Griechenland erwartet 2012 höheres Budgetdefizit

22.02.2012 | 06:57 |   (DiePresse.com)

Kaum ist das zweite Milliarden-Hilfspaket im Umfang von 130 Mrd. Euro für Griechenland abgesegnet, kommt eine weitere Hiobsbotschaft aus Athen.

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Griechenland ist trotz des größten Staatsschuldenschnitts aller Zeiten noch lange nicht über den Berg. Das Land rechnet für 2012 mit einem höheren Budgetdefizit. Die Lücke werde wohl 6,7 Prozent des Bruttoinlandsprodukt (BIP) betragen, hieß es auf der Internetseite des griechischen Parlaments am Dienstag. Ursprünglich hatte Athen für 2012 nur 5,4 Prozent angepeilt. Das Ziel habe aufgrund der Verschärfung der Rezession korrigiert werden müssen.

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Die Euro-Finanzminister hatten in der Nacht auf Dienstag ein zweites Milliarden-Hilfspaket für das von der Staatspleite bedrohte Griechenland auf Schiene gebracht. In einer vertraulichen Analyse warnten allerdings der Internationale Währungsfonds (IWF), die Europäische Zentralbank (EZB) und die EU-Kommission, die Schulden könnten leicht wieder aus dem Ruder geraten, und die wirtschaftliche Erholung werde Jahre dauern.

Schuldenberg soll bis 2020 massiv sinken

Indes zeichnet sich im deutschen Bundestag eine breite Mehrheit für die neuen Milliardenkredite ab, auf die sich die Euro-Finanzminister nach einer nächtlichen Marathon-Sitzung geeinigt hatten. Mit Spannung wird nun darauf gewartet, wie viele Banken und andere private Gläubiger bei dem Schuldenerlass mitmachen.

Das zweite Hilfsprogramm sieht bis 2014 Kredite und andere Hilfen im Umfang von 130 Milliarden Euro vor. Es schreibt ein erstes Programm von 110 Milliarden Euro aus dem Frühjahr 2010 fort. Ziel ist es, den Schuldenberg des Landes von derzeit über 160 Prozent des BIP bis 2020 auf 120,5 Prozent zu verkleinern.

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Größter Schuldenschnitt in der Geschichte

Die Verhandlungen über das zweite Rettungspaket liefen seit Oktober. Zentrales Element ist ein freiwilliger Anleihentausch, bei dem die privaten Gläubiger auf 53,5 Prozent des Nominalwerts ihrer Staatsanleihen verzichten. Für die Banken, Versicherungen und Fonds bedeutet das nach Angaben von Verhandlungsteilnehmern Abschreibungen von bis zu drei Vierteln ihres ursprünglichen Investments. Der Schuldenschnitt im Umfang von 107 Milliarden Euro - oder 130 Milliarden Dollar - ist der größte in der Geschichte. In Argentinien waren es 2001 87 Milliarden Dollar.

Allerdings kommt die angestrebte Entlastung nur zustande, wenn sich mehr als 90 Prozent der Gläubiger an dem Umtausch beteiligen. Um das sicherzustellen, will die griechische Regierung bereits am Donnerstag über ein Gesetz abstimmen lassen, um die Konditionen der alten Staatsanleihen rückwirkend so ändern, dass eine Teilnahme erzwungen werden kann, wie aus dem Finanzministerium in Athen verlautete.

Der deutsche Finanzminister Wolfgang Schäuble sagte, die privaten Gläubiger müssten nun keine weiteren Einschnitte mehr fürchten. Um ihr Vertrauen zurückzugewinnen, muss Griechenland Zinsen und Tilgung seiner Schulden künftig von einem Sonderkonto aus leisten, das direktem politischen Zugriff entzogen werden soll.

