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"Geuro": Rettende Zweitwährung für Griechenland?

22.05.2012 | 09:45 |   (DiePresse.com)

Deutsche-Bank-Chefökonom Thomas Mayer schlägt eine Parallelwährung für Griechenland vor. Ein Euro-Austritt könnte damit vermieden werden.

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Griechenland kann mit einem finanzpolitischen Kniff einen Austritt aus dem Euro umgehen. Davon ist Deutsche-Bank-Chefvolkswirt Thomas Mayer überzeugt. Er schlägt eine griechische Parallelwährung, kurzerhand "Geuro" genannt, zum Euro vor. Mayer nennt sein Szenario den "Weg des geringsten Widerstandes". Der Geuro würde dem inländischen Zahlungsverkehr dienen und maximal halb so viel wert sein wie der Euro. Für Mayer böte sich damit ein Ausweg aus jenem Dilemma, das entstehen würde, wenn die Griechen am 17. Juni eine Regierung wählen, die das Sparprogramm der Troika (EU, IWF, EZB) ablehnen - was Experten durchaus erwarten.

Voraussetzung sei jedoch, dass der Internationale Währungsfonds (IWF) und die anderen Euro-Länder Griechenland weiter unterstützten - wenn auch in geringerem Umfang.

Griechenland könnte in Eurozone bleiben

"Der griechische Staat wird schon bald Schuldscheine drucken, um Angestellte zu entlohnen", sagt Mayer, wie "Die Welt" berichtet. "Es wird einen Parallelkreislauf aus Schuldscheinen und Euro geben." Mayers Modell nach würde die griechische Regierung ihre Rechnungen mit Schuldscheinen bezahlen, die Kern einer Parallelwährung werden, da die Schuldscheine weiterverkauft werden können. "Auf diese Weise würde der Euro nicht auf einen Schlag ersetzt, sondern durch ein Finanzinstrument ergänzt, das den Charakter einer Währung annähme. Ein solcher langsamer und partieller Prozess der Euro-Abschaffung wäre weniger schädlich als die gegenwärtig diskutierten", argumentiert Mayer laut "Spiegel Online".

Der Geuro würde Mayer zufolge innerhalb Griechenlands schnell den Status einer Währung bekommen. Mit dieser würde der größte Teil der inländischen Transaktionen - darunter auch Gehaltszahlungen - abgewickelt werden. Auch die wichtigsten Einfuhren würde das Land damit bezahlen. Mit der Ausgabe von Schuldscheinen könnte die Regierung in Athen laut Mayer gleich zwei Fliegen mit einer Klappe schlagen: Einerseits würde der Euro-Austritt vermieden, andererseits wäre de facto eine Anpassung des Wechselkurses möglich. "Anfangs dürfte es zu einer massiven Abwertung kommen", schreibt Mayer. Die Regierung habe es dann aber in der Hand, das Land mit Strukturreformen zu stabilisieren und damit die Tür für eine vollständige Rückkehr zum Euro offenzuhalten.

Griechen-Banken in "Bad Bank" auffangen

Denkbar sei etwa, dass nur noch Gelder überwiesen würden, die für den Schuldendienst Griechenlands benötigt würden. Mayer hält es in diesem Fall für möglich, dass weitere Finanzhilfen für die Regierung in Athen gestoppt würden. Allerdings wäre es nötig, dass die angeschlagenen griechischen Geldinstitute in einer europäischen "Bad Bank" aufgefangen würden. Sie könnten sich in diesem Planspiel über Forderungen an den europäischen Rettungsschirm EFSF rekapitalisieren. Die Schaffung einer solchen Bad Bank "kostet natürlich", gibt Mayer zu. "Das ist dann aber die korrekte Bilanzierung." Durch die europäischen Rettungsmechanismen und das Eingreifen der Zentralbanken werde die wahre Bilanzierung derzeit verschleiert.

Ein wichtiger Nebeneffekt: Die Einlagen der dann de facto unter EU-Kuratel stehenden Banken könnten garantiert werden. Mit diesem Manöver dürfte es nach Ansicht des Volkswirts gelingen, dass viele verschreckte Kontobesitzer neues Vertrauen fassen und ihr zuvor aus Furcht vor dem Euro-Austritt abgehobenes Erspartes wieder zur Bank tragen.

Szenario mit Schwachpunkten

Kai Carstensen vom ifo Institut ist von Mayers Idee nicht ganz überzeugt. Er hat zwei Schwachpunkte entdeckt. "Ein ganz entscheidender Punkt ist die Annahme, dass Europa die griechischen Banken rettet. Ich glaube nicht, dass Europa das einfach so tun wird und ich glaube nicht, dass Europa das tun sollte", gibt er laut  "Wall Street Journal Deutschland" zu bedenken. Zudem dränge die Zeit, ein solcher Plan könne wohl nicht rasch genug umgesetzt werden. Andererseits zweifelt er daran, dass die Griechen die Schuldscheine einfach so als Zahlungsmittel akzeptieren würden.

