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Frist für griechischen Schuldenschnitt endet

08.03.2012 | 10:53 |   (DiePresse.com)

Bis 21.00 Uhr am heutigen Donnerstag müssen Griechenlands Gläubiger einem Schuldenschnitt zustimmen, sonst könnte der Staatsbankrott folgen.

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Bei dem historischen Schuldenschnitt in Griechenland macht sich kurz vor Ablauf der entscheidenden Frist Zuversicht über einen Erfolg der Mammut-Operation breit. Das Tauschprogramm laufe gut und die Annahmequote sei "sehr hoch", sagte am Donnerstag ein Regierungsmitarbeiter. Nach Einschätzung griechischer Experten mit guten Kontakten zum Finanzministerium soll die Zustimmungsquote bei 60 Prozent liegen. Ein Mitarbeiter des Finanzministeriums sagte, man sei sich sicher, dass am Ende mehr als 75 Prozent zusammenkämen.

Als fast sicher galt in Athen jedoch, dass die eigentlich angestrebte Zustimmung von mehr als 90 Prozent nicht erreicht werden könne. Für diesen Fall wird damit gerechnet, dass Athen Umschuldungsklauseln (CAC) aktiviert, die die Gläubiger zum Forderungsverzicht zwingen. Ein entsprechendes Gesetz hatte das Parlament in Athen im Februar beschlossen.

Zwei Drittel-Mehrheit für Umschuldung nötig

Die Privatgläubiger Griechenlands müssen sich bis heute Abend 21 Uhr MEZ entscheiden, ob sie an dem Anleihetausch teilnehmen und dabei auf einen Großteil ihrer Forderungen verzichten. Auch die Börsianer setzten auf einen Erfolg und verschafften den Aktienmärkten in Asien und Europa Kursgewinne. Die griechische Regierung wird die genaue Annahmequote voraussichtlich Freitagfrüh um 07.00 Uhr bekanntgeben.

Bisher hat erst etwa die Hälfte der Banken, Versicherungen und Hedgefonds ihre Bereitschaft zu dem Anleihe-Tausch signalisiert. Eine Zwei-Drittel-Mehrheit der Investoren wäre nötig, um die Umschuldung notfalls zu erzwingen. Bei einer sehr hohen Zustimmung könnte die Umschuldung ohne die Aktivierung von umstrittenen Zwangsklauseln stattfinden.

Hedgefonds könnten profitieren

Vor allem die Rolle einiger Hedgefonds, die Hellas-Bonds halten, ist unklar. Sie könnten von einer ungeordneten Pleite Griechenlands profitieren, bei der viele Finanzprofis heftige Turbulenzen an den Aktienmärkten befürchten. Die meisten deutschen Banken und Versicherer haben erklärt, bei dem Schuldenschnitt mitzumachen.

Griechenland steht bei den privaten Gläubigern - Banken, Versicherer und Fonds - mit insgesamt gut 200 Milliarden Euro in der Kreide. Der angepeilte Verzicht von mehr als 70 Prozent der Forderungen würde Griechenland um insgesamt 107 Milliarden Euro entlasten. Der Schuldenschnitt ist eine Voraussetzung dafür, dass das überschuldete Land mit einem neuen Hilfspaket seiner Euro-Partner im Volumen von 130 Milliarden Euro gerettet wird. Die Finanzminister der Eurozone wollen darüber am Freitag beraten.

"Optimismus für den erfolgreichen Abschluss des Schuldenschnitts", titelte die Athener Zeitung "Ta Nea". "Optimismus, dass der Schuldenschnitt am Abend unter Dach und Fach sein wird", hieß es auch beim Boulevardblatt "Ethnos".

 

(APA)

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22 Kommentare
Gast: Reflector
09.03.2012 00:36
0 0

GR ist de facto Pleite;


PT, E stellen sich auch schon in der Reihe an

Es wird jedenfalls versucht werden keinen offiziellen Default Case auszusprechen.

Aber wie auch immer, es ist ja ohnehin in beiden Fällen mit weitreichenden Konsequenzen zu rechnen.

"angepeilte Verzicht von mehr als 70 Prozent"

...und trotzdem soll das kein "credit event" sein?!
Mich wundert, dass sich die Käufer von CDS das gefallen lassen, bzw. wer bestimmt eigentlich, dass ein 70%iger Ausfall kein "credit event" sein soll?!
Die Anbieter dieser Papiere haben tolle Prämien kassiert und jetzt, im Schadensfall, kneiffen sie, wie eine typische Versicherung halt.

was soll der quatsch, info für die dummen zu hause

in wirklichkeit gibt es keinen staatsbankrott, solange unsere politgangster noch einen müden euro aus den steuerzahlern herauspressen können. die sind doch alle von den banken, für die viel am spiel steht, angefüttert oder noch mehr worden. hoch lebe unsere kleptokratie mit den beiden oberkleptos.


