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EZB senkt Leitzins trotz "erhöhtem Abwärtsrisiko" nicht

06.06.2012 | 15:51 |   (DiePresse.com)

Draghi warnt vor steigenden Risiken. Mehrere EZB-Ratsmitglieder drängten auf eine Senkung des Leitzinses, dieser bleibt aber vorerst bei 1,0 Prozent.

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EZB-Präsident Mario Draghi warnt angesichts der Schuldenkrise vor steigenden Konjunkturrisiken in der Währungsunion. "Das Wirtschaftswachstum in der Euro-Zone bleibt schwach", sagte der Chef der Europäischen Zentralbank (EZB) am Mittwoch in Frankfurt. "Die erhöhte Unsicherheit belasten Vertrauen und Stimmung, was das Abwärtsrisiko für die Konjunkturaussichten erhöht."

Die Ökonomen der Europäischen Zentralbank und der ihr angeschlossenen 17 Notenbanken rechnen in diesem Jahr bestenfalls mit einem Wachstum von 0,3 Prozent. Das Bruttoinlandsprodukt könne aber auch um bis zu 0,5 Prozent schrumpfen, bekräftigten die Experten ihr Prognose von März. Für 2013 rechnen sie mit einem Wachstum von bis zu zwei Prozent. Trotz der Konjunkturflaute dürfte der Preisdruck erst 2013 merklich nachlassen. "Die Inflationsrate dürfte für den Rest des Jahres über der Marke von zwei Prozent verharren", sagte Draghi. Erst bei Werten unter dieser Marke spricht die EZB von stabilen Preisen. Ihre Ökonomen erwarten für dieses Jahr eine durchschnittliche Inflationsrate von 2,4 Prozent, die 2013 auf 1,6 Prozent fallen soll.

Leitzins bleibt bei 1,0 Prozent

Die EZB belässt den Leitzins im Euroraum ungeachtet der immer bedrohlicheren Schuldenkrise bei 1,0 Prozent. Der EZB-Rat hielt damit dem wachsenden Druck zunächst stand, die eskalierende Schulden- und Bankenkrise und die schwache Konjunktur mit noch billigerem Geld zu bekämpfen. Offenbar ist die entscheidung aber nicht ganz einstimmig gefallen: "Einige Mitglieder hätten es heute vorgezogen, die Zinsen zu senken - aber nicht viele", räumte Draghi ein.

Nach Überzeugung von Beobachtern sieht die Notenbank zunächst die Politik am Zug und hält ihr Pulver vor der Wahl in Griechenland und dem EU-Gipfel Ende Juni trocken. Spitzt sich die Krise noch weiter zu, könne die Notenbank notfalls aber jederzeit eingreifen. "Die EZB hat bewiesen, dass sie schnell reagieren kann, wenn auch die Regierungen zu weiteren Anstrengungen bereit sind", sagte Citigroup Europa-Chefvolkswirt Jürgen Michels. Zudem bestehe die EZB nun auf die Rückendeckung der Politik, bevor sie weitere Maßnahmen ergreift.

Notenbank als Krisenfeuerwehr

Neben einer im Laufe des Jahres erwarteten Zinssenkung ist auch denkbar, dass die EZB Banken erneut langfristig billiges Geld leiht oder wieder Anleihen strauchelnder Staaten kauft. Viele Beobachter sehen die Notenbank als Krisenfeuerwehr, da sie anders als die Politik schnell auf Bedrohungen reagieren kann.

Andere große Notenbanken wie die amerikanische Fed und die Bank of Japan betreiben bereits wegen der Konjunkturschwäche seit längerem eine Nullzinspolitik, um mit dem billigem Geld die Wirtschaft anzuschieben. Ob die EZB dem Beispiel folgt, halten Experten für offen. "Die EZB hält sich sehr bedeckt, Signale für eine anstehende Zinssenkung kann man nicht ausmachen", sagte Ökonom Rainer Sartoris von HSBC Trinkaus. "Die indirekte Botschaft Draghis lautet: Wir haben erst einmal genug getan, nun ist die Politik an der Reihe."

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(Ag.)

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11 Kommentare
Gast: LaNZVl
07.06.2012 19:06
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Wahrheiten die uns in den Mainstream-medien verschwiegen werden:

1. "unser" Geld wird von einer privaten Bank geschöpft - völlig am Volkswillen vorbei (zum. was den US-dollar betrifft).

2. Banken erzeugen Geld durch Kndopfdruck - als Buchungssatz in einem Computer; es entsteht also ohen materiellen Bezug - rein elektronisch.

3. die Bank hat dieses produzierte - und einem Kreditnehmer aussbezahlte Geld - als Schuld in ihrer Bilanz stehen; sie verlangt also Zinsen für Geld das bilanziell SIE schuldig ist...

4. das meiste Geld existiert gar nicht materiell, sondern kreist virtuell in elektronischen Systemen - Derivate etwa machen 10-mal soviel aus als die Welt-realwirtschaft jährlich produziert.