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Reformprogramm bleibt gefährdet

Ob Griechenland mit dem zweiten Hilfsprogramm langfristig wieder auf einen grünen Zweig kommt, gilt allerdings selbst bei seinen Geldgebern IWF und EU sowie der EZB nicht als gesichert. In der Analyse heißt es, das Reformprogramm bleibe gefährdet und werde von Fragen nach seiner Nachhaltigkeit überschattet. So könnten weitere Verzögerungen bei den unpopulären Strukturreformen und Privatisierungen die Rezession verschärfen. Im Ergebnis könnte der Schuldenstand 2020 noch immer bei 160 Prozent des BIP liegen. Die Troika will die Reformen daher künftig besser überwachen.

Endgültig verabschiedet werden kann das zweite Paket erst im März, wenn feststeht, wie viele private Gläubiger sich an dem Forderungsverzicht beteiligt haben. Das Tauschangebot gilt bis zum 11. März. Die neuen Papiere haben eine Laufzeit von 30 Jahren und sind mit einem Durchschnittszins von 3,65 Prozent ausgestattet. Der Bankenverband erwartet eine rege Teilnahme. Die Institute hätten sich in den vergangenen Monaten auf den Schuldenschnitt eingerichtet und einen Teil ihrer Abschreibungen verbucht, sagte Hauptgeschäftsführer Michael Kemmer.

"Griechenland ist ein besonderer Einzelfall"

Ähnliche Operationen wie in Griechenland soll es in anderen Problemländern nicht geben, wie europäische Politiker versicherten. "Griechenland ist ein besonderer Einzelfall, das wird nirgends wiederholt", sagte EU-Währungskommissar Olli Rehn. Italiens Ministerpräsident Mario Monti beteuerte, die Gefahr einer Ausbreitung der Krise sei deutlich gesunken. Sein Land steht seit Monaten selbst im Fokus der Finanzmärkte.

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(Ag.)

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39 Kommentare
 
12

Wetten, das dann noch 8 % werden!


Gast: Charlton Heston
22.02.2012 13:08
1

slow day on presse.com?

dass Fitch (zu Recht!) Griechenland auf Default gestuft hat, wird man wann berichten? Morgen, übermorgen?

oder dass der IWF aus dem 2. Bailout aussteigt, weil sich Merkel weigert den EFSF aufzustocken?

auch nicht interessant?
vermutlich weil es für uns, also die Zahler, eh schon irrelevant ist...

Gast: Nordlicht
22.02.2012 13:07
3

130 Milliarden

Stell Dir folgendes vor:

1 Einfamilienhaus kostet € 500.000.-
Dann kosten 2 Häuser € 1.000.000.-
2000 Häuser kosten dann 1.000.000.000.-
260.000 Häuser kosten dann die oben erwähnten 130 Milliarden. Wenn man jetzt rechnet, dass in jedem Haus 4 Personen leben, dann reden wir - zusammengerechnet - von einer Großstadt mit mehr als einer Million Menschen, denen man mit diesem Geld ein Dach über dem Kopf kostenlos bauen könnte.

Nacdem wir schon 110 Milliarden in Griechenland versenkt haben und die freiwillige Spende an GR weitere 107 Milliarden kosten soll, kann man sich ausrechnen, wieviele Eigenheime man mit diesem Geld bauen könnte.

Man könnte also fast 700.000 Häuser bauen und 1/3 aller Österreicheroder 1/4 aller Griechen hätten ein kostenloses Heim.

So schaut's aus mit unserem Beitrag an GR:

Politik

versucht sich, wieder und wieder, an einer Umformulierung marktwirtschaftlicher Gegebenheiten, welche im Prinzip jedem Einmannbetrieb bekannt sind.

Nämlich, eine Insolvenz bzw. Ausgleich verursachen weniger Schaden als eine Insolvenzverschleppung, gilt nicht für Bürokraten.

Ein eher verzweifelter, jedoch offensichtlich ziemlich hoffnungsloser Versuch. Und ein Versuch, welchen man sich nur leisten kann, wenn man nicht selbst bezahlen muss.

Das aber Steuerzahler, per normalem Verständnis, ihr Geld nicht für marktwirtschaftlich bedenkliche Großversuche von Politikern und Bürokraten abliefern, wird dabei nicht einmal ignoriert.

