23.05.2013 19:09 Merkliste 0

EZB-Ökonom: "Risiken für Preisstabilität eingrenzen"

10.05.2012 | 11:34 |   (DiePresse.com)

Die EZB werde ihr Inflationsziel nicht aus den Augen verlieren, sagt Chefökonom Praet. Zudem könne die EU nur mit mehr Wachstum bestehen.

Artikel drucken Drucken Artikel versenden Senden Merken AAA Textgröße Artikel kommentieren Kommentieren

Die Europäische Zentralbank (EZB) wird ihr Inflationsziel nach den Worten ihres Chefvolkswirts trotz Schuldenkrise nicht aus den Augen verlieren. "Wie in der Vergangenheit wird der EZB-Rat wachsam sein, um Aufwärtsrisiken für die Preisstabilität einzugrenzen", sagte der Belgier Peter Praet am Donnerstag in Wien. OeNB-Chef Ewald Nowotny sagte, die Option des Ausstiegs aus der Politik des billigen Geldes sei ständig im Hinterkopf der Notenbanker. "Derzeit ist der Zeitpunkt für einen Ausstieg aber noch nicht gekommen."

Die EZB strebt mittelfristig eine Inflationsrate von knapp zwei Prozent an. Dieses Ziel hat sie jedoch seit Ende 2010 nicht mehr erreicht. Die Inflationsrisiken hatte die Europäische Zentralbank (EZB) jüngst als ausgeglichen bewertet. Praet betonte zugleich, die unkonventionellen Maßnahmen der EZB seien vorübergehender Natur. "Sie sind zudem mit der Verpflichtung verbunden, sie rasch umzukehren, sobald sich die Bedingungen verbessern", ergänzte der Belgier.

Strukturreformen notwendig

Um den großen Herausforderungen in den nächsten Jahrzehnten gewachsen zu sein, die sich aus Überalterung und zunehmendem Wettbewerb aus den Emerging Markets ergeben werden, müssten die Länder der EU besonders große Anstrengungen auf Strukturreformen legen, betonte EZB-Chefvolkswirt Praet. "Nur wenn Produktivität und Wettbewerb mit diesen Herausforderungen Schritt halten, wird es Europa möglich sein, einen Lebensstandard zu erhalten, den wird jetzt genießen", sagte Praet.

Starke institutionelle Rahmenbedingungen, sowohl hinsichtlich einer Wirtschafts- als auch Fiskalunion, würden es auch ermöglichen, das "Moral-Hazard"-Problem anzusprechen, das allen unterstützenden Maßnahmen inneliege, die in während Krisenzeiten getroffen werden müssten.

Getrennte Verantwortlichkeiten wichtig

Praet verwies auf die besondere Bedeutung der Trennung zwischen den Verantwortlichkeiten der Europäischen Zentralbank (EZB) und anderen Politikbereichen, wie fiskale Nachhaltigkeit oder Finanzstabilität. Ein Hauptaspekt bei den getroffenen EZB-Maßnahmen sei immer, diese mit dem mittelfristigen Ziel der Preisstabilität in Übereinstimmung zu bringen.

Die Errichtung der Brandschutzmauern in Form der beiden Rettungsschirme EFSF und ESM, werde dazu beitragen, die Eurozone als Ganzes vor Finanzturbulenzen einzelner oder einer Gruppe von Ländern zu isolieren. Mit der Bereitstellung von finanzieller Hilfe, verbunden mit strengen Auflagen, sollte dieser Mechanismus auch den betroffenen Ländern zusätzliche Zeit gewähren, damit diese ihre strukturelle Defizite beseitigen könnten.

(APA)

Testen Sie "Die Presse" 3 Wochen lang gratis: diepresse.com/testabo

Mehr aus dem Web

Mehr auf DiePresse.com

2 Kommentare
Gast: de mirabaud
10.05.2012 13:23
0 0

wie wär's mit kinder kriegen?

ahja kann man ja viel billiger "importieren"...

Höhere Produktivität sichert Lebensstandard

Eine geradezu bahnbrechende Erkenntnis. Nie hätte das jemand auch nur anzunehmen gewagt. Mit nie dagewesenem Forschungsdrang ist es nun endlich gelungen, bisher ungeahnte Kausalitäten aufzudecken.

Ich bin dankbar.

Wenn dieser Mann die Produktivität erhöht, so tut das dieser Kommentar auch.

Was den letzten Absatz betrifft erinnert mich das formal schon ein wenig an die letzten Tage allseits bekannter Propaganda.

Eurokrise - Die Begriffe

  • Was ist die Eurokrise? Ein Rückblick auf die Ursachen mehr...

    EFSF Der Rettungsschirm und wie er funktioniert mehr...

    Hebel für EFSF Wie man aus sehr viel Geld noch viel mehr Geld macht. mehr ...

    EFSM Der Mechanismus für Finanzstabilisierung und seine Aufgaben mehr...

    ESM Der Europäische Stabilitätsmechanismus soll 2013 den EFSF-Fonds ablösen. mehr ...

    Eurobonds Was gemeinsame EU-Anleihen bezwecken und wie sie funktionieren sollen. mehr ...

    EZB Die EZB ist Hüterin des Euro und soll eine geringe Inflation garantieren. Zumindest bis jetzt. mehr ...

    Waffen der EZB Was die "Bazooka" ist und welche anderen Waffen die Zentralbank hat. mehr ...

    IWF Der IWF ist die Finanzfeuerwehr der Vereinten Nationen und massiv an den Hilfsaktionen in Europa beteiligt. mehr ...

    Ratingagenturen Die wichtigsten Agenturen und deren Bewertungen. mehr ...

    SPIV Das Special Purpose Investment Vehicle soll die Finanzierung in Euroländern erleichtern. mehr ...

    Troika Die Troika ist eine Gruppe von Experten von EZB, IWF und EU-Kommission. mehr ...

    G20 Die 20 größten Wirtschaftsmächte repräsentieren zwei Drittel der Weltbevölkerung. mehr ...

    PSI Beim Private Sector Involvement geht es um die Beteiligung des Privatsektors an der Krisenlösung. mehr ...

    CDS Kreditausfallsversicherungen werden unter anderem dann fällig, wenn ein Land pleite ist. mehr ...

    Sekundärmarkt Der Sekundärmarkt ist der Markt, auf dem die bereits in Umlauf befindlichen Wertpapiere gehandelt werden. mehr ...

    OMT OMT ist die Abkürzung für Outright Monetary Transactions. Dahinter verbirgt sich das von der EZB am 6.September 2012 beschlossene neue Kaufprogramm von Staatsanleihen der Krisenländer. mehr ...