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"Märkte stellen sich auf Euro-Austritt der Griechen ein"

18.05.2012 | 10:54 |   (DiePresse.com)

Bei der Krisen-Bekämpfung fehlt jede Strategie, der Euro fällt auf 1,2643 Dollar. Die deutsche Bundesanleihe boomt: "Es geht nur noch um Sicherheit".

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Die Furcht vor einem Auseinanderbrechen der Eurozone hat die Stimmung am Renten- und Devisenmarkt zum Wochenausklang weiter getrübt. Der Euro fiel am Freitag bis auf 1,2643 Dollar; so günstig war er seit Mitte Jänner nicht mehr. Die Skepsis der Investoren wurde weiter angeheizt von der Herabstufung Griechenlands durch die Ratingagentur Fitch. Deren Analysten begründeten das neue Langfrist-Rating CCC (vorher: B-) mit der Gefahr, dass das Land die Eurozone verlassen könnte. Auch für die angeschlagenen spanischen Banken gab es neue Krisenschlagzeilen: die Ratingagentur Moody's stufte 16 Institute herunter.

"Der Euro kann in dieser Gemengelage kaum einmal durchatmen", schrieb die Commerzbank in einem Kommentar. "Das schon deswegen nicht, weil noch immer eine generelle Strategie zur Bekämpfung der Krise fehlt." Die Europäische Zentralbank (EZB) halte zwar das Feigenblatt einer strengen, risikoorientierten Notenbank von Zeit zu Zeit hoch, wie das Ausschließen einiger griechischer Banken zeige. Tatsächlich sei das aber völlig unwirksam, weil auch diese Banken weiter mit Liquidität aus dem Europäischen System der Zentralbanken (ESZB) versorgt würden; nur inzwischen über den Umweg der Emergency Liquidity Assistance (ELA) der griechischen Notenbank.

"Märkte ergeben sich ihrem Schicksal"

"Die europäischen Märkte scheinen sich ihrem Schicksal zu ergeben und stellen sich auf die Folgen eines Euro-Austritt Griechenlands ein", sagte Hedge-Fonds-Manager Lex van Dam von Hampstead Capital. "Ich halte es für sehr wahrscheinlich, dass die EZB eingreifen wird, bevor die Situation eskaliert." Andere hielten dagegen. Die Zentralbank könnte zwar eine neue Geldspritze überlegen oder wieder verstärkt Anleihen der schuldengeplagten Euro-Länder kaufen. "Aber wirklich gebracht hat das bisher ja auch nichts", sagte ein Händler.

Ein Vorschlag von Ex-EZB-Chef Jean-Claude Trichet zur Rettung des Euro ging in der Krisenstimmung fast unter. Er hat angeregt, dass die EU-Staaten im Extremfall ein Land für bankrott erklären und seine Haushaltspolitik übernehmen. Dazu sollte es dann kommen, wenn die Fiskalpolitik des Landes die Währungsunion als ganze gefährde. Trichet nannte es eine "Förderation in Ausnahmefällen".

Spanien besonders ansteckungsgefährdet

Am Markt fand das zunächst kaum Beachtung. Hier wurden vielmehr Konsequenzen eines zunehmend realistisch gesehenen Szenarios durchgespielt, dass Griechenland den Euro als Währung aufgeben könnte. Und da wurde vor allem Spanien als besonders ansteckungsgefährdet empfunden. Die Renditen auf zehnjährige Anleihen aus Madrid lagen weiterhin deutlich über der kritischen Sechs-Prozent-Marke, die Risikoaufschläge zur vergleichbaren Bundesanleihe stiegen nach Daten von Tradeweb um neun auf 500 Basispunkte. Selbst zweijährige Anleihen rentieren inzwischen mit 4,3 Prozent.

Im Schlepptau von Griechenland und Spanien stiegen auch die Zweifel gegenüber der italienischen Reformfähigkeit. Zehnjährige Anleihen aus Rom rentierten knapp unter sechs Prozent, der Risikoaufschlag zur Bundesanleihe lag bei 465 Basispunkten.

"Es geht nur noch um Sicherheit"

Profiteure der unübersichtlichen Gemengelage waren wieder einmal die Bundesanleihen. Der richtungsweisende Bund-Future stieg erneut auf ein Rekordhoch von 144,06 Zählern. Die Rendite der zehnjährigen Bundesanleihe fiel auf ein Rekordtief von 1,396 Prozent. Auch die Rendite kurzlaufender und 30-jähriger Papiere fiel auf Rekordtiefs.

"Die Investoren sagen sich, Deutschland wird wohl seine Schulden zurückzahlen, und deshalb kaufen sie weiter die Anleihen. Rendite ist völlig egal, es geht nur noch um Sicherheit", erklärte ein Händler den Ansturm.

