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Moody's warnt Eurostaaten mit Bestnoten vor Herabstufung

09.06.2012 | 09:31 |   (DiePresse.com)

Ein Eingreifen der europäischen Partner mit Finanzhilfen in Spanien könne eine weitere Herabstufung nach sich ziehen.

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Für den Fall eines Ausscheidens Griechenlands aus der Eurozone und Finanzspritzen für spanische Banken hat die US-Ratingagentur Moody's vor einer Herabstufung der Staaten mit Bestnoten in der Währungsunion einschließlich Österreichs gewarnt. Sollte Griechenland den Euroraum verlassen, bedeute dies eine Bedrohung für die Zukunft der Währung, teilte Moody's am Freitag mit. In diesem Fall müsse die Kreditwürdigkeit aller Staaten neu bewertet werden. Dies betreffe auch Länder mit der Bestnote "AAA" wie etwa Österreich, erklärte die Agentur.

Mit Blick auf die Bankenkrise in Spanien teilte Moody's mit, dass ein Eingreifen der europäischen Partner mit Finanzhilfen eine weitere Herabstufung des Landes nach sich ziehen könne. Die Agentur begründete dies mit "steigenden Risiken für die Gläubiger des Landes". Mit "AAA" bewertet Moody's neben Österreich bisher die Euroländer Deutschland, Frankreich, Finnland, Luxemburg und die Niederlande. Spanien führt die Agentur unter "A3" mit einem negativen Ausblick, was bedeutet, dass weitere Herabstufungen drohen.

Wie Moody's am Freitag in New York mitteilte, ist die Bankenkrise in Spanien vor allem ein inländisches Problem, das voraussichtlich keine größeren Auswirkungen auf andere Euroländer mit Ausnahme von Italien haben werde. Moody's würde dann eine notwendige Bewertungsanpassung unternehmen. Das Austritt Griechenlands aus dem Euro könnte jedoch eine Bedrohung für die Existenz des Euro darstellen. Dies könnte eine Abwertung der Bonität in anderen Ländern nach sich ziehen.

Griechenland befindet sich seit Jahren in der Rezession. Im Gegenzug für Milliardenkredite der Europäischen Union und des Internationalen Währungsfonds verpflichtete sich das Land zu einem drastischen Sparprogramm. Spanien hatte den unter einer geplatzten Immobilien- und Kreditblase leidenden Bankensektor des Landes mit Milliardenbeträgen gestützt, um einen Zusammenbruch zu verhindern. Bisher will Madrid keine mit zahlreichen Auflagen verbundenen Darlehen aus dem Euro-Rettungsschirm EFSF beantragen, sondern die Krise allein bewältigen.

(Ag.)

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10 Kommentare
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die Abhängigkeit

Jeder, der mit Amerika Geldgeschäfte macht, muß sich von diesen Ratingagenturen bewerten lassen. Das ist dort Gesetz, obwohl diese Agenturen keine Garantie auf Richtigkeit ihrer Bewertungen geben brauchen!

Wer diesem Wahnsinn entrinnen will, muß eben Amerika links liegen lassen. Das mag in der jetzigen Situation schwer sein, aber irgendwann muß dieser Schritt sowieso gemacht werden, oder man geht mit Amerika unter!

Gast: Diktator
09.06.2012 19:11
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vertig machen

Also ich glaube langsam das diese Ratingagenturen Europa den Rest geben wollen! Und wir müssen machen was uns die Ratingagenturen sagen!

Re: vertig machen

Ich würde das zwar nicht so drastisch formulieren - ich glaube, wir müssen nicht "machen, was die Rating Agenturen sagen" - aber was auf jeden Fall stimmt, ist, dass diese privaten Unternehmen zu viel Einfluss in unser politisches Tagesgeschehen genießen. Wenn dich das auch stört, unterschreib doch für strengere Kontrollen auf www.stopratingagencies.eu. Hab ich auch schon gemacht.

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Re: vertig machen

Da haben Sie etwas missverstanden - Rating Agenturen sind Urmeter die von den zu bewertenden Staaten (Österreich gibt ein paar Mille pro Jahr dafür aus) angeheuert werden um zu messen.
Wenn ihnen Ihr Bauchumfang nicht passt hat es wenig Sinn das Metermaß zu beschuldigen zu streng zu sein und aufzufordern den Meter aus politischen Gründen nicht so ernst zu nehmen...

Gast: el magnifico
09.06.2012 12:08
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lächerlich

warum sollte das ausscheiden eines staates aus dem euroraum das risiko für gläubiger eines anderen staates steigern???

weil das schwächste glied der kette ausscheidet wird die ketter instabiler?

lächerlich, die einzige antwort auf moody´s androhung wäre ihnen im euroraum - oder besser eu-weit - die lizenz wegen inkompetenz zu entziehen.

Antworten Gast: Pedro
09.06.2012 22:24
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Re: lächerlich

Aus 2 einfachen Gründen: Das Vertrauen in die Märkte wird zerstört und weil es dadurch sehr große Zahlungsausfälle in den Tripple A Ländern gibt, die ja Gläubiger sind.

Gast: LegendIn
09.06.2012 11:44
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Na was soll denn anderes herauskommen, wenn man AAA-Staaten mit CCC und D-Staaten in einen Topf wirft?


Re: Na was soll denn anderes herauskommen, wenn man AAA-Staaten mit CCC und D-Staaten in einen Topf wirft?

Solange die EU stets hörbar "aufatmet", wenn einer der ins Trudeln geratenen Mitglieder sich nach eingem Zögern doch endlich dazu bereit erklärt, unter dem Rettungsschirm Schutz zu suchen, wird sich am fehlenden Bemühen dieser Staaten, aus eigener Kraft dem Schulden-Sumpf zu entsteigen, wenig ändern! Man wirft es ihnen schließlich eh förmlich nach! Und wenn die Frau Fekter auch noch so wortreich versucht, uns einzureden, daß nichts von den Spanien gewährten 100 Mrd. an neuer Belastung an Österreich hängen bleiben wird; ein paar Wochen später werden wir erfahren, daß es sich dennoch so verhält!

Für die Märkte ist das sinkende Vertrauen in die Kraft Europas, die Finanzkrise zu bewältigen, freilich ein tolles Geschäft: Je niederer die EU-Länder herunter gestuft werden, umso höhere Zinsen müssen sie schließlich bei der Aufnahme neuer Anleihen und Kredite bezahlen. Also kann es daher gar nicht im vitalen Interesse der "Märkte" sein, es mit einem "gesundeten" Europa zu tun zu haben!

Die Haftungsübernahmen ziehen uns in den Dreck....


....also ist die Einschätzung von Moody´s keine Offenbarung.

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Re: Die Haftungsübernahmen ziehen uns in den Dreck....

Logisch.
Wir legen uns eu-treu selbst die Schlimge um den Hals, steigen mutig auf den Bananenkarton und erwarten von Brüssel jetzt Anweisungen welcher Schritt nach vorne uns glücklich machen wird.

Gold, Grund, Butter, Brot, Reis, Waffen und Clopapier werden bald unerschwinglich sein.

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