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Deutschland erteilt Tilgungsfonds und Eurobills eine klare Absage

18.06.2012 | 18:17 |   (Die Presse)

Berlin will weder Tilgungsfonds noch Eurobills - also Eurobonds mit kürzerer Laufzeit - zustimmen und eine direkte oder indirekte gesamtschuldnerische Haftung für alle Schulden in Europa verhindern.

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Wien/Berlin/Jil. Die Deutsche Bundesbank will derzeit keine gemeinsame Haftung der Eurostaaten für ihre Anleihen – auch nicht dann, wenn ein Schuldentilgungsfonds eingerichtet wird, wie ihn der deutsche „Sachverständigenrat“ vorgeschlagen hat.

In diesem Fonds würden alle Schulden der Eurostaaten gebündelt, die über der Maastricht-Grenze von 60 Prozent des BIPs liegen. Die Idee: durch gemeinsam begebene Anleihen können die schuldengeplagten Südstaaten sich billiger refinanzieren und ihren Schuldenberg über rund 20 Jahre auf ein erträgliches Maß drücken. Im Gegenzug müssten sie mit ihren Gold- und Währungsreserven haften. Die Wirtschaftsweisen sehen in dem Fonds eine Lösung, mit der sich auch das Bundesverfassungsgericht in Karlsruhe abfinden könnte. Die Bundesbank ist da anderer Meinung. „Ob eine Umsetzung im Rahmen bestehender europäischer Verträge und auch der deutschen Verfassung tatsächlich möglich wäre, erscheint sehr fraglich“, so die Bundesbank in ihrem am Montag veröffentlichten Monatsbericht. Die Notenbanker zweifeln nach den Erfahrungen der Vergangenheit auch, dass bei dem Schuldentilgungsfonds die Regeln eingehalten und die Schulden auch wirklich getilgt würden. Die Schulden der Euroländer (ohne Griechenland, Portugal und Irland) jenseits der 60-Prozent-Marke belaufen sich schon jetzt auf 2,3 Billionen Euro.

Auch die „Eurobills“ – also Eurobonds mit kürzerer Laufzeit – werden in Berlin abgelehnt. „Für uns Deutsche kommt eine gesamtschuldnerische Haftung für alle Schulden in Europa – nicht direkt, aber auch nicht indirekt – auf keinen Fall in Betracht“, sagte Außenminister Guido Westerwelle.

("Die Presse", Print-Ausgabe, 19.06.2012)

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24 Kommentare

Sind nationale Interessen sind wichtiger als die EU?

Scheitert die Eurozone am Widerstand der Bevölkerung der Geberländer, die nicht bereit ist die Taschen für die maroden Staaten noch weiter zu öffnen oder am Widerstand der Nehmerländer, wo deren Bevölkerung nicht bereit für Schulden gerade zu stehen, welche deren Staaten angehäuft haben?

http://regionaut.meinbezirk.at/schoenkirchen-reyersdorf/wirtschaft/goodbye-euro-d201491.html

Gast: ecoNomics
19.06.2012 07:19
6 2

Die Wirtschaftsgemeinschaft oder was auch immer kann im Sumpf des freien Marktes nicht überleben

. . . nur ein Superstaat überlebte den Euro eine fragwürdige Zeit, doch ohne ihn vom freien Markt abzuschotten, nehmen ihm die Multinationalen jede Chance.
Die Schulden machten die Länder mehr oder weniger Bankrott und der Euro ist der Traum der Spekulanten des freien Marktes.
So werden die reichen Länder reicher und die armen ärmer, wie im Kapitalismus.
Die Völkergemeinschaft müsste eine demokratische Welt bedingen, einheitliche Standards zu schaffen, dass Patente jedermann zu gleichen Preise zugänglich sind, die Sozialleistungen vereinheitlicht werden und dass standardisierte Produkte geringer besteuert werden.
Damit gibt's für Europa nur eine Zukunft: zurück in die Landeswährungen.

