Griechen-Präsident erbost: "Wer ist Herr Schäuble?"

16.02.2012 | 09:49 |   (DiePresse.com)

Der deutsche Finanzminister Schäuble forderte einen überzeugenden Vertrauensbeweis. Sonst plädiere er für eine Verschiebung der Griechen-Hilfe.

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In Griechenland gilt Staatspräsident Karolos Papoulias als Mann des Ausgleichs, als freundlich, sachlich und zurückhaltend. Seine emotionale Attacke auf den deutschen Finanzminister Wolfgang Schäuble, dem er vorwarf Griechenland zu "verhöhnen", lässt daher erahnen, wie tief der Frust der Griechen über die zähen Verhandlungen zur Rettung ihres Landes vor dem Staatsbankrott und die immer neuen drakonischen Sparauflagen mittlerweile sitzt.

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Der 82-Jährige hatte sich Schäuble wegen der harten Haltung Deutschlands im Kampf gegen den griechischen Schuldenberg vorgeknöpft. "Ich akzeptiere nicht, dass Herr Schäuble mein Land verhöhnt, als Grieche akzeptiere ich das nicht", sagte Papoulias am Mittwoch bei einem Besuch im Verteidigungsministerium in Athen. "Wer ist Herr Schäuble, dass er Griechenland verhöhnt?"

Widerstand gegen Nazis

Papoulias, der selbst lange in Deutschland lebte, stammt aus Ioannina im Nordwesten Griechenlands. Als Jugendlicher schloss er sich dem Widerstand gegen die deutschen Nazi-Besatzer an. "Wir waren stets stolz nicht nur auf die Verteidigung unserer Freiheit, sondern auch auf diejenige Europas", sagte Papoulias bei seiner Schäuble-Attacke. Nach dem Zweiten Weltkrieg studierte er Jus in Athen, München und Köln, weshalb er fließend Deutsch spricht.

Nach dem Studium arbeitete er von 1963 bis 1981 als Rechtsanwalt, von 1977 bis 2000 saß er für seine Heimatstadt Ioannina als Abgeordneter der Sozialisten im Parlament. Seine politische Karriere verdankt er nicht zuletzt seiner Freundschaft zum legendären Gründer der sozialistischen PASOK-Partei, Andreas Papandreou. Unter Papandreou, dem Vater des im November zurückgetretenen Ministerpräsidenten Giorgos Papandreou, war er zweimal Außenminister.

Wenig Macht

Für das Amt des Staatspräsidenten wurde er 2005 allerdings von den damals regierenden Konservativen vorgeschlagen und mit Unterstützung der sozialistischen Abgeordneten im Parlament gewählt. Bei seiner Wiederwahl im Februar 2010 stimmten für ihn nicht nur die damals regierenden Sozialisten, sondern auch die konservative Nea Dimokratia und die ultrarechte LAOS-Partei.

Als Staatspräsident hat Papoulias vorwiegend repräsentative Aufgaben und wenig direkte Macht. Aus dem in Griechenland traditionell erbittert ausgetragenen Parteienstreit hält er sich heraus. Bei seinen Landsleuten ist der weißhaarige Politiker nicht zuletzt deshalb sehr populär. Bei seiner Wiederwahl vor zwei Jahren lagen seine Zustimmungswerte bei über 80 Prozent.

Am Mittwoch machte Papoulias nicht nur mit seinem Schäuble-Angriff, sondern auch mit einer symbolischen Geste im Kampf gegen den griechischen Schuldenberg von sich reden: Er verzichtete auf sein Gehalt.

Griechen: Zorn gegen Deutsche mit ''dickem Portemonnaie''

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(APA/Ag.)

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271 Kommentare
 
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Er hat nicht unrecht, ABER,

Schäuble ist einer der Finanzminister, die dafür zuständig sind, dass man den Griechen das Geld in den A......schiebt. Also würd ich anstelle des Herrn Papoulias n icht so große Töne von mir geben. Bei den griechischen Staatsschulden brauchen sie auch nicht auf ihren Stolz pochen.

1 0

130Mrd. -größter Kedit der weltweit jemals gegeben wurde ...

