Pimco-Chef: "Gestärkte Euro-Zone nach Krise möglich"

19.04.2012 | 09:37 |   (DiePresse.com)

Die Politik müsse jedoch die von den Notenbanken aufgebauten Brücken nützen. Eine Vergemeinschaftung der Schulden hält El-Erian für sinnvoll.

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Der weltgrößte Anleihenhändler Pimco hat sich zuversichtlich gezeigt, dass die Euro-Staaten die Schuldenkrise überwinden. "Die gestärkte Euro-Zone ist wahrscheinlicher als eine fragmentierte", sagte Pimco-Chef Mohamed El-Erian der "Financial Times Deutschland". Voraussetzung sei jedoch, dass die Politik ihre Erstarrung überwinde und handle. Die Notenbanken hätten mit ihren Maßnahmen Brücken gebaut. "Aber diese muss die Politik nun nutzen, sonst enden sie im Nirgendwo", sagte El-Erian. Er schlug eine europäische Solidaritätsabgabe nach deutschem Vorbild vor. "Man könnte eine Art Solidaritätsabgabe einführen und sagen: Wir, die Deutschen, wir, die Niederländer, wir, die Finnen, zahlen diese Abgabe", sagte El-Erian im Interview. Darauf könnten weitere Schritte wie eine Vergemeinschaftung von Schulden über Eurobonds folgen.

Zweifel einiger Investoren an der Standhaftigkeit Frankreichs teilt Pimco nicht. "Wir glauben nicht, dass Frankreich ins Zentrum der Euro-Krise rutscht", sagte El-Erian. Länder wie Frankreich hätten keine akuten Probleme, sollten über die Zeit aber Strukturreformen angehen, die Länder wie Deutschland bereits hinter sich hätten. "Dafür haben sie aber noch Zeit." Die Zukunft der Euro-Zone entscheide sich in der Gruppe mit Staaten wie Italien und Spanien, die zwar kein ernstes Solvenzproblem wie etwa das kleinere Griechenland hätten, aber ein Wachstumsproblem.

Pimco verwaltet Vermögen im Wert von 1,36 Billionen Dollar (Eine Billion Euro) und ist eine weitgehend autonome Tochter des Münchener Allianz-Konzerns.

(APA/Ag.)

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3 Kommentare
Gast: radius
19.04.2012 13:09
0

Klar doch, gut für Pimco und Co, bezahlen soll es der Bürger und Nichtexportunternehmer.

Stimmt, Erian, geht bestimmt gestärkt hervor, wenn andere zahlen. Das wäre mal keine Kunst und jetzt mal ab in den Steinbruch und hackeln.

"Die gestärkte Euro-Zone ist wahrscheinlicher als eine fragmentierte"

Na es ist ja wenigstens lobenswert, daß dieser gute Mann nur "wahrscheinlicher" sagt, was er wirklich meint ist eher im dunklen Bereich geblieben.

Es wird wahrscheinlich so sein, daß seine Firma Schrottpapiere um einen Bettel von den EU-Pleiteländern gekauft hat und jetzt von den Nettozahlern erwartet, daß diese sie aufpeppen!

Außerdem ist noch zu erwähnen, daß Frankreich sehr wohl einen Aspirant für eine Staatspleite ist! Wo sieht denn der dort eine "positive wirtschaftliche Entwicklung"?

Gast: EUro-Austritt gefordert!
19.04.2012 10:24
2

Was bildet sich dieser Pimpf eigentlich ein? Sonst noch Wünsche? Er packt sich die Taschen mit unserem Geld voll? Die EU-Transferunion und eine Solidaritätsabgabe für die Wallstreet-Milliardäre ist striktest abzulehnen!!!


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