Gast: Vogel Strauss
18.06.2012 20:55
0 0

Euro-Bill?? Zahlt die der Bill Clinton?


10 0

Mal ne dumme Frage

hat eigentlich irgendeiner der EU-Mitglieder auch nur in Betracht gezogen Deutschland bei der Überwindung der Kosten für die dt. Einheit zu helfen ???????

Soweit ich weiß hat da kein hahn danach gekräht. Deutschland musste damlas seine Staatsverschuldung ernorm hochfahren und dann sehr schmerzhafte Reformen durchboxen sowie massiv Steuern erhöhen.

Warum denkt nun jeder, Deutschland rettet die ganze EU und zahlt für allen und jeden ??????

Hätten der Club-Med oder F eine Wiedervereinigung durchziehen müssen, wären die schon vor dem Euro pleite gegangen !!!!!!!!!!

Übrigens gibt es vom dt. Verfassungsgericht klare Vorgaben!!! Unter anderem MUSS Deutschland den Euro verlassen wenn sich dieser zu einer Inflations- oder Weichwährung wandelt !!!! daneben gibt es die Vorgabe das dt. nicht pauschal und unbegrenzt für Schulden anderer Staaten haften DARF.
Deshalb wehrt sich Merkel so vehemmt, will Sie da mitspielen MUSS Sie in deutschland ein Referendum durchziehen und das GG durch eine Verfassung ersetzen.
Schon die jetzige Haftung ist hart an der Grenze die das dt. BVG gezogen hat. Viel Spielraum hat sie deshalb gar nicht wenn Sie nicht durch ein referendum will.

2 0

Re: Mal ne dumme Frage

Man kann nur hoffen, dass Sie recht haben. Denn wie wir mittlerweile im Zuge der Schuldenkrise schon gesehen haben, sind weder Verfassungen/Grundgesetze noch EU-Verträge (No bailout - Vertrag von Lissabon) oder Statuten (EZB) irgend ein Hindernis für den Missbrauch unseres Steuergelds als Füllung für finanzielle Fässer ohne Boden. Die Verfassungsrichter haben bei diesem schändlichen Treiben bisher auch stets verlässlich weggeschaut oder diesen eklatanten Gesetzesbruch gar aktiv legitimiert.
Deswegen ist meine Hoffnung eher gering. Der Euro wird weiter so weit in den Dreck geritten bis wir alle in Schulden ersticken und bankrott sind und dann werden wieder alle ganz erstaunt dreinblicken und verwundert fragen, wie es denn so weit kommen konnte.
Ich hoffe, dass ich mich irre. Aber die Hoffnung ist gering.

Re: Re: Mal ne dumme Frage

Wenn die Detuschen Eurobonds oder ähnlichem nicht zustimmen, dann wird wahrscheinlich die EZB ein paar tausend Milliarden drucken, und es den EU-Südstaaten geben.
Wenn nicht, dann gibt es ein Pleite-Domino, das die ganze Welt in den Abgrund reisst. Das wird von den Politikern nicht riskiert werden. Daher wird der Inflationsweg weitergegangen. Die einzige Frage ist nur mehr, WANN die Hyperinflation eintreten wird. Ich habe das Gefühl, es könnte eher früher als später der Fall sein - also, man soll rasch vorsorgen.

Bin neugierig, wie lange es dauert und der Euro zum Binnenrubel mutiert.

Ein weiterer Türöffner zu Transferunion.

Ich erinnere alle österreichischen Politiker und Medien daran, dass ein EU-Beitritt unter anderen Voraussetzungen verkauft wurde.
Weiterhin merke ich an, dass der Weg, der nun beschritten wird, nicht alternativlos ist. Liebe Leute, das ist Propaganda übelster Art.

Ich erinnere alle österreichischen Politiker und Medien daran, dass ein EU-Beitritt unter anderen Voraussetzungen verkauft wurde.

