Die Europäische Zentralbank (EZB) wird nach den Worten des belgischen Notenbankchefs Luc Coene keinen Profit mit den von ihr gehaltenen griechischen Staatsanleihen machen. "Wir haben uns innerhalb des Eurosystems darauf geeinigt, dass wir keinen Gewinn aufgrund von Transaktionen mit Griechenland machen wollen und dass dann, wenn der Gewinn verteilt wird, jede Regierung selbst entscheiden soll, was davon für Griechenland ist. Es sind die Regierungen, die entscheiden müssen", sagte Coene bei der Vorstellung des Jahresberichts seiner Notenbank in Brüssel. Er bekräftigte damit Aussagen von EZB-Präsident Mario Draghi und dem französischen Direktoriumsmitglied Benoit Couere.
Die EZB sah sich zuletzt wachsendem Druck ausgesetzt, sich an einer Umschuldung Griechenlands zu beteiligen. Verluste auf die von ihnen seit Mai 2010 gekauften Hellas-Bonds darf die EZB freilich nicht hinnehmen, da sie dadurch den griechischen Staat de facto finanzieren würde. Dies ist ihr aber verboten.
Bis zu 15 Milliarden Euro für Umschuldung
Durch den Verzicht auf Buchgewinne und Zinszahlungen könnte die EZB nach Schätzungen von Experten etwa 10 bis 15 Milliarden Euro für die Umschuldung Griechenlands mobilisieren. Über den Beitrag der privaten Gläubiger - vor allem Banken und Versicherungen - soll noch am Abend entschieden werden. Sie werden nach Informationen aus Finanzkreisen wohl einen Abschlag von 70 Prozent auf ihre Anleihen hinnehmen müssen.
Damit weitere Hilfsgelder nach Athen fließen können ist ein Schuldenerlass der Privaten für Griechenland im Umfang von 100 Milliarden Euro nötig. EU und Internationaler Währungsfonds (IWF) wollen nur dann Geld überweisen, wenn die Verschuldung auf 120 Prozent des Bruttoinlandsprodukts gedrückt wird.
(APA)
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