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Eurozone hofft auf IWF-Geld

20.04.2012 | 22:06 |  NIKOLAUS JILCH (Die Presse)

Europa braucht Hilfe im Kampf gegen die eigene Schuldenkrise. Das IWF-Kapital soll um bis zu 430 Mrd. aufgestockt werden. Aber das Geld wird an Bedingungen geknüpft sein.

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Wien. Der Wille ist da: Freitag Abend einigten sich die 20 wichtigsten Industrie- und Entwicklungsländer (G20) darauf, sich einigen zu wollen. Es gebe ein "klares Bekenntnis", die Mittel des Internationalen Währungsfonds IWF um bis zu 430 Mrd. Dollar aufstocken zu wollen, hieß es in einem Communique. Allerdings: Die offizielle Aufstockung des IWF-Kapitals steht noch aus. Und auch wenn es auf der Frühjahrstagung des Fonds am Wochenende zu einer Einigung kommt, wird das zusätzliche Geld an viele Bedingungen geknüpft sein. „Die Presse" beantwortet die wichtigsten Fragen.

1 Warum braucht der IWF mehr Geld?

Die Idee hinter dem Ausbau der globalen „Brandmauer" ist, dass Staaten in Not sich eine Zeit lang via IWF finanzieren können. Die derzeit verfügbare Summe von 380 Mrd. Dollar ist laut IWF-Direktorin Christine Lagarde aber zu wenig. Sie hofft auf zumindest eine Aufstockung um 400 Mrd. Dollar.

2 Wie viel Geld wurde schon zugesagt und von wem?

Laut G20 gibt es Zusagen bis zu 430 Mrd. Dollar. Der größte Teil davon soll von EU-Staaten kommen, die 200 Mrd. Dollar zugesagt haben. Japan hat 90 Mrd. versprochen. Woher das übrige Geld kommen soll, ist noch unklar.

3 Wofür wird der IWF dieses Geld am ehesten benötigen?

In einem Wort: Europa. Die Krise in der EU ist auch nach dem Schuldenschnitt in Griechenland nicht gelöst. In den vergangenen Wochen ist vor allem Spanien zum Sorgenkind geworden. Sollte das Land sich nicht mehr an den Märkten refinanzieren können und ein Bail-out benötigen, dürften sich die bisher gespannten „Rettungsschirme" als zu klein erweisen, um das Land zu retten.

4 Warum nutzt die EU die 200 Mrd. Dollar nicht selbst für Spanien?

Da handelt es sich um einen gewieften, aber riskanten Trick der europäischen Staaten. Das Geld für den IWF soll nicht aus den Budgets kommen, sondern von den nationalen Notenbanken „frisch gedruckt" werden. So müssten die Politiker keine weiteren unpopulären Rettungspakete schnüren.

5 Müssen die Zentralbanken das Geld „frisch drucken"?

Die - eigentlich unabhängigen - Zentralbanken sind verpflichtet, dem IWF Kreditlinien einzurichten, wenn die Regierungen das beschließen. Die Deutsche Bundesbank, die rund 40 Mrd. Euro „drucken" müsste, legt sich aber quer und verlangt eine Entscheidung des Bundestages. Die Regierungsparteien Union und FDP verweigern diese aber und verweisen auf die Unabhängigkeit der Bundesbank.

6 Wovon ist abhängig, ob das IWF-Kapital offiziell aufgestockt wird?

Von den USA. Sie halten 16,75 Prozent der Stimmrecht. Für eine Kapitalaufstockung sind 85 Prozent notwendig. Die Vorherrschaft der USA und Europas (das mehr als 30Prozent der Stimmrechte hält) im IWF ist auch der Hauptgrund, warum die BRICS (Brasilien, Russland, Indien, China und Südafrika) sich bisher einer Kapitalaufstockung verweigern.