Es ehrt Sie, wenn Sie sich daran erinnern.
Aber es ist dennoch nicht sinnvoll, mit dem Finger auf bestenfalls durchschnittlich Begabte zu zeigen.

Die damalige "Werbung" war tatsächlich schon mit dem von Ihnen verwendeten Wort vergleichbar. Und 2/3 der Wähler haben sich nicht die Frage gestellt, warum ein Projekt, das nur Vorteile und keinerlei Risiko hat, derart beworben werden muss.
Und somit den einfachsten aller Intelligenztests nicht bestanden.

Euro-BILLS oder Euro-BONDS oder

die sinnbefreite Frage:" Kann ich eher mit Taschentüchern oder Klopapier die Donau trockenlegen ?"

Solange weiterhin die Budgets "auf Pump" ausgelegt sind, wird es egal sein.

Gast: Hans im Glück
18.06.2012 15:41
14 0

Sie können es nennen wie sie wollen...

Wir werden bezahlen bis wir nicht mehr können.

Wir landen alle gemeinsam im Entwicklungsland EUROPA.

Eurobonds, Eurobills und und und....


..ändert nichts an der Tatsache, daß der Euro tot ist.

aus frankreich kamen noch nie gute vorschläge für deutschland und österreich

alles was die franzosen von sich geben läuft ja nur auf eine schwächung deutschlands hinaus, ist daher schon im vorhinein abzulehnen!

außerdem ist es eine frechheit, dass die politk ständig versucht dne bürger zu verarschen!

es wurde den österreichern und den deutschen bei der verhängnissvollen euroeinführung versprochen dass wir nie für die versager in frankriech, spanien, portugal, griechenland und italien haften werden!

dass dieser grundsatz dann bei der ersten krise nicht einmal 10 jahre später über board geworfen wird ist schon einmal eine frechheit, dass nun aber noch irgendwelche experten mit diversen juristischen tricks die österriecher und deutschen noch weiter ausbeuten wollen setzt dem ganzen wohl die krone auf!!!

Wir wollen nicht auf einer automatischen basis für diese nichtsnutez haften, das ganze wird uns nämlich auch isn verderben reiten, denn die griechen haben ja schon bewiesen, dass sie nicht bereit sind zu sparen und die vereinbarungen einzuhalte, warum sollen sie ihre ansicht durch die eurobonds/bills und die "strengen kontrollen" ändern?
Die griechen haben ja bereits jetzt zig sparvorgaben nicht erfüllt, warum sollen sie wenn sie nun eurobills erhalten sich an irgendwelche sparvorgaben halten?
die griechen verarschn uns ja nur ien einer tour und zocken uns ab, das möchte ich mir nicht länger gefallen lassen!!!

Re: aus frankreich kamen noch nie gute vorschläge für deutschland und österreich

die Lage der Weltwirtschaft kann man mit einer Familie vergleichen, die EUR 50'000 Jahresbruttoeinkommen hat und EUR 500'000 Schulden.
Da kommt man nicht mehr raus. So einfach ist das. Wir haben nur noch die Wahl ob der kapitale Absturz als Deflation oder Inflation von Statten gehen wird.

Gute Idee

Dadurch kann z.B. Spanien "billiger" zu neuen Krediten kommen. Das war übrigens einer der Gründe für das GR-Debakel. Zu billige Kredite.

Wie auch immer - ich hätte ja einen ganz seltsamen Einfall. Ich bin aber auch kein Wissenschafter. Nämlich einfach nurmal in Ansätzen zu prüfen, warum SWE eigentlich fast jährlich seine Verschuldung abbaut, ohne seinen Sozialstaat niederzumähen. Aus irgendeinem Grund scheinen die Leute dort die wahrlich komplexe Erkenntnis gewonnen zu haben, dass jene Schulden die billigsten sind, die man nicht hat.

