Nach der historischen Milliarden-Umschuldung in Griechenland hat Fitch als erste Rating-Agentur die Kreditwürdigkeit des Landes im Zentrum der Schuldenkrise heraufgestuft. Fitch versah die neuen Staatsanleihen des Landes am Dienstag mit der Note "B-" und einem stabilen Ausblick. Als sicher gelten die Papiere damit jedoch noch lange nicht: Fitch sieht weiter ein hohes Risiko, dass Griechenland auch die neuen Anleihen nicht bedienen kann, weil es noch immer sehr hoch verschuldet ist und die Wirtschaft tief in der Rezession steckt.
Wegen der größten Umschuldungsaktion aller Zeiten hatte Fitch die alten Staatsanleihen Griechenlands mit einem "beschränkten Zahlungsausfall" bewertet. Private Gläubiger wie Banken, Versicherungen und Fonds haben sich im Rahmen des Schuldentauschs unter enormen Druck dazu bereiterklärt, Griechenland durch den Tausch alter gegen neue Staatsanleihen insgesamt mehr als 100 Mrd. Euro Schulden zu erlassen. Die Euro-Finanzminister hatten daraufhin grünes Licht für 35,5 Mrd. öffentlicher Hilfen aus dem zweiten Paket von insgesamt 130 Mrd. Euro gegeben, die zur Absicherung des Schuldenschnitts gebraucht werden.
Immer wieder Kritik an Agenturen
Fitch erhöhte die Bonitätsnote Griechenlands damit erstmals seit 2003. Das Land wurde von den drei großen Rating-Agenturen - neben Fitch sind dies Standard & Poor's und Moody's - seit Ausbruch der Schuldenkrise 2009 ein ums andere Mal heruntergestuft. Dies hatte wiederholt Politiker aus der gesamten EU auf den Plan gerufen, die den Agenturen eine Verschärfung der Krise vorwarfen.
Die Ratingagentur sieht trotz der höheren Bewertung große Herausforderungen auf das Land zukommen. Schon kurzfristig drohe mit den im April oder Mai anstehenden Parlamentswahlen Ungemach, weil der Reformwille einer neuen Regierung ungewiss sei, so Fitch.
(APA)

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