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Euro-Gruppe: "Athen ist Monate hinter den Zeitplänen"

21.06.2012 | 07:10 |   (DiePresse.com)

Beim Treffen der Euro-Finanzminister am Donnerstag steht die Neuverhandlung des Sparpakets für Griechenland auf dem Programm.

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Nach der Regierungsbildung in Griechenland steht der Eurozone nun eine Neuverhandlung des Sparprogramms des Landes bevor. "Das bisherige Programm ist nicht mehr gültig, weil es so weit aus der Spur geraten ist", sagte der Eurogruppen-Koordinator Thomas Wieser vor einem Treffen der Euro-Finanzminister am Donnerstag der Nachrichtenagentur AFP. Wieser erwartet, dass Spanien für seine Banken "bei weitem" unter 100 Milliarden Euro benötigt.

Durch den wochenlangen politischen Stillstand ohne Regierung sei Griechenland bei der Umsetzung von Reformen und dem Verkauf von Staatsbesitz "Monate hinter den Zeitplänen", sagte der Österreicher Wieser, der als Leiter der sogenannten Euro Working Group die Treffen der Euro-Finanzminister vorbereitet und die Arbeit des wichtigsten Gremiums der Eurozone koordiniert. "Zudem hat sich die wirtschaftliche Lage schlechter entwickelt als angenommen."

Die Euro-Länder seien sich einig, dass das zwischen Griechenland und den internationalen Geldgebern vereinbarte Spar- und Reformprogramm angepasst werden müsse, sagte Wieser. "Wir müssen ernsthaft nachverhandeln, um es wieder in die Spur zurückzubringen." Wenn Griechenland die Versäumnisse nicht aufhole oder mehr Zeit eingeräumt bekomme, müsse das Land entweder weitere Einsparungen vornehmen, oder es benötige weiteres Geld der EU-Partner.

Griechenland steht im Mittelpunkt einer Sitzung der Eurogruppe am Donnerstag in Luxemburg. An dem Treffen wird erstmals ein Vertreter der neuen Regierung teilnehmen, die eine Lockerung der Auflagen fordert, die das hoch verschuldete Land im Gegenzug für internationale Notkredite in Milliardenhöhe erfüllen muss. Deutschlands Bundeskanzlerin Angela Merkel (CDU) hatte sich zuletzt mehrfach gegen eine Lockerung oder zeitliche Streckung der Auflagen ausgesprochen.

Offizieller Hilfsantrag von Spanien

Als zweites Krisenland steht Spanien im Mittelpunkt der Beratungen der Eurogruppe. EU-Diplomaten rechnen damit, dass Madrid einen bereits angekündigten Antrag auf Finanzhilfe für seine angeschlagenen Banken bei dem Treffen der Eurogruppe nun offiziell einreicht. "Das ist die Annahme, aber wenn es einen Tag später passiert, passiert es einen Tag später", sagte Wieser.

Die Euro-Länder haben Spanien bereits Mittel in Höhe von bis zu 100 Milliarden Euro in Aussicht gestellt. Die Regierung in Madrid wollte vor dem offiziellen Antrag noch die Ergebnisse einer Prüfung zweier Beratergesellschaften zum Finanzbedarf der spanischen Banken abwarten. In dem Bericht werde keine genaue Zahl, sondern eine Spanne genannt, die aber "bei Weitem" unter den 100 Milliarden liege, sagte Wieser.

Der einflussreiche Eurogruppen-Koordinator wies die Idee zurück, dass der Euro-Rettungsfonds künftig Staatsanleihen angeschlagener Euro-Länder aufkaufen können soll, ohne dass die betroffenen Staaten dafür in einem Programm festgelegte Bedingungen erfüllen müssen: "Das wäre weitgehend nur ein Placebo zur Beruhigung von Spannungen an den Märkten, wenn die Ursachen der Probleme nicht in Angriff genommen werden".

Italiens Regierungschef Mario Monti hatte in diese Richtung gehende Vorschläge gemacht. Eine Diskussion darüber werde es bei der Eurogruppe am Donnerstag nicht geben, sagte Wieser. "Das Prinzip eines Eingreifens nur im Rahmen eines Programms, und dafür bin ich bereit mein linkes Ohr zu verwetten, werden wir auch noch in zehn Jahren haben."

(APA)

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68 Kommentare
 
12

wie???

Wie soll das bitte weiter gehen, in Regelfall gibt es doch ein Ultimatum, warum wird nicht endlich einmal durchgegriffen?

Die EUFORGEND marschiert in Athen auf, ...

dreht die Politiker um und schüttelt ihnen den letzten Cent aus den Taschen! ; )
Auch wenn keiner da is ...

*sarkasmo-mode-off*

10zi?


