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Eurozinsen werden bald unter ein Prozent fallen

04.06.2012 | 17:33 |   (Die Presse)

Die wichtigsten Notenbanken bereiten eine konzertierte Aktion gegen den Konjunktureinbruch vor, die Europäische Zentralbank überlegt eine Senkung des Leitzinses um einen Viertel-Prozentpunkt auf 0,75 Prozent.

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Wien/Frankfurt/ju/ag. Der unerwartet scharfe globale Konjunktureinbruch im Mai zwingt die Notenbanken nun zum Handeln: Marktbeobachter erwarten eine baldige konzertierte Aktion der beiden weltweit wichtigsten Notenbanken (EZB und Fed), an der sich auch die chinesische Zentralbank beteiligen könnte. Die Geldzügel sollen noch einmal gelockert werden, um den stotternden Konjunkturmotor wieder in Gang zu bringen.

Spannend wird es schon am Mittwoch: Da tritt der EZB-Rat in der Frankfurter Zentrale der Europäischen Zentralbank zu seiner routinemäßigen monatlichen Sitzung zusammen. An deren Ende könnte aber eine Überraschung stehen. Beobachter meinen, dass das höchste Gremium der Europäischen Zentralbank den Leitzins um einen Viertel-Prozentpunkt auf 0,75 Prozent senken könnte. Damit läge der Euro-Leitzins erstmals seit der Entstehung der europäischen Gemeinschaftswährung unter einem Prozent.

Zeitpunkt noch offen

Grundsätzlich sollen sich die Mitglieder des EZB-Rates schon mehrheitlich auf eine Zinssenkung verständigt haben. Die Frage ist nur noch, wann dieser Schritt erfolgt. EZB-Chef Mario Draghi plädiert dafür, die Wahlen in Griechenland am 17. Juni abzuwarten.

Allerdings setzt die jüngste dramatische Konjunkturentwicklung die Notenbanker kräftig unter Druck. Nicht nur Griechenland und Spanien, die gesamte Euro-Peripherie versinkt immer tiefer in der Rezession, gleichzeitig brechen die Konjunkturindikatoren bei der Wirtschaftslokomotive Deutschland ein.

Experten zweifeln zwar, dass die „Zinsenwaffe“ in dieser Situation noch wirkt. Passieren könne aber auch nicht viel: Der dramatische Konjunktureinbruch hat die Inflationsgefahr gemildert, was den Währungshütern Spielraum verschafft. Vorteile wird es wahrscheinlich der EZB selbst bringen. Dort gibt es Bestrebungen, den Zinssatz sogar auf null zu stellen, um die riesigen Einlagen der Geschäftsbanken bei der Notenbank etwas zu reduzieren.

Neben der Zinssenkungsfrage stehen aber auch noch andere Entscheidungen an. Als sicher gilt, dass die Notenbanker vereinbaren werden, ihr im Juli auslaufendes Versprechen, den Banken jederzeit die benötigte Liquidität in unbegrenzter Höhe zur Verfügung zu stellen, zu erneuern. Aber auch diese Notmaßnahme gilt als etwas „ausgeleiert“. Schließlich hat die EZB schon zwei Mal riesige Mengen Liquidität ins Bankensystem gepumpt, ohne die Lage wirklich stabilisieren zu können. Diskutiert wird auch, ob die EZB wieder Staatsanleihen von Euro-Krisenländern kaufen soll. Im Portfolio der Notenbank liegen bereits Anleihen über 200 Mrd. Euro. Deutschland gilt als strikter Gegner weiterer Käufe.

Spannend wird es auch am Donnerstag dieser Woche. Da tritt der Chef der US-Notenbank Fed, Ben Bernanke, vor einem Ausschuss des Kongresses auf. Analysten erwarten, dass Bernanke dort eine weitere Lockerung der Geldpolitik andeuten wird. Grund dafür sind die konjunkturbedingt starken Einbrüche auf den Aktienmärkten.

Geldpolitische Lockerungen werden auch von der chinesischen Notenbank erwartet. China kämpft mit einem scharfen Einbruch der Konjunktur, die Wachstumsrate dürfte auf sieben Prozent oder darunter fallen.

Rettungsschirm über Banken?

