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Euro-Referendum: Verwirrung um angeblichen Merkel-Vorschlag

18.05.2012 | 21:35 |   (DiePresse.com)

Angela Merkel habe eine Volksabstimmung in Griechenland über den Verbleib in der Eurozone vorgeschlagen, so die Regierung in Athen. Berlin dementiert jedoch.

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Hat die deutsche Bundeskanzlerin Angela Merkel Griechenland ein Referendum über den Verbleib des Landes in der Eurozone vorgeschlagen, oder nicht? Sie habe dies im Telefongespräch mit dem griechischen Staatspräsidenten Karolos Papoulias getan, teilte das Büro des griechischen Übergangspremiers Panagiotis Pikrammenos am Freitagabend mit. Als Datum für das Referendum habe Merkel den 17. Juni, den Tag der Neuwahlen zum griechischen Parlament, vorgeschlagen. Die deutsche Regierung dementierte hingegen einen Referendumsvorschlag Merkels. "Diese Berichte treffen nicht zu", sagte eine Regierungssprecherin der Nachrichtenagentur dpa.

"Es ist wahr", betonte hingegen zuvor der Sprecher der griechischen Regierung, Dimitris Tsiodras, ebenfalls der dpa. Alle griechischen Parteien seien informiert worden. Diese reagierten empört auf die Mitteilung ihrer Regierung. Die konservative Nea Dimokratia erklärte: "Das griechische Volk braucht kein Referendum, um zu beweisen, dass es im Euroland bleiben will. Das griechische Volk verdient aber den Respekt seiner Partner. Der heutige Vorschlag von Frau Merkel über ein Referendum inmitten der Wahlkampfzeit (...) kann nicht akzeptiert werden. Sie wendet sich an das griechische Volk in der falschen Stunde mit der falschen Nachricht."

Aus Kreisen der Sozialisten hieß es, Referenden würden grundsätzlich nicht vom Ausland vorgeschlagen. Die Kommunistische Partei nannte den angeblichen Vorschlag Merkels eine "Erpressung". "Frau Merkel interveniert grob in die Angelegenheiten des Landes", sagte auch Nikos Hountis, Abgeordneter der Linksradikalen, im griechischen Fernsehen.

Eine Volksabstimmung hatte der damalige griechische Ministerpräsident Giorgos Papandreou im November vergangenen Jahres vorgeschlagen. Das war auf starken Widerspruch unter anderem aus Berlin und Paris gestoßen; Papandreou musste seinen Hut nehmen.

Griechische Verfassungsexperten nannten den angeblichen Vorschlag Merkels "absurd". Gemäß der Verfassung könne nur eine gewählte Regierung ein Referendum vorschlagen, "nicht eine Interimsregierung", sagte Professor Giorgos Sotirelis im Fernsehen. Zudem müsste das Parlament das Referendum genehmigen. Das Parlament soll aber am Samstag aufgelöst werden, um Neuwahlen zu ermöglichen.

In Deutschland, dessen Steuerzahler den Großteil der Eurorettungsgelder bezahlen müssen, wird der Ärger über die Griechen immer größer: Schon jeder zweite Deutsche hält die Euro-Einführung für einen Fehler, wie eine Umfrage für die ARD ergeben hat.

Streit in EU-Kommission

In der EU-Kommission gibt es Streit über den weiteren Umgang mit dem krisengeschüttelten Griechenland. Währungskommissar Olli Rehn wies Interview-Äußerungen seines Kommissionskollegen Karel De Gucht über Planspiele eines Ausscheidens des südosteuropäischen Landes aus der Euro-Zone zurück. "Wir arbeiten nicht am Szenario eines griechischen Austritts", erklärte Rehn nach Angaben eines Sprechers in London. Das Gegenteil sei der Fall. Im übrigen sei er, Rehn, und nicht De Gucht für Finanz- und Währungsfragen verantwortlich.

EU-Handelskommissar De Gucht sprach in einem Interview der belgischen Zeitung "De Standaard" von Notfall-Szenarien für ein Ausscheiden Griechenlands aus der Euro-Zone. "Vor eineinhalb Jahren mag die Gefahr eines Domino-Effekts bestanden haben", sagte De Gucht. Aber nun stellten sich Stäbe der EZB und der EU-Kommission auch darauf ein, "dass es Griechenland nicht schafft". Die Interview-Äußerungen De Guchts lassen aufhorchen, räumte bisher doch kein Vertreter der EU-Kommission die Existenz von Notfallplänen für einen griechischen Euro-Austritt öffentlich ein. Dem widersprach aber auch EZB-Führungsmitglied Jose Manuel Gonzalez-Paramo: Die EZB wolle Hellas im Euro halten, sagte der Spanier.