Auch auf die Gefahr hin, dass erwidert wird, man dürfe von Staaten nicht das Verhalten von "soliden Hausfrauen" erwarten:
1. Niemand sollte erwarten (und von "Eingriff in die Souveränität" schimpfen), dass große Geldmengen an Staaten ohne Auflagen verliehen werden.
2. Die von den Griechen und Sozialisten (&Grünen) der gesamte EU (wie Cohn Bendit) verlangten Eurobonds sind der Wunsch "eines Teenagers nach Vaters Kreditkarte". Mit Eurobonds können sich sofort wieder die Griechen unbegrenzt billige Kredite "am Markt" holen. Garantieren sollen alle anderen, die Slovenen, Österrreicher, D, NL, CZ usw... Und warum sollen dann auch die Italiener ihr Sparprogramm weiter fahren, wenn sie für die Schulden der Griechen haften sollen.
Der Dammbruch für unsolides Wirtschaften wäre erreicht ... die Eurozone in4 Jahren pleite ...

Gast: kibitz1
17.02.2012 07:50
2 0

Nägel mit Köpfen machen

ist Überfällig.

Merkel sollte endlich ihre Ängste besiegen und einer geordneten INSOLVENZERKLÄRUNG Griechenlands nicht länger im Wege stehen.

Die Auswirkungen auf Deutschland, Italien, Spanien, Portugal und Frankreich wären nicht so dramatisch.

Gast: Das Militär
17.02.2012 03:52
1 0

Befreiung durch Kahlschlag.

Ich denke das das Militär durch einen putsch eher früher als später eingreifen wird und so einen Sumpf aus Korruption, Macht und Marktmonopolisierungen einen Radikalschritt wagt, das Griechenland das erste Land wird, ist eher Zufall, es hätte genauso Italien, Spanien oder Portugal treffen können.

Entweder lernt die EU daraus, eher unwahrscheinlich oder es wird weitere Länder treffen, solange bis diese heutige Konstruktion in Brüssel zerbröselt in ihrem eigenen Sumpf, es muß nicht das Ende der EU sein, ganz sicher aber das Ende der EU in ihrer heutigen Form!

Die EU Fahne verziert mit einem Symbol das einer der größten Verbrechen der Menschheitsgeschichte symbolisiert, war vor wenigen Jahren absolut undenkbar, außer für ein paar Spinner vielleicht, das das heute ohne Probleme in diversen Printmedien gedruckt wird, sollte jeden einzelnen von Brüssel bis zu Bürgermeistern in der untersten Ebene bis ins tiefste Mark fahren, es stinkt mehr als gewaltig, und es stimmt etwas grundlegend nicht mehr, der nächste Schritt von verbaler Gewalt zur Physischen wird ein sehr, sehr kleiner sein! Auf Raumschiff Enterprise würde wohl Alarmstuffe Gelb ausgelöst werden...

Gast: woa eh kloar
17.02.2012 00:49
2 0

die politische elite..

.. in griechenland ist schuld, die bürger dürfen es ausbaden..

wenn wir unsere eliten so weiter machen lassen gehts uns bald auch so!

hätte sich max österreicher anders verhalten als costas aus hellas?

natürlich hat der 'normale grieche' mitschuld an den zuständen:
er hat die augen zugedrückt, er hat (wenn er gelegenheit dazu hatte)
die hände aufgehalten,
er hat den lieben gott einen guten mann sein lassen.
das machen wir doch in mehrheit auch! bei uns ist es halt weniger arg bzw die auswirkungen sind weniger desaströs.

gr ist schon sehr arg bestraft worden und der kleine grieche am meisten.
wenn UNS schäuble oder andere die knute zeigen, dann würden wir in einer ähnlichen situation doch auch ausflippen und den BP auffordern zum schwingen der verbalen keulen!

dabei gäbe es doch ein sowohl wirtschaftliches als auch psychologisches instrument, den griechen einen großen schub zu geben und ihnen auch ein gefühl von gerechtigkeit und optimismus zu geben:
GEBT den griechen die in europa gebunkerten und vermutlich zu großen teilen gebunkertes VERMÖGEN ZURÜCK!
also: griech. bankguthaben sperren, immobilien mit verkaufsverbot belegen, eine liste mit namen und betrag nach athen schicken. das dortige finanzamt kann (natürlich mit fachkräftiger entwicklungshilfe durch uns!) nun prüfen und entscheiden, ob dieses vermögen 'gestohlen' wurde oder nicht.
es geht hier um ein volumen von fantastilliarden (allein in der schweiz soll 300 mrd bares lagern!).

ein evtl abfluss kostet uns keinen cent, weil gleichzeitig die hilfe reduziert wird bzw schulden getilgt werden.

= massive wirtschaftliche hilfe
+ psychologische aufbauhilfe für costas
--> zum nulltarif !

