24.05.2013 19:14 Merkliste 0

Deutscher Bundestag billigt zweites Griechen-Hilfspaket

27.02.2012 | 19:04 |   (DiePresse.com)

Mit großer Mehrheit sprach sich der deutsche Bundestag für das zweite Rettungspaket für Griechenland aus. Angela Merkel verfehlte die Kanzlermehrheit.

Artikel drucken Drucken Artikel versenden Senden Merken AAA Textgröße Artikel kommentieren Kommentieren

Mehr zum Thema:

Der Deutsche Bundestag hat das zweite Rettungspaket für Griechenland mit großer Mehrheit gebilligt. Für das neue Hilfsprogramm von 130 Milliarden Euro stimmten am Montagabend Abgeordnete des schwarz-gelben Regierungsbündnisses sowie von SPD und Grünen. In der namentlichen Abstimmung gab es unter den 591 anwesenden Abgeordneten 496 Ja-Stimmen. 90 Parlamentarier waren dagegen, fünf enthielten sich.

Merkel verfehlt Kanzlermehrheit

Einem Bericht des Nachrichtenmagazins "Spiegel" zufolge kamen CDU, CSU und FDP in namentlicher Abstimmung gemeinsam auf 304 Ja-Stimmen. Für die schwarz-gelbe Kanzlermehrheit wären mindestens 311 Ja-Stimmen nötig gewesen. Die Kanzlermehrheit in der Abstimmung über das zweite Griechenland-Hilfspaket war zwar nicht nötig, wäre aber ein wichtiges Symbol gewesen.

Kapital für ESM kommt schneller

Vor der Abstimmung überraschte Kanzlerin Angela Merkel (CDU) mit dem Angebot, dass Deutschland den künftigen Euro-Rettungsschirm ESM weit schneller mit Kapital ausstatten will als bisher geplant. Die Bundesregierung sei bereit, noch in diesem Jahr elf Milliarden Euro als Bareinlage in den dauerhaften Krisenfonds einzuzahlen und die zweite Hälfte des deutschen Beitrags dann im nächsten Jahr.

"Voraussetzung dafür ist, dass auch die anderen Mitgliedstaaten mitziehen", betonte die Kanzlerin in ihrer Regierungserklärung. Damit würde die Ausleihkapazität des im Juli startenden ESM von bis zu 500 Milliarden Euro nach nur zwei Jahren erreicht statt nach fünf Jahren.

Merkel erteilt höherem Schutzwall Absage

Zugleich erteilte die Kanzlerin Forderungen der USA, der EU-Kommission sowie des Internationalen Währungsfonds (IWF) nach einem höherem Schutzwall um die Euro-Zone erneut eine Absage. "Die Bundesregierung sieht derzeit keine Notwendigkeit für eine Debatte über eine Erhöhung der Kapazitäten von EFSF und ESM."

Mit ihrem Angebot reagierte Merkel auch auf wachsenden internationalen Druck, den Hilfsfonds über 500 Milliarden Euro hinaus aufzustocken. Die Finanzausstattung des ESM ist Thema beim nächsten EU-Gipfel an diesem Donnerstag und Freitag in Brüssel.

Der ESM soll mit Bareinlagen der Euro-Länder von 80 Milliarden Euro ausgestattet werden. Davon schultert Deutschland 21,7 Milliarden Ursprünglich sollte das Geld in fünf gleichen Jahresraten eingezahlt werden. Finanzminister Wolfgang Schäuble (CDU) muss dafür neue Schulden aufnehmen und 2012 einen Nachtragsetat vorlegen.

Opposition übt Kritik

Der frühere Finanzminister Peer Steinbrück (SPD) hält das Vorgehen der Regierung "auf ganzer Linie" für gescheitert. Merkel habe die Dimension der griechischen Tragödie lange völlig unterschätzt. "Das zweite Griechenland-Paket ist auf sehr dünnem Eis gesetzt." Merkel vermeide es jedoch weiter, der Bevölkerung reinen Wein über die Kosten einzuschenken. "Es wird teurer werden, als die Bundesregierung uns weismachen wird", betonte Steinbrück.