(Ag.)

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103 Kommentare
 
12 3

in diesem forum hieß es gleich am beginn der g-krise:

'raus mit ihnen die haben da nichts verloren.' die politik wusste es aber besser oder auch nicht. jetzt haben wir den salat. wissen aber auch warum die franzosen den euro als zustimmung für die d-wiedervereinigung wollten: nach jedem crash haben die sparer ihr geld verloren und zwar an die anderen.
die folge wird sein, dass bei den jeweils nächsten wahlen meist die antieuropäer oder sonstige radikale bestenfalls die sozialisten, die es zwar wollen aber nicht wirtschaftlich führen können, gewinnen werden. die chance, dass die eu zerfällt ist hoch.

Gast: DIE STIMME DER WAHRHEIT UND REKONZILIATION
19.05.2012 11:11
2 0

"die titanic sinkt panik ganz allanig

aber fesch, mit all den millionen cahs
und der ganzen teuren wäsch" - falco

passt iwie dazu

5 0

Was schon vor Jahren der vielgelästerte Stammtisch prophezeite


quillt jetzt schön langsam aus den Experten- und Politikermündern

Antworten Gast: Bärenfalle...
19.05.2012 12:40
3 0

Re: Was schon vor Jahren der vielgelästerte Stammtisch prophezeite

Hausverstand : Experten = 1: 0

Ein Blick zurück

aus dem Jahr 2020 ...

es gab jede Menge toter Bankster, da auch die Polizei keine Sympathie für die Bankster hatte ... und die Bankster-Söldnertruppen nicht langten...

Gast: egi
18.05.2012 21:21
7 0

Wem hat es genützt?

Wen jetzt Griechenland aus dem € hinausgeworfen wird, warum haben wir vorher Haftungen übernommen? Wo ist der Sinn in diesen Handlungen? Wir zahlen für etwas und wissen nicht wofür und warum! Unsere Regierung und die EU ist verrückt, sollte das alles wahr werden! Nicht die Griechen, wir sollten auf die Strasse hinaus und unseren Politkerinnen das Fürchten lehren!

Re: Wem hat es genützt?


Sie können sich sicher sein, daß sich einige Apparatschiks die Taschen gefüllt haben!

So etwas passiert nicht zufällig, oder weil sie etwa zu dumm wären!

Die Griechenlandpleite incl. Pleite der GIPSI-Staaten+Frankreich war doch schon vor Jahren absehbar!


Gast: wienerpratertheater
18.05.2012 19:10
6 0

40 jahre aufbauarbeit-im interesse des sozialen wohlstandes der bevölkerung, war umsonst- die eu und die banker/eurolobbys können dank einer SPÖ u.Co. den sozialen wohlstand wiedermal ruinieren


Gast: wienerpraterpolitik
18.05.2012 19:06
7 0

auch österreichs hackler und asvg pensionisten müssen sich dank faymann und der SPÖ auf diese milliadenverluste einstellen- der sozialabbau bei den hacklern u.asvg pensionen ist die folge dieser bankenlobbypolitik


Gast: Carlo b
18.05.2012 18:42
7 0

Euro-Austritt(Ausritt)

ja wo sind nun die macher der EU ?

ich meine:
diese leute einfangen , veruntreutes geld wieder abnehmen,
dies verursacher einsperren bis zum ende aller tage bei wasser und trocken brot.

Antworten Gast: Bärenfalle...
19.05.2012 12:39
1 0

Re: Euro-Austritt(Ausritt)

.. und arbeiten lassen.

Da bin ich mal gespannt auf die Leistungsbereitschaft, die Motivation und die Flexibilität der Eurokraten welche ja nicht müde werden eben dies von uns für Hungerlöhne zu fordern.

Dann machen wir den Vergleich wer den Pflasterstein billiger klopft, der Eurokrat im Steinbruch oder der Chinese und wenn der Eurokrat teurer ist dann müssen wir das trockene Brot leistungsmotivierend vorübergehend streichen.


Gast: africano
18.05.2012 17:23
8 1

Der Krug geht so lange zum Brunnen ,bis er bricht.

Lassen wir uns überraschen ,was die Weltregierung mit uns noch aufführen wird?

Neiiinn...

Wir können nicht ein EU-Land den Türken schenken! Ausgerechnet den Türken!!!

Re: Neiiinn...

und kärnten an slowenien! die kärntner sind die griechen österreichs

Re: Neiiinn...

doch warum nicht?

Antworten Gast: Zerrpilt
18.05.2012 16:37
6 4

Tja ...

