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Deutsche Bank zu Hellas-Austritt: "Je eher, desto besser"

19.06.2012 | 14:01 |   (DiePresse.com)

Trotz des Wahlsiegs der Altparteien geht der Chef-Anlagestratege von einem Auseinanderbrechen der Euro-Zone als wahrscheinlichem Szenario aus.

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Die Vermögensverwalter der Deutschen Bank stellen sich trotz des Wahlsiegs der Altparteien in Griechenland auf einen baldigen Austritt des Landes aus der Euro-Zone ein. "Ein Auseinanderbrechen der Euro-Zone ist ein sehr wahrscheinliches Szenario", sagte der Chef-Anlagestratege (CIO) der Vermögensverwaltungssparte DB Advisors, Georg Schuh, am Dienstag in Frankfurt.

Kapitalmarkt hat Ausstieg bereits eingepreist

Im Moment gebe es keine überzeugende Lösung für die Probleme im gemeinsamen Währungsraum, auch wenn die Europäische Zentralbank (EZB) "noch ein paar Schüsse" an Notmaßnahmen freihabe. "Der Kapitalmarkt hat ein Auseinanderbrechen bereits eingepreist. Die Investoren sind da viel weiter als die Politik", mahnte Schuh. "Ich glaube, wir sind jetzt in der Endspiel-Phase."

Nach seinen Worten könnte Griechenland noch dieses Jahr den Euro verlassen. "Je eher, desto besser", sagte Schuh. Für den Euro könne dies auch eine Chance sein - nämlich dann, wenn er nicht als "starre Währung" verstanden werde, sondern als "organisches Konstrukt", das sich über die Jahre verändere. So könnten einzelne Länder wie Griechenland ausscheiden, andere wie Polen dafür hinzukommen. "Die Situation ist im Moment so dramatisch, man muss es auf einen Versuch ankommen lassen."

Schuh hatte bereits vor einem Jahr im Gespräch mit Reuters vor einem Flächenbrand in der Euro-Zone gewarnt und sieht sich in seinen Befürchtungen nun bestätigt. DB Advisors verwaltet weltweit über 100 Milliarden Euro für institutionelle Investoren wie Pensionskassen, Stiftungen und Unternehmen.

Fitch erwartet "Weiterwursteln"

Die Ratingagentur Fitch erwartet hingegen vin der Eurozone ein "Weiterwurschteln" wie in den vergangen Jahren. Das ökonomische Armageddon wäre der "Euro-Breakup" mit ungeahnten wirtschaftlichen Verwerfungen, sagte der Fitch-Deutschland Geschäftsführer Jens Schmidt-Bürgel am Dienstag in Wien. Der Wahlsieg der Spar-Befürworter in Griechenland werde nur eine kurze Verschnaufpause schaffen.

Ein geordneter Austritt Griechenlands aus der Eurozone würde laut Fitch die Wirtschaftsleistung der Eurozone um 1,5 bis 2 Prozent reduzieren, bei einem ungeordneten Euro-Exit sogar um vier bis sehcs Prozent. Es würde einen "freien Fall" des wirtschaftlichen Outputs wie nach der Lehman-Pleite geben, erwartet der Direktor der Staatsanleihen-Abteilung bei Fitch, Gergely Kiss. Die restlichen 16 Euroländer würden bei einem Griechen-Exit dann von der Ratingagentur auf "Rating Watch Negative" gesetzt und Zypern, Irland, Italien, Portugal und Spanien herabgestuft werden.

(APA/Ag.)

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24 Kommentare
Gast: soeinfachistdas
19.06.2012 21:33
0 0

so einfach

Ja genau, die Schais-Griechen sollen weg! Noch ein Franziskaner bitte!

Gast: Fprester
19.06.2012 18:33
0 0

Schuldenüberahme durch die EU wäre das billigste

Die Übernahme der 350 rd. Euro Staatsschulden Griechenlands durch die EU oder die Eurozone wäre das billigste. Damit würde der Staatshaushalt Griechenlands auf einen Schlag um die Zinszahlungen entlastet. Wenn gleichzeitig durch Sparmassnahmen noch ein zumindest ausgeglichener Staatshaushalt erwirkt würde, bräuchte der griechische Staat auch keine Kredite mehr aufzunehmen, d.h wäre gar nicht mehr auf die Finanzmärkte angewiesen.