Bei den Grünen wurden große Sorgen um die soziale Stabilität Griechenlands deutlich. Zwar hatten nach dpa-Informationen bei einer Probeabstimmung alle anwesenden Abgeordneten bis auf Hans-Christian Ströbele Zustimmung signalisiert.

Linke-Fraktionschef Gregor Gysi verglich die Vorgaben für Athen mit den Reparationsforderungen an Deutschland nach dem Ersten Weltkrieg. "Sie machen bei Griechenland Versailles, die brauchen aber Marshall." Er verwies darauf, dass die Siegerforderungen im Versailler Vertrag nach dem Ersten Weltkrieg zu weitgehend gewesen seien, was einer der Gründe für das Erstarken der Nationalsozialisten gewesen sei.

(APA/Ag.)

Testen Sie "Die Presse" 3 Wochen lang gratis: diepresse.com/testabo

Mehr zum Thema:

Mehr aus dem Web

Mehr auf DiePresse.com

19 Kommentare
Gast: Maria Etap-Traghi
29.02.2012 10:59
0 0

Credit Suisse erwartet Griechen-Pleite am 9. März 2012! In den kommenden Tagen wird die Frage entschieden, ob Griechenland auch formell pleite ist. Dann werden die Kreditausfallversicherungen (CDS) ausgelöst. Entschieden wird diese Frage von einem Branchen-Gremium der Banken (ISDA). Das Problem: Es gibt sehr gegenläufige Interessen. Vermutlich dürfte das Pendel in Richtung Gelddrucken ausschlagen.

Mit diesen Maßnahmen
–Subordination der privaten Gläubiger und Zerstörung des Kreditversicherungs-Wesens–
würde die Finanzierung von Staaten endgültig u exklusiv in die Kompetenz der nationalen Banken fallen, was ja vorübergehend auch dem Konzept von EZB-Scheff Mario Draghi
(manche erinnern sich vielleicht: Dieser >STINK-BOOT<l half seinerzeit ANGEBLICH Griechenlands Budget-Zahlen zu türken) entspricht.
In der Praxis hieße das, dass es für Staatsanleihen keinen Markt mehr gibt. Denn wenn sie nicht versichert werden können, kann kein Pensionsfonds oder keine Versicherung mehr Staatsanleihen kaufen.
Draghi’s-Idee:
Es wird für die Finanzierung der Staaten Geld gedruckt. Wie schon Ben Bernanke und die Bank of England hätte auch die EZB einen Weg gefunden, das Quantitative Easing durchzusetzen. Die Konsequenzen werden eine Deflation bei den Assets und Inflation bei den Preisen sein. Kombiniert ergeben diese beiden Entwicklungen ein Phänomen, das im Volksmund „Crash“ genannt wird.http://www.deutsche-mittelstands-nachrichten.de/autor/deutsche-mittelstands-nachrichten/
http://www.spiegel.de/spiegel/print/d-78313648.html
Die Haftung und baldige Inanspruchnahme wächst somit für ALLE LÄNDER
ins Unermessliche ...

.


die merkel

hat hat noch keinem gesagt, wass die "eu-linie" ist (so wie auch die restliche "weltwirtschaft")...........ein monopoly-spiel mit unbegrenztem spielgeld. bei dem die großkonzerne riesen gewinne auf kosten der anderen einfahren. und damit die zocker, bankster und spekulanten fest weiterspielen können, ist es halt nötig, hie und da neues spielgeld auszugeben.

für das die steuerzahler gerade stehen. aber die brauchen sich auch keine sorgen machen. bei der herrschenden "wirtschaftslage" können es sich nicht einmal mehr die bankster erlauben, diese summen tatsächlich einzufordern. dann würde es nämlich die eu völlig zerbröseln und die bilder von den bürgerkriegen in somalia wären live auf europas strassen zu sehen.

statt dessen wird halt das kapital immer weiter "aufgestockt", mit zahlungszielen die die nächsten 10 generationen auch nicht mehr erleben werden.

die deutschen waffenrechnungen seitens griechenland



können somit bezahlt werden!

Gast: Reflector
28.02.2012 01:24
7 0

Pervers

Interessant dabei ist, dass die Kanzlerin schon mit Stimmen von Rot Grün regiert. In der eigenen Partei wenden sich immer mehr ab und die saudumme, instinkloseste Opposition auf Erden gibt ihr die nötige Mehrheit.

