24.05.2013 10:51 Merkliste 0

Fitch-Chef: Euro würde Griechenlands Austritt überleben

08.05.2012 | 15:32 |   (DiePresse.com)

Falls ein Land austritt, bedeutet das nicht das Ende der Euro-Zone, sagt der Chef der Ratingagentur. Berlin wolle den Euro nämlich unbedingt erhalten.

Artikel drucken Drucken Artikel versenden Senden Merken AAA Textgröße Artikel kommentieren Kommentieren

Viele Ökonomen und Politiker sind der Meinung, dass ein Euro-Austritt Griechenlands auch das Ende der Euro-Zone bedeuten könnte. Der Chef der US-Ratingagentur Fitch, Paul Taylor, sieht das etwas anders: "Griechenlands Austritt bedeutet nicht das Ende des Euro", sagte er in einem Interview mit "Spiegel Online". Denn Deutschland habe ein fundamentales Interesse, dass die gemeinsame Währung erhalten bleibt.

"Würde die D-Mark wieder eingeführt, würde sie im Vergleich zu anderen Währungen stark aufwerten", so der Fitch-Chef. Und dadurch würde die wichtige Exportindustrie geschädigt werden. "Das wird Deutschland nicht zulassen - selbst wenn ein oder mehrere Länder den gemeinsamen Währungsraum verlassen", ist Taylor überzeugt.

Taylor sprach außerdem von "katastrophale Folgen" des griechischen Schuldenschnitts. "Investoren wurde versprochen, dass die Währungsgemeinschaft ihre Mitglieder stets stützt. Das Versprechen wurde gebrochen, das Vertrauen in die Euro-Zone tief erschüttert", sagt der Fitch-Chef. Viele würden daher ihr Geld aus Euro-Ländern abziehen.

(Red.)

Testen Sie "Die Presse" 3 Wochen lang gratis: diepresse.com/testabo

Mehr aus dem Web

Mehr auf DiePresse.com

4 Kommentare
Gast: unbeteiiligter
09.05.2012 17:02
0 0

und auch merkel wird die "nicht-euro -rettung"

politisch das Kreuz brechen und werden die Wähler hier auch Fayamnn und Spindi in die Wüste schicken.

Tod der EU !

Gast: Reflector
08.05.2012 19:12
1 0

Versprochen?


Ganz im Gegenteil, war da nicht mal eine 'no Bailout' Klausel im Lissabon Vertrag. Wohl deutlich genug oder? Wer, wann und wo hat also den Investoren versprochen, dass die € Gemeinschaft ihre Mitglieder stets stützt?

Es war also gerade umgekehrt, die Bürger der Überschussländer werden gegenwärtig auf Kosten unachtsamer Investoren betrogen.

D würde auch mit der D Mark wie eh und je Exporte abliefern, auch dieser Schluss ist obwohl oftmals wiederholt, nicht richtig, da die jahrzehntelange Vergangenheit der DACH Staaten unter D-Mark Führung es schon bewiesen hat, dass es sehr wohl gut funktioniert.

Allerdings würde sich der € fast auflösen wenn D aussteigen würde und damit würde sich für D und andere noch halbwegs solide MitAussteiger eine gewaltige Entschuldung ergeben, was aber bedeuten würde, dass die enormen Forderungen der Finanzindustrie rasch 'weginflationiert' werden würden.

Damit hat man auch schon die Ursache für diese unschlüssige Argumentation entlarvt.

Antworten Gast: Gast2
09.05.2012 15:03
0 0

"D würde auch mit der D Mark wie eh und je Exporte abliefern"

Wenn Sie sich zurückerinnern können war Deutschland bei der Einführung des Euros (und am Ende der D-Mark Zeit) der "kranke Mann Europas".

Durch Lohnzurückhaltung (bzw niedrigere Inflation) hat Deutschland gegenüber anderen Europäischen Ländern in den vergangenen Jahren massiv abgewertet.

Jetzt sind sie auf einmal die Lokomotive Europas.

Alles nur Zufall???

Natürlich würde D auch sonst exportieren, aber wollen Sie im Ernst behaupten dass eine Abwertung von ca. 30% keinen Wettbewerbsvorteil bringt?

Interessante Perspektive

"
"Investoren wurde versprochen, dass die Währungsgemeinschaft ihre Mitglieder stets stützt. Das Versprechen wurde gebrochen, das Vertrauen in die Euro-Zone tief erschüttert", sagt der Fitch-Chef. Viele würden daher ihr Geld aus Euro-Ländern abziehen.
"

Ich kenn´s umgekehrt: Geld wird aus Euro-Ländern abgezogen, eben weil Geld jenseits aller Leistungsfähigkeit verschoben (und erstmal "gedruckt") wird. Und dieser Währungsraum das angesichts der Summen gar nicht nachhaltig überstehen kann.

Eurokrise - Die Begriffe

  • Was ist die Eurokrise? Ein Rückblick auf die Ursachen mehr...

    EFSF Der Rettungsschirm und wie er funktioniert mehr...

    Hebel für EFSF Wie man aus sehr viel Geld noch viel mehr Geld macht. mehr ...

    EFSM Der Mechanismus für Finanzstabilisierung und seine Aufgaben mehr...

    ESM Der Europäische Stabilitätsmechanismus soll 2013 den EFSF-Fonds ablösen. mehr ...

    Eurobonds Was gemeinsame EU-Anleihen bezwecken und wie sie funktionieren sollen. mehr ...

    EZB Die EZB ist Hüterin des Euro und soll eine geringe Inflation garantieren. Zumindest bis jetzt. mehr ...

    Waffen der EZB Was die "Bazooka" ist und welche anderen Waffen die Zentralbank hat. mehr ...

    IWF Der IWF ist die Finanzfeuerwehr der Vereinten Nationen und massiv an den Hilfsaktionen in Europa beteiligt. mehr ...

    Ratingagenturen Die wichtigsten Agenturen und deren Bewertungen. mehr ...

    SPIV Das Special Purpose Investment Vehicle soll die Finanzierung in Euroländern erleichtern. mehr ...

    Troika Die Troika ist eine Gruppe von Experten von EZB, IWF und EU-Kommission. mehr ...

    G20 Die 20 größten Wirtschaftsmächte repräsentieren zwei Drittel der Weltbevölkerung. mehr ...

    PSI Beim Private Sector Involvement geht es um die Beteiligung des Privatsektors an der Krisenlösung. mehr ...

    CDS Kreditausfallsversicherungen werden unter anderem dann fällig, wenn ein Land pleite ist. mehr ...

    Sekundärmarkt Der Sekundärmarkt ist der Markt, auf dem die bereits in Umlauf befindlichen Wertpapiere gehandelt werden. mehr ...

    OMT OMT ist die Abkürzung für Outright Monetary Transactions. Dahinter verbirgt sich das von der EZB am 6.September 2012 beschlossene neue Kaufprogramm von Staatsanleihen der Krisenländer. mehr ...