Ein kleiner Hoffnungsstrahl

Gauck hält seine Unterschrift zum ESM-Vertrag auf eine Bitte des Bundesverfassungsgerichts vorläufig zurück.
http://www.focus.de/finanzen/news/staatsverschuldung/verfassungsrichter-wollen-gauck-um-aufschub-bitten-rettungsschirm-esm-kann-womoeglich-nicht-rechtzeitig-starten_aid_770724.html

"Es wird erwartet, dass das Bundesverfassungsgericht in eine äußerst gründliche Prüfung von Fiskalpakt und ESM eintritt. Es hat in zahlreichen Urteilen zu erkennen gegeben, dass die Möglichkeiten zur Abgabe von staatlicher Souveränität auf dem Boden des geltenden Grundgesetzes für erschöpft hält."

Re: Ein kleiner Hoffnungsstrahl

Wir in Österreich werden das sicher nicht erleben.

Re: Re: Wir in Österreich werden das sicher nicht erleben.

Unsere Verfassung ist auch schon lange zur Fixierung von Taxilizenzen und ähnlich wichtiges degradiert. Detto sind unsere Verfassungsrichter höchstwhrscheinlich, äquivalent den Staatsanwälten, bereits entsprechend parteipolitisch indoktriiniert.

Gast: Nicht alles, was totgeschwiegen wird, lebt!
21.06.2012 18:19
5 0

Euro-Gruppe: "Athen ist Monate hinter den Zeitplänen".........

....jetzt hab ich mich angeschifft vor lauter lachen......Athen ist nicht Monate hinter den Zeitplänen, SONDERN JAHRZEHNTE......genau genommen ist Griechenland seit Jahrzehnten PLEITE, praktisch finanziell tot!......das was die EU jetzt mit Griechenland aufführt, ist ungefähr so, als würde ein Leichenwagen Jahrelang mit einer Leiche durch Europa fahren und der Bevölkerung damit weismachen, dass sich die Leiche wieder ein bisschen gerührt hat, je mehr man in die Leiche steckt, um so mehr rührt sie sich wieder......ist auch eine Art des Überlebens!?

ESM - Der Weg in die Diktatur

http://youtu.be/C0wFb2aL7U8

Org!anisiertes Verbechen.

Re: ESM - Der Weg in die Diktatur

Diese Leute sind so anders, fast so, als wären sie infiziert.

Wahrlich!

SPÖ, ÖVP und Grüne planen nächste Woche den ESM-Fiskalpakt im Nationalrat zu beschließen.
Dies ist ein Anschlag auf die Souveränität Österreichs.
Die FPÖ wird sich das nicht gefallen lassen und verlangt darüber eine Volksabstimmung.

Aus diesem Grund gibt es am,

27. Juni 2012 ab 17 Uhr
eine Protestkundgebung am
Ballhausplatz

Nur wenn wir geeint und stark dort auftreten wird man uns auch hören.
Deshalb macht bitte Werbung für diese Veranstaltung und
kommt wenn möglich nächsten Mittwoch auf den Ballhausplatz.

Antworten Antworten Antworten Gast: Vogel Strauss
21.06.2012 19:27
1 0

Re: Wahrlich!

Halte zwar nix von der FPÖ, die Idee an sich ist aber gut ... hoffentlich kommen keine linken Berufskrawallheinis!

Re: Wahrlich!

Ich dafür, auch wenn ich nicht mit anderen FPÖ-Themen einverstanden bin.

Gast: Knaller
21.06.2012 17:42
4 0

100 Dank all jenen Politikern, die usn in die EU und zum Euro gebracht haben!

Alle waren blauäugig, unfähig und wollten nur sich selbst in den Mittelpunkt stellen.

Jetzt ist das Dilema da und keiner hat eine Ahnung, wie man heraus kommt.

Sind all diese Verhandlungen für die Katz?

Die Höchstrichter in Karlruhe haben den deutschen Präsidenten ersucht seine Unterschrift unter den ausverhandelten Regelwerk von ESM und Fiskalunion um 2 - 3 Wochen zu verzögern um eine Prüfung von deren Verfassungsmäßigkeit vornehmen zu können. Folgen die Verfassungsrichter der Ansicht, dass ESM und Fiskalunion dem Nationalstaatenprinzip widersprechen, dann bedeutet dies Goodbye Euro.

http://www.wienerzeitung.at/wzo/meinungen/gastkommentare/465283_goodbye_euro.html

http://regionaut.meinbezirk.at/schoenkirchen-reyersdorf/wirtschaft/goodbye-euro-d201491.html


Deutschland ist vorerst nicht dafür:

http://www.n-tv.de/politik/Gauck-verweigert-Unterschrift-article6554796.html

Kein mündiger Mensch würde den ESM unterschreiben und die Souveränität eines Landes verraten. Vorallem eines sollte man sich mal fragen: WAS IST DIE GEGENLEISTUNG? Es gibt keine!

Wurden wenigstens die über-hundert-Jährigen Pensionisten schon für tod erklärt?

Und auch die Pensionszahlungen eingestellt? Oder hat man dafür noch keine Zeit gefunden.