7 Was wollen die BRICS bei der IWF-Tagung erreichen?

Schon 2010 wurde eine IWF-Reform beschlossen, die eine (geringfügige) Verschiebung der Stimmrechte von Europa an die BRICS vorsieht. Die USA würden ihre Sperrminorität zwar behalten, blockieren die Reform aber dennoch. In Amerika ist Wahljahr, und Geldhilfen für das Ausland gelten als unpopulär. Das Weiße Haus hat mehrmals betont, dass vor dem Herbst weder mit einer IWF-Reform noch mit einer Kapitalaufstockung zu rechnen ist. Kanada will diese Blockade unterstützen.

8 Was passiert, wenn es doch zu keiner Einigung kommt?

Zunächst nicht allzu viel. Europa darf immer noch hoffen, die Schuldenkrise durch Reformen in den Griff zu bekommen. Der kommende „permanente Rettungsschirm" ESM funktioniert ähnlich wie der IWF und könnte den Fonds in Europa ersetzen. Die BRICS suchen Alternativen. Sie haben erst kürzlich Pläne für eine eigene Variante der Weltbank und des IWF angekündigt. Auch in Asien laufen Gespräche über die Gründung eigener Institutionen.

 

 

("Die Presse", Print-Ausgabe, 21.04.2012)

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30 Kommentare
 
12

die Meinungsfreiheit die die Presse meint

heute 5 Kommentare zu unterschiedlichen Artikeln geschrieben u.a. hier
3 erschienen gar nicht
2 wurden schon nach kurzer Zeit gelöscht

Gratuliere Ihr Metternichs...

Re: die Meinungsfreiheit die die Presse meint


Die Meinungspolizei schlägt eben immer mehr zu!

Da darf man sich über viele Länder, wie China auch nicht mehr beschweren!


Gast: Innere Stadt
21.04.2012 14:40
1 0

Eurozone hofft auf IWF-Geld

Wie die Bettler.

Gast: iwf55
21.04.2012 12:15
0 0

der IWF wird von den Europäern dominiert

so reagiert er auch: beinhart zu den Anderen, butterweich zu sich selbst.

In der Asienkrise 1997 gab es kein Erbarmen.
Die Länder mussten ihre Währungen sogleich 50-70% abwerten.
Notenbanken verloren über Nacht ihre Währungsreserven.
Eine Pleitewelle folgte. Viele verloren nicht nur ihren Arbeitsplatz, sondern gleich ihre Wohnung dazu und standen auf der Straße.

In Korea bettelte die Regierung das Volk an ihre Eheringe und sonstiges Goldenes an die Notenbank abzuliefern, damit etwas Geld in die leere Kasse kommt. Viele folgten dem Aufruf.

Malaysias Chef Mahathir wiedersetzte sich dem strengen Diktat des IWF, kapselte das Land ab und führte Kapitalverkehrskontrollen ein.

Südostasien hat daraus gelernt: Nie wieder soll uns das passieren. Nie wieder wollen wir so fremdbestimmt und so abhängig von fremden Geld sein.

Dagegen hat Europa noch nichts gelernt und auch noch nichts verstanden. Wo ist der strenge Zuchtmeister?


ja, nun...

Vor ein paar Jahren war es eine Schande von der IWF Kredite zu bekommen! Heute freuen sich die Europaer, wenn sie überhaupt von der IWF Kredite bekommen!

Antworten Gast: freund?
21.04.2012 11:00
4 1

Re: ja, nun...



klappe, türke !

Re: ja, nun...

Wie Europäer zahlen dort Gelder ein um diese dann mit Zinsen "zurückzuleihen". Zahlen darf der Steuerzahler, verdienen tun andere - mit Hilfe der jeweiligen österreichischen, deutschen etc Regime - damit.

Wenn man bedenkt, dass Europa vor 100 Jahren noch die ganze Welt beherrscht hat wird der totale Abstieg ersichtlich.

Re: Re: ja, nun...

Auch das römische Imperium ist, nachdem es "satt" geworden war, auf dem Weg des Niedergangs gelandet. Das ist offensichtlich so etwas wie ein Naturgesetz.