Re: Gute Idee

nuja die Schweden hatten ja in den 90zigern ihre Bankenkrise.

Und im Gegensatz zu der EU hat sich Schweden nicht erpressen lassen, die haben die Banken kurzerhand verstaatlicht, die maroden Häuser abgewickelt und anschließend wieder alles privatisiert und den gewinn in den Steuerkasse fliesen lassen.

Schweden hat das Geld der Bürger gerettet und die Banken zur Rechenschaft gezogen. Seither kann in Schweden jede Bank egal wie groß sie ist pleite gehen und wird abgewickelt.

Aber das geht ja angeblich nicht in der EU weil dann die Welt untergeht ;-)

Re: Re: Gute Idee

Da sprechen Sie zwei ganz wesentliche Punkte an.
a) SWE hat die entscheidenden Reformen (sowohl Finanzmarkt als auch Sozialsystem etc.) umgesetzt. Dort wurde tatsächlich geklotzt und nicht gekleckert (mit einem "Jetzt machen wir mal ein Sparpaket" hat man da gar nicht erst angefangen).

b) SWE hat aus der Bankenkrise gelernt und das Risiko, dass das nochmal passiert minimiert. Was ich nicht verstehe ist, warum diese Beispiele nicht wenigstens ein wenig für Gesamteuropa überlegt werden.

Die Schweden haben es bis jetzt immer geschafft, erfolgreich NICHT am Euro teilzunehmen.

Recht haben sie, die Schweden.

Re: Die Schweden haben es bis jetzt immer geschafft, erfolgreich NICHT am Euro teilzunehmen.

Ich bin mir nicht wirklich sicher, ob die Nichtteilnahme tatsächlich einer der entscheidenden Erfolgsfaktoren ist.

Unbestritten ist (wie man in diesen Monaten sieht), dass es ein nicht zu unterschätzender Vorteil ist, Herr über die eigene Währung zu sein, d.h. Auf-/Abwertemechanismen je nach Wirtschaftslage zu haben.

14 0

Erschreckend

welche Kreativität die Abkassierer und Handaufhalter der FIPS(+GR)-Staaten entwickeln nur um weiter an deutsches Geld zu kommen. Nachdem Deutschland aus purer Not (da sie sonst selbst schnell pleite wären) standhaft bei der Ablehnung der Eurobonds bleibt. Versucht man nun über diesen Umweg doch noch irgendwie ein paar Milliarden von dort abzugreifen.

Die Franzosen sollen sich ihre sozialistischen Fantastereien und Luftschlösser selbst finanzieren, aber nicht andere Länder dafür in Geiselhaft nehmen. Außerdem sind auch die Zahlerländer D,Ö,NL,FIN keineswegs so solide unterwegs, dass sie sich eine Verschlechterung ihrer Kreditwürdigkeit leisten könnten.

Gast: snui
18.06.2012 13:25
11 0

entscheidender Vorteil

Krisenstaaten erhalten sie nur gegen Auflagen, etwa Sparvorgaben.

Na da bin ich aber froh!

LEUTE: AUFWACHEN! Eure Glaubwürdigkeit was die Überwachung solcher "Auflagen" betrifft, habt ihr scon längst verspielt!!!!

zensur

unterliegen meine Briträge wieder mal der Zensur Ihrer Redaktion?

14 0

eurobills

hoffentlich lassen sich die Deutschen und Österreich nicht darauf ein!
die südländischen Lügner, Betrüger und Steuerhinterzieher sollen die Suppe allein auslöffeln!

Re: eurobills

zu spät mein Lieber. Die grünen Wasserträger werden schon für die nötige Mehrheit im Parlament sorgen dass der ESM durchgepeitscht wird!!

Schön ist, dass gerade die Grünen die Kapitalisten retten.


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    Sekundärmarkt Der Sekundärmarkt ist der Markt, auf dem die bereits in Umlauf befindlichen Wertpapiere gehandelt werden. mehr ...

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