Antworten Gast: Defender
18.02.2012 11:07
0 0

Re: hätte sich max österreicher anders verhalten als costas aus hellas?

"hätte sich max österreicher anders verhalten als costas aus hellas"

hätte - könnte - wäre - würde

zählt alles nix!

Re: Re: hätte sich max österreicher anders verhalten als costas aus hellas?

max österreicher und costas aus hellas könnten zwillinge sein!

ihr handeln und ihre ideale sind nahezu deckungsgleich.
allerdings ist max etwas langsamer unterwegs bzw hat sein agieren (noch) nicht die schlimmen auswirkungen. noch nicht.

Gast: Losamoi
16.02.2012 23:10
1 2

Wer drischt heute so gern auf die Griechen ein?

Wer von denen, die hier jetzt so erbost sind und auf die Griechen eindreschen, war am 12. Juni 1994 bei den kurzsichtigen Narren dabei, die ihr Kreuzerl beim JA gemacht haben?
Wer hat dabei womöglich auch noch gejubelt?

Wer von denen hat auch bei der Einführung des Euro trotz aller Warnungen namhafter Wirtschaftsforscher, wie Hankel, Starbatty und vor allem Schachtschneider, sogar noch gejubelt?
Hankel hatte schon damals vorausgesagt, dass er dem Euro 10 bis 15 Jahre gibt, dann ist dieses Experiment wieder vorbei.
Natürlich nicht, ohne dass die Bürger dafür ordentlich "zahlen" dürfen. Für eine Illusion von einigen EU-Phantasten, die UM JEDEN PREIS eine "gemeinsame" Währung wollten.

Die, auf die das zutrifft, sollen jetzt besser still sein.
Da hätten jene halt früher einmal etwas nachdenken sollen!

Antworten Gast: kosamer
17.02.2012 08:28
3 0

Re: Wer drischt heute so gern auf die Griechen ein?

ich war dabei und habe gejubelt. nach wie vor ist es besser so, auch wenn es schwierigkeiten gibt...


Re: Re: Wer drischt heute so gern auf die Griechen ein?

So ganz Unrecht haben Sie nicht.
Denn wenn die Schwierigkeiten zu Ihnen persönlich gekommen sein werden und der letzte Jubel verstummt werden Sie immer noch mit gewissem Recht sagen können:
"Wer weiss, ob´s ohne nicht auch gleich gekommen wäre."

Antworten Antworten Gast: xom
17.02.2012 08:48
0 0

Re: Re: Wer drischt heute so gern auf die Griechen ein?

...jedem seine meinung, aber ob es in irgendeiner weise "nach wie vor" besser ist, wage ich zu bezweifeln...

Gast: Hubertus
16.02.2012 20:52
5 0

Wer ist Herr Papoulias?

Dieser Herr ist Präsident eines Landes, welches durch eigene Schuld bankrott ist. Und der zum großen Teil von Geldern Deutschlands ,dessen Finanzminister Schäuble ist Geld zu supergünstigen Konditionen haben will. Und wenn Herr Schäuble kontrollieren will, daß das Geld des deutschen Steuerzahlers in Griechenland nicht veruntreut wird (zB für Pensionen für Tote) dann fühlt sich Herr Papoulias verhöhnt? Eigentlich sollten sich alle Geberländer durch die politische Klasse Griechenlands zuder auch dieser Herr gehört, verhöhnt fühlen. Bei der Gelegenheit könnte man auch gleich klären, wieviel Steuer dieser Herr während seiner Zeit als Rechtsanwalt gezahlt hat.

Glückliches Griechenland!?

Die Hilfsgelder Europas fliessen, nicht gegen erreichte sondern zugesagte Sparmassnahmen.Somit kann es hurtig weitergehen mit (1)der bestehenden ineffizienten und korrupten öffentlichen Verwaltung (2)der Schattenwirtschaft, die 40% des griechischen BIP beträgt (AT und DE ca 10bis15%) und ca 15 bis 30 Mrd € am Staat vorbei schwindelt (3) der 40-40-20 Regel (die bei einer Steuerprüfung festgestellte Steuernachzahlung wird wie folgt aufgeteilt: 40% bleiben beim geprüften Unternehmer, 40% erhält der korrupte Steuerprüfer und 20% gehen als offizielle Steuernachzahlung an den Staat (4) der Steuerhinterziehung im allgemeinen als Volkssport der Griechen.