Gast: Hans im Glück
22.02.2012 11:13
0

"...53,5 Prozent des Nominalwerts ihrer Staatsanleihen verzichten... bedeutet das nach Angaben von Verhandlungsteilnehmern Abschreibungen von bis zu drei Vierteln ihres ursprünglichen Investments."

3/4 = 53,5% ??? seit wann???

Bei mir ist 3/4 immer noch 75%. 53,5% sind bei mir ca. 1/2+1/29+1/2000.

Wieviel werden die Banken, Versicherungen und Fonds von den Kundengeldern freiwillig den Griechen schenken?

Gast: Charlton Heston
22.02.2012 10:52
2

diese Vollspacken...

jetzt passiert was man eigentlich vermeiden wollte: Portugal will seit heute auch einen Haircut und den bailout zügig neu verhandeln. die Iren stehen diesbezüglich auch schon in den Startlöchern.
Die Spanier werden jetzt zügig auch einen Bailout fordern, und dann Italien.
ich freu mich jedenfalls tierisch auf den neuen Monsieur le President Hollande.
Der will nämlich überhaupt nix mehr in EFSF etc. einzahlen, bzw. gleich für die grande nation anzapfen. da können wir uns in felix austria gleich auf ein neues, diesmal mit 100mrd. dotiertes sparpaket gefasst machen.
denn germanien muss zahlien, und der club med sieht zählt uns da ganz grosszügig dazu...
eins ist jedenfalls sicher:2012 wird noch lustig mit kapitalem L!

Kein Problem!

Hauptsache, die deutsche und französische Banken sind gerettet!

In Deutschland regt sich Widerstand

siehe www.welt.de "Steuerzahlerbund fordert Ablehnung der Athen-Hilfe". Und wie sieht es bei uns aus? Ist da niemand, der die Politiker zur Vernunft ruft? Müssen wir alles so hinnehmen, wie es uns es die Politik vorlegt? Haben wir nur Weicheier in der Politik, die alles abnicken, was aus Brüssel kommt? Es ist zum K.........

Gast: Sani
22.02.2012 10:48
2

Zitat von Maria Fekter:

"Die Griechenlandhilfe kostet dem österreichischen Steuerzahler keinen Cent!"

Letztendlich hatte Strache anscheinend doch von Anfang an recht...

feige Politik

die verantwortliche Politiker (auf allen Seiten) haben eine Entscheidung bevorzugt, deren Konsequenz sie nicht jetzt unmittelbar ins Auge sehen müssen.

Eine "Entlassung" Griechenlands aus dem euro hätte unmittelbare folgen - diese zu VERANTWORTEN scheut sich aber jeder - auch wenn sie schlussendlich unausweichlich sind - früher oder später ;-) ...wobei beim "später" die folgen tiefgreifender sein werden!!!!

Laut Schäuble

müssen die privaten Gläubiger (Banken, Versicherungen etc.) keine Einschnitte mehr befürchten. Klar, denn der Steuerzaher kommt jetzt zum Handkuss und die Privaten werden geschont. Dabei waren es die Privaten, die vor der Krise abgesahnt haben und die nun zum wiederholten Mal vom Steuerzahler entlastet werden. Diese steuerzahlerfeindliche Politik wird aber Folgen haben, die Herrn Schäuble noch auf den Kopf fallen werden. Er ist es, der mittlerweile die letzten Euro zusammenkratzt, indem er die Rentner im Ausland, die eine deutsche Minirente beziehen, auch noch belastet und sie rückwirkend bis 2005 mit einer Steuerfestsetzung beglückt, die es in sich hat. Wer sind also die Zahler für das marode Griechenland? Es sind nicht die Millionäre, die ihr Geld ins Ausland schaffen und auch nicht die Banken und Versicherungen. Es sind die Bürger, die ein kleines Einkommen beziehen und die am meisten draufzahlen. Herr Schäuble, es wird Zeit, dass sie die Fliege machen, bevor noch mehr Unheil passiert!