Ähnlich sieht das Matthias Kullas vom Centrum für Europäische Politik. "Da braucht man gesetzliche Eingriffe, die sicherstellen, dass Löhne und Steuern in Schuldscheinen gezahlt werden und dass die Geschäfte gezwungen werden, diese Schuldschein anzunehmen", sagt er.

 

(Red.)

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118 Kommentare
 
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Gast: JonSwift
23.05.2012 18:01
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Parallel-Währung auch für uns

Warum sollte nur Griechenland eine Parallel-Währung haben? Für Oesterreich, Deutschland und einige andere wäre das auch eine prüfenswerte Idee. Es könnte der erste Schritt zu einem Nord-Euroverbund sein. Wir könnten uns so eine Option eröffnen, uns der Eurobond-Abzocker zu entledigen.

Das hat uns gerade noch gefehlt:

Eine gute Idee von der Deutschen Bank ... Die hat in den letzten Jahren doch immer wieder bewiesen, daß sich selbst noch in den miesesten Situationen ein gutes Geschäft machen läßt. Nicht, daß ich das der DB nicht gönne; aber den Griechen wird das nicht helfen.
Viel besser wäre, wenn wir das wie bei den Insolvenzen der Privatpersonen und Firmen machen: Wir betreiben Exekution. Und statt der darauffolgenden Verwertung ermöglichen wir den Griechen, die uns dann gehörenden Teile wie Fußball-Stadien, Akropolis etc. nach und nach zu günstigen Konditionen zurückzukaufen. Ich bin sicher, die werden all ihre Energie und all ihren Ehrgeiz in die Waagschale werfen, um das zu ermöglichen. Effekt: Wir haben ein gewisses Maß an Sicherheit (ein fröhlicher Gedanke: Auf der Akropolis weht die rot-weiß-rote Fahne ...), die Griechen ihr Gesicht gewahrt, der Euro ist entlastet und unsere Bürger müssen nicht im Übermaß für die Schulden anderer blechen. Und wenn unsere griechischen Freunde in Verzug geraten sollten, drohen wir mit der Renovierung der Akropolis!
Pfiat Di, Deutsche Bank ...!

was ist an der Deutschen Bank deutsch

nichts nichts nichts

Parallelwährungen,

sind meiner Ansicht das einzige Mittel um die unterschiedlichen Wirtschafssysteme funktionieren zu lassen.

Dirch diese Währung konnen auch die Sozialen Folgen der Sparkurse abgefedert werden da eine regionale Wirtschaft für die Lebensbedürfnisse überschaubar bleibt.

3 0

Warum nicht gleich ehrlich sein und das Konstrukt "Gacki" nennen?

wär doch stimmiger.

Gast: guestgast
23.05.2012 10:53
5 1

vielleicht

sollte sich die geistige Elite der DB einen Regenwurm einführen. Damit verdoppelt sich der IQ selbiger.

Gast: gast 99
23.05.2012 10:49
1 0

Nicht viel anderes als eine neue Drachme,

nur das bestehende Guthaben nicht angegriffen werden. Frage : was passiert mit bestehenden Schulden. Wenn die auch nicht angegriffen werden sind alle Schuldner (Staat Banken Private ) pleite da sie Ihre Schulden in Neudrachmen, verzeihung GEuro, nie bedienen können. Oder seh ich das falsch.

Eine Billion Euro sind nicht genug ...

EZB-Chef Mario Draghi dürfte bald gezwungen sein, den Banken ein drittes Mal mit einer Milliardenflut unter die Arme zu greifen.

Griechische Banken verlieren pro Woche über 600 Millionen Euro an Einlagen.

http://bit.ly/MFQnRR

Gast: DI
23.05.2012 08:01
6 0

Geuro,

allein die Namenskreationen zeigt die Hilflosigkeit der Politiker, vielleicht ahnen die inzwischen, dass sie sich verantworten müssen? Die neue Währung der GR wird wohl Drachmen heißen. Besser wäre es, wenn die neue Währung der Nettozahlerländer DM heißen würde. Der Traum ist vorbei, das Projekt EU und Euro gescheitert. Wie viel Milliarden hat diese Erkenntnis gekostet? Alleine GR, zuerst Förderungen damit man sie aufnehmen kann, dann Förderung als Mitglied, jetzt Förderung weil pleite, dann Förderung weil Ex-Mitglied usw. Wie viel Milliarden sind das? Wann bekommt der Steuerzahler was ab? Roland Düringer, wir sind wütend!!!

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faymann für Eurobonds!

der Bundeskanzler will den von Generationen aufgebauten Wohlstand an den verschwenderischen Club Med verschenken. ich kann es mir nur so erklären, dass der Mann noch unbedarfter ist, als man glaubte.

Der Euro


ist Deutschlands Wiedergutmachung 10.0!

Wir sollten aus dem Euro aussteigen, er behindert uns nur!