Wie ernst es die griechische Regierung mit
ihren Sparzusagen und Umstrukturierungszusagen meint ist 2011 ersichtlich: auf Grund der Massnahmen hätte sich ein Jahresbudgetdefizit 2011 von 16mrd € ergeben sollen-dieses wurde aber bereits zur Jahresmitte erreicht!

Solange sich die Mentalität des griechischen Individuums gegenüber dem Staat nicht ändert ist jede Hilfszahlung an Griechenland nur eine Zementierung der bestehenden Misstände denn die Zeche bezahlen ja eh die anderen!

Antworten Gast: Kakopopulus
17.02.2012 13:10
0 0

Re: Glückliches Griechenland!?

Klasse Kommentar!

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Die EU schenkt nicht dem griechischen Bürger Geld, damit er bequem leben kann, sondern gewährt nur billigere Kredite, damit Griechenland seine Schulden selber zahlen kann.

In diesem kakophonischem Geblöke des Biertisches, das hier herrscht, ist mit zwei weiteren Mißverständnissen aufzuräumen.

Das Erste, Banken sind keine außerirdischen Wesen, die man beliebig in Anspruch nehmen kann. Banken leben von eingelegtem Fremdgeld, das sie als Kredit wieder in die Wirtschaft zurückgeben.

Haben die Banken Verluste, müssen sie das notwendige Geld durch höhere Kreditzinsen und höhere Bankgebühren schlicht wieder verdienen.

Mit anderen Worten, wenn Griechenland seine Schulden nicht selber zahlt, zahlen wir diese Schulden in Form höherer Kreditzinsen, etc.

Das zweite Mißverständnis. Die billigen Kredite der EU an Griechenland dienen nicht dazu, daß Griechenland seine Schulden reduziert, sondern nur, damit man alte, hoch verzinste Schulden durch neue Schulden mit niedrigeren Zinsen ersetzt. Das Spiel dient ausschließlich dazu, die Griechen wieder in die Lage zu versetzen, ihre Schulden selbst bedienen zu können.

Wer also hier mault, das Geld der EUI bekommt nicht der arme griechische Bürger, sondern nur die Banken, hat überhaupt nicht begriffen worum es in Wahrheit geht.

Im übrigen, das sei den Biertisch-Blökern dieser Debatte auch ins Stammbuch geschrieben. Österreich braucht 2012, wenn ich richtig informiert bin, rund 100 Milliarden Euro nur um alte Schulden zu bedienen. Nach dem Verlust des Triple-A werden die neuen Schulden teurer werden als die alten es waren.

Statt auf die Griechen einzudreschen, ist besser Kreisky kritisiert, der hat uns das eingebrockt.

Antworten Gast: daswars
16.02.2012 23:06
1 0

Re: Die EU schenkt nicht dem griechischen Bürger Geld, damit er bequem leben kann, sondern gewährt nur billigere Kredite, damit Griechenland seine Schulden selber zahlen kann.

Damit Griechenland aber seine Schulden selber bezahlen kann, muss es erst mal einen ausgeglichenen Haushalt haben, in Wahrheit einen Ueberschuss.

Und der laesst sich auf keinen Fall mit dem heutigen korrupten, verschwenderischen und unglaublich aufgeblaehten Staat erreichen. GR hatte in den letzten Jahren jedes Jahr ca. 20 Milliarden Defizit.

Griechenland spart daher nicht fuer Banken oder die Europaeer, sondern fuer sich selbst. Es waere natuerlich auch erstrebenswert, wenn es sich auch um die Korruption und die mannigfaltigen und sehr teuren Betruegereien kuemmern wuerde.

Denn wie bekannt, ist von wirklich durchgefuehrten Reformen kaum ansatzweise etwas zu sehen. Das Einzige, was schnell und effizient durchgefuehrt wurde, ist die eklatante Minderung der Einkommen der Gehaltsempfaenger und Pensionisten.

Am aufgeblaehten, vielfach korrupten Staatsapparat wurde kaum gekratzt.

Dass Oesterreich auf dem Pfad Griechenlands wandelt ist bekannt. Vielleicht ist es ja eine Lehre.

Antworten Gast: Losamoi
16.02.2012 22:59
0 1

Re: Die EU schenkt nicht dem griechischen Bürger Geld, damit er bequem leben kann, sondern gewährt nur billigere Kredite, damit Griechenland seine Schulden selber zahlen kann.

Selbstverständlich, Kreisky war es, der Österreich auf die EU-Titanic gebracht hat. Weiß doch ein jedes Kind, dass er dieser Übeltäter war.