(Ag.)

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101 Kommentare
 
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Gast: badbankermacht
20.05.2012 15:48
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die USamerikaner und die briten können dank des teuros ganz europa vorführen und die eu völker werden den finanzmärkten ausgeliefert.

Großbritanniens Außenminister William Hague hat die Euro-Zone als "brennendes Haus ohne Ausgang" bezeichnet. "Es war Wahnsinn, dieses System zu schaffen, jahrhundertelang wird darüber als eine Art historisches Monument kollektiven Wahnsinns geschrieben werden", sagte der konservative Politiker in einem Interview mit dem konservativen Polit-Magazin "The Spectator".
aus:http://www.spiegel.de/politik/ausland.
lt. medienberichten haben die briten auch ihre botschaften in den euroländern angewiesen-notfallspäne für evakuierungen der eigenen bürger vorzusorgen. der zusammenbruch der eu und des euro wird mit unruhen und sozialen konflikten einhergehen, so die briten lt. internationalen medienberichten.
was wird wirklich passieren in dieser eurozone?
es wird zeit, dass man den europäischen bürgern und steuerzahlern über diese demokratiengefährdende teurosituation die wahrheit sagt-warum wurden die casinobankenmärkte nicht schon vor drei jahren reguliert u.entschärft? warum haben die politiker in der eu nichts getan um diese echten zeitbomben finanzmärkte zu entschärfen?
warum werden diesen badbankermärkten für ihr totalversagen weiter billionen zur verfügung gestellt?
warum hat die eu u.die politik zugelassen, dass diese von den steuerzahlern geretteten bankenmärkte laufend generalangriffe auf die euro staaten machen können?
die volkswirtschaften in europa sind weltweit noch immer die besten! diese ständigen wallstreet/finanzmarktangriffe auf europas länder sind abzustellen.

Theaterdonner

Das Vorstoß-und-Dementi-Spiel deutet darauf hin, daß es ganz offensichtlich darum geht, das Wahlergebnis in Richtung Befürworter von Euro UND Sparprogramm zu drehen. Das ist zwar in gewisser Weise Erpressung, aber immer noch besser als gleich einzumarschieren und eine Diktatur zu errichten, wie es die Kronenzeitungs-Gesellschaft ohnehin schon immer über die EU zu berichten wusste. Und es scheint laut neuesten Umfragen zu funktionieren.

Gast: noName
19.05.2012 22:24
0 0

Bist du Blind

Die Idee kam doch vom grösstem Europäischen Mafia Verein Opus Dei, ist euch nicht aufgefallen die nicht Katholischen Ländern sind seit Jahren sehr (Negativ) pressend in den Medien. Alle Völker sind gleich beim Betrügen, Korruption etc. nur die Sitten sind verschieden.

Gast: werbistdu
19.05.2012 19:06
2 0

Die Griechen empören sich über Merkel

Ich würde meinen, die Griechen haben überhaupt nichts mehr zu sagen, solange sie uns an der Tasche hängen.

Viel eher sollten wir Nettozahler über die unfähige griech. Politik empört sein.

Gast: walti
19.05.2012 17:40
3 0

Respekt

Das GR-Volk verdient aber den Respekt seiner Partner !!!!

Wenn man Partner belügt und betrügt, kann
kein Respekt erwartet werden.

Gast: ckx375
19.05.2012 15:42
6 0

Wieso fragt sie nicht die Nettozahler ...

ob man diese Betrüger weiterhin finanzieren soll?

Und wenn wir schon dabei sind, könnte man auch über ÖBB-Tunnelwahnsinn, aus dem Ruder gelaufene Flughafenprojekte, Volks- und sonstige Banken usw. abstimmen.

Gast: Landesverteidigung ist überhaupt nicht wichtig
19.05.2012 14:56
0 0

Angela Merkel habe eine Volksabstimmung in Griechenland über den Verbleib in der Eurozone vorgeschlagen, so die Regierung in Athen.

Die massive Aufrüstung des Heeres in Griechenland hat doch etwas gebracht! Das Land/Volk wird ernst genommen! Tja das Volk darf doch abstimmen.


Gast: BGE
19.05.2012 14:40
0 0

Würde meinen, wer sich an die Regeln hält ist drinnen, ... wer nicht, draußen.


