. 

Juncker und die Euro-Finanzminister hatten Athen in der vergangenen Woche ultimativ mehrere Bedingungen gestellt, damit das dringend benötigte Hilfspaket endlich auf den Weg gebracht werden kann. Die Telefonkonferenz der Euro-Kassenhüter soll die noch offenen Fragen debattieren und das reguläre Minister-Treffen am Montag (20. Februar) in Brüssel vorbereiten. Juncker begrüßte erneut die Fortschritte im Hinblick auf das zweite Programm. Dazu gehöre das Votum des griechischen Parlaments am vergangenen Sonntag.

Wirtschaft in Griechenland bricht weiter ein

In Athen gab es hingegen weitere schlechte Nachrichten: Die griechische Wirtschaft ist 2011 regelrecht eingebrochen - das Minus betrug 6,8 Prozent.  Vor wenigen Tagen war bekanntgegeben worden, dass die Arbeitslosigkeit weiter ungebremst steigt. Die Quote liegt bei 20,9 Prozent.

Ursache der rasanten Talfahrt ist nach Einschätzung von Finanzexperten die Sparpolitik, die die griechische Wirtschaft abwürgt. Der Privatkonsum ist rückläufig und die Staatsausgaben sinken.

(Ag.)

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20 Kommentare

Schluss mit der Konkursverschleppung!

Man hätte Griechenland schon vor knapp zwei Jahren konkurs gehen lassen sollen, das wäre auch EU-Vertragskonform gewesen (No Bailout). Stattdessen hat man den Vertrag gebrochen, die Statuten der EZB ausgehöhlt und mit unfassbaren Summen (100 Mrd. € für ein 10 Mio Einwohner Land!) nur etwas Zeit erkauft. Konkursverschleppung nennt sich dieses Delikt und es steht nicht ohne Grund im Strafgesetzbuch. Für das was unsere Politiker da so leichtfertig beschließen würde jeder Private schon längst im Gefängnis sitzen und angesichts der angerichteten Schadensumme auch noch sicher die Höchststrafe ausfassen.


Gast: Na und?
15.02.2012 10:57
1

Die Zahler sollten es genauso wie die Griechen machen:

Zögern, verhandeln, ein bissl lügen, Beschlüsse fassen und mit der Umsetzung zögern,...

Da gäbe es ja so viele Mittel, bis zur Wahl in GR mit der Auszahlung des Geldes zu warten.

Wir wollen ja nicht, daß eine neue Regierung in GR das für ungültig erklärt, was jetzt beschlossen wird?!

Na, also...

Gast: Nordlicht
15.02.2012 10:56
1

Griechen-Rettung verzögert sich

Die Griechen brauchen keine Angst zu haben. Die versprochenen 130 Milliarden kommen schon noch zur rechten Zeit. Erstens gibt des keine Alternative dazu und zweitens ist es ein tolles Geschäft.

Re: Griechen-Rettung verzögert sich

Alternative gibt es schon - Pleite gehen lassen und in der Drachme (vielleicht?)gesunden. Ansonsteln Zustimmung, denn wenn die Troika nach Athen fährt, hat sie eigentlich nur ein Licht mit - ein grünes. Und Geschäft - natürlich, aber etwas asymetrisch. Aber wie alles - alternativlos wie unsere Eliten. W.


Ich war ein stolzer Europaer!

Jetzt bin ich nur noch ein Grieche!

Die Minister suchen einen Ausweg..

wie sie das Geld doch noch loswerden? Den Ausweg muss wohl Griechenland finden.

Gast: Angela Kasner
15.02.2012 08:34
2

r Präsident der deutschen Bundesbank – Jens Weidmann – lehnt eine Beteiligung der europäischen Notenbanken an einem freiwilligen Schuldenschnitt für Griechenland entschieden ab!!!


In den Verhandlungen mit ihren privaten Gläubigern über einen freiwilligen Schuldenschnitt muss die Regierung in Athen nun wohl die Hoffnung aufgeben, dass auch die Europäische Zentralbank (EZB) - und damit die Notenbanken der EU-Staaten - auf einen Teil ihrer Forderungen verzichtet.

Der deut. Bundesbankpräsident Jens Weidmann
hat einer Beteiligung der Notenbanken an einem Schuldenschnitt eine klare Absage erteilt.

"Der entscheidende Punkt ist, dass es uns nicht erlaubt ist, auf Forderungen gegenüber einem Staat zu verzichten", sagte Weidmann!