Antworten Antworten Gast: daswars
16.02.2012 23:08
1 0

Re: Re: Die EU schenkt nicht dem griechischen Bürger Geld, damit er bequem leben kann, sondern gewährt nur billigere Kredite, damit Griechenland seine Schulden selber zahlen kann.

Nein, aber er fing mit der Schuldenwirtschaft an, da ihm Millionen von Schulden acceptabler erschienen als auch nur ein Arbeitsloser.

Frage, Sie Schlaumaier!

Was zwang die Banken denn dazu dem griechischen Staat Kredite zu gewähren?
Daß Griechenland an der Krepierhalfter hängt ist seit Jahren bekannt und hätte auch den " Fachleuten" der Banken bekannt sein müssen. Wir warten darauf, daß endlich die Vorstände, die irrwitzige "Geschäfte" gemacht haben, zur Verantwortung gezogen werden. Sie haben ihre Kunden durch Ignoranz und Inkompetenz geschädigt und sollten endlich zur Verantwortung gezogen werden.

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Der Staat darf Geld an seine Bürger verschenken, das er nicht hat. Die Bank aber muß ihm den Kredit verweigern, damit die Bürger das Geld nicht zurückzahlen müssen. Eine echte, aber komische Philosophie, die allerorts nur den Sozialisten einfällt.

Stachel, ob ich ein Schlaumeier bin, das zu beurteilen überlasse ich gerne anderen.

Sie sind aber mit Sicherheit kein Schlaumeier. Denn für Sie gilt offenkundig der alte Kalauer, wonach der Elternmörder vor Gericht um ein mildes Urteil bittet, wo er doch Vollwaise ist.

Haben Sie Nicht-Schlaumeier schon einmal etwas von „Basel III“ gehört? Nein? Dachte ich’s doch!

Basel III regelt u.a. die Eigenkapitalvorsorge der Banken in Relation zum aushaftenden Kreditvolumen. Diese Vorschriften sind heftig umstritten. Dort aber wird für Staatsanleihen noch immer keine Eigenkapitalvorsorge verlangt, weil Staatsanleihen immer noch als sicher gelten.

Und jetzt sagen Sie einer Bank, sie dürfe keine Staatsanleihen übernehmen. Da landen wir schnell bei der Stadt Linz, die sich verspekuliert hat und jetzt die Bank klagt mit der Begründung, sie, die Bank hätte das Geschäft niemals abwickeln dürfen, denn die Gemeinde darf ein derartiges Geschäft gar nicht machen. Frage an Sie, Sie Nicht-Schlaumeier, wer muß denn wissen, was die Gemeinde darf und was nicht, die Bank oder doch vielleicht die Gemeinde selbst?

Noch eins darf ich, möglicherweise ein Schlaumeier, Ihnen Nicht-Schlaumeier um die Ohren knallen. Jeder dahergelaufene Aktionär einer Bank darf verlangen, daß der Vorstand der Bank in die Wüste geschickt wird, wenn er ein gewinnträchtiges Geschäft nicht wahrnimmt. Es steht nämlich im Aktiengesetz, daß der Vorstand die Interessen des Unternehmens wahrzunehmen hat. Nicht wahrnehmen kann, nein muß!

Cicero rotiert im Grab, Sie sind sicher kein Nachfahre!

Außer Geschwätz sondern Sie nichts ab!
Noch gibt es Verantwortlichkeiten der Vorstände und die gehen über dummes Nachbeten von angeblich sicheren Regeln wie z.B. daß Staaten nicht in Konkurs gehen können hinaus.
Ihre Primitivargumentation, die Vorstände hätten GEWINNTRÄCHTIGE GESCHÄFTE WAHRZUNEHMEN UND DESHALB HÄTTEN SIE GRIECHENLAND KREDITE ZU GEWÄHREN GEHABT, IST DERMASSEN LÄCHERLICH, daß sie nur von einem vertrottelten Banker stammen kann.

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Geschwätz oder eben Sozialismus

Stachel, ich kann Sie beruhigen, Cicero rotiert nicht in seinem Grab, Sie aber sind ein Rüpel.

Zuerst beschimpfen Sie mich als Schlaumeier und jetzt ernennen Sie mich taxfrei zum „vertrottelten Banker“. Das ist unwidersprochen Ihr Niveau! Das Niveau eines Rüpels!

