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Juncker: "Griechenland wird tagtäglich bedroht"

15.05.2012 | 06:21 |   (DiePresse.com)

Eurogruppen-Chef Juncker kritisiert die Spekulationen um einen Austritt der Griechen aus der Eurozone. So gehe man mit einem Partnerland nicht um.

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Die Euro-Länder setzen alles an den Verbleib Griechenlands in der Währungsunion. Die Finanzminister der Euro-Staaten appellierten am Montag an das überschuldete Land, unter einer neuen Regierung den vereinbarten Sparkurs bald fortzusetzen. Die immer offener diskutierte Alternative eines Ausscheidens aus der Währungsunion lehnte Eurogruppen-Chef Jean-Claude Juncker nach der Sitzung entschieden ab.

"Unser unerschütterlicher Wunsch ist es, Griechenland in der Euro-Zone zu halten", sagte Juncker am Montagabend nach dem Treffen der Euro-Finanzminister in Brüssel. Ein Ausstieg Griechenlands aus dem Euroraum sei am Montag nicht Gegenstand der Diskussion gewesen. "Kein Einziger hat sich dahingehend geäußert", so Juncker nach der Sitzung. Dieses Gerede sei "Unsinn und Propaganda". In Athen unternahm der griechische Präsident Karolos Papoulias einen letzten Versuch, ein Regierungsbündnis zu schmieden. Sollte dieser am Dienstag scheitern, wären Neuwahlen unvermeidlich, bei denen die Gegner des Sparprogramms womöglich noch mehr Zulauf bekämen und den Pakt mit der EU aufkündigen würden.

"Griechenland wird tagtäglich bedroht"

Juncker kritisierte alle Anspielungen auf einen Austritt Griechenlands aus dem Euro-Raum. So hatte Kommissionspräsident Jose Manuel Barroso gesagt, ein Clubmitglied müsse austreten, wenn es sich nicht mehr an die Regeln halte. Österreichs VP-Finanzministerin Maria Fekter hatte Griechenland ermahnt, den Euro nur über einen Austritt aus der Europäischen Union loswerden zu können und in einem solchen Fall harte Verhandlungen für eine Neuaufnahme angedroht.

Der Eurogruppen-Chef forderte ebenfalls die Griechen auf, ihre Zusagen zu erfüllen und den harten Reformweg weiterzugehen. Doch hätten die Euro-Staaten dem griechischen Volk keine Lehren zu erteilen. "Mir gefällt es nicht, wenn Griechenland tagtäglich bedroht wird - so geht man mit Kollegen, Partnern und Freunden und Bürgern der Europäischen Union nicht um", betonte Juncker.

Pattsituation in Griechenland

Die Euro-Zone und der Internationale Währungsfonds bewahrten Griechenland bisher bereits mit 148 Milliarden Euro vor der sicheren Pleite. Inzwischen wurden zwei Rettungspakete mit öffentlichen Hilfen über zusammen 240 Milliarden Euro geschnürt. Das Land musste sich im Gegenzug zu einem raschen Schuldenabbau verpflichten. Ohne den geforderten Beschluss zu weiteren Einsparungen müsste Griechenland Ende Juni der Geldhahn abgedreht werden. Die zweitstärkste Partei, das Linksbündnis Syriza, lehnt die Sparauflagen wegen der harten Folgen für die Bevölkerung jedoch ab.

Zwischen Gegnern und Befürwortern herrscht damit seit der Neuwahl vom 6. Mai eine Pattsituation. Ein Abweichen von den bisherigen Sparzielen oder dem Zeitplan dafür kommt für die Euro-Zone aber nicht in Frage, wie Juncker sagte. Dazu müsste es außergewöhnliche Erschwernisse für den Schuldenabbau geben, die derzeit nicht zu erkennen seien. Doch selbst dann würden die Sparauflagen nicht wesentlich geändert.

Lob für Irland und Portugal

Angesichts der am Freitag vorgelegten Frühjahrsprognose der EU-Kommission bezeichnete Juncker die Konsolidierungsstrategie für den Währungsraum als positiv. Die Eurogruppe lobte die Fortschritte Portugals und Irlands bei der Sanierung der Staatsfinanzen. Auch sie sind auf Hilfskredite der Euro-Partner angewiesen. Doch im Unterschied zu Portugal und Irland gebe es in Griechenland keinen politischen Konsens über den Sparplan und eine schwache öffentliche Verwaltung. Auch die Reformen in Spanien - vor allem im Bankenbereich - wurden ebenso wie die Anstrengungen der Niederlande trotz des Bruchs der Regierung begrüßt.

