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Deutschland gerät ins Visier von Hedgefonds

20.06.2012 | 10:20 |   (DiePresse.com)

Die Rendite für zehnjährige deutsche Staatsanleihen ist seit Monatsbeginn von 1,13 Prozent auf 1,53 Prozent gestiegen. Hedgefonds rechnen mit einer Verdoppelung der Zinsen.

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Deutschland dürfte bald ins Visier von Hedgefonds geraten, berichtet die Financial Times. Bei einer Umfrage anlässlich einer Industriekonferenz in Monaco, wo auch zahlreiche Hedgefonds vertreten sind, rechnet die Hälfte der Befragten damit, dass sich die Zinsen für deutsche Staatsanleihen innerhalb des nächsten Jahres verdoppeln werden. Während bisher sehr wenig gegen Deutschland gewettet wurde, beginnt sich nun die Meinung durchzusetzen, dass die Eurokrise zu massiv sei, als dass Deutschland unbeschadet bleiben könne.

Grund für die Zweifel an deutschen Staatsanleihen ist das steigende Risiko für Deutschland durch die zahlreichen Hilfsmaßnahmen für andere Länder. Es wird befürchtet, dass auch Deutschland an seine Grenzen stößt und die Kreditwürdigkeit des Landes leidet.

Gary Davies, Gründer des Fulcrum Asset Managements, sagt, dass alle Hedgefonds-Analysemodelle darauf hinauslaufen, dass deutsche Anleihen derzeit zu gut bewertet sind.

Erste Anzeichen

Erste Anzeichen für steigende Renditen gibt es bereits. Waren die Renditen durch die Kapitalflucht aus südlichen Euro-Ländern in deutsche Anleihen zuletzt extrem niedrig, beginnen sie nun zu steigen. So lagen die Renditen für zehnjährige deutsche Staatsanleihen Anfang Juni bei 1,13 Prozent, nun betragen sie schon 1,57 Prozent. Das ist zwar im Vergleich zu anderen Staaten ein sehr niedriger Zinssatz, Hedgefondsmanager rechnen aber wie gesagt mit einem weiteren Anstieg.

Auch der weltgrößte Anleiheninvestor Pimco hat reagiert. "Deutschland verliert durch die zunehmenden Risiken an Qualität", sagt der Deutschland-Chef von Pimco, Andrew Bosomworth. Deshalb hält Pimco auch nur noch eine geringe Menge deutscher Staatsanleihen.

 

(md)

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49 Kommentare
 
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Gast: Zyni
21.06.2012 00:28
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Club2 - voll daneben

Schulmeisters Thesen: in den 50iger und 60 iger Jahren war eine Spekulation gegen Staaten nicht möglich. Um Schulmeister a bisserl Nachhilfe zu geben, empfehle ich: http://de.wikipedia.org/wiki/Andr%C3%A9_Kostolany
ZUr Schmidtkunz Moderation bzw zur Politologin: die Ideen, die sie vertreten waren zwischen 1918 und 1989 schwer angesagt, sind aber verdientermaßen auf dem Müll der Geschichte gelandet.

Gast: Maxx
21.06.2012 00:09
1 0

die Milliardentöpfe

anstatt schon wieder über die ach so bösen Finanzmärkte zu schimpfen, wäre es sinnvoller das als Frühindikator dafür zu nehmen wohin die Reise geht wenn weiterhin hunderte Milliarden in diverse Rettungstöpfe hineingeschüttet wird.

Gast: odin C.
20.06.2012 22:32
1 1

Das System ist doch die so viel beschworene, weil angeblich tolle völlig freie Marktwirtschaft. Einst hieß es schlicht entfesselter Kapitalismus.


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"Germany is a Credit Risk"


Für Interessierte - hier ist das Original-Interview mit Bill Gross von PIMCO:

http://globaleconomicanalysis.blogspot.co.at/2012/06/germany-is-credit-risk-says-bill-gross.html


Gast: w1315
20.06.2012 18:59
1 2

Poster Unkenntnis

Bin immer wieder erstaunt, wieviele die hier posten keine Ahnung von finanztechnischen Zusammenhängen haben. Hier gehts nicht um gut oder böse Finanzbranche. Hier gehts nur darum, welchem Land man wie stark vertraut, dass es seine Schulden seinen Gläibigern zurückzahlen wird. Um nicht mehr und nicht weniger. Dass D (wie auch AUT in Kürze), wieder mehr Zinsen zahlen muss, ist ja sonnenklar mit diesen Schulden und Haftungen! Nichts ist ganz sicher!

