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Griechenland: Zentralbanken bereit für den Ernstfall

15.06.2012 | 14:03 |   (DiePresse.com)

Die Notenbanken bereiten sich darauf vor, die Finanzmärkte nach der Wahl in Griechenland mit Geld zu versorgen.

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Die wichtigsten Notenbanken der Welt bereiten sich für schwere Marktturbulenzen nach der Schicksalswahl in Griechenland vor. Wie die Nachrichtenagentur Reuters am Donnerstag von G-20-Vertretern erfuhr, stehen die Zentralbanken für eine koordinierte Aktion zur Stabilisierung der globalen Finanzmärkte bereit. Um eine Kreditklemme zu verhindern, bereiteten sich die Notenbanker auf eine Versorgung der Finanzmärkte mit Liquidität vor. Der Ausgang der Parlamentswahl in Athen könnte Experten zufolge das Ende des Euros in Griechenland besiegeln, sollten sich die Spar- und Reformgegner durchsetzen.

An der Wall Street reagierten Händler mit Zukäufen auf die Nachricht. In New York bauten die wichtigsten Indizes ihre Gewinne aus. Der Euro gewann, während US-Staatsanleihen unattraktiver erschienen und abgestoßen wurden. Bundesbank und EZB waren zunächst für eine Stellungnahme nicht zu erreichen.

Hilfsbedingungen könnten gekippt werden

Weltweit laufen die Vorbereitungen für den Ernstfall namens "Grexit". Die Hauptsorge ist das Risiko von größeren Kapitalabflüssen, sollte sich radikale Linkspartei Syriza eindeutig durchsetzen, sagte ein Euro-Zonen-Vertreter. Syriza lehnt die Auflagen der internationalen Geldgeber ab, will das Land aber dennoch im Euro halten. Am Donnerstag bekräftigte Parteichef Alexis Tsipras seine Entschlossenheit, die Hilfsbedingungen nach einem Wahlsieg zu kippen.

Die deutsche Bundeskanzlerin Angela Merkel verschob ihre Abreise zum G-20-Gipfel im mexikanischen Los Cabos am Sonntag um etwa zwölf Stunden. Aus Regierungskreisen verlautete, die Verschiebung habe "terminliche und reisetechnische" Gründe. Mit Ergebnissen der Wahl wird am Abend gerechnet.

Währungsinterventionen

Um schweren Marktreaktionen entgegenzuwirken, sind auch Währungsinterventionen möglich. Japan und die Schweiz könnten eingreifen und ihre Währungen schwächen, sollten Anleger auf der Suche nach einem sicheren Hafen den Wert von Franken und Yen in die Höhe treiben.

Ein G20-Vertreter sagte Reuters, abhängig von der Heftigkeit der Reaktionen könnte am Montag oder Dienstag ein Krisentreffen von Ministern der Gruppe der sieben größten Industriestaaten (G7) angesetzt werden. Per Telefon könnten die Notenbanker zugeschaltet werden. Der britische Finanzminister George Osborne erklärte zudem am Donnerstag, als Reaktion auf die Lage an den Kreditmärkten würden die Regierung in London und die Bank of England zusammen handeln und neue geldpolitische Instrumente einsetzen.

 

(APA)

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7 Kommentare
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leistungsgesellschaft

Reiche und schmarotzer haben das system umgebracht und sie werden auch keinen beitrag dazu leisten das system zu retten. Jeder der das unterstuetzt ist selber schuld. Leistung unterm fiskus lohnt sich nicht.

Gast: Hans im Glück
15.06.2012 17:28
0 0

Das heisst, sie haben den Text für die Erklärung des Bankfeiertags fertig geschrieben.

Viel Glück!!!

Gast: Zonenvertreter
15.06.2012 16:49
4 0

Griechenlands Wirtschaftsleistung beträgt 2,5 % von 100% (=GesamtEU)

Aber am Montag geht die Welt unter, falls "die" Griechen "falsch" wählen? Wir leben wahrlich in einer total bekloppten Zwangszone.

Gast: Reflector
15.06.2012 16:04
3 0

Und nun werden die schönsten Planwirtschaftsinstrumente hervorgeholt



Um dann von allen Seiten zu hören, dass der Markt versagt hätte ...

Kommen sich wohl gut vor die grossen Macker im 'muss gerade nocheinmal die Welt retten' Modus.

Es ist schon interessant

wie ein kleines Land wie Griechenland die ganze Welt verunsichern kann. Schon vor dem EU-Beitritt Griechenlands hätte man sich in Brüssel fragen müssen: "Drum prüfe wer sich ewig bindet, ob sich nicht was Besseres findet". Doch jetzt ist es zu spät und man muss die Folgen tragen, egal wie sie aussehen und wie sie wirken.

Irgendwie...

...traurig, dass die Regierenden in Europa lediglich in den Bahnen des herrschenden ökonomischen Systems denken.
Ich habe in meinem Buch "Operation Neustart" die herrschenden Probleme und alternative Lösungsmöglichkeiten angesprochen.

http://www.new-ebooks.de/ebooks/6179

Gast: 1. Parteiloser
15.06.2012 14:30
1 0

Die Planwirtschaft = Mangelwirtschaft kann nicht durch Geldschöpfung gerettet werden!

Das Problem in der EU sind doch die irren Staatsausgaben, welche nach Jahren der Sparpakete noch immer nicht unter Kontrolle sind. Die Planwirtschafter haben ja immer nur "einnahmenseitige Sparpakete" geschnürt, die Staatsausgaben aber immer weiter gesteigert.

Die Staatsausgaben wurde vor allem deshalb weiter gesteigert damit de komische Planwirtschaft in Europa irgendwie finanziert werden konnte. Eine Planwirtschaft, welche sich in riesigen geschützten Bereichen und einem Förder- Umverteilungs- und Frühruhestandswahnsinn über viele Jahr manifestiert hat. Das sind lauter Bereiche welche keine, oder kaum mehr, eine Leistung zur Versorgung der Gesellschaft beitragen, deren Kosten aber immer weiter steigen, und immer weiter steigen.

Griechenland, in seiner Exzessivität der Planwirtschaften, sogar die LKW Fahrer waren ein geschützter Bereich, hat das korrupte Bonzentum genauso auf die Spitze getrieben wie die Leistungsminimierung der Realwirtschaft.

Griechenland wurde als ganzes Land zu einem Sozialfall, verursacht durch die Phänomene der Planwirtschaft. Die Versorgung des Landes mit einer Geldflutung durch Geldschöpfung ist aber nur krank und kann die Ursache des Problems niemals heilen.

Es ist aber nicht nur eine Griechische Krankheit, ganz Europa ist davon befallen. Die Kosten für die Planwirtschaft = Mangelwirtschaft, sind nicht mehr finanzierbar und die Geldschöpfung wird die erforderliche Leistung zur Versorgung der Menschen nicht machen können!

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