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Widerstand gegen Athen-Paket: „Eine Konkursverschleppung“

23.02.2012 | 18:48 |   (Die Presse)

Im deutschen Bundestag verweigern immer mehr prominente CDU- und FDP-Politiker ihr Ja zum neuen Hilfspaket für Griechenland in der Höhe von 130 Milliarden Euro. Noch dürfte die notwendige Mehrheit zustande kommen.

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Berlin. Wenige Tage vor der entscheidenden Abstimmung im deutschen Bundestag wächst der Widerstand gegen das neue Hilfspaket für Griechenland in der Höhe von 130 Milliarden Euro. Noch dürfte die notwendige Mehrheit zustande kommen. Doch immer mehr prominente CDU- und FDP-Abgeordnete haben bereits ein Ablehnung signalisiert.

Zuletzt kündigten der CDU-Haushaltspolitiker Klaus-Peter Willsch und FDP-Abgeordneter Frank Schäffler an, sie würden am Montag gegen das neue Hilfspaket stimmen. Widerstand zeichnet sich auch in der SPD ab. Sie wirft der Bundesregierung vor, die Bürger mit geschönten Zahlen über die Höhe der Griechenland-Hilfe zu täuschen. In Deutschland ist im Gegensatz zu Österreich eine Zustimmung des Parlaments für das neue Hilfspaket notwendig.

„Ich werde Griechenland II auf keinen Fall zustimmen“, sagte Willsch. Es gehe hier nur um eine „Konkursverschleppung“ Zuvor hatte bereits der CDU-Abgeordnete Wolfgang Bosbach sein Nein angekündigt. Willsch wies darauf hin, dass den skeptischen Abgeordneten bereits im Mai 2010 versprochen worden sei, dass es Geld für Griechenland nur noch im Gegenzug für harte Auflagen geben werde. „Nun wurden und werden diese Auflagen von Griechenland nicht erfüllt, Geld gibt es aber trotzdem.“

Die EU-Finanzminister hatten in der Nacht auf Dienstag eine Einigung über das neue 130-Milliarden-Paket für Athen und einen Schuldenschnitt für private Gläubiger erzielt. Zuvor hatte sich die griechische Regierung zu weiteren Sparmaßnahmen verpflichtet.

Angesichts der erneuten Rückstufung Griechenlands durch die Ratingagentur Fitch auf die schlechteste Note vor einem Zahlungsausfall sagte der FDP-Abgeordnete Schäffler, er lehne weitere Milliardenhilfen strikt ab. „Ich werde unter den gegebenen Voraussetzungen nicht zustimmen“, so Schäffler in einem Interview mit den „Ruhr Nachrichten“. Die Annahmen über die künftige Entwicklung in Griechenland, die dem Rettungspaket zugrunde gelegt würden, seien viel zu positiv.

Der haushaltspolitische Sprecher der SPD-Fraktion, Carsten Schneider, kritisierte in der „Süddeutschen Zeitung“, in den öffentlichen Statements der Regierung sei stets davon die Rede gewesen, dass das zweite Paket Kredite im Umfang von 130 Milliarden Euro umfasse. Tatsächlich seien es aber 165 Milliarden, da aus dem ersten Programm noch rund 35 Milliarden übrig seien. Anders als zunächst behauptet, verfielen diese nicht, sondern würden ins zweite Paket übernommen.

 

Bangen um Schuldenschnitt

Die griechische Regierung muss indessen weiter um einen ausreichenden freiwilligen Schuldenerlass von Banken und Versicherungen bangen. Einige Institute haben angekündigt, sich nicht daran zu beteiligen. Um den Druck zu auf die Gläubiger zu erhöhen, hat das griechische Parlament am Donnerstag die Debatte über ein Gesetz begonnen, das private Gläubiger de facto zum Schuldenschnitt zwingen würde. Die Abstimmung darüber war für die Nacht geplant.

("Die Presse", Print-Ausgabe, 24.02.2012)

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30 Kommentare
 
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Antworten Gast: Lutz Berger
23.02.2012 13:21
5 0

Re: warum eigentlich?

"warum eigentlich ist griechenland nicht wie
bulgarien oder auch england -
eu mitglied ohne euro als währung???"

Weil die Herren Schröder, Eichel (SPD) und Fischer (Grüne) ihren Gesinnungs-Freunden von der griechischen PASOK - wider den Rat der Bundesbank - einen Gefallen tun wollten.


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Die 35 Milliarden werden nicht reichen,

da können wir ganz unbesorgt sein! mfg

Hat Griechenland eine Vorsorgevollmacht?

“…I am staggered at how easily the concepts of Democracy and the Rule of Law – two of the pillars of the modern world – have been brushed aside in the interests of political expediency. This is not just a eurozone phenomenon but of course the removal of elected governments and the instalment of “insider” technocrats who simply serve the interests of the elite has become a specialisation in Europe. Many will think this kind of development is not a big deal and is instead may be what is needed. Personally I am absolutely certain that the kind of totalitarianism being pushed on us by our leaders will – if allowed to persist and fester – end with consequences which are way beyond anything the printing presses of our central banks could ever hope to contain. Communism failed badly. Why then are we arguably trying to resurrect a version of it, particularly in Europe? Are the banks so powerful that we are all beholden to them and the biggest nonsense of all – that defaults should never happen (unless said defaults are trivial or largely meaningless)?…” (Quelle: “Zerohedge“)

Re: Hat Griechenland eine Vorsorgevollmacht?

What is los !?

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Kann man einem Toten "helfen"??

 
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