W1315 Posters Unkenntnis!

Bin immer wieder erstaunt, daß es noch immer so blauäugige Zeitgenossen gibt, die den äußerst durchsichtigen Ausflüchten der Vertreter der Finanzspekulation blind Glauben schenken!

Ein bisserl das eigene Hirn einschalten wäre schon angebracht.

Gast: Bulls
20.06.2012 17:45
2 1

Nehmen auch deutsche Hedge Funds Deutschland ins Visier?

Investment Banken sind Staaten ja relativ egal. Diese,wollen nur das Vermögen der Anleger wie HNWI`s - High-net-worth individuals- ausdehnen. Indirekt dehen diese auch deren Macht aus. Staaten sind diesen eher im Weg.


Antworten Gast: Saiffenstayn
20.06.2012 18:07
2 0

Re: Staatn sind im Weg ??

als Zahler sind sie nützlich

Liebe Presse!

Das ist eine total unwürdige Schlagzeile, nicht einmal "Österreich" druckt so etwas. Schämen sie sich.

Was soll das heißen, "ins Visier kommen"? Sie bedienen damit nur den Hass auf die Finanzbranche, und was haben sie denn erwartet, wenn die Zinsen teilweise schon unter Null liegen, klar erhöhen sie sich dann wieder einmal oder erwarten sie diesen Zustand auf immer und ewig? Und verdoppeln, hahaha, na und, doppelt von nichts ist auch nichts.

Re: Lieber Klaus H !

Die Finanzbranche hat sich den Zorn und den Haß redlichst verdient !!!

Oder wollen Sie den" Herrn" Madoff und seine Gehilfin Kohn auch verteidigen ??

Antworten Antworten Gast: peterle42
20.06.2012 19:47
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Re: Re: Lieber Klaus H !

werter stöckl gernot,
denn doktor können wir getrost beiseite lassen!
SIE SIND EIN TOTAL AHNUNGSLOSER!
mfg kein doktor

Und nun Deutschland

klar Deutschland, Merkel hat den Märkten gesagt:

Fällt der Euro, fällt europa

Damit hat sie den Hedgefonds gesagt:
Die Zinsen können steigen wie sie wollen, die Schulden ebenfalls DEUTSCHLAND WIRD ALLES UND JEDEN RETTEN.

Selber schuld, die Hedgefonds werden daher ausprobieren ob Merkel dazu in der Lage ist.

Der Bail-Out von GR war der schlimmste Fehler den die €-Zone begehen konnte. Hätten die sich an die Verträge gehalten dann wäre es zwar schmerzhaft gewesen, aber die Hedgefonds hätten soviel Geld verloren das Ihnen alles weitere erstmal vergangen wäre.

Ja der Euro sollte uns ja ins Schlaraffenland bringen, sieht aber inzwischen eher nach Wohlstand von Zentralafrika aus.

Die "Finanzkrise" besteht darin, daß die Bosomworths höhere Renditen haben wollen!

Und zu diesem Ziel erpressen sie nun eben die Schuldenländer! Seit es das Geld gibt, ist das die Methode der Geldverleiher.

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Re: Die "Finanzkrise" besteht darin, daß die Bosomworths höhere Renditen haben wollen!

Sie haben leider keine Ahnung. Steigende Renditen bedeuten, dass die Gläubiger einen höheren Risikoaufschlag verlangen - die Bestände an bereits vorhandenen Anleihen erleiden dadurch einen buchhalterischen Wertverlust. Sie waren ja zum Zeitpunkt der Ausgabe niedriger verzinst -- und sind daher nach dem Renditeanstieg weniger Wert.

Re: Re: Die "Finanzkrise" besteht darin, daß die Bosomworths höhere Renditen haben wollen!

