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Spanier streiken gegen Arbeitsmarktreform

29.03.2012 | 10:49 |   (DiePresse.com)

Die Gewerkschaften haben zu einem Generalstreik aufgerufen. Bei Krawallen wurden 58 Menschen festgenommen. Fünf Polizisten wurden leicht verletzt.

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In Spanien haben die Gewerkschaften für Donnerstag zu einem Generalstreik gegen die geplante Arbeitsmarktreform aufgerufen. Unter anderem in U-Bahnen und bei Fluggesellschaften soll für 24 Stunden die Arbeit ruhen. Mit Plakaten, Transparenten und roten Fahnen protestierten Gewerkschaftsmitglieder in der Hauptstadt Madrid vor Unternehmen, Bahnstationen und dem städtischen Großmarkt. Während die Gewerkschaften bereits in der Früh von einem "riesigen Erfolg" sprachen, teilte das Innenministerium mit, bei Zusammenstößen mit der Polizei seien 58 Menschen festgenommen und fünf Polizisten leicht verletzt worden.

Zu dem Protesttag hatten die beiden großen Gewerkschaften CCOO und UGT aufgerufen. Landesweit setzten sie rund 100 Demonstrationen an. Der Protesttag findet 100 Tage nach dem Regierungsantritt des konservativen Ministerpräsidenten Mariano Rajoy (Volkspartei/PP) statt. Zuletzt hatte es in Spanien am 29. September 2010 einen Generalstreik gegeben.

Arbeitslosenquote liegt bei 23 Prozent

Da die Gewerkschaften traditionell im Transportgewerbe stark sind, dürften nur einer von vier Bussen und ein Drittel der U-Bahnen fahren. Der Zug- und der Flugverkehr werden voraussichtlich ebenfalls stark beeinträchtigt. Die größte spanische Fluggesellschaft Iberia hat bereits angekündigt, 222 Flüge würden gestrichen - das sind mehr als 60 Prozent der geplanten. Auch bei Großkonzernen wie Telefonica und der Ölfirma Repsol verfügen die Gewerkschaften über einen hohen Organisationsgrad.

Die Arbeitsmarktreform der Regierung sieht unter anderem eine Lockerung des Kündigungsschutzes und eine Einschränkung der Gültigkeit von Tarifverträgen vor. Dies soll die Einstellung von Beschäftigten erleichtern. Die Gewerkschaften befürchten allerdings, dass diese Maßnahmen die Lage verschlimmern könnten. In Spanien liegt die Arbeitslosenquote bei 23 Prozent. Bei Menschen unter 25 Jahren liegt die Arbeitslosenquote sogar bei 48,6 Prozent. Ministerpräsident Mariano Rajoy plant zudem, am Freitag neue Sparmaßnahmen bekanntzugeben, um das Budgetdefizit unter Kontrolle zu bekommen.

 

(Ag.)

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8 Kommentare
Gast: Bonzenbeauftragter
29.03.2012 10:30
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Bei uns ist's anders.

In anderen Ländern haben Gewerkschaften wenigstens noch Mumm, bei uns sind sie fette & korrupte Packler, die sich nur für ihre besser verdienenden Mitglieder interessieren und aktiv niedrigere Löhne und schlechtere Bedingungen für ärmere Teile der Bevölkerung fördern.

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Re: Bei uns ist's anders.

in Spanien sind analog zu F und I die meisten Angestellten pragmatisiert. mit der Folge, dass Firmen in der Krise niemand abbauen können und deshalb erst recht pleite gehn. daher stellen die firmen aber auch in boomzeiten niemand neu ein... das system ist gut gemeint, aber wie so oft das gegenteil von gut, da es den -markt im arbeitsmarkt verhindert. dagegen ist unser beinahe-hire-

Antworten Antworten Gast: aus spanien
30.03.2012 17:43
0 0

Re: Re: Bei uns ist's anders.

Nicht ganz - der Großteil vor allem junger Arbeitnehmer bekommt (wenn überhaupt einen Job) nur noch "contratos basura" - kurze befristete Verträge (oft nur für ein paar Wochen oder Monate), die dann je nach Bedarf verlängert (als bei uns unzulässige Kettenverträge) oder eben nicht verlängert werden. Gut für Firmen - keine Abfertigungen, keine Kündigungsfristen. Aber katastrophal für die Arbeitnehmer, da z.B. unmöglich z.B. unter solchen Arbeitsbedingungen eine Familie zu gründen.

Gast: Tiefseeforscher
29.03.2012 07:04
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schwache Berichterstattung

Viel interessanter wäre es, die zur Diskussion stehenden Arbeits- und Sozialrechte in anderen Ländern, einmal detailliert darzustellen, damit sich der Leser ein Bild von den unterschiedlichen Sozialprogrammen in Europa machen kann. Aber dies würde eine bessere Recherche der Journalisten erfordern und einen Arbeitsaufwand bedeuten. Also berichtet man lieber über stillstehende U-Bahnen und die sonst üblichen Auswirkungen. Schwach.

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Re: schwache Berichterstattung

Gebe Ihnen Recht!

Aber im Grunde ist es egal was da über Spanien geschrieben wird. Denn eines sollte klar sein: "Spanien ist wirtschaftlich tot!" Das tut mir für die einfachen Menschen dort leid, allerdings ändert das nichts an dieser traurigen Tatsache!

Re: Re: schwache Berichterstattung

Spanien wurde von den Genossen zu Tode gewirtschaftet.jetzt wollen auch noch die Gewerkschaften das Land weiter in den Abgrund stürzen.Überall wo Gewerkschaften zuviel Macht ausüben ist die Staatspleite nicht mehr abzuwenden.

Antworten Antworten Antworten Gast: aus spanien
30.03.2012 17:44
0 0

Re: Re: Re: schwache Berichterstattung

Viele der wirtschaftlichen Probleme, mit denen Spanien jetzt zu kämpfen hat, gehen auf die Zeit unter Aznar (PP) zurück - Spekulieren mit nicht reellen Werten, Immobilienblase etc.

Antworten Antworten Gast: Halbwissen
29.03.2012 17:09
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Re: Re: schwache Berichterstattung

Und so lange die Immobilienpreise so utopisch hoch sind, wird sich auch nichts ändern.

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