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Moody's hat Spaniens Banken im Visier

17.05.2012 | 16:20 |   (DiePresse.com)

Nach einem Zeitungsbericht plant die Ratingagentur einen Rundumschlag. Eine Herabstufung käme zu einem sehr ungelegenen Zeitpunkt.

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Den Banken Spaniens droht neues Ungemach von der Rating-Front. Moody's plant einem Zeitungsbericht zufolge einen Rundumschlag gegen spanische Banken. Wie die spanische Finanzzeitung "Expansion" am Donnerstag mit Bezug auf Insider berichtete, wollten die Bonitätsprüfer die Herabstufungen der Kreditwürdigkeit noch im Laufe des Tages bekanntgegeben. Moody's wollte den Bericht nicht kommentieren. Am Montag hatte sich die Agentur bereits den italienischen Bankensektor vorgeknöpft.

Eine Herabstufung der spanischen Banken käme zu einem kritischen Zeitpunkt: Erst in der vergangenen Woche hatte die Regierung den Sparkassenriesen Bankia teilverstaatlicht und die Banken gezwungen, ihre Risikopuffer zu erhöhen, um sich vor Abschreibungen auf Immobilienkredite zu schützen. Die Analysten von Moody's haben in dieser Woche bereits in einem Bericht darauf hingewiesen, dass spanische Banken durch die Rezession und die anhaltende Immobilienkrise gefährdet seien. Zudem soll die Ratingagentur Moody's Presseberichten zufolge einen Rundumschlag gegen den Bankensektor der viertgrößten Volkswirtschaft im Euroraum vorbereiten.

Zinsendruck steigt

Spanien muss immer mehr Zinsen bieten, um neue Anleihen am Markt unterzubringen. Durch die Aufstockung von drei Papieren, die 2015 und 2016 fällig werden, flossen 2,49 Mrd. Euro in die Staatskasse, wie die spanische Schuldenagentur am Donnerstag mitteilte. Das Maximalziel von 2,5 Mrd. Euro wurde damit beinahe erreicht. Die Nachfrage nach den neuen Papieren war sehr hoch, doch die Zinsen, die Madrid bieten muss, ziehen immer weiter an.

Um Spanien bis 2015 Geld zu borgen, verlangten Investoren durchschnittliche Renditen zwischen 4,375 und 4,876 Prozent. In den letzten vergleichbaren Auktionen im März hatten die Werte noch bei 2,89 beziehungsweise 4,037 Prozent gelegen. Bei einem weiteren Titel mit Laufzeit bis 2016 zog die Rendite von 3,374 auf 5,106 Prozent an. Damit wird es für Spanien immer teurer, neue Schulden zu machen.

Am Sekundärmarkt, wo umlaufende Staatsanleihen gehandelt werden, hatten die Risikoaufschläge für spanische Papiere in den vergangenen Tagen Rekordstände erreicht. Die Renditen liegen im richtungweisenden zehnjährigen Laufzeitbereich seit Wochenbeginn spürbar über der kritischen Marke von sechs Prozent und nähern sich dem Niveau, ab dem Irland, Griechenland und Portugal Hilfsgelder beantragen mussten.

 

 

(APA/Ag.)

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4 Kommentare
Gast: LegendIn
17.05.2012 23:07
1 0

Der EURO kann niemals funktionieren!

Man möge sich erinnern:

Zu Beginn des Euro gab es einen Stabilitätspakt. Und dieser Pakt wurde bald darauf reihum nicht eingehalten.

Das führte zur strukturellen Überschuldung vieler EURO-Länder, welche mit der Bankenkrise 2008 schlagartig voll sichtbar wurde.

Die einzige logische Antwort wäre radikales Kürzen der AUsgaben (fälschlich sparen genannt, aber kein einziges Land spart im SInne von Überschuss erwirtschaftebn) und bereinigen der strukturellen Perv ersitäten: sprich Entlassung der vielen hunderttausend unnötigen Beamten und Staatsbediensteten, Kürzung der überhöhten Pensionen, Anhebung der Pensionsalter, Kürzung nicht wettbewerbsfähig hoher Löhne usw. usw.