Weiter Sorgen bereiten unterdessen die massiven Bankenprobleme in Spanien, die auch den italienischen Bankensektor zu infizieren drohen. Der französische Finanzminister Pierre Moscovici hat sich am Montag nach einem Treffen mit EU-Währungskommissar Olli Rehn dafür ausgesprochen, eine „Bankenunion“ zu schaffen und die Bankenrekapitalisierung direkt über den Euro-Rettungsschirm ESM vorzunehmen. Auch OeNB-Gouverneur und EZB-Ratsmitglied Ewald Nowotny bezeichnete dies als „richtige Idee“. Deutschland lehnt das aber bisher strikt ab. Nach dem derzeitigen Vertrag wäre eine solche Inanspruchnahme des ESM nicht möglich.

Der neue Chef des heimischen Instituts für Höhere Studien (IHS), Christian Keuschnigg, spricht sich unterdessen für eine Aufstockung des ESM aus. Die Kapazitäten des permanenten Rettungsschirms seien zu klein, um die Refinanzierung von Ländern wie Spanien und Italien zu bewältigen. Wenn man vermeiden wolle, dass die Europäische Zentralbank im Falle einer Eskalation der Eurokrise direkt eingreifen müsse, sei eine massive ESM-Aufstockung unvermeidlich.

Auf einen Blick
Die Leitzinsen in der Eurozone werden demnächst gesenkt, möglicherweise schon morgen. Der Grund ist der unerwartet scharfe Konjunktureinbruch, der die Eurokrise erneut aufflackern und die Börsen Europas kräftig abstürzen lässt.

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180 Kommentare
 
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Both $ and €

are printed fiat currencies.

both will end as worthless paper.

so parity betwenn $ and € seems logical.

hence € will go down further.

Der falsche Weg

Die niedrigen Zinsen verleiten ja gerade dazu weiter schulden zu machen!

Re: Der falsche Weg

die niedrigen zinsen sind reine marktverzerrungen. aber sie funktionieren zum glueck nur temporaer

Re: Der falsche Weg

Darum geht's nicht, das ist mittlerweile völlig egal!

Mit höheren Zinsen ist der Ofen am Bondmarkt sofort aus.

Mit dieser extremen Niedrigzinspolitik lässt sich das "Grosse Finale" noch ein bißchen hinauszögern.

Gast: test
05.06.2012 14:07
2 2

Leitzins

Sie können es auch verschenken wenn es nichts mehr wert ist.

Wenn kein Vertrauen da ist, dann ist auch kein Wert da. Und Papier ist ja bekanntlich nichts wert. Wem wollen sie das bunte Papier noch andrehen? Ich brauche keinen Kredit in Euro oder sonst einer Währung..

Gast: onkel dagobert
05.06.2012 14:07
2 5

Dann wird man halt Fremwährungskonten eröffnen

Norwegerkronen, CAN-Dollar und Schweizerfranken bieten sich dafür an.
Weniger als nichts bekommt man dort auch nicht, dafür hat man aber gegen die mit Sicherheit ante portas stehende Währungsreform vorgesorgt. Norwegische Staatsanleihen wären noch besser, falls sie überhaupt erhältlich sind.

Sachlich betrachtlich agieren die Latein-Europäischen Länder bereits ausserhalb der EURO_Zone

Der Vollzug der Trennung ist eine Frage von Monaten, Griechenland von paar Wochen oder Tagen.

Gast: Analyst 829
05.06.2012 10:21
4 5

Aufbrechen der Bankenmonopole wichtiger als Zinssenkungen!

Bekanntlich (es gibt auch tausende wissenschaftliche Arbeiten dazu) kann man sich nur wirklich auf Kosten der anderen Marktteilnehmer (Konsumenten und andere Unternehmen) bereichern, wenn man in einer Monopolsituation ist.

Banken sind auf Grund des Giralgeldes, das sie verwalten und das der Gegenstrom zum Warenstrom ist, in einer solchen Monopolsituation und können daher den Staat erpressen.

Es spielt in Wahrheit keine Rolle ob der Leitzinssatz bei 1 oder 0,75 % ist, wenn Banken ihr Monopol ausnützen und mit Spesen wuchern und es keine echte Konkurrenz zwischen den Banken gibt.

Wir brauchen MEHR und nicht weniger Banken! Wir brauchen vor allem eine "Artenvielfalt der Banken"! Wir brauchen in der Eurozone banken, die auf riskante Geschäfte spezialisiert sind genauso wie Banken, die höchste Sicherheit für Sparer anbieten und was wir vor allem brauchen ist eine Clearingstelle bei der EZB, wohin das gesamte nicht gebundene Spar- und Giralgeld (Geld auf Girokonten also und Geld, das jederzeit verfügbar ist) transferiert wird, wodurch die Banken nur noch diese Konten führen und dafür Spesen verrechnen und die EZB gibt den Banken für die Hinterlegung dieser Gelder die Inflation zurück, die die Banken in einem perfekten Markt mit echter Konkurrenz unter Banken an die Kunden voll zurückerstatten. (Die Kosten werden über Kontospesen gedeckt!)

