EU: Juncker für eigenen Griechenland-Kommissar

28.02.2012 | 22:51 |   (DiePresse.com)

Athen habe es "bisher nicht vermocht", die wirtschaftliche Infrastruktur des Landes an europäische Standards anzupassen. "Deshalb müssen wir bei der Umsetzung selbst mit anpacken", sagt der Eurogruppenchef in einem Interview.

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Eurogruppenchef Jean-Claude Juncker hat einen eigenen EU-Kommissar mit Zuständigkeit für Griechenland gefordert. "Ich wäre sehr dafür, dass ein EU-Kommissar mit dem Aufbau der griechischen Wirtschaftsstruktur beauftragt wird", sagte Juncker der Tageszeitung "Die Welt". Es handle sich dabei aber nicht um die Beauftragung des umstrittenen "Sparkommissars".

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Ein EU-Kommissar sei nötig, weil die Wirtschaftsstruktur des Landes "der unseren in keiner Weise vergleichbar" sei, sagte der luxemburgische Regierungschef weiter. Die griechische Regierung habe es "bisher nicht vermocht", die wirtschaftliche Infrastruktur des Landes an europäische Standards anzupassen. "Deshalb müssen wir bei der Umsetzung selbst mit anpacken", sagte Juncker der Zeitung.

"Irgendjemand muss eben Hilfe bieten"

Es handle sich bei seinem Vorschlag aber nicht um eine Neuauflage des von der Bundesregierung ins Spiel gebrachten "Sparkommissars". "Kein Sparkommissar, wie ehedem vorgeschlagen, sondern ein Aufbaukommissar, der alle Kompetenzen der EU-Kommission Griechenland betreffend bündelt", sagte Juncker. "Irgendjemand muss eben Hilfestellung bieten, die griechische Wirtschaftspolitik denken und vorausdenken." Monatliche Treffen der Euro-Finanzminister reichten dazu nicht aus.

Deutschland hatte im Jänner vorgeschlagen, einen sogenannten Sparkommissar mit der Haushaltsüberwachung für Griechenland zu beauftragen. Der Vorschlag war aber nicht nur von Athen abgelehnt worden, sondern hatte Deutschland insgesamt überwiegend Kritik eingetragen.

(APA)

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11 Kommentare
Gast: smilefile
29.02.2012 10:02
0

Ungefragt,..../ das bleibt Europa's Volk,...



Bundeskanzler Faymann informierte die Abgeordneten auch darüber, dass die Wiederwahl des EU-Ratspräsidenten Herman Van Rompuy anstehe und er sich für eine zweite Amtsperiode Rompuys aussprechen werde

Gast: Vogel Strauss
29.02.2012 09:37
0

Schon wieder ein neuer Posten

Hr. Juncker tritt im Juni als Eurogruppenchef zurück und muss sich noch schnell einen gutdotierten Posten für die Pension schaffen ...

Gast: freund?
29.02.2012 09:36
0

juncker, der totengräber von demokratie und wohlstand



produziert NOCH mehr unfähige bürokratie !

ÄÄUU IST MIST !

warum soll man das nicht schreiben dürfen?

es ist doch einfach WAHR !

Dreht euch nicht um!

Der Kommissar geht um!
Wählt rot, schwarz und grün nur weiter,
dann bleibt der Pleitengeier heiter!

Endlich kommt es ans Tageslicht

Die Entmündigung der einzelnen Staaten ganz nach dem Muster der ehemaligen UDSSR.
Wann steht das Volk endlich geschlossen auf gegen den Moloch EU ????

Gast: jennylinzerin
29.02.2012 09:04
0

max otte

Max Otte: Euros nach Athen - Jetzt reicht's?

http://goo.gl/ltGOh

Nichts dazugelernt

Als hätten die Kommissare schon etwas gut gemacht. Statt einen Fehler zuzugeben den nächsten machen.Schde um jeden Cent.

Gast: EFF EFF
29.02.2012 06:12
0

Aufbaukommissar

Die deutsche Vereinigung ist ja auch schon halb fertig. Da hätte das hochherrschafltiche Amt eines Aufbaukommissars für Griechenland geradezu einen Hauch von Ewigkeit und Griechenland wäre für alle Zeiten Europas neue Waschküche.

Mal sehen, ob die Eurogruppe so ein Amt noch schnell vor den Wahlen in Griechenland durchknüppelt. Auf Aljazeera war vor ein paar Tagen ein Interview mit einem griechischen Kleinunternehmer. Der wünscht sich eigentlich nur den alten, koruppten Politfilz weg und nicht noch mehr von der Sorte.

Gast: little_brother_is_watching_you_too!
29.02.2012 03:04
4

ein spätes...

... eingeständnis, ein entwicklungsland, in allen belangen, in den euro-raum aufgenommen zu haben.
logischer weise müsste das land sofort aus ebendiesem entlassen werden. das wäre nur konsequent.

Gast: Blankenstein Husar
29.02.2012 00:50
1

Gute Idee! Wie wärs mit Edmund Stoiber!

Schon vor 150 Jahren haben sie nämlich einen Bayern zum "König von Griechenland" gewählt...


Gast: G.F.-W
28.02.2012 23:26
3

Prioritäten

Nun muss man sich klarerweise den Problemen stellen. Aber es drängt sich doch die Frage auf, wo haben die EU Verhandler hingeschaut, als sie diesen Staat (?) als Mitglied in die EU Währungsunion aufnahmen? Und wie ist sichergestellt (oder eher wohl nicht), dass ähnliche gefährliche und teure Patzer nicht wieder passieren?
Wie man dieser Tage sieht, wird ja die Erweiterung der EU frohgemut fortgesetzt, anstatt zunächst einmal eine gründliche Neuorientierung vorzunehmen und die gegenwärtige beträchtliche Schlagseite des EU Schiffes wieder ins Lot zu bringen. Mit neuen Lasten wird das schwierig werden.

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