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Mehr Jobsuchende aus Euro-Krisenländern in Österreich

14.05.2012 | 18:17 |  Von unserem Korrespondenten OLIVER GRIMM (Die Presse)

Die hohen und weiter steigenden Arbeitslosenraten durch die Wirtschaftskrise in den Staaten an der Peripherie der Eurozone lässt eine stark wachsende Zahl von Menschen in Österreich ein neues Glück versuchen.

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Brüssel. Es sind noch nicht viele, doch ihre Zahl steigt rasant: Seit Beginn der Wirtschaftskrise wandern immer mehr Portugiesen, Iren, Griechen und Spanier nach Österreich ein. Laut neuesten Zahlen der Statistik Austria verdoppelte sich die Zahl der Zuwanderer aus diesen vier besonders hart von der Eurokrise gebeutelten Ländern in den Jahren 2008 bis 2011 von 1416 auf 2805.

Und jene, die kommen, bleiben öfter als früher: 2008 waren es nach Abzug der Rückwanderer 476 Bürger der oft abschätzig PIGS-Staaten genannten Gruppe, die in Österreich blieben. Das war also knapp jeder Dritte. Drei Jahre später betrug die Nettozuwanderung aus diesen Staaten 1279 Menschen. Es blieb also beinahe jeder Zweite.

Die Statistik Austria erhebt nicht die Gründe für die Zu- und Auswanderung nach Österreich. Doch dass es einen Zusammenhang gibt, ist unbestreitbar. "Seit Beginn der Wirtschaftskrise gab es einen leichten Zuwachs von Arbeitsuchenden aus Spanien, Griechenland und Irland", erklärte bereits im September 2011 Beate Sprenger vom Arbeitsmarktservice auf Anfrage der "Presse“.

So wanderten zum Beispiel im Jahr 2008 365 Griechen nach Österreich, von denen 78 blieben. Drei Rezessionsjahre in Griechenland später blieben von den 863 nach Österreich zugewanderten Griechen schon 449. Aus Spanien wanderten 2008 brutto 567 Menschen zu, 2011 waren es 1130. Netto, also nach Abzug der Rückwanderer, blieben 231 beziehungsweise 474 von ihnen.

Diese Zahlen zeigen erstens, dass sogar aus Ländern, für die Österreich traditionell kein Auswanderungsziel war, im Zug der Wirtschaftskrise wesentlich mehr Menschen kommen. Zweitens sind es aber in absoluten Zahlen noch immer sehr wenige Portugiesen, Iren, Griechen und Spanier, die sich in die Alpenrepublik wagen.

Schwacher EU-Arbeitsmarkt

Das zeigt einmal mehr, wie schlecht der grenzüberschreitende Arbeitsmarkt in der EU noch immer funktioniert. Bürokratische Hürden und vor allem fehlendes Geld zum Neustart in der Fremde halten noch immer viele Europäer davon ab, ihre Berufslaufbahn im Ausland fortzusetzen. So erklärten zum Beispiel Anfang 2011 in einem Eurobarometer der Europäischen Kommission 53Prozent von 57.000 befragten jungen Europäern zwischen 15 und 35 Jahren, dass sie bereit oder zumindest daran interessiert wären, in einem anderen Land zu arbeiten. Doch gleichzeitig gab jeder Dritte an, selbst nicht genug Geld zu haben, um als ersten Schritt zumindest einen Teil der Ausbildung fern der Heimat zu bestreiten.

So ist es wenig verwunderlich, dass nur rund drei von hundert europäischen Erwerbstätigen außerhalb ihres Heimatlandes arbeiten. Dabei sind die bürokratischen Hürden für Unionsbürger, die sich in Österreich niederlassen wollen, nicht außergewöhnlich hoch. „Außer der polizeilichen Meldung und der Anmeldebescheinigung bei den Bezirksbehörden für Personen, die länger als drei Monate im Land bleiben, sind keine Meldungen vorgeschrieben“, hielt Beate Sprenger vom AMS fest.

Vor allem Junge trifft es hart

Es bleibt mit Aufmerksamkeit zu beobachten, ob die triste Lage an den Arbeitsmärkten in den südlichen Euroländern diesen Trend verstärkt. Vor allem junge Menschen trifft es hart. In Griechenland sind 53,8Prozent der Jungen ohne Job, in Spanien 51,1Prozent, in Portugal 36,1Prozent.