Im Prinzip braucht man die Banken heutzutage gar nicht mehr, da dank Internet jeder sein Geld direkt bei der EZB parken könnte.

1 1

Re: Aufbrechen der Bankenmonopole wichtiger als Zinssenkungen!

Sie wissen auch nicht richtig, was Sie so daherschwafeln:

* "Wir brauchen MEHR und nicht weniger Banken! Wir brauchen vor allem eine "Artenvielfalt der Banken"!

* "Im Prinzip braucht man die Banken heutzutage gar nicht mehr, da dank Internet jeder sein Geld direkt bei der EZB parken könnte".

Also, was brauchen wir jetzt, mehr Banken, oder nur die EZB?

Gast: Bänkster
05.06.2012 10:13
4 5

Entwertung der Spareinlagen

Wirklich super !

Die offizielle Inflation (die tatsächlich wohl noch spürbar höher) lag in Österreich bei über 3 % in 2011 und die Zinsen bekommt fast keine mehr auf der Bank.

Wirklich eine Sauerei! Die Wirtschaft und allen voran, die Banken müssen wohl wieder "gerettet" werden....

Wieso eigentlich ?

Wieso lässt man eine keine Marktbereinigung mehr zu - halbwegs gut geführte Unternehmen inklusive Banken überleben eine Konjunjunkturdelle und auch eine Rezession !

Die schlecht geführten Unternehmen oder jene, die keine wettbewerbsfähige Produkte herstellenkönnen, gehen eben über den Jordan. Das ist nur gut. "Natürliche Selektion."

Die Überlebenden haben dann bei einer Erholung einen umso grössere Chancen.

Billiges Geld zum Nulltarif und negative Realzinsen auf unser Erspartes ist nichts anderes als ein TRANSFER vom Sparer und Lohnbezieher hin zu schlecht geführten Unternehmen und zu Konsumenten, die auf Pump leben.

Eine Farce und die Menschen lassen sich das auch noch gefallen !

Gast: Besucher
05.06.2012 08:12
4 3

Gast

Schön und gut, wenn die selbstverliebten EU Staaten untereinander sich das Handerl halten! Wer kann einen Tipp geben, was Otto Normalverbraucher bzw. Sparer jetzt tun soll!? Soll man in Franken investieren? oder... oder... Gute Ratschläge sind sehr willkommen. Möchte nicht dabei sein wie die Titatanic untergeht und mein mühsam erspartes mit in den Abgrund zieht.

Re: Gast

Auch Franken sind nichts anderes als bunte Zettel ohne inneren Wert.

Sparbücher, Aktien, LVs, Fonds, ... alles nur Papier bzw. Bits und Bytes.

Dank nach!
Was kann weder Staat noch Inflation mindern?
Au und Ag!

Antworten Antworten Gast: Sparefroh
05.06.2012 11:10
2 2

Au und Ag

Sind auch nur chemische Elemente aus der Serie der Übergangsmetalle. Einfach nur Atome...

Im Prinzip schon Egal

Der Euro ist Tot. Die ersten Teile werden bereits in Formaldehyd eingelegt.
http://www.deutsche-mittelstands-nachrichten.de/2012/06/43342/

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Re: Im Prinzip schon Egal

Sensationell, was Ihr Revolverblattl da zu vermelden hat!

In der Türkei konnten Sie schon immer Türkische Lira, Dollar oder EURO aus jedem Bankomat holen.

Aber wenn Sie glauben, der EURO wäre tot, dann können Sie mir gerne Ihr totes Geld überweisen. Ich gebe Ihnen dafür alte, aber wertlose Schillinge im Verhältnis 1:1.

Gut für Häuslbauer,

aber schlecht für Reiche!

3 3

Re: Gut für Häuslbauer,

Aber nur dann, wenn diese das Häuschen ohne Kredite errichten können. Dann ist wenigstens mit wertlosem Geld noch etwas werthältiges geschaffen worden.

Wenn die jedoch einen Kredit am Hals haben, dann gute Nacht. Denn der Zins, der dann für den Kredit geblecht werden muß wird sicher der Inflation angepaßt. Das Einkommen jedoch nur in den wenigsten Fällen, denn sonst würde sich Inflation ja nicht auszahlen.

