23.05.2013 14:03 Merkliste 0

Notenbankchef rechnet mit griechischer Regierung ab

24.04.2012 | 16:47 |   (DiePresse.com)

Laut Notenbank schrumpft das BIP heuer um fünf Prozent. Gründe dafür seien auch "die Schludrigkeiten und die Verschleppungstaktik" der Politik.

Artikel drucken Drucken Artikel versenden Senden Merken AAA Textgröße Artikel kommentieren Kommentieren

Die griechische Wirtschaft kommt nach Berechungen der nationalen Notenbank auch 2012 nicht aus dem Konjunkturtief. Das Bruttoinlandsprodukt werde um rund fünf Prozent sinken, sagte Zentralbankchef Giorgos Provopoulos am Dienstag in Athen. Bisher hatte die Bank ein Minus von 4,5 Prozent veranschlagt.

Provopoulos betonte, das Land müsse zu seinen Reformen stehen und zu den Auflagen aus den Rettungspaketen. "Die Schludrigkeiten und die Verschleppungstaktik der Vergangenheit haben die Kosten der Anpassung vervielfacht", sagte Provopoulos laut "Handelsblatt Online".

Die Mitgliedschaft Griechenlands in der Euro-Zone stehe auf dem Spiel, falls das Land seinen Verpflichtungen nicht nachkomme - vor allem nach den Wahlen am 6. Mai. "Heute halten wir das Schicksal des Landes in unseren Händen", mahnte Provopoulo.

"Wenn nach der Wahl Zweifel an der neuen Regierung aufkommen und am Willen der Gesellschaft, die Programme umzusetzen, werden sich die derzeit günstigen Aussichten ins Gegenteil verkehren", sagte Provopoulos in einer Rede. Die Euro-Zone werde in diesem Jahr eine milde Rezession durchlaufen. Bei einer Eskalation der Schuldenkrise könnte sich die Lage verschlimmern, warnte der Zentralbanker.

(Ag./Red.)

Testen Sie "Die Presse" 3 Wochen lang gratis: diepresse.com/testabo

Mehr aus dem Web

Mehr auf DiePresse.com

2 Kommentare

Derzeit günstige Aussichten?

20% Arbeitslosigkeit, Negativwachstum 5%, Anleihenkupon 5%, Anleihenkurs 60% (soviel zum Thema "Zweifel an der Regierung"), Verschuldung 160% d. BIP
Man muss wohl Notenbanker sein, um das als "günstig" bezeichnen zu können.

Gast: 1. Parteiloser
24.04.2012 12:57
3 0

Einnahmenseitiges Sparen würgt die wirtschaftlichen Aktivitäten ab!

Das war auch immer vollkommen klar.

Griechenland braucht aber, ausgehend von einer früher sehr geringen Abgabenquote im Europäischen Vergleich, einfach mehr Einnahmen.

Der Griechische Wahnsinn wird aber auf jeden Fall auch nur die irren Militärausgaben verstärkt, welche einen erheblichen Teil des Budgets fressen, aber keinen Nutzen für die Bevölkerung haben. Dazu kommen noch riesige geschützte Bereiche, welche noch immer kein brauchbares Kosten - Nutzenverhältnis haben. Auch die Eindämmung der Korruption ist nur wenig geglückt, de Korrupten können nur immer deren Unwesen treiben, weil eben nicht inhaftiert.

Griechenland ist also in der Zange, einer großen hydraulisch gepressten Zange, welche von allen Richtungen das Land auspresst. Unnötige Staatsausgaben, welche nur zum Nachteil des Landes sind, kaum wettbewerbsfähig im EU Vergleich, Korruption und noch immer Misswirtschaft müssen einfach rezessive Wirtschaften bedeuten.

Die anderen EU Länder sollten daraus lernen und die Fehler Griechenlands nicht machen. Also nur sehr kleine geschützte Bereiche, starke Korruptionsbekämpfung und vernünftige Abgabenquoten und auf jeden Fall die Vermeidung von "einnahmenseitigen Sparen".

Nur, Kommunisten in Europa, welche in allen Farben schillern, die werden das niemals verstehen und weiter Geld drucken und noch viel mehr Schulden machen um die Misswirtschaft irgendwie am Leben zur erhalten.

Eurokrise - Die Begriffe

  • Was ist die Eurokrise? Ein Rückblick auf die Ursachen mehr...

    EFSF Der Rettungsschirm und wie er funktioniert mehr...

    Hebel für EFSF Wie man aus sehr viel Geld noch viel mehr Geld macht. mehr ...

    EFSM Der Mechanismus für Finanzstabilisierung und seine Aufgaben mehr...

    ESM Der Europäische Stabilitätsmechanismus soll 2013 den EFSF-Fonds ablösen. mehr ...

    Eurobonds Was gemeinsame EU-Anleihen bezwecken und wie sie funktionieren sollen. mehr ...

    EZB Die EZB ist Hüterin des Euro und soll eine geringe Inflation garantieren. Zumindest bis jetzt. mehr ...

    Waffen der EZB Was die "Bazooka" ist und welche anderen Waffen die Zentralbank hat. mehr ...

    IWF Der IWF ist die Finanzfeuerwehr der Vereinten Nationen und massiv an den Hilfsaktionen in Europa beteiligt. mehr ...

    Ratingagenturen Die wichtigsten Agenturen und deren Bewertungen. mehr ...

    SPIV Das Special Purpose Investment Vehicle soll die Finanzierung in Euroländern erleichtern. mehr ...

    Troika Die Troika ist eine Gruppe von Experten von EZB, IWF und EU-Kommission. mehr ...

    G20 Die 20 größten Wirtschaftsmächte repräsentieren zwei Drittel der Weltbevölkerung. mehr ...

    PSI Beim Private Sector Involvement geht es um die Beteiligung des Privatsektors an der Krisenlösung. mehr ...

    CDS Kreditausfallsversicherungen werden unter anderem dann fällig, wenn ein Land pleite ist. mehr ...

    Sekundärmarkt Der Sekundärmarkt ist der Markt, auf dem die bereits in Umlauf befindlichen Wertpapiere gehandelt werden. mehr ...

    OMT OMT ist die Abkürzung für Outright Monetary Transactions. Dahinter verbirgt sich das von der EZB am 6.September 2012 beschlossene neue Kaufprogramm von Staatsanleihen der Krisenländer. mehr ...