Paradoxerweise ist diese Generation so gut wie keine zuvor ausgebildet. Gleichzeitig fehlen in Österreich vielerorts lernwillige Facharbeiter. Mit großem Interesse wartet man darum bei der Wirtschaftskammer auf deutsche Erfahrungsberichte mit Jobmessen in Spanien. „Wir beobachten sehr genau, wie sich Angebot und Nachfrage hier zusammenbringen lassen“, sagte Margit Kreuzhuber von der Kammer zur „Presse“.

Auf einen Blick

Österreich hat mit vier Prozent die niedrigste Arbeitslosenrate Europas. Das scheint nun immer mehr Bürger aus den Krisenländern an den Rändern der Eurozone dazu zu bewegen, ihr Glück auf dem hiesigen Arbeitsmarkt zu versuchen.

Die Zahl der Zuwanderer aus Portugal, Irland, Griechenland und Spanien hat sich seit dem Jahr 2008 auf 2805 verdoppelt.

("Die Presse", Print-Ausgabe, 15.05.2012)

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45 Kommentare
 
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Gast: Großer Europäer
15.05.2012 17:16
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Wir brauchen die EU. Davon bin ich felsenfest überzeugt.

Was für Superjobs werden die in Österreich finden? Als AMS-Trainer in den berühmten EU-geförderten Deppenkursen vielleicht!Hundstorfer & Mitterlehner brauchen da nur ein paar zusätzliche "Wachstumsmilliarden" mehr hineinpumpen, die Erfolgsgeschichte muss um jeden Preis weitergehen ...

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Mehr Jobsuchende aus Euro-Krisenländern in Österreich

hereinspaziert, wenn Ihr den beiden ehemaligen Grossparteien welche dies ja weiterhin ermöglichen (wollen), ihre Stimme gebt.

Das Wahlrecht wird dafür auch gebogen, versprochen; so oder ähnlich denken die Prinzen in unserem Land und überlegen schopn welche Schraube dafür bei dem eigenen Volk angezogen werden kann.

Gast: ösi
15.05.2012 16:13
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Sozialstaat

Also die Griechen kommen sicher nicht zum Arbeiten, sondern nur zum Genuss unseres langsam zusammenbrechenden Sozialstaates.
Jetzt werden wir halt in den Krankenhäusern auch noch Griechisch hören, deutsch spricht nur noch das Personal.

Gast: Free
15.05.2012 15:04
1 1

Willkommen im Sozialstaat Österreich!

Die Politbagage zockt uns solange ab bis es kracht.

Antworten Gast: 777tzu
15.05.2012 16:00
0 0

Dank Angela,

die bei uns die meisten Hartz IV Fälle erledigt/entledigt.

Re: Dank Angela,

Die meisten Hartz IV-Fälle leben in Österreich? Quelle?

Re: Willkommen im Sozialstaat Österreich!

Die deutschen Gastarbeiter (d.meisten sind ja keine typischen Einwanderer) gelten als fleißig und tüchtig. Und im Deutsch-Österr.Kulturkreis werden die sich schnell zurecht finden bzw. anpassen.
Es lebe der feine Unterschied.

Gast: Arbeitender Mensch
15.05.2012 11:41
1 0

Ja, meine Lieben, das ist der freie Markt.

Unternehmen lassen ja auch dort arbeiten, wo die Arbeitskräfte am billigsten sind, versteuern dort, wo die Steuern am niedrigsten sind, und verkaufen dort, wo man die höchsten Preise erzielen kann.

Gast: wanderhummel
15.05.2012 09:11
7 4

und der einfache bürger in diesem land

muss diesen ganzen wanderzirkus erdulden

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das ist lustig

besonders der ire ist ein signifikantes beispiel für den faulen südeuropäer.... hahahaha! aber das bashing gegen einzelne völker und volksgruppen ist hier ja sehr modern, also machen wir es uns einfach: jeder, der probleme hat oder arbeitslos ist oder auch nur woanders einen job sucht, ist ein südeuropäer!
liebe "presse": dieter hildebrandt hat einmal gesagt "wer immer nur seinem publikum hinterher läuft, wird irgendwann nur noch ärsche sehen" - wenn ich mir die postings hier ansehe, habt ihr das schon weitgehend erreicht!