Damit ist allerdings das Problem der mangelnden Wettbewerbsfähigkeit, d.h. der ausgeglichenen Leistungsbilanz, noch nicht gelöst. Dies kann nur durch Einführung der Drachme erreicht werden.

Aber genau das will "Brüssel" offensichtlich nicht. Damit verbleibt nur die Option, auf Jahre hinaus jährlich ca. 100 Mrd. Euro nach Athen zu schicken. Dies ist zwar in Summe die weitaus teurere Lösung für die EU (resp. den Steuerzahler), aber Griechenland bleibt dem Euroraum erhalten.

Gast: Fprester
19.06.2012 18:06
0 1

Schuldenerlass wäre das billigste

Ein Schuldenerlass, resp. die Übernahme der Schulden Griechenlands durch die Euro-Staaten oder gar die EU, wäre die billigste Lösung. Das kostet zwar 350 Mrd. Euro, aber dann ist Schluss. Gleichzeitig müsste Griechenland gezwungen werden, einen ausgeglichenen Staatshaushalt zu erbringen. Dann braucht der Staat auch keine neuen Kredite mehr.

Damit ist aber die Wettbewerbsfähigkeit, resp. eine ausgeglichene Leistungsbilanz, noch nicht erreicht. Dies müsste mit der Wiedereinführung der Drachme bewerkstelligt werden.

Das alles wurde schon zig-mal erläutert. Man will in "Brüssel" Griechenland um alles in der Welt in der Eurozone behalten. Also wird man für Jahre jährlich 100 Mrd. Euro Unterstützung nach Athen schicken müssen. Das ist zwar in Summe viel teurer, aber Griechenland bliebt dem Euro erhalten. Um das geht es!

Gast: Aristokritos
19.06.2012 16:50
4 0

Bitte um Ökonomie-Nachhilfe

Eines der Grundprobleme ist doch, dass die Staaten der Eurozone z.B. im Hinblick auf Wirtschaftskraft, Mentalität oder politische Stabilität zu wenig homogen für eine Währungsunion sind. Dies wurde aus unterschiedlichsten Gründen wissentlich/geflissentlich oder aus Naivität ignoriert.
Warum ist es nicht möglich, auf lange Sicht und in "geordnetem Rückzug" aus diesem vielleicht gut gemeinten Abenteuer die Eurozone in zwei Wirtschaftsräume (EuroNord+Euro Süd) aufzuteilen? Schließlich gibt es auch den US-Dollar und den Kanadischen Dollar ohne dass der Dollarraum darunter leidet oder sich die zwei unterschiedlichen Dollarräume feindlich gegenüberstehen.

Antworten Gast: gast45
19.06.2012 22:32
0 0

Re: Bitte um Ökonomie-Nachhilfe

weil sonst das europaparlament und die eib keine funktion mehr hätte. und der swoboda, der karas, der molterer willi hätten keinen job mehr
.. oder können sie sich vorstellen das der pröll niederösterreich auflösen würde oder häupl sagt, wozu gibt es das bundesland wien, es reicht wenn wien nur eine stadt ist ? .. eben .. man darf bürokratien, genauso wie steuern nie entstehen lassen. bürokraten und steuern werden automatisch immer mehr und höher und loswerden tut man die nie wieder ..ausser bei einer revolution ..

Faktenlage?

Nun hat sich die Faktenlage GR betreffend in den letzten 2 Jahren nicht wesentlich verändert. Die Defizite sind ausser Kontrolle, die Gesamtverschuldung ebenso. Wer diesem Staat Geld leiht, könnte es genauso ins Casino tragen. Die Wirtschaft schrumpft, die Arbeitslosigkeit steigt.