Sollte in Athen keine Regierungsbildung gelingen, sieht die griechische Verfassung Neuwahlen vor. Wahrscheinlicher Termin dafür wäre Mitte Juni. Umfragen deuten darauf hin, dass das Linksbündnis Syriza zur stärksten Kraft werden und damit 50 Sitze zusätzlich im Parlament erringen könnte. Zunächst will Syriza laut ihrem Parteisprecher an den Gesprächen zur Regierungsbildung am Dienstag teilnehmen, lehnte zugleich aber den Vorschlag von Papoulias zur Bildung einer Regierung von Technokraten ab. Auch der Chef der Demokratischen Linken, Fotis Kouvelis, wird bei den Verhandlungen am Dienstagmittag dabei sein. Der Vorsitzende der bisher mit den Konservativen regierenden Sozialisten, der ehemalige Finanzminister Evangelos Venizelos, sagte, er sei nicht optimistisch.

(Ag.)

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18 Kommentare
Gast: freund?
15.05.2012 13:05
1 0

das AAAAARMEEEE griechenland !



tut mir ja sooooo leid !

die gauner verstehen nur die kernige sprache der drohung !

Herrn Junckers Mitleid mit Griechenland

Griechenland hat sich durch Bbetrug in die EU und die Euro Gruppe hineingemogelt. Die anderen Länder zahlen seit Jahren für Griechenlands Schulden. Jetzt pokern die neuen griechischen Parteien, insbesondere die Syriza, indem sie sich weigern, die vereinbarten Sparprogramme weiterzuführen und bauen darauf, dass die Euro Verantworlichen sich nicht trauen werden, die Zahlungen an Griechenland einzustellen. Herr Juncker, der Chef der Eurogruppe fällt darauf herein und viele Funktionäre linker Parteien folgen ihm. Ich fürchte, wir Steuerzahler werden also weiterhin in dieses Fass ohne Boden einzahlen müssen.

Antworten Gast: Vogel Strauss
15.05.2012 13:41
0 0

Re: Herrn Junckers Mitleid mit Griechenland

Er fällt nicht drauf herein, er ist schuld an dieser Konstruktion und muß nun - koste es, was es wolle - sein Baby am Leben erhalten!

Antworten Gast: 1. Parteiloser
15.05.2012 13:07
0 0

Re: Herrn Junckers Mitleid mit Griechenland

Es ist doch nur ein Mitleid für die Kreditgeber von Griechenland. Juncker war immer schon ein Bankenlobbyist.

Auch die Reformen in Spanien - vor allem im Bankenbereich - wurden ebenso wie die Anstrengungen der Niederlande trotz des Bruchs der Regierung begrüßt.

Nurmal zur Klarstellung: Spanische Banken werden verpflichtet, Auffanggesellschaften für tote Papiere zu gründen ("Bad Banks").
Sollten sie diese Papiere via Bad Bank weiterhin behalten, wäre das ja keine Änderung. Daher wird die jemand Anderer besitzen. Wer kauft sowas ?
Richtig - der Staat. Das ist der, der 50% Jugendarbeitslosigkeit hat, 8% für laufende Kredite bezahlt und dessen Wirtschaft p.a. um 6% schrumpft. Also der, der sich´s leisten kann.

Woher kommt das Geld für diese Aktion (und jene, die Banken zu "rekapitalisieren")? Wieder richtig: Wird von Banken ausgeborgt.

Überrascht mich nicht, dass Hr. Juncker diese Reformen begrüsst.

Gast: Sekundant
15.05.2012 09:16
5 1

Ich glaube natürlich Herrn Juncker...

er hat auch mal gemeint, dass man die Menschen anlügen muss wenn es der Sache dient.

Gast: Van Forlan
15.05.2012 08:55
5 1

Österreich und andere Netto-Zahler werden tagtäglich von Griechenland bedroht! Und von Politikern wie Herrn Juncker, die durch unser Steuergeld ihr Gehalt beziehen. Genau so wie die Griechen.


Vielleicht verteidigen Leute wie Junckers deshalb den Status quo so vehement: wenn einmal Griechenland hinausgeworfen würde, könnte es Typen wie Junckers genau so gehen.

Untrügliche, unbarmherzige Erkenntnisse

"Unerschütterliche Wünsche" und Vorstellungen sollen Festigkeit im Glauben und Wissen vermitteln.

Bei den Beschwörungen des Eurogruppen-Chefs Juncker schwingt dabei, unvermeidlich, auch eine tiefe und untrügliche Erkenntnis mit, dass ihm am Wissen um die Fragilität der €-Konzeption natürlich nicht mangelt. Vielleicht in einem Ausmaß, das unsere Vorstellungen sprengt. Daher werden immer wieder Vorgehensweisen als vollkommen alternativlos beschrieben. Die Zukunft wird, so die demokratischen Bewegungen Europas obsiegen, zeigen, dass viele „alternativlos“ beschworene Konzepte weniger der Überzeugung einer einzig wirksamen Hilfsmethode als vielmehr der Furcht vor Aufklärung und politisch/ökonomischen Veränderungen entsprungen sind!

3 4

Nur Fr. Fekter ...