Antworten Gast: Free
15.05.2012 15:06
1 2

Re: das ist lustig

Das Gewinsle der linken Brut ist im Standard oder Falter besser aufgehoben

Re: das ist lustig

Liebe/r feee, mein Titel in der Druckausgabe lautet "Immer mehr Portugiesen, Iren, Griechen, Spanier wandern nach Österreich aus". Bei der Übernahme in unsere Onlineversion ist das sinnentstellend verkürzt, mittlerweile aber korrigiert worden. Freundlichen Gruß, OG

Antworten Gast: mir reichts
15.05.2012 10:14
1 1

Re: das ist lustig

es gehört vielleicht nicht ganz hierher, doch ich habe ein jahr lang in irland gearbeitet.

in der krankenpflege sind die noch im besten fall im 20. jahrhundert und das sage ich als irlandbegeisterter.

so viele pubs können die in österreich gar nicht öffnen, vor allem, weil das guinness nicht reisen kann, dann schmeckt es scheußlich *ggg*

Re: das ist lustig

Ich hab mich auch gefragt, was die Iren da in dem Artikel zu suchen haben *G*.

Gast: Tell 1291
15.05.2012 03:56
5 2

Falsche Aussage zur Arbeitslosgikeit

Immwe wieder rühmen sich die Oestereicher die geringste Arbeitslosigkeit in Europa zu haben. Das stimmt einfach nicht. Die geringste Arbeitslosigkeit hat die Schweiz mit rund 3 %. Dazu sind diese Zahlen nicht erkauft mit massiven sogenannten Konjunkturprogrammen, die in Oesterreich gemacht wurden und die Schulden noch mehr erhöht haben. Also hört endlich auf, AUT besser darzustellen, als es effektiv ist.

Antworten Gast: Pflichtfeld
15.05.2012 08:45
4 0

Re: Falsche Aussage zur Arbeitslosgikeit

Es wird aber nicht von Europa, sondern von der EU gesprochen. Und da ist meines Wissens nach die Schweiz nicht dabei.

na bravo

unsere sozialtöpfe sind noch zu wenig leer geräumt. und für die lohndrückerei sind die auch noch gut. super nur weiter so bis alles den bach runtergeht.

Antworten Gast: Linksgrüne GutmenschIn
15.05.2012 12:06
2 1

@ Lohndrückerei: das ist der freie Markt, dem hier so gerne gehuldigt wird :)


Gast: Torrero
15.05.2012 00:01
2 1

Das wird eine ausgewachsene Spanische Grippe

Wetten!

Zumal wenn man künstlich auf Pump Nachfrage generiert.

die kommen nicht wegen der arbeit

sondern wegen der sozialen haengematte, die jeden einzelnen arbeiter ausblutet und eine irrsinnig hohe steuerlast & schuldenlast aufbuerdet.

der rest der welt blickt neidisch auf das land, wo milch und honig in stroemen fliessen, wo ein ueberleben moeglich ist ohne auch nur einen finger zu ruehren, wo einem die gebratenen tauben wagrecht in den mund fliegen.
erklaer das mal einem afrikaner, der taglich 4 stunden fussmarsch auf sich nimmt, nur um wasser fuer sich und seine familie zu holen ...

aber der spass wird sehr bald ein ende haben, weil die sache auf schulden konsumiert wird. die jetzige generation konsumiert schon die zukunft ihrer enkel.

those who live beyond their means are destined to live beneath their means.

Antworten Gast: mir reichts
15.05.2012 10:18
2 0

Re: die kommen nicht wegen der arbeit

bei aller kritik, aber die jetzige generation zahlt und blutet. es ist ungerecht, zu behaupten, dass sie nur konsumiert.

ich bin nun eine reihe von jahren in diesem leben unterwegs und kann sehen, was von meiner generation alles geschultert worden ist, von den kriegsvernichtungen bis heute.

wer hier konsumiert, sind nicht die arbeitenden österreicher, sondern die von mehreren parteien geliebten nichtösterreicher.

Re: die kommen nicht wegen der arbeit

meine neue, portugiesische Kollegin kam definitiv um zu arbeiten

Ausbildung vs. Ausbildung

Eine "gute" Ausbildung in Form eines akademischen Grades, die allerdings genau null (0) Relevanz auf dem Arbeitsmarkt hat, weil sie von der produktiven Wirtschaft nicht nachgefragt wird, ist eben keine nützliche Ausbildung.

Mal abgesehen von sprachlichen und kulturellen Barrieren.

wir haben eh nur

ca. 300 000 arbeitslose, da passen schon noch ein paar rein!

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Was Oesterreich braucht sind Hoechstqualifizierte!

Die kommen aber nicht, waeren ja schoen bloed 50% Steuern zu bezahlen.

Re: Was Oesterreich braucht sind Hoechstqualifizierte!

wie wahr, wie wahr

diese leute gehen nach kanada, usa, vielleicht singapour oder hongkong, oder australien. aber nicht ins land der umverteiler und spindelwindels

 
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