Aber was passiert? Es werden wieder populistische Kasperl-Politiker a la Hollande gewählt und der alte Wahnsinn des Schuldenmachens geht fröhlich weiter, beklatscht von all den sich verschämt "keynesianer" nennenden Sozialisten aller Parteien, welche niemals zugeben könnten, dass sie mit ihrer unbekümmerten Schuldenpolitik ganz Europa an den Rand der Pleite geführt haben.

Und so werden die Märchen vom "Kaputtsparen" gebetet, der "Kapitalismus" für tot erklärt (gibt es eine höhere Form des Kapitalismus als jahrzehntelang auf Schulden unverdienten Wohlstand zu erkaufen?) Und die mittlerweile nach 40 Jahren angewandten Sozialismus wirtschaftlich zu absoluten Analphabetten gewordenen Durchschnittsbürger glauben diesen Unsinn.

Bestes Beispiel Griechenland: 90% wollen im EURO bleiben, aber 80% wollen nicht ausgaben kürzen und reformieren!

Und so kann sich Europa vor dem Hintergrund der Globalisierung und seiner Selbstfesselung mittels gutmensch- und -natürlichen Auswüchsen darauf einstellen, bald zum Armenhaus der westlichen Welt zu werden.

gibt es eine höhere Form des Kapitalismus als jahrzehntelang auf Schulden unverdienten Wohlstand zu erkaufen?

Sie haben das Problem erkannt. Ob links oder neoliberal oder sonstwas. *Alle* Glaubensrichtungen haben die gemeinsame Basis von Gier und Neid.
Du hast, gib her.

Deshalb ist´s mir auch reichlich wurscht, woran Experten glauben. Aber dass es damit, sich für laufende Ausgaben zu verschulden, nicht geht, sollte jetzt wohl auch für den Stursten ausreichend bewiesen sein.
Was nicht heisst, dass wir in AT an diesen Beispielen wirklich lernen. Mag sein, das wir Wert darauf legen, einschlägige Erfahrungen selbst zu machen. Sollte es dazu kommen wäre wenigstens ein weiterer Beweis erbracht: Es gibt kein intelligentes Leben in diesem Land.

Abschusskandidat

Spanien wird wohl der nächste Abschusskandidat sein. 50 Prozent Jugendarbeitslosigkeit, 25 Prozent im Bevölkerungsdurchschnitt, hoffnungslos verschuldet, und so gut wie kein Wirtschaftswachstum. Wenn die Spanier ebenso absacken, wie die Griechen, könnte das schon das Ende der Währungsunion einläuten. Die schwächelnde EU kann es sich nicht leisten, neben Griechenland, einen weiteren Staat mit hunderten Milliarden Subventionen durchzufüttern. Und das auf Jahrzehnte hinaus. Und wer weiß, wie es mit Italien weitergeht ...
Vermutlich wird noch, um des Machterhalts Willen, der verbliebene Wohlstand der übrigen Mitgliedsländer verbrannt, bevor das bittere Ende kommt.

Gast: pleiti
17.05.2012 18:36
2 0

Target 2 Saldo Ende April 302 Mrd

Wie dramatisch die Situation in Spanien ist, zeigt der Target 2 Saldo Ende April mit 302 Mrd. minus. Da gibt es eine riesige Kapitalflucht.

Rund 1800 Gesamtauslandsschulden, 24,4 % Arbeitslosigkeit, 3,5 % negative Leistungsbilanz, 6 Millionen leerstehende Immobilien usw.

In Spanien wird das Ende des Euros stattfinden. Zuerst werden noch die Deutschen ausgeplündert und dann wird Spanien pleite gehen.

Zurück bleibt ein Schuldenberg für den wir aufkommen müssen.

Mit ihrer sturen Kaputtsparhaltung führt Angela Merkel den Euro und die Eu in den Abgrund.

Leider versteht das unsere Regierung nicht.


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