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"Europas Politiker handeln immer einen Tag zu spät"

17.06.2012 | 09:25 |   (DiePresse.com)

Weltbankchef Zoellick kritisiert das Krisenmanagement der Europäer und warnt vor einem weiteren Zögern in der Schuldenkrise. Frankreichs Präsident will einen 120-Milliarden-Euro-Wachstumspakt.

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Weltbankpräsident Robert Zoellick hat die Regierungschefs der Euro-Zone für ihr bisheriges Krisenmanagement gerügt und rasche Reformen gefordert. "Europas Politiker handeln immer einen Tag zu spät und versprechen einen Euro zu wenig", sagte Zoellick in einem am Sonntag veröffentlichten Interview des "Spiegel". Zur Bekämpfung der Schuldenkrise habe die Europäische Zentralbank zwar wiederholt für neue Liquidität gesorgt und dadurch Zeit erkauft. Die strukturellen Probleme würden dadurch aber nicht gelöst. Weiteres Zögern sei gefährlich, warnte Zoellick.

"Wenn Europa weiter so schwächelt, wird es an globalem Einfluss verlieren. Dessen müssen sich Europas Führer bewusst sein", sagte Zoellick dem Magazin. Zur Finanzierung der Rettungspakete gebe es schließlich genug Ideen: "Es gibt den Vorschlag, Euro-Bonds für Schulden von bis zu 60 Prozent des Bruttoinlandsprodukts auszugeben. Alles, was die Länder darüber hinaus ausgeben, ginge auf ihre eigene Rechnung." Europa könnte in diesem Fall von Amerika lernen, fügte der gebürtige US-Amerikaner und ehemalige Goldman-Sachs-Manager hinzu. So hätten die Vereinigten Staaten nach dem Unabhängigkeitskrieg ein einziges Mal die Schulden aller Einzelstaaten übernommen, seitdem seien sie auf sich allein gestellt. "Europa könnte ein ähnliches System einführen", sagte Zoellick.

Der Weltbankchef betonte, letztlich sei vor allem das Tempo im Kampf gegen die Schuldenkrise entscheidend: "Es kommt mir nicht so sehr darauf an, welches Modell die Europäer wählen. Sie sollen sich nur für eines entscheiden. Und zwar schnell."

Hollande will 120-Mrd.-Euro-Wachstumspakt

Der französische Präsident Francois Hollande will einem Zeitungsbericht zufolge einen sofortigen europäischen Wachstumspakt im Umfang von 120 Milliarden Euro. Entsprechende konkrete Vorschläge habe Hollande bereits an mehrere europäische Regierungschefs übermittelt, berichtete am Sonntag das "Journal du Dimanche". Unter anderem habe er der deutschen Bundeskanzlerin Angela Merkel am vergangenen Donnerstag das elf Seiten umfassende Dokument übermittelt.

Darin fordert der neue, französische Präsident den Angaben zufolge, dass bereits beim EU-Gipfel Ende Juni über diesen Wachstumspakt entschieden werde. Im Kampf gegen die Krise in Europa hat Hollande die Ergänzung des Fiskalpaktes zur Budgetdisziplin um eine Wachstumskomponente zu seiner zentralen Forderung gemacht.

(Ag.)

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35 Kommentare
 
12

Europa ist langsam und nicht besonders intelligent

Ganz einfach: Europäer sind langsam, unkreativ, langweilig, entscheidungsunfähig. Die (die Europäer) sind ja noch nicht einmal 40 Jahre später als die USA am Mond. Und Internet gäbe es, wenns nach den "Europäern" ging, auch noch nicht. Die schauen sich nur alles ab, kopieren und übernehmen von der überlegenen USA, aber bashen auf die USA, das ist anscheinend ein Lieblingssport...

richtig

Was er schreibt ist richtig. Es geht um Aufbau von Vertrauen. Wie wir es machen ist eigentlich nicht relevant. Weil nur Egoisten am Werk sind ( auch hier in den Kommentaren), fehlt der Mut zum Handeln. Das schadet dann uns allen am meisten.

Gast: Kernbeiss C
17.06.2012 17:45
5 0

"Europas Politiker handeln immer einen Tag zu spät"

Stimmt nicht.

Bei der Aufnahme Griechenlands waren sie zu voreilig.

Griechenland hätte niemals aufgenommen werden sollen.

Antworten Gast: Papa Schlumpf
17.06.2012 19:20
2 0

Re: "Europas Politiker handeln immer einen Tag zu spät"

Goldman Sachs wollte die Griechen in der EU haben. Sie wussten wohl schon dass sie die EU schädigen werden - vermutlich ist alles nach Plan verlaufen.

Re: "Europas Politiker handeln immer einen Tag zu spät"

Soe sind ein Besserwisser. Warum haben Sie es damals nicht verhindert?

Antworten Antworten Gast: Linsfreund M
17.06.2012 19:58
1 0

Re: Re: "Europas Politiker handeln immer einen Tag zu spät"

Kasperle, ich war eh dagegen.

Re: Re: "Europas Politiker handeln immer einen Tag zu spät"

Und was soll bitte ein einfaches Austria Bürgerlein wie du und ich da bitte verhindern???