Gewaltig, da müssen Deals laufen, da sind Ös Schmiergschichtln eine Kleinvogelblähung im Wienerwald.

Es ist jetzt nur noch abzuwarten wann die Sache Laternenordenreif wird.

Immerhin positioniert sich nun die 4 Buchstabenzeitung als Opposition, die es im Bundestag nicht mehr zu geben scheint und hat sich auf die Seite der ca. 80% Bail Out Gegner geschlagen, nachdem durch den Korrumpel Grüßaugust Abschuss Blut geleckt wurde.

Der Kampf dürfte also eröffnet sein ...

Von der Sinnlosigkeit dieses GRII Bankenrettungspakets will man ohnehin nicht mehr schreiben, es ist ja nun schon hinlänglich bekannt.

4 0

D ist ein besetzes Land

So geht es einem halt, wenn man noch immer ein von britischen und US-Truppen besetzes Land ist.

Gast: wonderworld
27.02.2012 21:18
6 0

die eu und der euro sind nur mehr eine katastrophe für die bürger;. solange können die leute gar nicht arbeiten und steuerzahlen um diesen bankenwahnsinn der politiker finanzieren zu können.- da müssten die leute 1000 jahre alt werden.- und dann wärs ackermann,nowotny,faymann u.co. noch zuwenig.


Gast: Floh Dagmar
27.02.2012 20:41
3 1

Sissifus

Die Griechen brauchen noch ein kleines Taschengeld.
Also EU-brennen!

2 1

Neue Währung für starke Länder soll her

was spricht gegen eine Beibehaltung des Euros bei gleichzeitiger Einführung einer zweiten „liquiden“ Europawährung (Nordstaatenwährung) welche sich deutlich vom derzeitigen Euro abheben kann. Somit würde es wirtschatfsschwachen Ländern wieder zumutbar sein, den Staatshaushalt durch eine deutliche Abwertung des derzeitigen Euros und eventuell ohne weitere Hilfszahlungen der wirtschaftsstarken Länder in den Griff zu bekommen.
Das würde aus meiner Sicht erstens Frust aus der Bevölkerung nehmen, zweitens den Staatshaushalt der wirtschaftsstarken Länder durch Solzialzahlungen nicht weiter belasten und drittens könnte sich die Bevölkerung von wirtschaftsstarken Ländern deutlich mehr um ihr Einkommen leisten, da man davon ausgehen kann, dass der Wechselkurs eines liquiden Nordstaateneuros gegenüber dem US Dollar oder dem Schweizer Franken deutlich höher eingestuft wird als der derzeitige Euro.
 
Auch gegenüber den Geldgebern von maroden Staaten, die ohnehin durch hohe (Risiko) Zinsen profitieren, hätte man somit eine moderate Lösung gefunden. Ein Schuldenschnitt wäre somit nicht notwendig.

Re: Neue Währung für starke Länder soll her



da ist österreich aber nicht mehr dabei, jetzt wo die volksbank wackelt.

ratingagenturen kennen unser land besser als faymann, fekter und spindelegger

Antworten Antworten Gast: Charlton Heston
28.02.2012 09:30
0 1

Re: Re: Neue Währung für starke Länder soll her

wär auch egal.
wir könnten dann ja abwerten.
niemand sagt, dass wir wieder in den DM-Block vulgo NEURO müssen.

andererseits, was hindert uns eigentlich, es genau wie die Griechen zu machen?

da wir im Euro sind, und der ja mit allen Mitteln auf alle Zeiten gerettet werden muss, wäre es doch die intelligente Option, auf Kosten der anderen zu leben.

Selbst Francois Hollande hat das erkannt und wird damit die Wahlen gewinnen...
und der Germanen werden ächzen und wehklagen. aber zahlen, bis sie schlussendlich pleite sind.
oder sie endlich mal eine Partei bekommen, die Eier in der Hose hat.

Gast: Megamax
27.02.2012 20:00
4 2

Na Bravo!

Die Deutschen sind die Melkkühe der Welt!

Bravo!
Wenn die "Deutschen" was machen, dann gründlich!

Nach der Wiedervereinigung, die nächste "dicke Pille" die die fleißigen Deutschen schlucken müssen...