Was Sie zur Kenntnis nehmen müssen, die Bank ist nur dann verantwortlich, wenn sie einem Kreditnehmer Geld gibt, von dem bekannt ist, daß er den Kredit nicht bedienen kann. Wenn aber Staaten grundsätzlich als zahlungsfähig gelten, hat die Bank keinen Grund, den Kredit nicht einzuräumen. Der Staat hat zu wissen, wie weit er bei seiner Schuldenpolitik gehen kann.

Und da landen wir bei der – jetzt gebe ich’s Ihnen zurück – vertrottelten sozialistischen Schuldenpolitik.

Der Marxismus sagt, der Staat sorgt für seine Bürger. Daß dies ein Irrtum ist, ist längst und mehrfach bewiesen.

In Österreich war es Kreisky, der mit der Schuldenpolitik anfing. Klaus übergab ein ausgeglichenes Budget.

Unter Kreisky wurden Sozialgesetze erlassen, die aus den normalen Steuer- und Abgabenerträgen nicht zu finanzieren waren. Sein denkwürdiger Satz, „Schulden machen mir weniger Sorgen als Arbeitslose“.

Damals ging es um die verstaatlichte Vöest. Wie sich anläßlich ihrer Privatisierung zeigte, hatte sie 50.000 Mitarbeiter zu viel, die sie nicht finanzieren konnte. Sie machte ständig Verluste. Jetzt macht sie mit 50.000 Beschäftigten weniger mehr Umsatz und scheffelt ständig Gewinne.

Für Sie ist das nur Geschwätz. Eben Sozialismus!

Cicero, wer im Glashaus sitzt sollte nicht mit Steinen werfen!

Sie haben in übelster Weise Poster attackiert, die nicht Ihrer Meinung waren. Kehren Sie daher vor Ihrer eigenen Tür.
Nur am Rande- bitte sinnerfassend zu lesen- ich spreche mich dafür aus, daß auch Banken und deren Vorstände in der Marktwirtschaft Verantwortung für eigenes Handeln zu tragen haben. Gewinne abzukassieren und Verluste zu sozialisieren ist das GEGENTEIL VON MARKTWIRTSCHAFT!
Ihr Standpunkt ist daher in marktwirtschaftlichem Sinn leider nur dummes Geschwätz.

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Man wird gerade noch feststellen dürfen, es herrsche Biertischgeblöke, wenn Biertischgeblöke tatsächlich herrscht

Stachel, es ist einfach nicht wahr, daß ich andere Leserbriefschreiber in „übelster Weise … attackiert“ hätte. Ich habe lediglich ganz allgemein festgestellt, in dieser Diskussion herrsche „Biertischgeblöke“. Keinen der Blöker ging ich persönlich an!

Daß dies voll zutrifft, ist leicht bewiesen. Gerade hier in diesem Teil der Debatte passierte folgendes. Sie verlangen, die Bankmanager müßten zur Verantwortung gezogen werden. Ganze 12 Minuten später – also geradezu blitzartig – meldet sich „Pfefferstreuer“ zu Wort und erklärt, in Europa gäbe es hiefür nicht genügend Bäume. Nicht nur redet Pfefferstreuer der Lynchjustiz das Wort, er muß auch zur Kenntnis nehmen, daß es in Europa mit Sicherheit mehr Bäume als Bank-Manager gibt. Also vollinhaltlich Biertischgeblöke, was Pfefferstreuer da von sich gibt. Und Sie haben es ausgelöst mit Ihren unqualifizierten Vorstellungen, wie das läuft mit den Staatsanleihen.

In der Sache selbst zeigen Sie einmal öfter, daß Sie keine Ahnung haben. Sie beten nur sozialistische Propaganda nach.

Gewinne privatisieren, Verluste sozialisieren. Ein toller Spruch, nur völlig unwahr!

Als Ihr sozialistischer Kumpan, der amerikanische Präsident Bill Clinton mit seiner geplatzten Immobilienblase die Weltwirtschaft durcheinander wirbelte, hat die Bundesregierung den Banken Partizipationskapital zur Verfügung gestellt, um die Kreditwirtschaft aufrechtzuerhalten. Dieses Kapital mußte hoch verzinst zurückgezahlt werden. Also von „Verluste sozialisiert“ keine Rede.

Der Sozi sind Sie, denn Sie wollen die Bankenrettung!

Und Sie wollen die Außerkraftsetzung marktwirtschaftlicher Mechanismen.
Außerdem scheinen Sie nichts aus der Geschichte zu lernen, die eine Geschichte der Bankenrettungen zu Lasten der Steuerzahler ist.
ALSO LEIDER, LEIDER DER SOZI SIND SIE.

 
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