3 0

"Athen ist Monate hinter den Zeitplänen"

sollte heißen:

"Athen ist mit den Zeitplänen hinter dem Mond"

Gast: dirkfan
21.06.2012 16:04
2 0

Mr. DAX

"Mr. DAX" Dirk Müller: "Griechenland wird aus dem Euro austreten"

http://goo.gl/CyCrP

Gast: denkender Bürger
21.06.2012 15:55
6 0

Demokratische Zerfallserscheinungen

Wer gesehen hat wie in Wien die parlamentarische Demokratie von den Sozialisten (Schande über Frau Prammer) getreten wurde um den ESM durch die Hintertür zu bewilligen muss Maurer recht geben. Die Abschaffung der demokratischen Bürgerrechte durch Brüssel sind widerlich und skandalös! Die EU kann und darf sich wandeln aber nicht durch imperiale Repression und Diktatur. Danke Herr Maurer!

Was heißt Monate?

Die Spartianer („Wanderer, kommst du nach Sparta, verkündige dorten, du habest uns hier liegen gesehen, wie das Gesetz es befahl.“) - das warn noch Griechen..

Gast: smilefile
21.06.2012 14:51
0 2

Geldsystem,...

Während die Ausgaben für die sozial Schwachen gekürzt werden, führt das heutige Zinssystem zu einer exponentiellen Wachstum der Geldvermögen und Schulden.

Und damit auch zu einem entsprechenden Anwachsen der Zinslasten, durch die Wirtschaft und Gesellschaft unter immer grösseren Leistungsdruck geraten.

Weder die Schulden an sich, noch die Arbeitslosigkeit sind das Kernproblem, sie sind nur Folgen eines ungerechten Systems,....

Antworten Gast: EFF EFF
21.06.2012 17:31
1 0

Re: Geldsystem,...

Das Kernproblem ist der Missbrauch von Toleranz und Respekt. Beides sind keine geldwerten Güter, die man kaufen könnte.

Gast: EFF EFF
21.06.2012 14:13
1 0

Die Eliten sind doch nicht gut.

Die Ursache der Krise folgt einer einfachen marktwirtschaftlichen Regel:

Es gibt Nichts für ungut.

Hinter Zeitplan

Und in zwei Jahren wird Griechenland um Jahre hinter dem Zeitplan stehen.
(Wir dafür um einige Mrd. ärmer)

Re: Hinter Zeitplan

Wenn Sie sich durch das Sparprogramm arbeiten stellen Sie fest, dass das von Anfang an viel zu ehrgeizig war. Sowohl inhaltlich als auch vom Zeitplan her.

Das ist so, als wollten Sie auf der Autobahn bei voller Fahrt den Rückwärtsgang einlegen. Das hat schon einen Sinn, dass das (im Normalfall) nicht geht.
Im konkreten Fall war´s also auch kein Wunder, dass dabei die restlichen Zähne im Getriebe auch noch kaputtgegangen sind.

Die Frage ist nicht, wie groß der Rückstand ist bzw. welcher Teil sich gar nicht in absehbarer Zeit umsetzen lässt.

Die Frage ist, wann man endlich gezwungen wird, die Karten auf den Tisch zu legen: Ein Zusammenspannen derart unterschiedlicher Wirtschaftsräume in eine gemeinsame Währung kann nur als Transferunion mit weitgehender Aufgabe von staatlicher Souveränität (für alle!) gehen. Also entweder das oder zwei Schritte zurück.
Das GR-Thema ist nur das Symptom.

Und allgemein: Zuerst machen wir was (GR-Sparpaket), wo bei erster Lektüre klar ist, wohin das führt. Danach, wenn der Schaden eingetreten ist, beschweren wir uns.
Vielleicht kann man beim ESM das zur Abwechslung mal anders machen und jetzt, wo noch Zeit ist, mal das Papier auf mögliche Risikostellen abklopfen.

Re: Re: Hinter Zeitplan

Ich würde es so sehen: Die ursprüngliche, wirtschaftlich halbwegs vernünftige Version (Maastricht) wurde ziemlich rasch über den haufen geworfen (begonnen durch den heutigen Putin-Angestellten Schröder).

Die vorgesehenen Konsequenzen gab es nicht (ähnlich wie heute). Und spätestens ab dann wurden die wirtschaftlichen Rahmenbedingungen durch politische Wunschvorstellungen ersetzt. Auch die Rettungen der letzten Jahre, bis hin zum ESM, laufen unter den Vorgaben solcher "frommen Wünsche".

Gleichzeitigverweigert man sich konstant der einzigen Variablen, mit welcher bisher unterschiedliche Wirtschaftsleistungen, ohne (sichtbare) Lohnkürzungen und ohne Transferzahlungen ausgeglichen werden konnten. Nämlich separaten Währungen mit flexibler Bewertung.

Die Alternative ist jedoch eine dauerhafte Alimentierung Südeuropas. Und das wird Nordeuropa auf Dauer weder schlucken noch aufrecht erhalten können. Die nächste, dann jedoch ernsthaftere Eskalation darf daher spätestens dann erwartet werden, wenn aus den bisherigen Garantiezusagen tatsächliche Zahlungen werden.

 
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