Und trotz völlig identischer Faktenlage vertritt der Chefanalyst exakt die Gegenposition von vor 2 Jahren. Das lässt nur einen der folgenden Schlüsse zu:
- Er hat sich geirrt, womit eine weitere Meinungsäusserung auch nicht überbewertet werden sollte.
- Oder er hat bewusst die Unwahrheit gesagt, womit eine weitere Meinungsäusserung etc. etc.

Wie man´s auch dreht und wendet: Seine Meinung scheint verzichtbar.

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Re: Faktenlage?

Doch, die Faktenlage hat sich geändert:
1. das griechische Desaster ist klarer
2. die griechische Änderungsresistenz ist auch angesichts der dramatischen Situation erwiesen
3. Ein Exit von Griechenland bringt die Nerven nicht mehr zum flattern und man darf darüber sprechen ...

Wenn Banken wie die DB nicht so gezockt hätten, hätten wir uns den Griechen schon viel früher entledigen können, Herr Chefanalyst, oder nicht?


Re: Wenn Banken wie die DB nicht so gezockt hätten, hätten wir uns den Griechen schon viel früher entledigen können, Herr Chefanalyst, oder nicht?

Banken müssen Zinsen für ihre Anleger generieren. seit vielen vielen Jahren schon wird 'Geld' in der Welt der finanzprodukte, und nicht mehr in der realwirtschaft geschaffen. soviel zu zocken. sie müssen, denn sie haben kunden mit erwartungshaltungen.
und was hat das alles mit Griechenland und dem Euro zu tun? es ist hier nur ein peripherer Zusammenhang zu sehen, das System muss weiter Schulden abwerfen, ein Crash wie 2008 ist aber zu vermeiden. irgendjemanden in irgendeiner Währung zu halten, ist nur als mittel zum Zweck wichtig.

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Re: Wenn Banken wie die DB nicht so gezockt hätten, hätten wir uns den Griechen schon viel früher entledigen können, Herr Chefanalyst, oder nicht?

War es nicht die DB die beim AIG Bailout 12 Mrd € vom US Staat bekommen hat, sonst wären die auch pleite gegangen. Aber jetzt froh weiter spekulieren und anderen Ratschläge erteilen. Zum k**tzen!

Gast: Skepsis pur
19.06.2012 15:47
0 1

Eines hinterfrage ich:

Das Zusammenspiel Deutscher Bank und Deutscher Bundesregierung.

Entweder beide arbeiten gegeneinander. Hieße, die DB will BRD-Steuergeld einkassieren. Dazu würde es passen, daß die DB immer alles schlecht redet.

Oder beide sprechen sich ab und handeln harmonisch. Nachdem die Regierung die Griechen nicht offen zum "Sich-Schleichen" auffordern möchte, tut das die DB.

Solange aber Geldflüsse nach GR und retour (?) nicht transparent sind, wird man über Vermutungen nicht hinauskommen...

Dm und der Schilling !

Und alles ist wieder in Butter.

Antworten Gast: diezensurdienachherkommt
19.06.2012 15:48
1 0

Re: Dm und der Schilling !

Und die gesammte politische Führung auswechseln bitte!! Ohne Pensionsanspruch - sollen was hackeln.

Re: Dm und der Schilling !

In Butter ist es nicht, aber man könnte endlich Nägel mit Köpfen machen, sich nicht im Hass und Kleinkrieg verzetteln.


Oh wie das denn

vor der Wahl gab der vorstand der dt. Bank von sich das ein Austritt von GR den Weltuntergang bedeutet.

Aber in USA hat man schon den schuldigen gefunden. Für die englisch können.

http://edition.cnn.com/2012/05/30/opinion/prestowitz-prout-germany-eurozone/index.html?hpt=ieu_r1

CNN stellt fest, Deutschland ist viel zu stark für die €-Zone. Nicht der Club-Med wäre das Problem sondern Deutschland da für die der Euro viel zu schwach ist.
Ein Angleichen des CLUB-Med an D wäre mit viel zu viel "Schmerzen" für den Club-Med verbunden, der soziale Friede in Gefahr.

Deshalb MÜSSE Deutschland die €-Zone verlassen und die DM wieder einführen. Dann wäre der Club-Med sofort und ohne schmerzlichen Programme wettbewerbsfähig.

