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Auch Pharmakonzerne sollen Griechenland Schulden erlassen

06.03.2012 | 16:33 |   (DiePresse.com)

Griechische Regierung hatte 2010 Forderungen gegen Bonds getauscht - Fresenius soll nun an Anleihentausch teilnehmen - Auch Spanien, Portugal schulden Pharmakonzernen Milliarden.

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Nicht nur Banken und Versicherungen sollen Griechenland Schulden erlassen, sondern auch Unternehmen außerhalb der Finanzbranche. Betroffen sind vor allem Pharmakonzerne, da die griechische Regierung 2010 unbezahlte Rechnungen staatlicher Krankenhäuser durch die Ausgabe von Anleihen beglichen hat. Auch der deutsche Gesundheitskonzern Fresenius kam auf diese Weise zu griechischen Bonds und wurde nun vom Mittelmeerland aufgefordert, sich am Schuldenschnitt zu beteiligen.

Der Konzern prüfe derzeit, ob er an dem Anleihentausch teilnehmen werde, sagte ein Firmensprecher am Dienstag zu Reuters. Noch vor drei Wochen hatte Finanzchef Stephan Sturm betont, sein Konzern müsse Griechenland voraussichtlich keine Schulden erlassen.

Fresenius: "nicht erheblicher" Anteil

Viele Pharmakonzerne wie Roche haben bereits sämtliche griechischen Anleihen verkauft, AstraZeneca hält wie Fresenius noch einen "nicht erheblichen" Anteil an Hellas-Bonds, wie eine Unternehmenssprecherin erklärte. Der britisch-schwedische Konzern überlege derzeit ebenfalls, ob er sich an dem Schuldenschnitt beteilige.

Die Beteiligung privater Gläubiger ist ein zentraler Bestandteil des zweiten Rettungspaketes für Griechenland. Bis Freitag soll feststehen, ob sich genügend Investoren am Schuldenschnitt beteiligen. Sollte dies nicht der Fall sein, will die griechische Regierung die Anleger über neue Vertragsklauseln zur Teilnahme zwingen. Dann dürften die von vielen Hedgefonds erworbenen Kreditversicherungen fällig werden, was neue Turbulenzen an den Finanzmärkten auslösen könnte.

Bonds für Pillen

Die griechische Regierung hatte Ende 2010 für unbezahlte Rechnungen von staatlichen Krankenhäuser spezielle Anleihen an zahlreiche Unternehmen ausgegeben. Für die sogenannten Zero-Bonds werden Zinsen üblicherweise nicht regelmäßig ausgezahlt, sondern erst am Ende der Laufzeit. Fresenius hatte damals einen Forderungsbestand im mittleren zweistelligen Millionen-Bereich gegen Zero-Bonds getauscht. Einen Großteil der Papiere habe der Konzern bereits verkauft und die übrigen Bonds wertberichtigt, sagte der Firmensprecher. "Wir erwarten deshalb keine signifikanten Folgen auf unser Ergebnis." Die Prognose für 2012 habe weiter Bestand.

Das Problem ausstehender Forderungen hat Fresenius nicht exklusiv. In Europa sind nach Schätzungen des Pharmaverbandes Efpia Rechnungen in Höhe von zwölf bis 15 Mrd. Euro noch nicht bezahlt. Der größte Teil der Verbindlichkeiten entfällt mit Griechenland, Portugal, Spanien und Italien auf Länder, die im Zentrum der Staatsschuldenkrise stehen. Größter Schuldner ist Spanien. Die Schulden des südeuropäischen Landes an Pharmakonzerne stiegen 2011 des spanischen Branchenverbands Farmaindustria um gut ein Drittel auf 6,4 Mrd. Euro.

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