Sarrazin hat recht, wie fast immer!


Griechen raus aus der EU!

alles andere ist nur ein Schrecken ohne Ende. Dieses Land hat in einer solidarischen Gemeinschaft nichts zu suchen, sie haben immer nur Probleme gemacht.
und wie Herr Schellhorn in seinem Kommentar ganz richtig schreibt, wenn Erpressung Schule macht, ist die EU am Ende.
Man wird diesen Fall verkraften und die anderen Wackelkandidaten, die schon die Eurobonds als Rettung vor dem bösen Sparen einkalkulieren, werden es sich noch überlegen.

Gast: CE
23.05.2012 02:42
8 1

Die Super-Ökonomen

haben ja alle den Verstand verloren. Jetzt sollen den Griechen in einem einheitlichen Wirtschaftsraum nach Hunderten Milliarden an Subventionen und Krediten auch noch einen Handelsvorteil mit einer eigenen Währung eingeräumt bekommen??? Nur damit die im "Euro" bleiben dürfen??? Ich glaubs ja nicht. Dann werden wir bald eine Euro-Lira, Euro-Peseten und Euro-Escudos haben. Sind ja auch alle finanzmarod und werden mit Nachdruck die gleichen Vorteile wie die Griechen verlangen. Am besten der Euro wird gleich aufgelöst.

Klingt theoretisch nicht so schlecht,

nur müßte gleichzeitig die Spekulationsmöglichkeit abgestellt werden. Ein Weg dazu wäre die Verstaatlichung auf Zeit der taumelnden, nicht nur griechischen, Banken. Aber das wollen deren jetzige Eigentümer nicht und die sitzen mit unserer Politik und unseren "Eliten" zusammen. W.

Re: Klingt theoretisch nicht so schlecht,

aber dann Zocken halt die Beamten und Politiker umso hemmungsloser. Konsequenzen hat sowas ja nicht, s. Schmied, BAWAG PSK usw.

Re: Re: Klingt theoretisch nicht so schlecht,

Ja die Frau Min.Schmied, die auch beim Budgetieren Manches vergißt. Sie war im Vorstand der ersten notverstaatlichten Bank, der Kommunalbank. Eine Untersuchung läuft und läuft und....Man hört fast nichts davon. Hoffentlich hören wir zumindest die Einstellung....Und Journalisten können ja (auch) sooo diskret sein - vergleicht man mit z.B. HAA. Auch der Hinweis "Herr Rat mein Computer ist abgestürzt" genügte dem Richter wohl auch nur bei Herrn Flöttl. Auch die Geschichte mit der bulgar. Mobiltel (Taus, Cordt, Schlaff und Elsner) wird eigentlich nur sehr nebenbei behandelt. Einkauf durch das Konsortium um 800 Mio.€ und Verkauf nach 2 Jahren um das Doppelte - an die Telekom. Tipgeber für das Konsortium ein Telekom-Chef und Aufsichtsrat der bulg. Mobitel...W.

11 7

Ö-Euro, Alpen-Euro oder Schilling ?

Unseres Erachtens klingt "Schilling" besser.
Man könnte die neue österreichische Währung auch Ö-Euro oder Alpen-Euro nennen.

EU-Austrittspartei ist jedenfalls gegen weitere Steuergeldzahlungen an Banken, Parteien und EU. Das ist der Bevölkerung unzumutbar.

PS: EU = Europas Untergang

neue Drachmen

Das britische Traditionsunternehmen De La Rue plc. soll angeblich schon den Auftrag erhalten haben, neue Drachmen zu drucken. Die arbeiten schon am neuen Design.
Ist geil, gell?

Re: neue Drachmen

ja, angeblich...

Ein weiterer Schachzug in der Hinhaltetaktik der Deutschen Bank !

Die Staatspleite Griechenlands ist nicht zu verhindern. Das ganze "Rettungstheater" dient ausschließlich dazu, die Banken möglichst viele ihrer Schäfchen ins Trockene bringen zu lassen.

Gast: b754
22.05.2012 21:05
4 7

die deutsche bank mehr muss man nicht wissen

und merkel ihr handlanger

4 3

Vorschlag

Greuro klingt genauer! Und die Nordeuropäer sollten den Neuro einführen!

Revoluzzer?

Für einen Banken-Volkswirt auf jeden Fall. Wäre ein Schritt in die richtige Richtung: weg vom Monopol- und Zwangsgeld.

http://www.banken-in-die-schranken.at/volksbegehren/140-die-forderungen-im-detail#Neue_Waehrung_Steuergutschrift

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poster

wenn ich manche postings lese, dann weiß ich warum europa keine zukunft hat.
pinkelt man sich in AT gern ans eigene bein und gibt dann dem wind die schuld?

Re: poster

Na ja, Sie haben ja jetzt wenigstens ihr großes Geschäft gemacht.. :)

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Re: Re: poster

das soll ja nicht verboten sein, wenn beide parteien zufrieden sind.

 
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