Re: Re: Re: "Europas Politiker handeln immer einen Tag zu spät"

dagegen stimmen

Re: Re: Re: Re: "Europas Politiker handeln immer einen Tag zu spät"

Wo konnte ich da dagegenstimmen? Habe ich da was verpasst?

Re: Re: Re: Re: Re: "Europas Politiker handeln immer einen Tag zu spät"

Es gab z.B. eine Volksabstimmung zum Beitritt Österreichs zur EU.

Re: Re: Re: Re: Re: Re: "Europas Politiker handeln immer einen Tag zu spät"

ha super. 1995 war ich eh bei den wenigen, die dagegen gestimmt haben, aber geholfen hats ... nichts

Re: Re: Re: Re: Re: Re: Re: "Europas Politiker handeln immer einen Tag zu spät"

So ist Demokratie. Die Mehrheit siegt.

Re: Re: Re: Re: Re: Re: Re: Re: "Europas Politiker handeln immer einen Tag zu spät"

Danke. als einzelner kann man gar nichts dagegen tun. Darum verzichte ich 2013 aufs wählen. das faule argument, jede stimme zählt. ob es 149.857 oder 149.858 für eine Partei sind, ist wirklich mehr als wurst. Aber die zwei grossen Mistparteien wollen uns das immer einreden, ja wählen zu gehen.

So ist Demokratie. Die Mehrheit siegt.

Ob das mit dem "Sieg" im gegenständlichen Fall so ist, lassen wir mal dahingestellt;-)

Wie auch immer - im Grunde haben Sie natürlich Recht. Und da man weiss, dass der Wähler irren kann (und wird), bleibt nur eine einzige einfache Konsequenz: Selber das Beste draus machen. Und genau daran scheitern die Europäer. Und zwar jeder Einzelne.

Beispiel: Vor der Euroeinführung konnte nicht ansatzweise erklärt werden, wie das denn nun ist, wenn man den üblichen Verdächtigen die Abwertungsmöglichkeit nimmt. Daraus ergab sich logisch, dass keine gemeinsame harte Währung möglich ist. Wer trotzdem in EUR angelegt hat, ist nicht einen Tag sondern ein Jahrzehnt im Rückstand.

Re: Re: Re: "Europas Politiker handeln immer einen Tag zu spät"

Zumal ja der Rotpolitiker Heinz F. gerade die Mitbestimmtung der Bevölkerung unterbinden möchte.

Europas Politiker sind Diktatoren

die täglich Verbrechen gegen die Menschlichkeit üben.

Gast: Besucher
17.06.2012 16:42
3 2

Gast

Einen Tag zu spät? Wir wollen doch nicht übertreiben. Jahrzehnte zu spät. Im übrigen handeln nicht die Politiker, sondern die Leute im Hintergrund. Wär schön, wenn die Presse nicht mehr über die Marionetten schreibt, die eh keinen mehr interessieren, sondern über die Personen dahinter, die nämlich wirklich die Politik machen. Oder haben die Medien Angst vor diesen Leuten.

Gast: keinWunter
17.06.2012 15:07
2 0

Immer zu spät.... das liegt an der EU-Fehlkonstruktion, bis 27 harmonieren


Schön, dass die Zoelicks ab und an das Maul aufmachen

da weiss man, woher der Wind weht.

Das Handlungs-Schneckentempo

der europäischen Politiker ist nicht schwer zu verstehen. Denn sie handeln (agieren) nicht, sondern reagieren. Und praktisch alle Reaktionen zielen vor allem darauf ab, den Status quo und die eigenen Machtpositionen zu erhalten. Genährt durch die Hoffnung auf ein Wunder?

Oder anders herum, es läuft wie am Niveau einer Volksschule. Fehler genacht? O.k., tut uns leid, aber wir machen trotzdem so weiter.

Beseitigung von Ursachen / Fehlern, z.B. Strukturreformen? Nichts da, ein paar optische Tricks und Sprachvergewaltigungen, z.B. Sparpaket für in Summe Steuererhöhungen (Österr.), und das Vehikel fährt weiter ungebremst Richtung Wand.

2 0

Weltbankchef Zoellick kritisiert das Krisenmanagement der Europäer und warnt vor einem weiteren Zögern in der Schuldenkrise. Frankreichs Präsident will einen 120-Milliarden-Euro-Wachstumspakt.

Forderungen wie von den beiden, zerstören eher als sie vorgeben retten zu wollen !

Kein Wunder aber, sind beide ja auch selbst aus den Reihen der wahren Verursacher, welche sich nun erneut an den Völkern schadlos halten wollen !

FR will 120 Mrd, GR endlose Geldhilfen, Portugal bekommt still und leise auch bereits Unsummen, und I wird sehr bald schon weit merh verlangen als vorhanden sein kann.....

Schlichtweg wird hier besonders mit dem Verlangen nach Bonds, jedes noch halbwegs "reiche" Land bewusst in den Konkurs gedrängt, um dann selbst weil irgendwann gerettet werden müssend, der Fiskalunion samt Eurobonds plus ESM zustimmen zu müssen.