Vielen Dank für Ihre wohlwollende Belehrung! Aber Sie kennen wohl auch nicht den Unterschied zwischen Rendite und Dividende bzw. Zinsen?

der letzte fels in der brandung - deutschland

wenn man versucht, ganz europa zu subventionieren wird das genauso grandios scheitern als man versuchte nach 1989 die ost-laender (ehemalige ddr) mit hunderten milliarden wieder aufzubaun (manche schaetzungen sprechen gar von 1 billion, die in die "neuen bundeslaender" geflossen ist) - nur dass dort die leute weggezogen sind und die super infrastruktur langsam wieder von der natuer zurueck-erobert wird

was leider nicht verstanden wird ist, dass man sich wohlstand erarbeiten muss, er kann nicht umverteilt werden auf dauer, weil irgendwann geht einem das geld anderer leute aus

Re: der letzte fels in der brandung - deutschland

Die Dominos fallen weiter. Der letzte und größte werden die USA - denn die nächste Krise wird eine weltweite Krise der Staatsanleihen und Papierwährungen. Wer jetzt noch immer kein Gold hat, ist selber schuld.

Re: Re: der letzte fels in der brandung - deutschland

so ist es
dollar anleihen und die derivate bubble - die werden vermutlich gleichzeitig hochgehen
1 unze ist eine unze - heute sowie noch in 50 jahren

Re: der letzte fels in der brandung - deutschland

ähhh 1 Billion geflossen ????????

Dürfte wohl eher sehr viel mehr sein, man muss bedenken in D gibt es seit über 20 Jahren den

SOLIDARITÄTSZUSCHLAG

der zusätzlich vom Lohn einbehalten wird und dem Aufbau Ost dient. Am Anfang hat man den dt. erzählt der würde nur für 1 jahr erhoben dann sei alles gut !!!!

nun wird er schon mehr als 20 Jahre eingehoben.

Re: Re: der letzte fels in der brandung - deutschland

die hilfen fuer die sued-laender sind ja auch alle "temporaer" und "einmalig" ... bei griechenland wird soeben das 3. einmalige hilfspaket geschnuert ...

Re: der letzte Fels in der Brandung - Deutschland

Genau so ist es !!!

1 0

0% auf Dauer?

Irgendwie logisch, oder nicht? Kann ja (beim gegenwärtigen Geldsystem) auf Dauer nicht so bleiben dass Sparer/Investoren Deutschland Geld zum Nulltarif (siehe 2 jährige Anleihen) leihen, oder? Wer macht das schon? Dass da (Hedge-)Fonds draufkommen ist jetzt nicht "die Sensationsmeldung" und wenn Deutschland irgendwann wieder 3-4% Zinsen zahlt muss man auch nicht den Weltuntergang ausrufen, was aber wenns denn passiert sicher medial total hochgespielt werden wird...

Hat sich Deutschland mit den Hilfen für die maroden Staaten bereits übernommen?

Durch den Entscheid von Karlsruhe werden weitere Erhöhungen der Mittel für die maroden Staaten immer schwieriger durchsetzbar, da dadurch die Bonität Deutschlands gefährdet wird. Zerbricht die Eurozone aus nationalen Überlegungen?

http://www.wienerzeitung.at/wzo/meinungen/gastkommentare/465283_goodbye_euro.html

http://regionaut.meinbezirk.at/schoenkirchen-reyersdorf/wirtschaft/goodbye-euro-d201491.html

:-)

Eh nur, weil´s schon Tradition ist:
Bitte liebe Presse: Zinsen sind nicht Rendite. Das ist ja nicht so schwer.

Antworten Gast: Zinserl
20.06.2012 12:28
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Re: :-)

Sie sind im Irrtum: Bei der Ausgabe von Anleihen werden ZINSEN festgelegt, die der Staat für das Geld zahlt. Die RENDITE ergibt sich aus den Zinsen und dem Preis am SEKUNDÄRMARKT.

Re: Re: :-)

Korrekt. Und wo ist jetzt der Irrtum?
Zitat:
"So lagen die Renditen für zehnjährige deutsche Staatsanleihen Anfang Juni bei 1,13 Prozent, nun betragen sie schon 1,57 Prozent. Das ist zwar im Vergleich zu anderen Staaten ein sehr niedriger Zinssatz, Hedgefondsmanager rechnen aber wie gesagt mit einem weiteren Anstieg."

Zinsen haben *Einfluss* auf die Rendite sie *sind* nicht die Rendite.

 
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