Das ist Unfug Pilatus

Die privaten Gläubiger haben soeben auf 107 Mrd. verzichtet, und den Rest (93 Mrd.) auf 30 Jahre gestundet, mit 3,6 % Zinsen p.a.

Die Aussage von Schäuble bezieht sich darauf, dass für ZUKÜNFTIGE und GETAUSCHTE Anleihen die privaten Gläubiger nichts mehr zu fürchten haben (sollen), weil die Bedienung der Zinsen in Hinkunft aus einem Sperrkonto erfolgen soll.

Würden sie jemandem, der ihnen Geld schuldet und nicht zurückzahlt, sie dann zwingt, auf die Hälfte zu verzichten, trotzdem weiter neues Geld geben? Wohl nie und nimmer, außer es die Mafia ist, die danach fragt.

Hören sie auf auf die Banken und Versicherungen zu schimpfen, sie haben nur keine Ahnung von den Zusammenhängen, das ist alles.

Antworten Gast: gast jetzt
22.02.2012 10:53
2

Re: die fliege

vielleicht macht er eh bald "die fliege" - und fühlt das bereits.
nur dann kann man so ungeniert handeln.....

wem soll das neu sein?

den quasi doppelten!!
griechischen geldesbedarf (zur befried/ig/ung der involvierten banken. nicht zum überleben der bürger - damit das bitte klar wird...)

kann man via tante google sofort eruieren.
eine menge quellen unter stichwörtern (132 results/0.07sec)

eu troika griechenland € 245.000

wer suchet der findet
wer s..................... ja das monetär oftmals
auch :-(

Gast: Ein Denkender
22.02.2012 10:30
1

Der wahre Skandal

Der Skandal ist, dass Griechenland trotz seiner wirtschaftlichen Probleme in die Eurozone aufgenommen wurde.
Griechenland hat geschwindelt mit Hilfe von US-Großbanken und Insider wußten das. Daher meine Frage: warum werden die Verantwortlichen EU-Politikker nicht zur Verantwortung gezogen???
Wem hilft es, wenn die Griechen wirtschaftlich ausgehungert werden, und die reichen Griechen ihr Kaptial längst in anderen Ländern geparkt haben?
Zahlen muss wie immer der kleine Mann - ganz gleich ob in Griechenland oder sonstwo in Europa...

Gast: geldher
22.02.2012 10:30
2

Müssen wir Griechenland schon wieder retten?

Die letzte Rettung ist doch nicht einmal 24 Stunden her...?

Können wir den Griechen nicht einfach einen direkten Zugriff auf unsere Staatskonten geben?

Dann ersparen wir uns wenigstens das Herumreisen unserer Volkszertreter.

Gast: smilefile
22.02.2012 10:25
3

Es ist für mich,...

interessant zu erfahren, was da eigentlich die "europäische Kommission" mit der Griechenlandhilfe ??! / ....finanziert.

Denn für die Bevölkerung Griechenland wird maximal ein Pappenstiel dafür aufgewendet.

Also sind es die Zinseszinsen von Darlehen, von Kapitalgebern. Dh ein Verzicht dieser auf Konsum mit Gegenleistung von Zinszahlungen.

Warum gerade diejenigen, die es sich leisten können, nicht konsumieren- auf Kosten derjeniger die es sich nicht leisten können, die widerrum konsumieren,....??,...

Re: Es ist für mich,...

die in vorauseilendem gehorsam
so installierten ausrangierten nationalen politiker [1]

deren offenbar einzige gemeinsamkeit das ihnen eigene sprachenwirrwarr darstellt [3] zielt darauf ab
dass v o r d e r g r ü n d i g
eu mehr infovorsprung d.h. auch:
kontrolle erhält:

infovorsprung = kontrolle
kontrolle = macht.

d i e erhält man
durch stillschweigend durch gepeitschte
der öffentlichkeit völlig unbekannte
neue gesetze einer
eu-kommission [2]
bzw -parlament und deren insignien [3].

