25.05.2013 13:52 Merkliste 0

Weitere Unterstützung Portugals nicht ausgeschlossen

04.04.2012 | 21:37 |   (DiePresse.com)

Der IWF gab mehr als fünf Milliarden Euro für Portugal frei. 2014 soll das Land wieder komplett auf die Finanzierung der Märkte angewiesen sein.

Artikel drucken Drucken Artikel versenden Senden Merken AAA Textgröße Artikel kommentieren Kommentieren

Das von internationalen Geldgebern unterstützte Portugal könnte nach Einschätzung von EU-Währungskommissar Olli Rehn weitere Unterstützung brauchen, wenn es wieder an die Kapitalmärkte zurückkehrt. Der Finne sagte zu dem finnischen TV-Sender MTV 3: "Für die EU ist es weise, vorbereitet zu sein, dass eine Art Brücke gebaut werden muss, wenn Portugal an die Märkte zurückkommt." Auf Details ging Rehn nicht ein.

Der Sprecher Rehns sagte am Mittwoch in Brüssel, nach bisherigen Plänen werde Lissabon 2014 wieder komplett auf die Finanzierung der Märkte angewiesen sein. Rehns Bemerkung sei als ein Ausdruck der Verpflichtung der Kommission gegenüber Lissabon zu verstehen. "Portugal hat und wird die Unterstützung der Kommission und der (EU-) Institutionen haben."

Portugal bekommt von den Europartnern und dem Internationalen Währungsfonds Finanzhilfen von 78 Milliarden Euro. Der IWF gab laut einer Mitteilung von Mittwoch die Zahlung von weiteren 5,17 Milliarden Euro aus dem Programm an das südeuropäische Land frei.

"Programm ist auf der Spur"

Der Sprecher sagte: "Das Programm ist auf der Spur." Auf den Märkten war darüber spekuliert worden, dass das Programm wegen der schlechten Konjunkturlage möglicherweise nicht reichen könnte. Der Vize-Chef der EU-Delegation zur Überwachung Portugals, Peter Weiss, hatte erst am Dienstag gesagt, Portugal werde nach Annahme der Behörde kein zweites Unterstützungsprogramm benötigen.

Auch der IWF urteilte, mit Portugals Fortschritten im Kampf gegen die Verschuldung zufrieden zu sein. "Die notwendige ökonomische Anpassung findet statt", heißt es in der IWF-Veröffentlichung. Die für 2012 gesetzten Haushaltsziele seien erreichbar.

Dem angeschlagenen Euroland gelang am Mittwoch ein erster Härtetest am Finanzmarkt seit der Inanspruchnahme des Euro-Rettungsschirms. Unter den Hammer kamen 18-monatige Geldmarktpapiere, die bei der Versteigerung auf reges Interesse der Investoren stießen. Eine Milliarde Euro floss dabei nach Angaben der Schuldenagentur Portugals in die Staatskasse.

Bei einer 2,6-fachen Überzeichnung hätte der hoch verschuldete Staat mehr als doppelt so viele Papiere wie anvisiert losschlagen können. Allerdings lag die Verzinsung mit 4,537 Prozent vergleichsweise hoch. Bezogen auf die länger laufenden Staatsanleihen ist Portugal aber wegen der Hilfsmilliarden noch nicht auf die Staatsfinanzierung über die Finanzmärkte angewiesen.

(Ag.)

Testen Sie "Die Presse" 3 Wochen lang gratis: diepresse.com/testabo

Mehr aus dem Web

Mehr auf DiePresse.com

3 Kommentare

4,5% p.a. auf 18 Monate

Das nennt man inzwischen "gelungen".
Lieber Autor, das Wort ist "ruinös".

Man kann nicht bei 100km/h den Rückwärtsgang einlegen. Dann ist nämlich das Getriebe und wasweissichnochalles im A.
Und bei sinkender Wirtschaftsleistung und steigender Arbeitslosigkeit dann darauf zu hoffen, dass dafür die Anleihenzinsen sinken, ist eigentlich nurnoch abgrundtief bescheuert.

Gast: freund?
05.04.2012 00:48
0 0

also, das wundert mich jetzt, daß UNS da keiner



gefragt hat, in dieser demokratischen ÄÄUU, in unserem demokratischen groko-paradies !

wo der werner, der ehrliche mann, doch dem dichand versprochen hat....

Gast: b754
04.04.2012 22:01
0 0

immer diese märkte die sind schon toll

und wir zahlen doch gerne

Eurokrise - Die Begriffe

  • Was ist die Eurokrise? Ein Rückblick auf die Ursachen mehr...

    EFSF Der Rettungsschirm und wie er funktioniert mehr...

    Hebel für EFSF Wie man aus sehr viel Geld noch viel mehr Geld macht. mehr ...

    EFSM Der Mechanismus für Finanzstabilisierung und seine Aufgaben mehr...

    ESM Der Europäische Stabilitätsmechanismus soll 2013 den EFSF-Fonds ablösen. mehr ...

    Eurobonds Was gemeinsame EU-Anleihen bezwecken und wie sie funktionieren sollen. mehr ...

    EZB Die EZB ist Hüterin des Euro und soll eine geringe Inflation garantieren. Zumindest bis jetzt. mehr ...

    Waffen der EZB Was die "Bazooka" ist und welche anderen Waffen die Zentralbank hat. mehr ...

    IWF Der IWF ist die Finanzfeuerwehr der Vereinten Nationen und massiv an den Hilfsaktionen in Europa beteiligt. mehr ...

    Ratingagenturen Die wichtigsten Agenturen und deren Bewertungen. mehr ...

    SPIV Das Special Purpose Investment Vehicle soll die Finanzierung in Euroländern erleichtern. mehr ...

    Troika Die Troika ist eine Gruppe von Experten von EZB, IWF und EU-Kommission. mehr ...

    G20 Die 20 größten Wirtschaftsmächte repräsentieren zwei Drittel der Weltbevölkerung. mehr ...

    PSI Beim Private Sector Involvement geht es um die Beteiligung des Privatsektors an der Krisenlösung. mehr ...

    CDS Kreditausfallsversicherungen werden unter anderem dann fällig, wenn ein Land pleite ist. mehr ...

    Sekundärmarkt Der Sekundärmarkt ist der Markt, auf dem die bereits in Umlauf befindlichen Wertpapiere gehandelt werden. mehr ...

    OMT OMT ist die Abkürzung für Outright Monetary Transactions. Dahinter verbirgt sich das von der EZB am 6.September 2012 beschlossene neue Kaufprogramm von Staatsanleihen der Krisenländer. mehr ...