7 0

beginnen

wir mit dem europäischen Frühling

Gast: 1. Parteiloser
21.04.2012 09:48
3 0

10.000 Mrd. Schulden und eine "Hilfe" mit 330 Mrd. Euro?

Es sind doch hilflose Rettungsversuche wenn man ein 10.000 Mrd. Problem mit 330 Mrd. lösen will. Das sind ja gerade mal 3,3% des Problems.

Alleine der geplante Schuldenanstieg der Länder der Eurozone beträgt doch um die 500 Mrd. Euro pro Jahr. Das Problem der Refinanzierung haben wir dabei schon ausgeblendet. Die IWF Summe würde also nur mal für etwa 8 Monate reichen!

Es sind doch alleine die viel zu hohen Staatsausgaben, welche zu dem irren Schuldenstand von 10 Billion Euro in der Eurozone geführt haben. Diese Staatsausgaben sind von der komischen Planwirtschaft in Europa verursacht. Einer Planwirtschaft, welche durch riesige geschützte Bereiche, dem Förder- und Frühruhestandswahnsinn gekennzeichnet ist.

Planwirtschaften sind immer Mangelwirtschaften. Diese Mangelwirtschaft in Europa konnte viele Jahre durch Schuldenerhöhungen finanziert werden, nun scheint es damit aber bald aus zu sein. Das Kreditlimit ist schon überschritten, Gelddrucken ist erforderlich um den Wahnsinn aufrecht zu erhalten.

Mit Gelddrucken und noch mehr Schulden wird eine Sanierung von Europa niemals möglich sein, es wird nur mit Leistung gehen.

Die Lösung liegt daher im Aufbrechen der kranken Planwirtschaft, also in einer erheblichen Reduktion der Staatsausgaben. Keine Schulden = kein Schuldenproblem = Freiheit und Eigenverantwortung für Menschen.

Die Entscheidungsträger für Europa haben kläglich versagt und versagen weiter.

Österreich beteiligt sich laut Nowotny mit 6 Milliarden!

wieso wird in den Medien nichts darüber berichtet, wahrscheinlich deswegen, da in der Krone die neue IMAS-Parteienumfrage sofort wieder für die Würschte ist.


Was verschwiegen wird

1.Verschwiegen wird, dass die Ö über die ÖNB an der Aufstockung mit rund 4 Mrd. EURO, die wir nie mehr wiedersehen, beteiligt ist. Statt Schulden abzubauen, erhöhen wir sie!
2.Die gefeierte Beteiligung des IWF an GR-Hillfplänen wird von den Euro-Mitgliedern selbst bezahlt!
3.Und die gestrige Meldung über 50 Milliarden Euro für die GR-Banken wurde von praktisch allen Medien unterschlagen. Sie bedeutet, dass die Beteiligung der „Privatgläubiger“ (=Banken, Versicherungen, Pensionsfonds) am Schuldenschnitt über gut100 Milliarden zur Hälfte vom EFSF und damit von den Steuerzahlern übernommen wird. Das schlägt dem Faß denn Boden aus! „Greece΄s bank support fund will receive (Anm. die erste Hälfte!) 25 billion euros today worth of bonds from the European Union to be used to recapitalize the country΄s banks.“.
Jetzt sind alles nur noch Panikreaktionen vor der „Explosion“ des EURO(H.-W. Sinn lt. gestriger PRESSE).So auch der von der Regierung vorbereitete „Verfassungs-Putsch“: http://www.andreas-unterberger.at/2012/04/der-geplante-verfassungs-putsch-im-mai/


Re: Was verschwiegen wird

wenn ein Wischiwaschi-Studium abgeschafft wird, besetzt die angehende "Elite" die Uni
Österreich verliert seine Souveränität und diese Idioten schaun dabei zu
Persönliche Rechte werden eingeschränkt (Datenspeicherung etc.) und sie schaun zu
das Gute daran: sie schaffen sich so ihre eigene Zukunft
aus der Situation kann euch dann auch der Papa nicht mehr retten, da könnt´s dann weinen und schreien, wie ungerecht die Welt ist
das Erwachen wird sehr, sehr weh tun...