Da im Vergleich mit Griechenland die türkische Wirtschaft, die türkische Verwaltung und die türkische Demokratie moderner und stärker sind (!), ist das eine logische Konsequenz. Schuld ist Griechenland, das noch immer im Entstehungsprozeß eines modernen Landes verharrt. Und nicht weiterkommt. Bald werdens von Aserbeidschan und der Mongolei überholt worden sein..

Antworten Antworten Gast: strelnikov
18.05.2012 18:42
5 0

Re: Tja ...

Die türkische Wirtschaft ist sehr gut drauf und hat sehr gute und fähige Unternehmen. Habe da nie Probleme damit.
Griechenland ist und war wirtschaftlich immer ohne Bedeutung, da sie nichts produzieren, also fehlt uns im Regal auch nichts. Tourismusland ist es auch keines, also, was soll uns fehlen, ausser dem Geld, das wir dank unserer unfähigen EU- und Bundesregierung "gespendet" haben. Aber das ist sowieso unwiderbringlich verloren. Also, lasst sie sausen. Die Türken brauchen eh neue Parkplätze.

Gast: Terbbler
18.05.2012 16:00
11 1

Da haben vor 11 Jahren die Finanzminister

der damaligen EU-Staaten ganz schönen Mist gebaut. Die haben nämlich Griechenlands Aufnahme (gegen den Warnungen der Kommission) im Rat beschlossen. Für Österreich: Karl-Heinz Grasser.

4 0

Gegenüber echten Werten wie Gold

ist der Euro in der letzten Zeit nicht gefallen.
Das ist doch nicht so schlecht, oder?

Gegenüber dem US$ ist er etwas stärker gefallen, weil der US$ als safe-haven gesehen wird.

Das viele Fluchtgeld kann man ja nicht in Gold stecken. Da würde der Preis von Gold explodieren.

Gast: pleiti
18.05.2012 15:05
12 2

der Euro ist eine Fehlkonstruktion

Der Euro ist die schlechteste Währungsunion der Welt. Da passen die unterschiedlichen wirschaftlichen Stärken der Euroländer nicht zusammen. Ohne eine Transferunion und einer gemeinsamen Kasse kann das nicht funktionieren. Eine Transfer- und Schuldenunion lehnt aber Fr. Merkel ab. Das Kaputtsparen beschleunigt nur den Zerfall.

Daher wird ein Trümmerhaufen aus Schulden übrig bleiben. Das wird wahrscheinlich auch das Ende der EU sein.

Unsere Politiker verstehen das Endspiel Euro noch gar nicht !

Das größte Problem ist Spanien. Die werden dem Euro den Todesstoss geben.

Antworten Gast: Schlechtmensch
18.05.2012 16:40
6 1

Re: der Euro ist eine Fehlkonstruktion

Eine Transferunion wird Gottseidank nicht nur von Frau Merkel abgelehnt - oder wollen Sie vielleicht lebenslang für südeuropäischen Schlendrian geradestehen.

Re: Re: der Euro ist eine Fehlkonstruktion

der südeuropäische Schlendrian den wir im Urlaub gerne auf uns nehmen weil es durt so billig ist ;)

Antworten Antworten Antworten Gast: gert345
18.05.2012 17:53
3 1

Re: Re: Re: der Euro ist eine Fehlkonstruktion

ja freilich - wo ist es im süden in den touristenzentren billig?? selten so gelacht

da werden die gäste naturgemäß ausgebeutet

ein transferunion wird nur von beamten, den eu-bonzen gefordert (weil die bekommen regelmäßig trotz defizit und rekordschulden exorbitante gehaltserhöhungen - ohne eu wären sie arbeitslos), aber sicherlich nicht von denen, die das dann finanzieren müssen

Re: Re: Re: Re: der Euro ist eine Fehlkonstruktion

Vergleichen sie die Preise in Mittelitalien mit einem Winter in Tirol, sie werden Augen machen wie billig der Süden ist.

Re: Re: Re: der Euro ist eine Fehlkonstruktion

Es war speziell FRÜHER "so billig". U.a. nämlich deswegen, weil dort regelmäßig abgewertet wurde.

Gast: gert345
18.05.2012 14:44
8 0

ein derartig schlechtes krisenmaagement seiht man selten

das geht nur, weil die politiker in europa für nichts verantwortlich gemacht werden können, sie geben das geld der steuezahler sinnlos aus ohne eine haftstrafe befürchten zu müssen

der schaden, der in den letzten jahren durch total falsche und verlogene politik angerichtet wurde ist nicht mehr in worte zu fassen und im gefängnis sitzt keinerd er dafür verantwortlichen politiker

 
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