Wer im Fußball einen Regelbruch begeht, wird mit Ballverlust sanktioniert, verwarnt bzw. gar ausgeschlossen. Man kennt sich aus.

So etwas braucht auch die EU!! Klare Regeln und ein effektives Set an Früherkennungsmechanismen, Eingreifmöglichkeiten und Sanktionen.

Und ja, bei Zahlungsunfähigkeit sollte ein (hoffnunglos schlecht verwaltetes) Land im Interesse der eigenen Bürger (und EU) unter "Konkursverwaltung" gestellt werden.

http://diepresse.com/home/wirtschaft/eurokrise/758863/Trichet-schlaegt-Entmachtung-bankrotter-Staaten-vor?from=suche.intern.portal

Zwei Irrtümer:

Man hätte "nur" die Banken gerettet:

Die dreißiger Jahre zeigten was passiert, wenn man die Banken pleite gehen läßt. Die Leute ziehen ihr Geld von allen Banken ab. Rezession, Firmenzusammenbrüche, Arbeitslosigkeit, ...!! Von wegen "nur".

Und, die Banken sind ohnehin Schuld:

Wenn Tripple A Produkte (US-Immobilientitel) plötzlich massiv an Wert verlieren, dann kommt das einer "Naturgewalt" gleich. Man wird überrascht und überrolt. Alles andere ist Besserwisserei im Nachhinein.

Antworten Gast: BGE
19.05.2012 16:59
0 0

Habs geschnallt ...


Man hat marode griechische Banken "gerettet".

http://www.tagesschau.de/wirtschaft/euroschau132.html

2 0

nichts als lauwarme Luft die da nun verwendet wird

dem kleinen Volk würde die Drachme wohl eher helfen als der Euro, da die Lebensmittel wieder einen anderen leistbaren Wert erhielten und die Armut wenigstens aufhalten könnten.

Deshalb sind all diese Gerüchte ob wer wann evtl was gesagt hat oder nicht, völlig obsolet und gar nicht wichtig !

Würde man nicht nur dort das Volk über den Euro (EU) erneut abstimmen lassen, würde man schnell erkennen das nur noch eine (davon profitierende) Minderheit daran festhält oder halten will !


Gast: anderswo
19.05.2012 13:09
4 0

Es geht munter weiter

Nun ist es auch in Spanien soweit

http://www.kleinezeitung.at/nachrichten/politik/eu/3022036/spanien-warnt-vor-pleite.story

Die Diktatur der "Märkte" saugt die Länder aus, letztlich alle, unter tatkräftiger Mithilfe der Politik, die den Steuerzahlern immer mehr aufbürdet.

Die heile Musikantenstadel - Welt wird ein jähes Ende finden, wenn auch bei uns nichts mehr im Börsel ist.

Gast: wienerpraterpolitic
19.05.2012 12:53
1 0

die börsen/finanzmärkte und badbanken haben die völker als souverän abgelöst- und solange die hochfinanz regiert, gehts steil bergab mit europas sozialen wohlstand.


Re: die börsen/finanzmärkte und badbanken haben die völker als souverän abgelöst- und solange die hochfinanz regiert, gehts steil bergab mit europas sozialen wohlstand.

So bitter es auch klingen mag, die Situation ist wohl so gestaltet (u.a. von der Politik), dass "Europs sozialer Wohlstand", zu mittlerweile nicht mehr unwesentlichen Teilen auf Krediten, der von Ihnen so genannten "Hochfinanz" beruht.

Und zu dieser "Hochfinanz" zählt u.a. Ihr Bankinstute, Ihre Pensionsversicherung, etc. D.h., diese "abschießen" würde "über Nacht" dieses ganze "Verschachtelungsproblem" öffentlich machen. Und Sie haben damit auch einen der Gründe, warum die immer verzweifelter werdenden, politischen Hilfsmaßnahmen als "alternativlos" bezeichnet werden.

Man hat eben nicht rechtzeitig die Bremse gefunden (Strukturreformen) und versucht daher nunmehr die der "Quadratur des Kreises".

Gast: dumdidum
19.05.2012 11:37
7 2

Charakterstärke

Man kann über Deutschland bzw. Merkel und ihrer Politik denken wie man will, aber zumindest beweist sie als Politikerin Charakterstärke und Durchsetzungsvermögen.
Wo ist der Herr Faymann als Vertreter des 5.größten Nettozahlers der EU?

1 1

Re: Charakterstärke

wie bitte?
die gute Frau ist seit 2010 ungefähr ein dutzendmal im Liegen umgefallen.