_bsp_ wie so ein schinakel nach "politik perpetuum mobile" funktioniert:
so besonders lustig dass der ehrenwerte plagiator dr c&p ktg
berater für _internet-freiheit_ wurde:
das ist voll schizo... http://favstar.fm/users/fukami/status/145171650223161344
aber trotz schizo ist es systemimmanent.

[1] http://private.freepage.de/hame/peter.htm

[2] kann man sich auf google

deutsche mittelstands nachrichten eu kommission zugriff

bitte satt rein ziehen... damit jeder
aber auch wirklich jeder
gesättigt ist :-(

[3] das fette strassburger parlamentsgebäude
und seine zwillinge in brüssel und luxemburg
ähneln massiv dem babylonischen bau.
bzw (ein vergleich macht sie sicher)

ceauşescu-hafter paläste.
aussen hui.
innen pfui.

das alles darf der eu-bürger bezahlen.
murren soll er nicht. er s o l l pflicht- und plangemäss
verarmen: tagelöhner sind billiges gefolgsvolk.


Gast: Orson Wells
22.02.2012 10:07
4

Betrug an Österreich

Unser nächstes Sparpaket wird bereits eifrig geschnürt, wer etwas anderes behauptet lügt.
Die griechischen Bankrotteure lachen über uns.
Wer wird uns helfen, wenn wir selbst Pleite sind?
Ich behaupte: Niemand! Weg mit schwarz-rot und grün.

Gast: der kommentar
22.02.2012 09:55
2

die verantwortlichen EU-finanzminister tanzen am gängelband der banken.

die banken, und niemand anders, fressen alle diese milliarden und sichern damit die spekulationseinsätze von zockern.

beim griechischen volk kommt jedenfalls nichts an !

die gewinne werden ausgeschüttet,
die verluste tragen wir alle.

und unsere politiker lügen entweder, wie gedruckt, oder sie übermitteln uns in ihrer völligen ahnungslosigkeit (wie fekter das eindrucksvoll demonstriert), jene botschaften, die ihnen die verursacher dieser misere auf die spickzettel schreiben.

Gast: ehschowurscht
22.02.2012 09:23
1

höheres Budgetdefizit

Versteh ich jetzt aber nicht, weil "Faymann: "Keine Geschenke" für Pleite-Griechen" und "Finanzministerin Maria Fekter wies gleichzeitig in Brüssel darauf hin, dass Österreich bisher in Griechenland kein Geld verloren habe. Bisher habe Athen seine Zinsen pünktlich bezahlt. Allerdings sei nun eine Kürzung der Zinsen beschlossen worden, daher werde Österreich zwar weniger Ertrag haben, aber trotzdem kein Geld verlieren."(gelesen auf krone.at)

Also irgendwer kann da ned rechnen oder lügt das Volk an - oder beides!!!!

Re: höheres Budgetdefizit

Die Lösung lautet simpel:

Da GR selbst (wegen mangelnder Rückzahlungsmöglichkeiten) kein Geld mehr auf dem freien Finanzmarkt bekommt, nehmen die anderen (über die Rettungsschirme) Geld an Stelle GR's auf.

GR soll das aber auch zurück bezahlen (Kapital + Zinsen). Geschieht auch, nur mit dem Geld dieser neuen höheren Rettungsschirm-Kredite für alte, kleinere Kredite.

Das Geld der anderen ist jedoch in dem Augenblick weg, wo dieses "finanztechnische Perpetuum mobile", mangels weiterer Steigerungsmöglichkeit der Summen und/oder Insolvenz von GR (oder anderer Pleitekandidaten) den Geist aufgibt. Und dann wird's leider für alle um vieles, vieles teurer, als eine GR-Insolvenz ursprünglich gekostet hätte.

Also im Prinzip eine Zockerwette seitens Brüssels, mit dem Geld der Steuerzahler, auf eine Nicht-Insolvenz von Pleitestaaten.