Gast: DI
08.03.2012 15:14
0 0

Wetten, um 20:59

wird wieder eine Lösung gefunden, welche dem Steuerzahler viel Geld kostet.

Gast: Geld istweg!
08.03.2012 14:13
0 0

Griechenland überschattet Alles; was ist z. B. mit Portugal?

Während die Blicke wie gebannt auf das besinnliche Griechenland schauen, bahnt sich das nächste Land seinen Weg zum Futtertrog. Die Renditen für die Staatsanleihen steigen beharrlich, bei 5 jährigen Anleihen bereits auf 17,05 %.

Ab der magischen Marke von 7 %, ist eine Rettung einer Volkswirrtschaft aus eigener Kraft schwer bis unmöglich. Rein volkswirtschaftlich wurde Portugal bereits vor einigen Jahren aus dem Spiel genommen, in Kürze dürfte es auch dort gehörig scheppern.

Aber auch dort werden wir wieder "unser Geld zurückbekommen und an den Zinsen gut verdienen."

Gast: 1. Parteiloser
08.03.2012 11:33
1 0

Das Ziel zum "freiwilligen Schuldenverzicht" wird also nicht erreicht werden können!

Mit einer Zustimmung von 75%, bei einem Ziel von 90%, kann eher nicht von einem Erfolg gesprochen werden. Wenn das gültige Gesetz angewandt wird, dann wird es wohl zu gesetzlichen Umschuldungsklauseln kommen. Das muss als Zahlungsausfall gewertet werden, geht doch gar nicht anders. Da werden dann die absurden Interpretation auch nichts mehr helfen.

Wenn es zum erwarteten Zahlungsausfall kommt, dann werden die CDS schlagend werden. Es wird also genau zur der unkontrollierbaren Situation kommen, welche die Entscheidungsträger um jeden Preis verhindern wollten.

Was dann auf den Finanzmärkten passieren wird, das kann heute keiner wirklich Prognostizieren, ein heftiger Einschlag wird das allemal.

Das Versagen der Entscheidungsträger ist nur noch unglaublich. Die haben in den letzten 3 Jahren von den 350 Mrd. Schulden etwa 150 Mrd. an staatliche Stellen übergeleitet (Steuerzahler der EU!). Von den verbleibenden 200 Mrd. Euro wird wohl der überwiegende Teil auch von staatskontrollierten Banken (Landesbanken, Kommunalkredit, etc.) gehalten.

In wirklich privaten Händen sind vermutlich nur noch etwa 50 Mrd. Euro, maximal aber 100 Mrd. Das sind die Zocker, welche abkassieren wollen und auch die Probleme bei der Umschuldung machen.

Ich würde meinen, dass nach den Umbuchungen von min. 250 Mrd. auf die EU Steuerzahler, auf die 50 - 100 Mrd. auch nicht mehr angekommen wäre.

Jetzt aber, jetzt geht die Katastrophe vermutlich erst so richtig los.

Banken: Vorbereitung auf Euro-Zerfall

In aller Heimlichkeit befassen sich immer mehr Unternehmen mit einem Euro-Bruch. Auch Banken haben so genannte "Notfallpläne" bereits in der Schublade. Wie lange noch wird es den Euro in der jetztigen Form also geben?

Analyse:
http://www.mmnews.de/index.php/wirtschaft/9662-banken-vorbereitung-auf-euro-zerfall

Man wird dem Schuldenschnitt

mit Mehrheit zustimmen, denn man hatte ja nur die Wahl zwischen Pest und Cholera. Aber beides ist tödlich, nur mit dem Unterschied, dass die griechische Tragödie jetzt weiter geht. Ob es besser gewesen wäre, den Vorhang fallen zu lassen und die Scheinwerfer abzudrehen, das wird sich erst herausstellen, wenn wir die Rechnung präsentiert bekommen. Teuer wird's auf jeden Fall.

Gast: Kuchenfresser
08.03.2012 11:11
0 0

Drama, Baby, Drama

Und immer wieder grüßen die Geschichtenerzähler aus Brüssel und andernorts das dumme Volk (Nein, die dummen Völker).
Und irgendwann sind wir dann alle Griechen.
Hätte wer diese unglaubliche Entwicklung vor 10, 20 Jahren aufgezeigt, man hätte ihn mit Dreck beworfen und vom Hof gejagt. Aber nun, nun ist fast schon jeden Tag 1. April.

Der Schärdinger

Nichts wir sich ändern. Es wird wieder bezahlt werden, in ein paar Wochen alles wieder von ...........
A bissal schimpfen, a bissal jammern, Bussi hier und Bussi da in Brüssel, a bissal Märchen für das Volk in Ö und zahlen, weil ja sonst alles so schrecklich wird,..... ist ja jedes Wort zuviel,
absolut sinnlos, genauso wie hier zu schreiben!

Gast: freund?
08.03.2012 10:41
0 0

VERGISS


GRIECHENLAND !

keine perspektive, keine positive struktur, keine hoffnung.

kein geld, bittschön, bei uns regnet es das zeugs auch nicht !

