EZB will auf Zinsen aus Griechen-Anleihen verzichten

15.02.2012 | 10:42 |   (DiePresse.com)

Die EZB will die Gewinne aus griechischen Anleihen an die Euro-Länder verteilen, diese könnten das Geld dann den Griechen überlassen.

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Die Europäische Zentralbank (EZB) wird nach den Worten des belgischen Notenbankchefs Luc Coene keinen Profit mit den von ihr gehaltenen griechischen Staatsanleihen machen. "Wir haben uns innerhalb des Eurosystems darauf geeinigt, dass wir keinen Gewinn aufgrund von Transaktionen mit Griechenland machen wollen und dass dann, wenn der Gewinn verteilt wird, jede Regierung selbst entscheiden soll, was davon für Griechenland ist. Es sind die Regierungen, die entscheiden müssen", sagte Coene bei der Vorstellung des Jahresberichts seiner Notenbank in Brüssel. Er bekräftigte damit Aussagen von EZB-Präsident Mario Draghi und dem französischen Direktoriumsmitglied Benoit Couere.

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Die EZB sah sich zuletzt wachsendem Druck ausgesetzt, sich an einer Umschuldung Griechenlands zu beteiligen. Verluste auf die von ihnen seit Mai 2010 gekauften Hellas-Bonds darf die EZB freilich nicht hinnehmen, da sie dadurch den griechischen Staat de facto finanzieren würde. Dies ist ihr aber verboten.

Bis zu 15 Milliarden Euro für Umschuldung

Durch den Verzicht auf Buchgewinne und Zinszahlungen könnte die EZB nach Schätzungen von Experten etwa 10 bis 15 Milliarden Euro für die Umschuldung Griechenlands mobilisieren. Über den Beitrag der privaten Gläubiger - vor allem Banken und Versicherungen - soll noch am Abend entschieden werden. Sie werden nach Informationen aus Finanzkreisen wohl einen Abschlag von 70 Prozent auf ihre Anleihen hinnehmen müssen.

Damit weitere Hilfsgelder nach Athen fließen können ist ein Schuldenerlass der Privaten für Griechenland im Umfang von 100 Milliarden Euro nötig. EU und Internationaler Währungsfonds (IWF) wollen nur dann Geld überweisen, wenn die Verschuldung auf 120 Prozent des Bruttoinlandsprodukts gedrückt wird.

 

(APA)

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10 Kommentare

unlauterer Wettbewerb für Kabarettisten

"Wir haben uns innerhalb des Eurosystems darauf geeinigt, dass wir keinen Gewinn aufgrund von Transaktionen mit Griechenland machen wollen und dass dann, wenn der Gewinn verteilt wird, jede Regierung selbst entscheiden soll, was davon für Griechenland ist. "

also aus den Transaktionen mit Griechenland wird Gewinn verteilt...

was die EZB vergas zu sagen: der Aufschwung steht schon vor der Tür und alle bekommen Arbeit...

Der Scherz des Tages? (Jahres?)

... "willl auf ... die Zinsen verzichten"?
MUSS auf die Zinsen verzichten.
Aufs Kapital auch noch. Aber das sagt er uns erst nächste Woche.

100 Milliarden

Daß die Griechen ihr Land nicht hinbekommen, sollte schon jedem Politiker langsam klar sein. Mein Vorschlag: jeder Grieche bekommt jeden Monat 760 EUR. Das würde der EU 100 Milliarden pro Jahr kosten. Auf Österreich kämen etwa 3 Milliarden pro Jahr Belastung zu. Dafür keine Demonstrationskosten, keine teure brüsseler Sitzungskosten, dafür klare Verhältnisse. "Ich finde es super!"

Unterschied zwischen Kabarettisten und Politikern? Kabarettisten dürfen die WAHRHEIT sagen!!!

Die Begriffe nur ein wenig vertauschen, und das "griechische Investitionsmodell" sieht dabei heraus:

http://www.youtube.com/watch?v=3l_3AqPUsYA

(Langsam wird es Zeit, sich von diesem GELDMODELL emotional zu lösen!)


Gast: smilefile
15.02.2012 12:08
1

Oh Maria,...Maria,...Maria,...(Fekter,...)

"Wir kriegen länger Zinsen. Wir haben ja das Geld geliehen bzw. Haftungen übernommen und dafür kriegen wir Zinsen, das heißt also Österreich hat also bisher überhaupt keinen Nachteil erlitten, sondern für das geborgte Geld bekommen wir Zinsen und daher sind wir so erpicht darauf, dass dieses Geld, das wir hergeborgt haben, wieder zurückkommt und nicht einer Entschuldung oder einem Schulderlass zum Opfer fällt. Ich schließe aus, dass wir unser Geld nicht zurückbekommen. Ich werde dafür kämpfen, dass Österreich das geborgte Geld mit Zins und Zinseszinsen zurückbekommt......"

(Übrigens wird diskutiert, ob auch Staaten auf Teile ihrer Forderungen gegenüber Griechenland verzichten müssen!!,...)

Gast: smilefile
15.02.2012 11:58
0

Die Zinsen,...


der Steuerzahler, der europäischen Union,....meint da wohl die Zentralbank,...die "Europäische",...

Keiner spricht von der griechischen Armee

Das Land ist pleite, aber im Staat gibt es einen Staat, nämlich die Armee. Und diese ist weisungsungebunden von der Regierung.

Ihr Budget bestimmt sie selbst. Und da war von sparen noch keine Rede. Und das alles um sich vor einem Nachbarn zu schützen der gerade selbst EU Mitglied werden möchte.

Selbst die Bevölkerung hat da nichts dagegen. Da kann das Leiden wohl noch nicht so groß sein.

Es entsteht für mich immer mehr der Eindruck,

daß unser Geld/Wirtschafts-system ein einziges globales Pyramidenspiel ist.

Das ist nichts neues ...

... und seit Jahrzehnten bekannt.
Das Pyramidenspiel heißt: Sozialstaat.
Ich geb Ihnen ein Beispiel:
Vormals arbeiteten hauptsächlich Männer, daher hatten die Männer einen Rentenanspruch (die nicht arbeitenden Frauen erst einen geringeren Anspruch nach dem Tod des Mannes).
Dann begannen sich die Frauen vermehrt in den Arbeitsprozess einzugliedern, bezahlten Pensionsbeiträge (die die pensionierten Männer bekamen - daher die tollen Pensionserhöhungen nach dem WKII) und erwarben auch Ansprüche.
Als die Frauen anfingen, in Pensionzu gehen, war zuwenig Geld da, heisst: man braucht MEHR Menschen im Produktionsprozess. Ein 3.Geschlechts gabs nicht, also mussten mehr Frauen ran (man nennt das Kampf für Gleichberechtigung - lustig, nicht?).
Das reicht natürlich nicht, also holt man Ausländer rein, die Arbeiten und ins Pensionssystem einzahlen (ohne noch etwas zu bekommen). Die erwerben aber auch Ansprüche, also brauchen wir in 10-20 Jahren wieder eine Steigerung der Arbeitskräfte.
Was glauben Sie, warum Österreich inzwischen 8 Millionen Einwohner hat und es geplant ist, diese Ziffer auf 9 zu erhöhen.
Oder warum der Wiener Bürgermeister schon vor 20 Jahren Wien auf über 2Mio. Einwohner treiben wollte.
Es ist schlicht die Folge eines Pyramidenspiels.

Die griechischen Milliarden liegen in der Schweiz - darum

verzichten die EZB-Leuchten auf die Zinsen.

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