Antworten Gast: BABAEA
05.06.2012 08:36
1 1

Re: Gut für Häuslbauer,

sie haben wieder einmal NULL verstanden, statt dessen ihr gewöhnter MAFRXISTEN BLÖDSINN !

Re: Gut für Häuslbauer,

Ja, man will wieder faule Kredite vergeben und damit die nächste Blase erzeugen.

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inszeniertes, absurdes Theater

Wie geht das zusammen?
Diese Entwicklung ist selbst für Laien hochgradig suspekt.
Die Veranlagungszinsen sinken praktisch auf Null, Preise steigen, realistisch bewertet, auf knapp 10 Pozent jährlich (abw. zu unglaubwürdiger amtl. Statistik).
Wer sind die "kleinen" Verlierer? Primär Pensionisten; aber auch Gläubiger und der ordinäre kleine Steuerzahler!
Gewinner sind einmal mehr Schuldner und die Banken, die offensichtich international übergreifend konzertiert gesteuert werden.
Wie lange kann sich dieser absurde Zustand noch halten? Wie lange hält die Geduld an?

Re: inszeniertes, absurdes Theater

das geht solange "gut" bis die masse aufwacht und ihren letzten notgroschen vom konto holt und physisches silber & gold kauft - denn nur das ist "geld" - der rest ist kredit


Gast: teufel
05.06.2012 01:19
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Nehmt keine griechischen Euros!

Euros aus Griechenland haben ein "Y" vor der Nummer. Es empfiehtl sich, grössere Scheine mit dieser Kennung nicht anzunehmen, da ein Wertverfall wahrscheinlich ist.

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Re: Nehmt keine griechischen Euros!

Wieder so ein Latrinengerücht!
Großbritannien hat J und Schweden hat ein K !

Ja gibts denn sowas, wo diese beiden Länder gar nicht inn der EURO-Zone sind?
http://www.emuenzen.de/forum/geldscheine/16849-info-laendercode-auf-geldscheinen.html

Ja das gibt´s, weil anhand des Buchstabens bzw. Ländercodes vor der Seriennummer man erkennen kann, welche Zentralbank den Druck einer Banknote in Auftrag gegeben hat, allerdings gibt der Code nicht zwangsläufig Auskunft darüber, in welchem Land die Banknote gedruckt wurde.
Die Herstellung der EURO-Banknoten wird in Stückelungen durchfgeführt. Es kann also sein, dass in Österreich 10 EURO Scheine und in Griechenland nur 5 Euro Scheine gedruckt werden und umgekehrt!
EURO Banknoten werden in der ganzen EURO-Zone verwendet, sind daher nicht geeignet "griechische" EURO zu identifizieren.

Re: Nehmt keine griechischen Euros!

so einen Bullshit hab ich mein ganzes Leben nicht gehört

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man beachte : "permanenter rettungsschirm"

fuer permanente krise, so sehen die gewuenschten instrumentarien der FU aus. niederzinsen sind nicht nur in der eu "ausgeleiert", die usa haben das 20 jahre lang vorgemacht und was hat es genutzt ? wovon soll eigentlich ein konservativer, vorsichtiger banker bei diesem niedrigen zinsniveau leben ? noch dazu wenn ihn der staat dazu zwingt fuer bestimmte finanzprodukte staatsanleihen aufzunehmen, die dann ihren wert verlieren.
die gegner des "freien marktes" uebersehen voellig dass es einen solchen in europa nicht gibt, und dass die einmischung und verzerrung durch ueberstaatliche bureaukratie parallel zur staatsverschuldung immer schlimmer wird.
schluss damit, schluss !

Gast: Jagdaufseher
05.06.2012 00:55
8 2

Der Bock als Gärtner

Super finde ich immer die Herren und Damen der "Spitzenpolitik", wenn sie in diversen Talkshows auftreten und mit einem Achselzucken meinen: "na ja, bei der Euro-Einführung sind uns halt ein paar kleine Fehler passiert".
Leider haben die "kleinen Fehler" Europa an den Rand des Abgrunds geführt. So richtig Schuld daran fühlt sich aber offensichtlich trotzdem keiner. Dennoch erwarten die "Eliten", dass wir ihnen zutrauen, Europa aus dieser Mega-Krise zu führen. Klingt irgendwie absurd, dass diejenigen, die uns dieses Chaos beschert haben, allen Ernstes glauben, dass sie noch als kompetent und vertrauenswürdig gelten. Da macht man wohl den Bock zum Gärtner. Schade, dass man die Böcke für den Schaden, den sie angerichtet haben, offensichtlich nicht zur Verantwortung ziehen kann.

 
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