Herr Weidmann äußerte darüber hinaus erhebliche Zweifel an der Reformfähigkeit Griechenlands.

Original-Ton Weidmann:
„ Die Notenbanken dürfen das ihnen anvertraute Vermögen nicht verschenken!“
UND
„Ich zweifle an der Reformfähigkeit Griechenlands. "
„Das was jetzt entschieden wurde, ist ein wichtiger Schritt. Entscheidend ist am Ende aber die Umsetzung der Maßnahmen, und dafür braucht es aber eine Verwaltung, die die Maßnahmen umsetzt, und eine evölkerung, die sie trägt.“
Quelle (u.a.):
http://www.handelsblatt.com/politik/konjunktur/geldpolitik/jens-weidmann-im-interview-bundesbank-praesident-werden-nicht-auf-forderungen-verzichten/6210456.html
http://de.wikipedia.org/wiki/Jens_Weidmann

Re: r Präsident der deutschen Bundesbank – Jens Weidmann – lehnt eine Beteiligung der europäischen Notenbanken an einem freiwilligen Schuldenschnitt für Griechenland entschieden ab!!!

Ja, sagen wird er wohl noch etwas dürfen, aber......W.

Gast: Nasowas
15.02.2012 08:28
6

Rettung???

Die Überschrift ist verwirrend, denn im Fall Griechenland handelt es sich einmal um den teuren Kauf von ein wenig Zeit auf unsere Kosten!
Griechenland wird sowieso in die Pleite gehen, die Frage ist nur, wie arm wir bis dahin sind.

am ende sind sich die interventionisten einig - der bailout is alternativlos

ich bin immer noch am warten auf den TENDER- 1.5 billionen euro am monatsende

freu mich schon riesig

tender, tender!!!!!!! tender!!!!!!!!!!!!!!

Gestern hieß es noch

"kurz vor dem Ziel" und heute "doch nicht". Und das hört/liest das p.t. Publikum seit Jahr und Tag. Das macht müde und der Effekt ist beabsichtigt. Wenn keiner mehr hinhört/sieht wirds gemacht auf Steuerzahlers Kosten und natürlich "alternativlos". Also wenn man Griechenland im Frühling 2010 Pleite gehen hätte lassen, hätten wir uns die ersten 110 Mrd.€ erspart und damit Banken auf Zeit verstaatlichen können um etwas mitzureden. Jetzt braucht die EZB noch etwas Zeit den Banken die restl. Ouzu-Papiere abzukaufen. "Die Märkte bewerten die im März fällig werdenden Anleihen mit 40% und jene die im August fällig werden mit 29%. Da dazwischen wird sich wohl die Konkursquote von Hellas befinden. Erfahrungsgemäß wissen die Märkte eher und besser was Sache ist. Und noch eine Kleinigkeit - im April sind in Griechenland Wahlen. Was danach alles Makkulatur sein wird.....W.

Re: Gestern hieß es noch

tender?

tender!

& bailout & gut is'

Was soll der Unfug?

Sie sollen sparen, ihren Staat neu erfinden, friedlich bleiben und auch noch Wachstum erzeugen. Das ist doch absurd. Es ist Zeit, das einzig Richtige zu tun: Griechenland kontrolliert in die Insolvenz zu schicken.

Geschichte vom Hasen und dem Igel ...

dreimal raten, wer auf der Strecke bleibt.

Re: Geschichte vom Hasen und dem Igel ...

KHG?

Re: Geschichte vom Hasen und dem Igel ...

Das Meerschweinchen?

Re: Re: Geschichte vom Hasen und dem Igel ...

nein, der obama!

"Griechenland-Rettung"

Wenn man jetzt für Rettung "Vernichtung" einsetzt, dann hat das auch einen Realitätsbezug.

DAS IST KEINE LÖSUNG!!!

das sparpaket ist sicher keine lösung für die probleme.

griechenland muss in seiner derzeitig prekären situation aus dem würgegriff des euro entlassen werden, und sich mit einer nationalen währungs-/wirtschafts-und sozialpolitik wieder konsolidieren.

alles andere ist nur kontraproduktiv und ein zeichen der inkompetenz und mutlosigkeit der politik (sowohl in europa als auch in griechenland)

Re: DAS IST KEINE LÖSUNG!!!

also fuer mein depot ist's eine gute loesung - einfach nochmal draufhaun & kickin' the can down the road - a wengl gehts noch

dann wieder einen TENDER!!! tender!!!! juchuuu tender!!!! und alles wird gut

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