Re: höheres Budgetdefizit

nein nur private gläubiger können gute 53 prozent der anleihen abschreiben- der rest bleibt, zumindest vorerst, beim alten.

Gast: 1. Parteiloser
22.02.2012 09:20
6

Griechenland wurde schon ausgeraubt, ist alleine nicht lebensfähig und damit ein Sozialfall!

Die Daten aus dem CIA World Fact Book (USD) schauen so aus:

BIP 2011:.....................312,0 Mrd.
Staatseinnahmen 2011:..124,5 Mrd.
Staatsausgaben 2011:....154,5 Mrd.

Defizit:..........................30,0 Mrd.
Das Defizit war also 9,6% des BIP oder satte 24% der Staatseinnahmen.

Wenn die aktuelle Prognose zu 2012 hält, dann wird Griechenland wieder ein Defizit von 20 Mrd. USD einfahren. Das sind dann etwa 4.500 USD pro Haushalt.

Griechenland ist sicher als Ganzes als Sozialfall zu bewerten. Es sollte daher auch so behandelt werden. Ich würde meinen, dass es in den geschützten Bereichen in Griechenland, wo noch immer ohne Leistung gut abkassiert wird, eine Mindestsicherung eingeführt werden muss.

Es kann ja nicht sein, dass Länder wie Tschechien, die Slowakei, Polen, etc., welche Pensionen bis runter zu 300.- Euro pro Monat haben, den Griechen dann die Pensionen und Gehälter weit über 1.000.- Euro pro Monat indirekt finanzieren.

Auch kann es nicht sein, dass Griechenland aus Österreich Gelder bezieht, wenn Österreichische Ausgleichszulagenbezieher weniger erhalten also Griechischen Pensionisten aus den Hilfsgeldern aufgefettet werden.

Ja, Griechenland ist als Ganzes ein Sozialfall und soll dafür die Sozialleistung der Europäischen Gemeinschaft auch erhalten. Alles über dem Mindeststandard in den anderen Europäischen Ländern kann, schon wegen der Menschengrundrechte, aber nur falsch sein.

Die EU Kommunisten können das aber nicht erklennen!

Antworten Gast: Auslander Singh
22.02.2012 10:52
1

Re: Griechenland wurde schon ausgeraubt, ist alleine nicht lebensfähig und damit ein Sozialfall!

Grundsätzlich gebe ich ihnen Recht. Allerdings, möchte ich doch etwas richtigstellen.
Die Mindestpension in GR beträgt EUR 150,-/monat (12mal auszahlbar), diese hat EUR 300,-/monat betragen 14mal auszahlbar (wurde im September 2011 per Gesetz geändert).
Ja, tatsächlich gibt es Personenkreise die recht gute Pensionen beziehen, allerdings ist dieser Kreis so minimal das es praktisch nicht ins Gewicht fällt. Ich möchte dazu noch anmerken das es im griechischen Pensionssystem die Möglichkeit gibt oder gab, extra einen Betrag einzubezahlen um sozusagen die Beitragsgrundlage zu erhöhen und somit eine höhere Pension zu erhalten (diese "Zusatzpension" bzw. "Epikouriki" auf griechisch wurde ausnahmslos gestrichen). Sorry, aber wenn das jemand mit mir macht raste ich aus, man zahlt freiwillig Jahrelang ein um dann genaugenommen garnichts oder noch weniger zu erhalten. Übrigens, die zurzeit gültigen Kollektivverträge sehen ein Nettogehalt (bei 38,5 Stunden) von EUR 400,- vor, bei Lebenskosten wie in AT - glauben Sie man kann davon leben und eine ganze Familie ernähren? Das Problem in GR ist die Korruption, deswegen geht nichts weiter und die Milliarden verschwinden in die Taschen von einigen wenigen.

Keine Hiobsbotschaft!

Ist doch allen klar, dass jeder Cent für die Griechen uns hier fehlen wird. Und dass wir davon nie mehr etwas sehen werden.
Und sie wählen weiter Schwarz und Rot und Grün ...

 
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