Deutschland wäre stark genug das zu verkraften da ja auch der Export in den €-Raum jetzt schon immer weiter zurückgeht und durch andere Exporte ersetzt würde.

Der Club-Med hingegen sei für harte Sparprogramme jedenfalls zu schwach !

Ach und übrigens für Österreich gilt das gleiche wie für Deutschland.


Re: Oh wie das denn

Tatsache ist, dass bestimmte Länder durch die gemeinsame Währung keine auf ihre wirtschaftlichen Möglichkeiten zugeschnittenen Auf-/Abwertemechanismen haben.
Es ist also nicht völlig unvernünftig anzunehmen, dass eine Teilung der Zone in 2 od. mehr Teilgebiete ("Nord-/Südeuro") dieses Problem lindern kann.
Wer jetzt austreten soll und "Schuld" ist, würde ich nicht überbewerten. Wichtig ist das Endergebnis.

Alternativ dazu natürlich zwei Schritte vorwärts und eine gemeinsame Wirtschafts-/Fiskalpolitik inkl. Transferunion. Scheint jedoch politisch zunehmend undurchsetzbar.

Gast: soblank
19.06.2012 14:44
5 0

Anders Swoboda, der EUFraktionsführer der Sozialisten, der mit seiner "Wirtschaftskompetenz" schaut noch immer durch seine rosarote Brille und mußte sich sogar von seinem linken Genossen Sarrazin belehren lassen.

Hat aber nichts gefruchtet, nicht einmal als der Finanzexperte versuchte, ihm etwas beizubringen.

So manche linke Politiker sind nicht nur Träumer, sondern auch unbelehrbar und meinen wohl, Geld fällt vom Himmel oder man braucht nur bei der richtigen Stelle anrufen und einige Millionen für den Werner fordern.

Gast: unbteiligter
19.06.2012 14:10
2 0

wnne die #Gereichen austreten sxchenken ...

wir ihnen noch die Schottermizzi und das Fay-weichei !

Nicht

die Griechen sollten den Euro verlassen,
sondern Deutschland und Österreich!

Wer sich PFIIGS ins Bett legt, wacht in der ScheiBe auf.

Re: Nicht

Genau das, den Autritt von D und Ö fordert gerade die USA bei CNN.

http://edition.cnn.com/2012/05/30/opinion/prestowitz-prout-germany-eurozone/index.html?hpt=ieu_r1

Der Club-Med ist nach deren Ansicht viel zu schwach um harte Sparprogramme durchzuziehen. Treten die starken aus, wäre der Club-med über Nacht und ohne Sparauflagen wettbewerbsfähig.

Antworten Gast: Hans im Glück
19.06.2012 14:39
1 0

Re: Nicht

Es wird nocht etwas Zeit vergehen bis es soweit sein wird.

Deutschland wird nie den ersten Schritt machen. Es werden die Franzosen oder Italiener sein.

Dann haben wir Dominoday.
Ist das nicht immer im Herbst?

Re: Re: Nicht

Die deutschen werden den ersten Schritt sicher nicht machen, deren Politiker schweben ja immer noch auf der "Wiedergutmachungs-Wolke".

Die Franzosen oder Italiener werden auch erst aussteigen wenn Sie Deutschland den letzten tropfen Blut ausgesaugt haben.

Es wird darauf hinauslaufen das die sogenannten Märkte den €-Raum sprengen werden da gehe ich jede Wette. (das ist die schlechtest aller lösungen aber wird so kommen)

fast für ausgeschlossen halte ich das sich die €-Länder zusammensetzen abwägen und in Eintracht und Frieden der Beschluss gefasst wird Deutschland zumindest temporär aus dem €-Raum zu entlassen, nicht aus der EU. (wäre die beste Lösung, es würde nur ein volk betreffen und nicht 10 oder 12)

Zu groß ist die Versuchung aus den vermeindlichen rießigen Honigtopf Deutschland sich zu bedienen.

Antworten Gast: freund?
19.06.2012 14:13
1 0

Re: Nicht



ganz...einfach...JA .

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