5. 300 Familien besitzen die Welt - darunter ist diese Ethnie fast zur Hälfte vertreten die uns in ihren Massenmedien täglich als arm und verfolgt vorgestellt werden (machen 0,1% der Weltbvevölkerung aus, Individuen aus dieser Ethnie besitzen aber 40% der Finanzvermögen...).

6. Der STaat muss sich verschulden, da ansonsten die Bürger/Firmen massiv in Schudlen geraten würden - er verschuldet sich also stellvertretend für die ärm. Bürger.

7. Der Schuld steht diametral die Vermögen gegenüber.

8. wenn ALLE Schulden zurückgezahlt würden, würde es kein Geld mehr geben - denn alles Geld das heute (im Westen) Existiert wurde als SCHULDGELD aus dem Nichts geschaffen.
Bei Rückzahlung des Geldes/Schulden würden automatisch ALLES Geld verschwinden.

9. Die Schulden heute sind also nix anderes als die "Anti-geldmenge" - sowie Antimaterie zu Materie...

Die Aussichten und Einschätzungen

des Herrn Draghi und seiner Vasallen für 2013 sind Valium für die EU-Bevölkerung. Beruhigung ist alles, auch wenn sie auf Absurdität beruht. Diese EU steht vor dem Zerfall und man weiß, dass es keine Rettung geben wird. Daher wird beruhigt und hinter den Kulissen ein ESM beschlossen, der Europa zu einer Diktatur machen wird. Vieles, das im "stillen Kämmerlein" beschlossen wird, kommt nicht an die Öffentlichkeit, denn man weiß sehr genau, wie die Menschen darauf reagieren würden. So lässt man sie im Ungewissen und stellt sie später vor die vollendete Tatsache. Friss Hund, oder stirb. Das ist das Motto der EU-Technokraten. Es ist eine Schande, wie man mit uns Bürgern dieser EU umgeht. Ein totalitärer Staat EU wird Wirklichkeit. Schande über jene Politiker (auch bei uns!), die dieses Spiel zulassen. Das wird schlimme Folgen haben.

Antworten Gast: V-iggi
07.06.2012 14:41
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Re: Die Aussichten und Einschätzungen

Was wuerden die Menschen schon tun wenn die ESM kaeme ausser schimpfen ? Wo gab es populaere Proteste als den Voelkern reihenweise die Abstimmung ueber die EU-Verfassunng abgesprochen wurde, wer in Oesterreich (ausser J.Haider) wollte ueberhaupt so eine Abstimmung welche zumindest ein Zeichen gegen den ersten Schritt der totalen Dominanz Bruessels setzte? Niemand ruehrte einen Finger, und so wird es weiterhin sein.

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Ein Prozent Zinsen und noch immer zu hoch?

Wo führt das hin? Ins Chaos?
Wann gibt es am Sparbuch nur noch 0,01 % Habenzinsen?
Pensionisten und Gläubiger werden dadurch schamlos beraubt!

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Finanzielle Repression

Das ist das Ziel der Politiker, um ihren eigenen hohen Lebensstandard möglichst aufrecht zu erhalten.

Das Ausrauben der Leute mit letzten Ersparnissen ist das neue politische Ziel. Gleichzeitig wird das Geld sukzessive entwertet.

Dieser Zustand wird uns eventuell noch ein oder zwei Jahrzehnte erhalten bleiben.
Er wird in eine autoritäte Gesellschaft führen, in einen Polizei- Überwachungsstaat, der die Bürger an allen Ecken und Enden ausrauben wird.
So lange bis das Volk aufsteht und diese Machtelite mit Gewalt beseitigt = Revolution.


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Zinsen

Ich werde für meinen Fleiß immer noch mit 20%USt und 50%ESt bestraft. Da ist mir ziemlich egal ob ich 5% oder 5,25% für einen Kredit bezahle. Und auch ob ich 1.5 oder 1.4 für den Liter Sprudel bezahle ist da Wurscht.
Das immer noch keiner merkt warum Europa den Bach hinunter geht.

Diesen Anflug von Seriosität

und Beständigkeit, indem er die Zinsen unverändert lässt, kann ich nur als Anflug einer gewissen Schrulligkeit einordnen. Ein Zauberer mit Spitzhut und Seriositätsmäntelchen.

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Naja,

ich hatte auf eine Zinserhöhung gehofft, aber so werden ich wohl das Geld unter der Matratze lassen.

Die Geldmenge schrumpft in Europa, da kann es eigentlich nur mehr wert werden.
Ja, in GR kann man schon etwas mehr für seine Euros bekommen. Auch in Spanien. Aber das reicht sicher noch nicht. Ich kann mir noch immer keinen griechischen Butler leisten.


Miteinander "reden"

Wär vielleicht nicht schlecht, wenn sich Hr. Draghi mal mit einem Hrn, Greenspan zu einem Meinungsaustausch treffen könnte. Nur zum lernen! (inhaltlich und rethorisch)

0 1

Re: Miteinander "reden"

Wieso mit Greenspan?

Ich dachte der Helikopter Ben hat dort jetzt das Sagen.

Re: Miteinander "reden"

mit einem Verursacher der heutigen Situation!
gute Idee ;)))

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