Aber keine Angst, liebe Nachbarn!
Auch wir werden unseren Teil dazu beitragen!!
Dafür werden unsere Politikerdarsteller schon sorgen... :((

Alle miteinander..

an der Laterne, vor dem großen Tor...

Antworten Gast: Reflector
28.02.2012 01:33
2 0

Re: Alle miteinander..

Nur gemach, bald gibt es auch Platzkarten für das Event.

In D ist immer alles gut organisiert, keine Sorge!

Antworten Gast: Reflector
28.02.2012 01:33
0 0

Re: Alle miteinander..

Nur gemach, bald gibt es auch Platzkarten für das Event.

In D ist immer alles gut organisiert, keine Sorge!

Antworten Gast: Feuervögelchen
27.02.2012 19:58
5 0

Re: Alle miteinander..

Stimme voll zu!

Hängt sie höher - es gibt Strassenlaternen.


Gast: noscience
27.02.2012 19:48
4 0

da freuen sie sich alle - wenn wieder a paar hundert milliarden steuergelder im tango korruptisumpf der casinobanker verschwinden.


Gast: freund?
27.02.2012 19:46
8 0

manche kriegen langsam zweifel, wie putzig !



und der csu-ler, der so vollmundig dahergeschmatzt hat, von wegen raus mit den griechen, stimmt FÜR den verplemper-wahnsinn.

Gast: meerwind
27.02.2012 18:45
0 0

RAP - HIP HOP zum Thema Eurokrise

Hier ein RAP zum Thema der sich gewaschen hat:

http://www.youtube.com/watch?v=zZajJ-LSHsE

Gast: goldesel
27.02.2012 18:38
4 2

na gott sei dank-hab schon geglaubt, die goldesel steuerzahler u arbeitnehmer werden nicht mehr zur kasse gebeten. was hätten denn die casinobanker wie ackermann,lagarde u.co gemacht-wenn das volk nein zu dieser weiteren steuergeldumverteilungslawine gesagt hätte.


Eurokrise - Die Begriffe

  • Was ist die Eurokrise? Ein Rückblick auf die Ursachen mehr...

    EFSF Der Rettungsschirm und wie er funktioniert mehr...

    Hebel für EFSF Wie man aus sehr viel Geld noch viel mehr Geld macht. mehr ...

    EFSM Der Mechanismus für Finanzstabilisierung und seine Aufgaben mehr...

    ESM Der Europäische Stabilitätsmechanismus soll 2013 den EFSF-Fonds ablösen. mehr ...

    Eurobonds Was gemeinsame EU-Anleihen bezwecken und wie sie funktionieren sollen. mehr ...

    EZB Die EZB ist Hüterin des Euro und soll eine geringe Inflation garantieren. Zumindest bis jetzt. mehr ...

    Waffen der EZB Was die "Bazooka" ist und welche anderen Waffen die Zentralbank hat. mehr ...

    IWF Der IWF ist die Finanzfeuerwehr der Vereinten Nationen und massiv an den Hilfsaktionen in Europa beteiligt. mehr ...

    Ratingagenturen Die wichtigsten Agenturen und deren Bewertungen. mehr ...

    SPIV Das Special Purpose Investment Vehicle soll die Finanzierung in Euroländern erleichtern. mehr ...

    Troika Die Troika ist eine Gruppe von Experten von EZB, IWF und EU-Kommission. mehr ...

    G20 Die 20 größten Wirtschaftsmächte repräsentieren zwei Drittel der Weltbevölkerung. mehr ...

    PSI Beim Private Sector Involvement geht es um die Beteiligung des Privatsektors an der Krisenlösung. mehr ...

    CDS Kreditausfallsversicherungen werden unter anderem dann fällig, wenn ein Land pleite ist. mehr ...

    Sekundärmarkt Der Sekundärmarkt ist der Markt, auf dem die bereits in Umlauf befindlichen Wertpapiere gehandelt werden. mehr ...

    OMT OMT ist die Abkürzung für Outright Monetary Transactions. Dahinter verbirgt sich das von der EZB am 6.September 2012 beschlossene neue Kaufprogramm von Staatsanleihen der Krisenländer. mehr ...