19.06.2013 09:30 Merkliste 0

Spanien beantragt offenbar am Donnerstag Bankenhilfe

20.06.2012 | 12:09 |   (DiePresse.com)

Das Euro-Land dürfte den offiziellen Antrag an den Euro-Rettungsfonds EFSF am Donnerstag stellen, sagte ein EU-Diplomat.

Artikel drucken Drucken Artikel versenden Senden Merken AAA Textgröße Artikel kommentieren Kommentieren

Mehr zum Thema:

Spanien stellt voraussichtlich beim Treffen der Euro-Finanzminister am Donnerstag offiziell den Antrag auf Finanzhilfe für seinen Bankensektor. Die spanische Regierung "dürfte morgen bei der Eurogruppe Hilfe beantragen", sagte ein EU-Diplomat am Mittwoch in Brüssel. Erste Details wie die Höhe der benötigten Hilfe sollten dann bereits von den Finanzministern in Luxemburg besprochen werden. Der Hilfsantrag soll demnach zunächst an den Euro-Rettungsfonds EFSF gerichtet werden und dann vom neuen ESM-Fonds übernommen werden, wenn dieser einsatzbereit ist.

Nach langem Zögern hatte Spanien am 9. Juni angekündigt, offiziell um finanzielle Hilfe für die Stützung seiner Banken zu bitten. Die Euro-Länder gaben dafür bereits grundsätzlich ihre Zustimmung und stellten einen Betrag von bis zu 100 Milliarden Euro in Aussicht. Es wird erwartet, dass der spanischen Regierung am Donnerstag Berichte der beiden Wirtschaftsberatungsfirmen Roland Berger und Oliver Wyman über den genauen Finanzbedarf der spanischen Bankenbranche vorliegen, die unter einer geplatzten Immobilien- und Kreditblase leidet.

"Wir müssen Sicherheit schaffen, damit kein Zweifel daran bleibt, dass dieses Problem gelöst wird", sagte der EU-Diplomat. "Das Vertrauen muss wiederhergestellt werden." Nachdem die Regierung in Madrid ihre geplante Anfrage an den Euro-Rettungsfonds bekannt gegeben hatte, war das Land in Probleme an den Finanzmärkten geraten. Die Renditen für spanische Staatsanleihen schossen in die Höhe und waren am Montag für zehnjährige Anleihen erstmals seit der Schaffung der Euro-Zone auf über sieben Prozent gestiegen - ein Zeichen für das wachsende Misstrauen der Anleger in die finanzielle Stabilität des Landes.

Am Mittwoch lag die Rendite für die Zehnjahresanleihen zwar bei knapp unter sieben Prozent, aber damit immer noch bei einem Wert, der langfristig für einen Staat als nicht tragbar gilt. Haushaltsminister Cristóbal Montoro beharrte jedoch im spanischen Parlament darauf, dass der Staat selbst keine Hilfe der Euro-Partner benötige: "Spanien wurde nicht gerettet und muss nicht gerettet werden", sagte er.

KARTE: Die Bonität der EU-Länder

(Ag.)

Testen Sie "Die Presse" 3 Wochen lang gratis: diepresse.com/testabo

Mehr zum Thema:

Mehr aus dem Web

Mehr auf DiePresse.com

4 Kommentare

Wenn Deutschland aussteigt ist Eurozone Geschichte

Deutschland muss aktuell gegenüber dem Monatsbeginn um 40 % höhere Zinsen bezahlen. Es wird angenommen, dass sich die Zinsen für Deutschland gegenüber dem Tiefststand in naher Zukunft verdoppeln werden. Als Grund dafür gilt, dass immer mehr Experten davon ausgehen, dass Deutschland die Last der maroden Staaten auf Dauer nicht schultern kann. Durch die Stärkung der Parlamentsrechte durch Karlsruhe dürften kaum mehr Aufstockungen des Rettungsfonds durchsetzbar sein. Zerbricht die Eurozone an nationalen Interessen?

http://www.wienerzeitung.at/wzo/meinungen/gastkommentare/465283_goodbye_euro.html

http://regionaut.meinbezirk.at/schoenkirchen-reyersdorf/wirtschaft/goodbye-euro-d201491.html

Deutschland muss aktuell gegenüber dem Monatsbeginn um 40 % höhere Zinsen bezahlen

Nein. Deutsche Staatsanleihen bringen am Sekundärmarkt seit Monatsbeginn um etwa 40% (knapp 0,5 Prozentpunkte) höhere Renditen.
Deutschland zahlt deshalb seither nicht mehr Zinsen.

"Spanien wurde nicht gerettet und muss nicht gerettet werden"

Das ist ja kindisch.

Antworten Gast: Hans im Glück
20.06.2012 12:36
0 0

Re: "Spanien wurde nicht gerettet und muss nicht gerettet werden"

Genau.

Wir wollen kein Dominoday.

Darum sind die Banken- und Staatenrettungen ALTERNATIVLOS, wie Herr Pröll sagen würde.

Mit dem ESM werden die betroffenen Staaten ohne Fragen immer öfter erleichtert werden. Die einen haben dann weniger Sorgen die anderen höhere Steuern.

Ich würde ein ENDE mit Schrecken bevorzugen.

Eurokrise - Die Begriffe

  • Was ist die Eurokrise? Ein Rückblick auf die Ursachen mehr...

    EFSF Der Rettungsschirm und wie er funktioniert mehr...

    Hebel für EFSF Wie man aus sehr viel Geld noch viel mehr Geld macht. mehr ...

    EFSM Der Mechanismus für Finanzstabilisierung und seine Aufgaben mehr...

    ESM Der Europäische Stabilitätsmechanismus soll 2013 den EFSF-Fonds ablösen. mehr ...

    Eurobonds Was gemeinsame EU-Anleihen bezwecken und wie sie funktionieren sollen. mehr ...

    EZB Die EZB ist Hüterin des Euro und soll eine geringe Inflation garantieren. Zumindest bis jetzt. mehr ...

    Waffen der EZB Was die "Bazooka" ist und welche anderen Waffen die Zentralbank hat. mehr ...

    IWF Der IWF ist die Finanzfeuerwehr der Vereinten Nationen und massiv an den Hilfsaktionen in Europa beteiligt. mehr ...

    Ratingagenturen Die wichtigsten Agenturen und deren Bewertungen. mehr ...

    SPIV Das Special Purpose Investment Vehicle soll die Finanzierung in Euroländern erleichtern. mehr ...

    Troika Die Troika ist eine Gruppe von Experten von EZB, IWF und EU-Kommission. mehr ...

    G20 Die 20 größten Wirtschaftsmächte repräsentieren zwei Drittel der Weltbevölkerung. mehr ...

    PSI Beim Private Sector Involvement geht es um die Beteiligung des Privatsektors an der Krisenlösung. mehr ...

    CDS Kreditausfallsversicherungen werden unter anderem dann fällig, wenn ein Land pleite ist. mehr ...

    Sekundärmarkt Der Sekundärmarkt ist der Markt, auf dem die bereits in Umlauf befindlichen Wertpapiere gehandelt werden. mehr ...

    OMT OMT ist die Abkürzung für Outright Monetary Transactions. Dahinter verbirgt sich das von der EZB am 6.September 2012 beschlossene neue Kaufprogramm von Staatsanleihen der Krisenländer. mehr ...