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Bulgaren-Minister: "Griechen sind Gefahr für Wirtschaft"

15.03.2012 | 17:39 |   (DiePresse.com)

Das Land wolle nicht mit dem südlichen Nachbarn in einen Topf gesteckt werden. Aber griechische Firmen schafften 100.000 Arbeitsplätze in Bulgarien.

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Griechenland sei eine Gefahr für die bulgarische Wirtschaft, sagte Bulgariens Finanzminister Simeon Djankow anlässlich einer Präsentation des Weltbank-Berichts zu seinem Land in Sofia. Das Land werde jahrelang die Achillesferse Europas bleiben. "Das wird auch unsere Wirtschaft in Mitleidenschaft ziehen", zitiert der staatliche Rundfunk "BNR" den Finanzminister. Wegen seiner dauerhaften Wirtschafts- und Finanzstabilität solle Bulgarien nicht mit Südeuropa, konkret mit seinem südlichen Nachbarland Griechenland in einen Topf gesteckt werden, forderte Djankow.

Griechenland ist mit rund drei Milliarden Euro einer der wichtigen ausländischen Investoren in Bulgarien. Griechische Unternehmen haben etwa 100.000 neue Arbeitsplätze geschaffen. Laut Ioana Ianarou, Leiterin der Handelsabteilung in der griechischen Botschaft in Sofia, ist Bulgarien momentan das wichtigste Zielland für griechische Unternehmer, die ihr Geschäft aus dem Krisenland über die Grenze zu retten versuchen.

Problemfeld Arbeitsmarkt

Bei der Vorstellung des Weltbank-Berichts sprach der bulgarische Finanzminister auch über weitere Risiken für die langfristige Wirtschaftsentwicklung des Landes. "Bulgarien muss ein großes Defizit an gut ausgebildeten Fachkräften ausgleichen. Immer mehr junge Menschen entscheiden sich für ein Auslandsstudium und verlassen Bulgarien. Darunter leidet die Qualität unserer Hochschulbildung", sagte Djankow. Hinzu käme das kritische demografische Bild des Landes mit einer traditionell niedrigen Geburtenrate und einer kontinuierlichen Veralterung der Gesellschaft. Bei einem hohen Wirtschaftswachstum würde es sich Bulgarien leisten können, Arbeitskräfte aus dem Ausland zu holen, um dieses Defizit auszugleichen.

Djankow warf der EU-Kommission vor, sie habe keine Politik für die Förderung des Wettbewerbs auf dem Arbeitsmarkt entwickelt. Europa verliere jedes Jahr bis zu eine Million Arbeitskräfte, ohne dass sich die EU Gegenmaßnahmen überlege. "Die fehlende Arbeitskraft in Europa belastet unsere Pensions- und Krankenversicherungssysteme", monierte der Finanzminister.

(APA)

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1 Kommentare
Gast: Kaan Mutver
16.03.2012 17:20
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