Re: VERGISS

Wenn die 100 Milliarden Euro Strukturhilfe, welche in den letzten 30 Jahren in dieses Faß ohne Boden geflossen sind zu dieser Situation geführt haben, ist wahrlich keine Hoffnung für dieses Land im Euro-Raum!

Der Schicksalstag der EU!

Es geht schon lange nicht mehr nur um Griechenland. Heute Abend wird entschieden, ob die EU in jetziger Form fortbesteht oder nicht!

Antworten Gast: Kuchenfresser
08.03.2012 11:12
0 0

Re: Der Schicksalstag der EU!

Wenn Sie doch nur recht hätten. So kann es doch nicht weitergehen.

Gast: Nordlicht
08.03.2012 09:48
2 0

Frist für griechischen Schuldenschnitt endet

Kann mir jemand erklären was das Wort "Freiwillig" heißt.

Gast: STFU
08.03.2012 08:37
5 0

Wer war Schuld? Schon vergessen?

Und jetzt retten wir auch noch die Schuldigen!

P3rvers!

http://www.deutsche-mittelstands-nachrichten.de/2012/03/39309/

Ist Griechenland heute abend auch offiziell insolvent?

Bis heute abend müssen 90 % der privaten Griechenlandgläubiger dem freiwilligen Schuldenschnitt (51 % Kapitalschnitt bzw. mit geringeren Zinsen und geänderten Laufzeiten 75 - 80 %) zustimmen, wobei auch bereits 5 griechische Fonds offiziell kundgetan haben diesen nicht zu akzeptieren. Kommt es nicht zu dieser Einigung, dann ist Griechenland auch offiziell insolvent und die Credit Default Swaps beginnen zu greifen.

Hat ein Gläubiger seine Forderung gegenüber Griechenland mit einem CDS abgesichert, würde er sich meines Erachtens nach sogar strafbar machen, wenn er diesen freiwilligen Schuldenschnitte akzeptieren würde. Experten gehen davon aus, daß 70 bis maximal 80 % der Privatgläubiger den Haircut akzeptieren werden, womit dann in weiterer Folge auch die von Österreich übernommen Haftungen für Griechenland prompt schlagend werden und somit das österreichische Sparpaket bereits überholt sein dürfte bevor es überhaupt beschlossen wurde.

Letzten Endes sind es somit unsere Politiker die die Zukunft unseres Landes durch Fehleinschätzungen, Fehlbesetzungen in staatsnahen Betrieben bzw. auch Fehlentscheidungen gefährden.

Stärkung der direkten Demokratie in Österreich, wenn die Berufspolitik anstatt des Gemeinwohl Österreichs, Partei-, Klientel-, EU- oder Unternehmensinteressen vertritt damit das Volk auch außerhalb von Wahlzeiten jederzeit als kollektiver Korrekturmechanismus eingreifen kann.

Re: Ist Griechenland heute abend auch offiziell insolvent?

> Hat ein Gläubiger seine Forderung gegenüber Griechenland
> mit einem CDS abgesichert, würde er sich meines Erachtens nach
> sogar strafbar machen, wenn er diesen freiwilligen
> Schuldenschnitte akzeptieren würde.

Wieso würde er sich strafbar machen? Nach welchem Recht? Erklären Sie bitte den Gedankengang, denn mir will er sich nicht so ohne Weiteres erschließen.

Re: Re: Ist Griechenland heute abend auch offiziell insolvent?

Wenn ein Fondmanager Geld dafür ausgibt seine marode Forderung abzusichern und auf dieses Absicherungsgeschäft durch Zustimmung zu einen freiwilligen Schuldenschnitt verzichtet, dann entsteht ein Schaden für den Fonds und er wäre damit auch schadenersatzpflichtig. Geht Griechenland offiziell pleite dann bekommt der Fonds durch die Absicherung 100 % des Wertes ersetzt, wird dem Schuldenschnitt zugestimmt dann verliert der Fonds über 70 % der Forderung. Die Zustimmung wäre meines Erachtens zumindest ein Kridatatbestand, denn dann hätte man ja gar kein Absicherungsgeschäft machen müssen.

Zum Schluß wurde für die Absicherung einer Forderung von 10 Mio Euro rund 7 Mio Euro bezahlt. Somit würde im Extremfall der Fond 14 Mio Euro (über 7 Mio aus der eigentlichen Schuld und 7 Mio aus dem Absicherungsgeschäft) verlieren.

Re: Re: Re: Ist Griechenland heute abend auch offiziell insolvent?

In dem Fall verstehe ich den Gedankengang natürlich, ich hatte an die Absicherung der eigenen Forderung gedacht, nicht an einen Fondsmanager der fremde Gelder betreut.

8 0

lieber ein ende mit schrecken...

als diesen schrecken ohne ende noch länger mitansehen zu müssen.

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