Nur Fr. Fekter traut sich zu sagen, was die Bürger der Zahler- und Bürgschaftsländer überwiegend denken.
H. Juncker hingegen ermuntert Syriza und andere Taktierer in GR, zu pokern und darauf zu setzen, dass man die Vertragsverpflichtungen nicht einhalten und dennoch die vertraglichen Gegenleistungen erhält. Es wird Zeit dass er "geht" ...

Gast: tc_t
15.05.2012 08:32
5 1

desaster - dein name ist eu


Die richtige Frage wäre,

wie geht Griechenland mit ihren Partnerländern um, die es mittlerweile seit zwei Jahren milliardenschwer durchfüttern?
jedes Tier hätte in der langen Zeit gelernt, dass es nicht in die Hand beißen soll, die es füttert!

Gast: WallstreetAmigo Juncker
15.05.2012 08:29
6 1

Juncker, als Luxemburger ein Büttel der Bankster und Wallstreet-Milliardäre, hat schon als Feind der Mittelschicht mit seiner Euro-Fehlkonstruktion Europa schon mehr als genug geschadet und viele nahezu in den Ruin getrieben


Die Europäer werden tagtäglich bedroht und belogen

Durch die kurzfristig widerkehrende Kapitalvernichtung in Milliardenhöhe zugunsten der Banken im Gleichklang mit dem schrittweisen Verlust ihrer Sparguthahben. Letzterer ergibt sich durch die reale Inlation im zweistelligen Bereich und der Verzinsung im 2% Bereich nach Abzug der Kest. Schön langsam sollte man seine Euroguthaben in Norwegerkronen, Can Dollar oder CHF umwechseln und sie in einem privaten Tresor unterbringen. Wenn die Banken krachen, und die permanenten Abstufungen sind ein erstes Azneichen dafür, werden die Sparer dafür durch Enteigung die Rechnung bezahlen. Die kommende Währungsreform besorgt dann den Rest. Absichern sollte man sich durch Goldankäufe und dabei die manipulierten fallenden Kurse zum Einstieg nutzen.

Gast: Vogel Strauss
15.05.2012 08:20
4 1

Juncker als Geburtshelfer der Mißgeburt Euro ...

... muß noch immer den komatösen Patienten mit Gewalt am Leben erhalten. Er kann nicht zugeben, dass die Politiker, die den Euro beschlossen hatten, hoch gepokert haben. Die haben genau gewußt, wie wenig die am Euro beteiligten Länder wirtschaftlich kongruent sind ... Kohl, Mitterand und andere (u.a. Juncker selbst) haben das ignoriert und gelogen, in der Hoffnung, dass sich das schon irgendwie lösen würde. Nun, es hat sich gelöst, wie wir jetzt miterleben dürfen ... warum allerdings der Lügner Juncker noch immer so hoch angesehen ist in Europa, ist mir mehr als schleierhaft!

11 2

Juncker

hat mit seiner Realitätsverweigerung schon genug Schaden angerichtet. Man sollte ihn persönlich haftbar machen, dann wäre es blitzschnell vorbei mit seinen rotzfrechen und dummdreisten Ansichten die nur darauf hinauslaufen, dass die Steuerzahler aller Euro-Länder für die absurden Fehlkonstruktionen des Euros, die auch maßgeblich von Hrn. Juncker mitbeschlossen wurden, blechen sollen.

Keine Solidarität mit Lügnern und Betrügern!

Gast: Na und?
15.05.2012 07:14
8 1

Gerade Junker!

Er ist ja selber der größte Gauner und mitschuld an allem Schlechten in der EU!!!

Wenn der etwas vorschlägt, muß man schon aus Prinzip das Gegenteil machen!

Ah so ist das?

Die griechischen Führer sind also zart besaitet und könnten sich kränken. Waren sie das auch, als sie sich mit Wissen der Eurokratie in den Euro gelogen und dann Milliarden von in anderen EU-Ländern schwer verdientem Geld verbraten haben? ;-)

Und "tagtäglich bedroht" werden wohl eher die Bürger der für den ganzen Schamott zahlenden EU-Länder. Die Griechen treffen momentan eine sehr wichtige Entscheidung und die Zahler haben das Recht und die Pflicht, ihnen die Konsequenzen darzustellen. Da von Drohung zu sprechen ist sowas von lächerlich...

Nicht Griechenland wird bedroht, sondern eine falsche Politik bedroht die ganze Eurozone

Es sind die Fehler der Politik, die jetzt schlagend werden und die dazu führen, dass ein Land nach dem anderen umfallen wird und auf die Geberländer hohe Belastungen zukommen sowie die Spekulanten hohe Gewinne auf Kosten der Steuerzahler einfahren.

http://www.wienerzeitung.at/meinungen/gastkommentare/455425_Der-groesste-Betrug-bzw.-Selbstbetrug-in-der-Geschichte-der-2.-Republik.html

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