In Europa und in der Europäischen Zentralbank (EZB) wachsen die Sorgen vor einer Eskalation der Griechenland-Krise. Die Situation sei "sehr ernst" zu nehmen, sagte am Donnerstag der Gouverneur der Oesterreichischen Nationalbank (OeNB) und EZB-Rat Ewald Nowotny. Die Risiken seien gestiegen.
Derzeit ist es äußerst unklar, ob das schuldenbeladene Land seine Sparzusagen an die Geldgeber einhält oder seine Pflichten außer Acht lässt. Viele Experten reden bereits einem Austritt Athens aus dem Euro das Wort. Für Nowotny sind solche Schlussfolgerungen zu früh. Jetzt gehe es einmal um ein klares Bild einer Regierungskonstellation. "Alles andere muss man abwarten. Ich bin kein Experte in griechischer Innenpolitik. Ich bin nicht sicher, ob es überhaupt welche gibt", räumte Nowotny ein. "Natürlich mache ich mir Sorgen, wenn man sieht, dass hier doch erhebliche Risiken auftreten. Alle machen sich Sorgen", bestätigte der Gouverneur.
Nowotny sieht steigende Risiken
Auch die von Österreich an die Griechen verborgten 1,56 Milliarden Euro, von denen Bernhard Felderer inzwischen ausgeht, dass sie nicht wieder zurückkommen (mehr dazu ...), sind für Nowotny ein Punkt, der mitberücksichtigt werden müsse. Jeder Ökonom müsse darüber nachdenken, was sei, wenn man sein Geld nicht zurückerhalte. "Das heißt nicht, dass wir damit rechnen", so Nowotny. Es sei jedenfalls für alle Betroffenen wichtig, zu einer vernünftigen Lösung zu kommen.
Alles sei eine Frage des politischen Willens in Griechenland, hier aktiv zu werden, resümierte Nowotny heute. "Ohne diese Fähigkeit das zu zeigen wird es sehr schwierig sein, weitere Maßnahmen zu setzen." Wenn der Euro-Rettungsfonds EFSF jetzt einen Teil der fälligen Zahlung zurückhalte, sei dies ein Hinweis darauf, dass hier steigende Risiken gesehen werden, sagte Nowotny. Es liege in der Verantwortung der griechischen Politik, alles zu tun, diese Risiken wieder zu begrenzen.
(APA)
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