In Spanien haben die Gewerkschaften für Donnerstag zu einem Generalstreik gegen die geplante Arbeitsmarktreform aufgerufen. Unter anderem in U-Bahnen und bei Fluggesellschaften soll für 24 Stunden die Arbeit ruhen. Mit Plakaten, Transparenten und roten Fahnen protestierten Gewerkschaftsmitglieder in der Hauptstadt Madrid vor Unternehmen, Bahnstationen und dem städtischen Großmarkt. Während die Gewerkschaften bereits in der Früh von einem "riesigen Erfolg" sprachen, teilte das Innenministerium mit, bei Zusammenstößen mit der Polizei seien 58 Menschen festgenommen und fünf Polizisten leicht verletzt worden.
Zu dem Protesttag hatten die beiden großen Gewerkschaften CCOO und UGT aufgerufen. Landesweit setzten sie rund 100 Demonstrationen an. Der Protesttag findet 100 Tage nach dem Regierungsantritt des konservativen Ministerpräsidenten Mariano Rajoy (Volkspartei/PP) statt. Zuletzt hatte es in Spanien am 29. September 2010 einen Generalstreik gegeben.
Arbeitslosenquote liegt bei 23 Prozent
Da die Gewerkschaften traditionell im Transportgewerbe stark sind, dürften nur einer von vier Bussen und ein Drittel der U-Bahnen fahren. Der Zug- und der Flugverkehr werden voraussichtlich ebenfalls stark beeinträchtigt. Die größte spanische Fluggesellschaft Iberia hat bereits angekündigt, 222 Flüge würden gestrichen - das sind mehr als 60 Prozent der geplanten. Auch bei Großkonzernen wie Telefonica und der Ölfirma Repsol verfügen die Gewerkschaften über einen hohen Organisationsgrad.
Die Arbeitsmarktreform der Regierung sieht unter anderem eine Lockerung des Kündigungsschutzes und eine Einschränkung der Gültigkeit von Tarifverträgen vor. Dies soll die Einstellung von Beschäftigten erleichtern. Die Gewerkschaften befürchten allerdings, dass diese Maßnahmen die Lage verschlimmern könnten. In Spanien liegt die Arbeitslosenquote bei 23 Prozent. Bei Menschen unter 25 Jahren liegt die Arbeitslosenquote sogar bei 48,6 Prozent. Ministerpräsident Mariano Rajoy plant zudem, am Freitag neue Sparmaßnahmen bekanntzugeben, um das Budgetdefizit unter Kontrolle zu bekommen.
(Ag.)

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