Interessant wäre zu erfahren, WER dies alles bereits vor Jahren schon bewusst (mit)geplant hatte um nun daraus profitieren zu können !

Warum setzt man denn sonst Leute wie Hollande oder Monti in Regierungen, nachdem man die wohl völlig bewusst mittels damals billiger und nun teurer Kredite in die Krise geführt (verleitet) hat ?!

Wir werden sehr bald schon die nächsten sein, da allein schon die inoffiziellen Staatsschulden samt Zinsen plus aufgezwungener Hilfsgelder selbt mit unserer Wirtschaft, niemals aufgebracht werden können !

Gast: Ned Flanders
17.06.2012 12:58
5 0

Seine Amtsperiode endet Ende Juni 2012; er kündigte im Februar 2012 an, dann aus dem Amt scheiden zu wollen

Während der Regierungszeit Ronald Reagans war er unter anderem Berater von Finanzminister James Baker.
Im August 1992 wurde er stellvertretender Stabschef (White House Deputy Chief of Staff) und persönlicher Berater des Präsidenten.Danach wurde er Berater für internationale Agenden der Investmentbank Goldman Sachs. 1998 gehörte er zusammen mit
Donald Rumsfeld und Paul Wolfowitz, zu den Unterzeichnern eines Briefes des neokonservativen Think Tanks Project for the New American Century an den damaligen Präsidenten Bill Clinton, in dem vor der Bedrohung durch irakische Massenvernichtungswaffen gewarnt und vehement die Entmachtung gefordert wurde. Während des Wahlkampfes zur Präsidentschaftswahl im Jahr 2000 war Zoellick als Mitglied einer Gruppe („The Vulcans“) um Condoleezza Rice Berater George W. Bushs für Außenpolitik. Am 7. Januar 2005 nominierte ihn der Präsident zum Vizeaußenminister unter Condoleezza Rice. Am 19. Juni 2006 gab er seinen Rücktritt bekannt und kündigte an, als Direktor und Vorsitzender der internationalen Abteilung zu Goldman Sachs zurückzukehren. Zoellick ist bzw. war auch Aufsichtsratsmitglied verschiedener Unternehmen, darunter Alliance Capital, Said Holdings und der Precursor Group, Berater von Enron und Viventures (ein Risikokapital-Fonds) und Direktor der Strategie-Gruppe des Aspen-Instituts. Zudem war er viermal Teilnehmer der Bilderberg-Konferenz.

....mit einem Wort: Der ideale Ratgeber für die EU !!!


Gast: machmuss verschiebnix
17.06.2012 12:40
7 0

Handelt Europa - bzw. Fr. Merkel - wirklich zu spät ?


Jder weiß aus der Vergangenheit, was die Finanzindustrie
davon hat, wenn z.B. Hr. Soros verlautbart, daß der Euro nur mehr
3 Monate halten wird.

Wenn die Europäer auch so ticken würden, wie es Hr. Soros aus dem Verhalten
der eigenen Landsleute kennt, dann käme es demnächst zu einem Banken-Run und
die Spekulanten der Fianz-Industrie könnten aus ihren Put-Optionen fesch
absahnen (!)

Es ist also definitiv nicht falsch, diese Art von Bluff auszusitzen.

Was aber Europa wirklich verabsäumt und bis zum St.Nimmerleinstag aufschiebt,
das ist eine tiefgreifende Strucktur-Reform in allen National-Staaten.

Das ganze System ans sich müßte auf völlig neue Beine gestellt werden (!)
Die Verwaltung ALLER öffentlichen Bereiche sollen wie eine große Firma mit
Niederlassungen (Bundesländer) und Abteilungen (Ministerien) geführt werden,
statt wie bisher als Selbstbedienungsladen für korrupte Parteien und gierige
Vorfeldorganisationen (!)

Nun, wer würde aber gerne in einer Firma arbeiten, wo ein Schulabbrecher zum
Kanzl..äh Direktor GEWÄHLT wird und das noch dazu vom Putztrupp (!)

Deshalb soll auch das derzeitige Demokratie-Modell, welches den Virus des
Sozial-Populismus endogen in sich trägt, auf den Kopf gestellt werden. Wenn
ICH (der Wähler) vernünftige Volksvertreter haben möchte, dann würde ich
die Auswahl auf eine Stellenausschreibung basieren, stattdessen aber dem Volk
die ABWAHL von "Bindgängern" ermöglichen.

Sie sehen das ganz richtig!

Ein Demokratiemodell, in dem die Leistungsverweigerer wählen dürfen, muß zwangsläufig im Staatsschuldenmeer ersaufen!

Antworten Antworten Gast: machmuss verschiebnix
17.06.2012 18:53
1 0

Re: Sie sehen das ganz richtig!

..leider sind aber grundlegende Neuerungen erst durchzubringen,
wenn das jetzige parlamentarische System im diesem
Schuldenmeer abgesoffen ist - also nach dem Staatsbankrott !

PS: nächstes mal werde ich vorher meine Tippfehler "jeten" - eine "Strucktur.." ist nämlich schmerzhaft :)

 
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