Re: Was verschwiegen wird

Lt. ESM-Vertrag sind diese Aufstockungen ja kein Problem und die Bevölkerung muss ja nicht gefragt werden und braucht man auch nicht fragen!

Re: Re: ... und die Bevölkerung muss ja nicht gefragt werden ...

Der ESM-Vertrag überträgt nationale Finanzhoheit, ohne Limit, an einen Brüsseler Gouverneurssowjet (Gouverneurrat), welcher danach, nach eigenem Gutdünken und ohne jegliche (seriöse) Kontrolle, über Summen und Zahlungen entscheidet.

Lt. Hrn. Faymann aber sicher nur wieder eine Abfolge von "kleinen Satzänderungen" in Gesetzen und Verträgen, worüber man doch wirklich niemand zu fragen braucht.

Nachdem sich auf der ganzen Welt ...

... überall Demokratiebewegungen entwickeln um die alten Regime (samt ihren "Scheinwahlsystemen") abzuschütteln, überlegt man sich offenbar bereits eine Gegenstrategie: Die Staaten werden so hoch verschuldet, dass sie unmittelbar von ihren Gläubigern abhängig sind. Jeglicher Demokratie wird so von vornherein der Wind aus den Segeln genommen.

Auf diese Weise können Regime wie SPÖVP (keiner der Fädenzieher im Hintergrund ist gewählt) weiterwursteln wie gehabt, jede andere Partei (egal ob grün, blau, Piraten oder sonst wo) hat de facto null Spielraum mehr auf die nächsten Generationen ...

Jetzt ist es auch schon beschloßen worden-lt. Ö3 Nachrichten!


Der EU-Steuermafia entgleiten die Dinge.


Gast: dirge
21.04.2012 06:16
1 0

wer auf geld hofft

ist schon auf der verliererstraße.

Gast: Nordlicht
21.04.2012 06:04
3 0

Eurozone hofft auf IWF-Geld

Unsere politische Elite hat uns doch erst vor ein paar Wochen erklärt, dass die Euro-Krise mit dem Super-Rettungsschirm endgültig vorbei ist. Wann hören die endlich auf uns anzulügen?

Österreich


beteiligt sich laut Nowotny mit 6 Milliarden!

Woher kommt das Geld?

Angeblich brauchen wir ja die ganzen Steuererhöhungen weil wir so pleite sind...

Warum gibt es eigentlich noch kein Verfahren gegen Nowotny?

Da sind doch bei der BAWAG-Geschichte noch einige Fragen offen!


Re: Österreich

von den Korrupten
die dürfen dann statt 26 Milliarden pro Jahr, nur mehr 20 Milliarden unterschlagen ;))

Warum gibt es eigentlich noch kein Verfahren gegen Nowotny?

der hat die richtige Lobby!

Gast: freund?
21.04.2012 00:23
5 0

betteln in der dritten welt...



weil wir lauter lulu-länder mitziehen müssen !

MÜSSEN ?

NEIN- raus aus der ÄÄUU, und die sollen viel spaß OHNE uns haben !

bon voyage, club med !

Gast: wasfüreingast
21.04.2012 00:10
3 0

Kaum zu glauben

Während überall gespart wird
und Sozialprogramme gekürzt werden ,
bekommt eine
antidemokratische Sekte
wie der IWF Milliarden zugeschoben

Gast: verkehrtewelt
20.04.2012 23:01
2 0

die Reichen schnorren bei den Bettlern

Europa schämt sich nicht Entwicklungsländer (Brasilien, China usw.) um Geld anzuschnorren.

Ein Tipp: wie wäre es mit Reformen.

 
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