Was sie in Zukunft noch alles revidieren muss, hat ihr Hollande bei der Befehlsausg...., will sagen, beim Antrittsbesuch schon deutlich mitgeteilt, keine Sorge.

Re: Re: Charakterstärke

Der Weg den Frau Merkel vorschlägt, ist wohl nicht das gelbe vom Ei. Aber Sie sagt wenigstens hörbar etwas. Wir wären längst weiter, würden andere das auch tun. Dann gäbe es auch diese unsägliche Dominanz nicht. Hollande ist ein Segen, hoffentlicht wird es mehr davon geben.

Schon jeder zweite Deutsche

hält die Euro-Einführung für einen Fehler, so die ARD. Ist doch interessant. Jetzt berichten sogar Mainstream-Medien wie die ARD darüber, was die Bevölkerung meint, aber die Politik immer bestritten hat. Die Deutschen dürfen ihre Meinung offen äußern, auch wenn diese konträr zur Politik steht. Und wie ist das bei uns? Auch viele Österreicher sind der Meinung, dass der (T)euro eine Missgeburt war. Doch bis heute hört und liest man in österreichischen Medien genau das Gegenteil. Braucht man noch mehr Beweise dafür, dass unsere Medien "gekauft" sind? Je schwieriger die Zeit und ihre Probleme, desto politikhöriger sind unsere Medien. An die Medien und die Politik hierzulande: Wer einmal lügt, dem glaubt man nicht.....!

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Re: Schon jeder zweite Deutsche

absolut auf den Punkt gebracht !!!

Das auch noch...

Als Papandreo das Sparpaket vom Volk abstimmen lassen wollte, musste er gehen. Merkel will den Euro abstimmen lassen und bleibt...


"Schon jeder zweite Deutsche hält die Euro-Einführung für einen Fehler, wie eine Umfrage für die ARD ergeben hat."

ich halte von der seriosität solcher wald- und wiesenumfragen nicht allzu viel.

dennoch ist das ergebnis ein hinweis in richtung: auch der deutsche bürger ist mehrheitlich dumm/vergesslich/asozial (mehrfachnennungen möglich).

denn NUR durch den euro und die mitgliedschaft auch der piigs-länder ist in deutschland die schröder-agenda überhaupt erst möglich geworden. ohne diese exportfinanzierte restrukturierung deutschlands gäbe es nach wie vor einen 'kranken mann' zwischen rhein und neiße.

was bei den großen abzockern gang und gäbe ist, scheint sich auch im hirn des kleinen mannes abzuspielen: die gier, schon erreichtes zu bewahren oder gar zu vergrößern, verunmöglicht die denkfähigkeit darüber, woher das ganze eigentlich gekommen ist.

ich frage mich oft: ist der homo sapiens per se eine derartige fehlkonstruktion? oder ist es nur der homo oeconomicus nach westlicher machart?

wie auch immer: fehlkonstruktionen sterben aus, denn die evolution verzeiht keine fehler!

Antworten Gast: prof. drahdiwaberl
19.05.2012 14:48
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Re: "Schon jeder zweite Deutsche hält die Euro-Einführung für einen Fehler, wie eine Umfrage für die ARD ergeben hat."

selten so einen quatsch gelesen- deutschland hat ausgezeichnete wirtschaftsdaten, und "neisse" ist auch falsch geschrieben!

Antworten Antworten Gast: walti
19.05.2012 17:55
0 0

Re: Re: "Schon jeder zweite Deutsche hält die Euro-Einführung für einen Fehler, wie eine Umfrage für die ARD ergeben hat."

Trösten Sie sich damit ********
Es kann nicht jeder so intelligent sein wie unser Herr OBERST

Re: Re: "Schon jeder zweite Deutsche hält die Euro-Einführung für einen Fehler, wie eine Umfrage für die ARD ergeben hat."

lieber einen fluss in ostdeutschland falsch schreiben, als (wie sie) nicht lesen können!

Re: "Schon jeder zweite Deutsche hält die Euro-Einführung für einen Fehler, wie eine Umfrage für die ARD ergeben hat."

Sie haben absolut recht, gut dass es diese - wenn auch sehr unbeliebte - Meinungsäußerung gibt. Erst wenn Deutschland seine starre Haltung ändert, wird die Krise vorbei sein.

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Re: wie auch immer: fehlkonstruktionen sterben aus, denn die evolution verzeiht keine fehler!

das hiesse für den Euro samt der Zwangsunion, aber nichts gutes ;-)

 
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